Ein Zombie hing am Glockenseil
28.05.2004
Pro:
Hoher Spielwitz, innovative Spielidee, zu zweit gleichzeitig spielbar, solide Grafik, stimmiger Sound
Kontra:
Niedrige Langzeitmotivation, spielerische Längen & monotone Passagen, da ein sich ständig wiederholendes Prozedere (nervig)
Empfehlenswert:
Ja
 DenJuandeMarco
Über sich:
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Vertrauende:63
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 126 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Zwar habe ich mir erneut ein Videospiel für SEGAs alte Megadrive-Konsole ausgesucht und ebenso schreibe ich auch dieses Mal über ein Jump’n Run, doch bei „Zombies“ aus dem Jahre 1993 handelt es sich um ein außergewöhnlich originelles Spielchen, so dass es fast schon ein Verbrechen wäre, dieses Spielmodul unerwähnt bleiben zu lassen. Wie sich unweigerlich schon aus dem Titel schlussfolgern lässt, werdet Ihr bei diesem Abenteuer, welches im Grunde eher als ein Shoot’n Run denn als reinrassiges Jump’n Run zu bezeichnen ist, tief ins Horror-Ambiente eintauchen. Und so ließ ich (Wahnsinniger) es mir vor mittlerweile mehr als zehn Jahren nicht nehmen, exakt 109.95 DM für dieses Zombie-Gemetzel springen zu lassen. Ja, so war’s. Gurgel. Mittlerweile gebt Ihr selbstverständlich nur noch einen Bruchteil dessen aus und insofern dürfte insbesondere für Nostalgie-Freunde, Sammler oder sonstige Retro-Fetischisten dieses Game nicht ganz uninteressant sein, schätze ich. Storyline
Wie es eigentlich von Beginn an, zu erwarten war, werdet Ihr nicht von einem oscarverdächtigen Drehbuch bzw. Handlungsstrang verwöhnt, aber welchen Videospiel-Konsolero kümmert das schon, insbesondere bei genau diesem Genre!? Hrrhrr. Jedenfalls werde ich nichtsdestotrotz ein, zwei Wörtchen über die Story verlieren. Es begab sich zu einer Zeit, als eine bitterböse radioaktive Verseuchung ein nettes Fleckchen Erde unbarmherzig heimsuchte. Würg. Und bei dem entsprechenden Fleckchen handelt es sich natürlich „rein zufällig“ um unser Heimatstädtchen. Ach nee, wie gemein. Und so verwandelt sich dieses einst so idyllische Plätzchen in ein wahrhaftiges Horror-Szenario. Denn durch die ausströmende Radioaktivität haben sich zu allem Unglück bösartige, mächtig fiese und Euch natürlich extrem feindlich gesinnte Monster entwickelt. Doch nicht nur Ihr allein seid die Zielscheibe der mutierten Monster, sondern gleich die gesamte Nachbarschaft soll in den Tod gerissen werden. Das ist natürlich nicht sehr nett und so macht Ihr Euch todesmutig auf, den mutierten Horrorbiestern zu zeigen, wo der Hammer hängt. Klaro. Und demzufolge wird auch nicht lang gefackelt und Ihr findet Euch unversehens im düsteren Heimatdorf wieder, das Zombie-Abschlachten kann somit unverzüglich beginnen. Spielverlauf
Schon nach sehr kurzer Zeit wird Euch klar, dass es sich nicht nur um „gewöhnliche“ Zombies handelt, welche überall im Dorf ihr Unwesen treiben. Besonders Kenner von Kinofilmen, insbesondere von Horrorstreifen, dürften hier womöglich das ein oder andere wohlbekannte „Deja-vu“ erleben. Denn Ihr trefft in der Tat im Verlauf dieses Horrorabenteuers auf die sozusagen „crème de la crème“ des guten alten Horror-Genres, so geben sich zum Beispiel aus Uralt-Klassikern der Filmgeschichte der kleine Jason aus der berühmten Serie „Freitag der 13.“, die „Mumie“, der „Blob“ und eine Bande altbekannter Blutsauger die Ehre bzw. ein nettes Stelldichein. Dies macht der Hersteller Luca Arts möglich, der als Hersteller großzügig (oder auch nicht) seine diesbezügliche Lizenz dem Entwicklerteam von Konami für dieses Spiel verkloppte bzw. mit diesen in gemeinsamer Kooperation fungierte. Die Gegnerschar ist stellenweise wirklich „starker Tobak“ bzw. besonders hartnäckig und demzufolge ist es bitter nötig, dass Ihr auf ein umfangreiches Waffenarsenal zurückgreifen könnt. Im Laufe des Spiels stehen Euch nämlich netterweise massig verschiedene Gegenstände zur Verfügung, beispielsweise das silberne Tafelbesteck, bestehend aus Teller, Gabeln, Messer, die Ihr als tödliche Waffen gegen heranwetzende Werwölfe einsetzt. Des weiteren kommen auch Pistolen, Panzerfäuste und ab und an auch sehr skurrile Objekte wie Speiseeis, Clowns oder Staubsauger zum Einsatz, die Palette an zur Verfügung stehenden „Waffen“ ist in diesem Punkt doch sehr breit gefächert. Primär startet Ihr Eure Jagd auf die Heerscharen an Zombies mit gesegnetem Weihwasser, einer Wasserspritzpistole und zur Sicherheit auch mit einem Erste-Hilfe-Kasten für Notfälle. Entscheiden dürft Ihr Euch zu Beginn des Abenteuers angenehmerweise zwischen zwei jugendlichen Charakteren, nämlich dem Knaben Zeke oder dem Weibchen Julie. Da sich die anderen Bewohner ja vor Angst in die Hose machen, bleibt das Schicksal der gesamten an den beiden tapferen Teenagern hängen, so sieht’s leider aus. Merkwürdigerweise scheint die Angst den Einwohnern zusätzlich auch das Gehirn gelähmt zu haben, denn bekloppterweise amüsiert sich zuweilen die mächtig „verstrahlte“ Bevölkerung tatsächlich trotz akuter Todesgefahr in Swimming-Pools, flitzen ungeschützt durch die Gegend oder hüpfen sich freudig einen „Wolf“, obwohl sich zig Zombies in unmittelbarer Nähe aufhalten. Nun denn, wir können’s nun mal nicht ändern, unser Auftrag lautet sowieso alle menschlichen Wesen zu retten und alles plattzumachen, was irgendwie „zombiemäßig“ aussieht. Auf sie mit Gebrüll. Gefragt ist außer Eurem Geschick auch noch eine gehörige Portion an Ausdauer, denn „Zombies“ erstreckt sich über ungemein viele Level (ich glaube, es waren über 50), welche im Einzelnen nicht nur umfangreich, sondern zudem auch noch Geheimgänge aufweisen, in welche des öfteren die etwas „helleren“ Bürger des Städtchens geflüchtet sind. Habt Ihr tatsächlich alle Zielpersonen eines Levels retten können, öffnet sich sogleich das Tor zum nächsten Spielabschnitt, in welchem das Prozedere von vorne beginnt. An dieser Stelle merkt bzw. erahnt Ihr womöglich schon einen negative Aspekt dieses Abenteuers, dieser liegt nämlich an dem sich doch immer wieder auf sehr ähnliche Weise wiederholenden Ablauf, denn auch nach 20 oder 25 oder 30 Leveln offenbart sich nichts schrecklich Neues. So innovativ die Spielidee auch sein mag, so unterschiedlich sich die Waffenauswahl gestaltet, so eintönig (zumindest auf Dauer) stellt sich das Level für Level stattfindende Zombiegemeuchel dar. Da helfen auch nicht die zahlreichen Geheimgänge weiter, im Gegenteil, sie verlangsamen den Spielfluss noch mehr bzw. ziehen das Spiel unnötig in die Breite. Hier fehlt leider ein gehöriges Maß an Innovation, so schön-schaurig-gruselig das Ambiente auch sein mag. Hingegen ist es äußerst erfreulich, dass Ihr tatsächlich zu zweit gleichzeitig dieses Zombie-Abenteuer durchzocken dürft, dieses Feature hebt den Spielspaß erheblich und tröstet phasenweise doch deutlich über die vorhandenen spielerischen Längen hinweg. Einen weiteren Pluspunkt stellt der generell vorhandene Spielwitz dar, welcher auch hauptsächlich dafür verantwortlich ist, dass Ihr „bei der Stange“ bleibt. Bemerkenswert ist dabei außerdem noch, dass das Hauptaugenmerk eindeutig auf eine möglichst originelle Präsentation, gerade im Kampf mittels ausgefallener Waffen oder sonstiger Hilfsmittel gegen die „Kino-Berühmtheiten“. Liebhaber besonders brutaler Szenen oder schauriger Momente schauen hier in die Röhre, denn „Zombies“ ist eher als ein buntes Comic-Abenteuer gedacht und nicht als ein etwaiger Gruselschocker. In diesem Punkt kann ich einige von Euch beruhigen, für andere Leser stellt dies womöglich eine große Enttäuschung dar. Geschmacksache hin oder, die innovative Spielidee und der zweifelsohne stark vorhandene Spielwitz und somit daraus resultierende Spielspaß überzeugen, können aber leider mangels Abwechslungsreichtum und monotoner Passagen letztlich auf lange Sicht hin zu Gähnattacken und Schnarchphasen spüren. Ich quälte mich jedenfalls nach und nach immer mehr durch die Level und betete im weiteren Verlauf des Spiels inständig, dass dies nun einer der letzten Level sein möge und sich nicht erneut ein nahezu identisch durchzuzockender Spielabschnitt auftun würde. Mein Flehen wurde aber für lange Zeit nicht erhört; als ich mich dann eines Tages aber tatsächlich auf der Zielgeraden befand, wollte ich es zunächst gar nicht glauben. Schnaub. Grafik
Im Großen und Ganzen erweist sich die grafische Darstellung in erster Linie erst einmal als sehr zweckmäßig. Damit lässt es sich aber auch schon fast erahnen, dass Ihr besondere Grafik-Leckerbissen nicht vorfinden werdet, die optische Präsentation sich eher im unspektakulären Bereich ansiedeln dürfte. Und in der Tat, so ist es dann auch. Tatsächlich könnt Ihr so gut wie nie echte Patzer ausmachen, aber Sequenzen, welche Begeisterungsstürme auslösen, sind ebenso Mangelware. Gemessen am technischen Standard Anfang und Mitte der 90er Jahre, also zur Zeit, als das Supernintendo und Segas Megadrive für Furore sorgten, kann man aber zufrieden sein. Sowohl die beiden Hauptcharaktere als auch die zahlreich vorhandenen Zombies sind verhältnismäßig groß und detailreich gezeichnet und auch die zu sehenden Animation, insbesondere die Verwendung der teilweise doch sehr schrillen Utensilien beim Bekämpfen der Zombiemeute wissen in der Regel zu gefallen. Zumindest könnt Ihr deutlich den Kopf vom Rumpf und den weiteren Gliedmaßen unterscheiden und das war seinerzeit ja nicht immer der Fall. Und auch die Hintergründe, in welchen die Grün- und Blautöne dominieren, sind ansehnlich gezeichnet; was aus heutiger Sicht natürlich altbacken und hoffnungslos veraltet ausschaut, gehörte damals aber noch allemal zum gehobenen Durchschnitt. Alles in allem wird das Zombie-Ambiente inklusive des enthaltenen Spielwitzes gut durch die vorhandene Grafik unterstützt bzw. wirkungsvoll in Szene gesetzt. Sound
Ähnliches gilt für den Sound. Naturgemäß tat sich der akustische Bereich bei Segas Megadrive (dies zumindest meine persönliche Meinung) eigentlich schon immer etwas schwer und konnte überwiegend nicht mit den Titeln des Supernintendos mithalten. Mir klang der Sound bei MD-Spielen fast durchweg immer einen Tick zu „metallisch“ oder „blechern“, bei Spielmodulen für das SNES wirkten die Klänge zumeist etwas voller, zumindest auf mich. Und auch bei „Zombies“ kann ich zwar so richtig keine Fehler ausmachen, der Funken springt aber nie so richtig über, woran sicherlich auch die akustische Untermalung ihren Anteil hat. Klar, die Melodien passen zum jeweiligen Spielgeschehen und auch die Soundeffekte wurden in diesem Horror-Shoot’n Run eigentlich ganz gut gewählt, doch von einer Top-Wertung in diesem Bereich ist dieses Game meilenweit entfernt. Dabei besteht meiner bescheidenen Ansicht nach gerade bei einem Spiel des Horror-Genres (und sei es auch wie in diesem Fall etwas scherzhaft aufbereitet bzw. gemeint) regelmäßig die Möglichkeit, die vorhandene Spielatmosphäre mit entsprechenden düsteren, trüben, schiefen oder schaurigen Klängen enorm zu verstärken, um somit ein Gänsehaut-Gefühl fördern zu können. Doch das gelang den Entwicklern bei diesem Spiel wirklich nur ansatzweise, da war mehr drin. Um Missverständnissen noch einmal vorzubeugen, die Hintergrundmelodien und Soundeffekte sind okay und stets passend gewählt, sie stellen keineswegs eine Enttäuschung dar, doch besonders schöne oder sonst wie spektakuläre Klänge (Ohrwürmer) werdet Ihr das ganze Spiel über nicht entdecken, so weit möchte ich mich dann doch aus dem Fenster lehnen. Steuerung, Perspektive, Schwierigkeitsgrad
Logisch, bei solch einem Shoot’n Jump’n Run kommt der Steuerung naturgemäß eine enorme Bedeutung zu. Glücklicherweise werdet Ihr hier auch kein Fiasko erleben, denn Euer Charakter lässt sich vorzüglich durch die von Zombies verseuchten Landschaften steuern. Ob Ihr über den Friedhof wetzt, im örtlichen Kaufhaus die mutierten Monster auf’s Korn nehmt oder auf andere (vielfältig vorhandene) Art und Weise der Brut den Garaus machen möchtet, die etwaige Steuerungsprobleme erschweren Euch hier bei „Zombies“ das Vorankommen definitiv nicht. Basta. Die Jagd auf die Zombies gestaltet sich demzufolge in dieser Hinsicht als völlig problemlos. Mir schon fast zu problemlos war das Abschlachten der Mutanten aufgrund des doch moderaten bis leichten Schwierigkeitsgrades. In diesem Punkt hätte man ruhig eine Schippe drauflegen können. Oder auch zwei. Den Neulingen oder Einsteigern in dieses Genre wird’s wohl recht sein, mir jedenfalls nicht ganz. Allerdings hatte der etwas zu moderate Schwierigkeitsgrad auch seine Vorteile, denn ein noch längeres Rumeiern in den sich immer wieder stark ähnelnden Spielleveln hätte ich wahrscheinlich nicht überstanden. Seelisch, meine ich. Hoho. Wahrscheinlich lag es eben an den spielerischen Längen, an den sich immer wiederholenden Passagen, dass ich nach ein paar Spielabschnitten die Monster und ebenso die Art und Weise, wie ich diese am Besten zu eliminieren hatte, schon derart verinnerlicht hatte, dass ich fast dabei einschlief. Oder ich bin eben ein solch hochbegabtes Kerlchen, dass ich generell mit so einer Art Videospiel chronisch unterfordert bin. Ist natürlich auch gut möglich. Krrrch. Was die Perspektive angeht, so glotzt Ihr stets von „schräg-oben“, ich glaube, man nennt dies „isometrische Grafik in 2D“. Oder so ähnlich. Auf jeden Fall behaltet Ihr auf diese Art immer den Überblick, sämtliche Aktionen (sowohl Eure als auch die der Zombies) sind stets gut zu erkennen, trotzdem habt Ihr naturgemäß eine gewisse Distanz zum Spielgeschehen, fühlt Euch nicht derart involviert wie bei einer (deutlich spektakuläreren) 3D-Perspektive, von etwaigen wilden mitreißenden Kameraschwenks während spezieller Manöver einmal ganz zu schweigen. Urteil
Wer von Euch scharf darauf sein sollte, eine umfangreiche Videospielsammlung mit Games aus den 90er Jahren, speziell denen des guten alten Megadrives von Sega anzulegen, der darf an diesem witzigen Spiel nicht vorbeigehen. Nicht zuletzt der inzwischen doch sehr geringe Preis (ein Blick auf verschiedene Internetseiten lohnt sich diesbezüglich ja immer) sollte für jene Videospieler kein ernsthaftes Hindernis darstellen. In puncto Grafik und Sound siedelt sich dieses Shoot’n Jump’n Run im oberen Durchschnittsbereich an, ein Mittelfeldplatz dürfte diesem Spielchen auf jeden Fall sicher sein. Die Stärke dieses Spiels liegt eindeutig im Vorhandensein vieler unterschiedlicher Utensilien, welche in Eurem langwierigen Kampf gegen die Zombie-Brut unentwegt zur Anwendung gelangen. Hier bewiesen die Entwickler des Spiels ein hohes Maß an Kreativität und Originalität. Leider gilt dies ganz sicher nicht für den Spielverlauf, zumindest auf lange Sicht hin. Denn die ewigen Kämpfe mit den mutierten Monstern sind nicht nur langwierig, sondern aufgrund der Abwechslungsarmut auf Dauer extrem nervtötend. Es sei denn, Ihr verfügt über ein solch stahlhartes Nervenkostüm wie ich. Logo, dann geht’s natürlich noch. Pfeiff. Ernsthaft, die Hälfte der vorhandenen Level hätte zweifellos ausgereicht, so wurde das Spiel nur unnötig in die Länge gezogen. Habt Ihr Euch nämlich einmal an den unterschiedlichen Zombiearten sattgesehen und seid Ihr mit jedem Kampfutensil bzw. jedem Tötungsinstrument bestens vertraut, verschwindet nach und nach auch der letzte Lacher und Euer Gesicht verzieht sich allmählich zu einer äußerst genervt wirkenden Fratze. Oder, anders gesagt, Ihr bekommt die Leidensmiene einfach nicht mehr aus dem Gesicht. Selten war der Kontrast bei einem MD-Modul so deutlich wie hier: ein hoher Spielspaß zu Beginn, dann vermehrt aufkommende Gähnattacken im weiteren Verlauf des Spiel und schließlich ein sehr gereiztes Klima gegen Ende hin; in diesem Game macht Ihr mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit alle diese Gemütsphasen durch. Dass „Zombies“ vom Schwierigkeitsgrad her höchstens (wenn überhaupt) die fortgeschrittenen Spieler ernsthaft in Bedrängnis bringen kann, ist dann wiederum fast schon ein Vorteil. Ansonsten hätte dieses Shoot’n Run wohl nie ein Ende gehabt bzw. wäre es von mir niemals durchgespielt worden, da ich es nach ein paar Stunden mit Sicherheit irgendwie „entsorgt“ hätte. Möglicherweise mag ich sogar nur ungefähr 20 Stunden mit diesem Actionspiel zugebracht haben (es kam mir seinerzeit jedenfalls vor wie 50 oder 60 Stunden), doch schon spätestens nach 4 bis 5 Stunden beschlich mich das ungute Gefühl, dass sich vom Spielablauf nicht mehr so wahnsinnig viel ändern würde. Und nach diesem Ansatz einer zarten Erkenntnis, welche im Laufe der Zeit leider zur sicheren Gewissheit wurde, nahm ich dieses Zombie-Abenteuer nur noch im „Zeitlupentempo“ wahr, so zähflüssig gestaltete sich dieses Spielchen dann für mich in Level 32, 33, 34, 35, 36, 37..... und so weiter. Trotz alledem stellt „Zombies“ ein in meinen Augen empfehlenswertes Videospiel aus der Zeit des guten alten Megadrives von Sega dar. Ob Ihr es nun Jump’n Run, Shoot’n Run, Jump’n Shoot’n Run oder einfach nur Action-Spiel nennt, bleibt Euch überlassen. Eine witzige Spielidee gespickt mit einigen originellen Extras wurde leider nach und nach immer langweiliger. Abwechslung im Spielverlauf ist spätestens ab Level 10 hier definitiv ein Fremdwort, wodurch der anfangs hohe Spielspass sinkt und sinkt und immer weiter sinkt. Da helfen auch die grundsolide und zumindest zweckmäßige Grafik sowie der stimmige Sound nicht weiter und ebenso kann die zweifelsohne geglückte Steuerung über diesen eklatanten Makel nicht ganz hinwegtrösten. Für Videospielveteranen und Sammler von Megadrive-Spielen ist dieses Zombie-Abenteuer aber so oder so fast schon ein Pflichtkauf, denn es beinhaltet ein hohes Maß an Spielwitz und gehört vor allem in technischer Hinsicht zu den klar besseren Videospielen der Megadrive-Historie.
Story: 61% Grafik: 69%
Sound: 68%
Steuerung: 79%
SPIELSPASS: 75%
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