Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
unglaublich treffende Beschreibung der Generation |
| Kontra: |
für Wessies Nicht zu verstehen |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Irgendwie habe ich mich in diesem Buch wieder gefunden. Ein Satz hat mich nachhaltig betroffen gemacht, der sagt, dass viele Kinder nach Jahren wieder in ihr zu Hause zurück kehren und dort viel verändert vorfinden. Das schlimme bei den "Zonenkindern" ist aber, dass sie Nichts haben, zu dem sie zurück kehren können, weil alles einfach so verändert ist, dass die Kindheit einfach weg ist.
Erst habe ich mich nicht an dieses Buch herangetraut, da eines meiner wichtigsten Lebenmottos, die ich mir im Laufe der letzten Jahre angewöhnt habe heiß: schaue nie zurück! Und ich hatte einen ziemlichen sentimentalen Schwachsinn erwarten. Dann hat es mich doch neugierig gemacht und ich habe es mir angehört.
Die Autorin
Jana Hensel war gerade 13 als die Mauer fiel also hat Sie noch nicht ganz so viel DDR erlebt wie ich, die eigentlich Ihre komplette Kindheit, Schulzeit, Ausbildung und prägende erste Berufsjahre dort verbracht hat. Aber eigentlich hat es sie schlimmer erwischt, ich bin schon recht bewusst an die Sache ran gegangen. Aber was macht man mit 13 schon bewusst. Alles ist auf einmal anders und Nihcts mehr so wie es war, die Werte, die man gerade vermittelt bekommen hat sind Nichts mehr wert!! Sie hat mir Ihre Buch ein Bild von einer Generation
zwischen allen Stühlen geschaffen: Die "ersten Wessis aus Ostdeutschland".
Die Aufmachung und der Preis
Die CD war für meine Begriffe unglaublich aufwendig verpackt in einem dicken wunderschönen blassrosa Cover. Das Pappcover muß an aufklappen und entdeckt darin eine CD und ein Booklett, mit Begriffserklärungen, die ich eigentlich wie ein Erinnerungsstück gelesen habe. Die 19,95 Euro finde ich im Original zu teuer für etwas Ostalgie aber es geht ja auch preiswerter über gebrauchte Bücher bei Amazon.
Die Sprecherin:
Leider habe ich auf dem Cover keinen Vermerk über die Sprecherin gefunden. Es ist eine Angenehme Frauenstimme, die man vom Alter her mit Sicherheit Jana Hänsel selbst zuschreiben könnte. Vielleicht ist Sie es ja auch,
Der Inhalt:
Sicherlich Nichts für Wessies aber doch eher noch für Österreicher. So beschreibt Jana Ihre Situation wenn Sie sich mit Freunden und Kollegen in Westdeutschland trifft. Sie ist immer ein Außenseiter wenn es um die Kleinigkeiten des Alltags geht. Wenn sich Jugendliche über Fernsehen und Ihre Lieblingsbücher oder über Mode etc. unterhalten, dann kann Sie nie mitreden, weil Sie die Dinge schlicht nicht kennt und das was Sie kennt, das kennt keiner Ihrer Freunde. Ihre Helden, Ihre Träume laufen auf einer völlig anderen Ebene, da Sie in einem anderen Staat aufgewachsen ist so als würde sie von weit her stammen, so von Afrika oder vom Mars. Keine kennt Ihre Bräuche und Sie kennt die der anderen nicht.
Meisterhaft versucht Sie sich anzupassen aber schon bei der Bekleidung fällt immerwieder auf, dass Sie anders ist. Sie versucht sich wie ein Mäuschen zu verhalten Ihre Ausbildung in "einem fremden Land" zu machen ohne aufzufallen. Dabei ist Sie im eigenen Land nur eben "im Westen"
Sehr bezeichend fand ich auch, als Sie sagte, dass Sie mit Ihren Eltern einen "Nicht Angriffs Pakt geschlossen" habe. Diese Situation ist so treffend und beschreibt den Konflikt der Generationen, die sich eigentlich jede Menge vorzuwerfen hätten es aber nicht tun, da Sie es leid sind und Vorwürfen auch Nichts ändern würde. Es ist Geschichte!! Uns man muß eben nach vorn schauen um weiter zu gehen.
Jana Hänsel hat sich 10 Jahre nach dem Mauerfall auf die Suche gemacht nach Ihrer Kindheit. Sie ist 10 Jahre nach Ihrem Weggang nach Westdeutschland wieder zurück gekommen in Ihre Heimatstadt und musste feststellen, dass es Nichts mehr gibt was auch nur annähernd Erinnerungen hervorruft. Es gibt Nichts, was Sie eigentlich "Heimat" nennen kann, da es alles weggebaggert und mit schönen Reklameschildern überklebt wurde. Alles ist anders. Das Gefühl von Heimat und der Ort an dem sie aufgewachsen ist, den gibt es nur in Ihren Träumen.
Jana Hänsel hat ein unglaublich treffendes Bild einer Generation von entwurzelten geschaffen, die sicher nicht weniger im Leben stehen als andere aber für die es eben keinen Ort mehr gibt an den Sie zu Ihrer Kindheit zurück gehen können.
Im Rückblick ist auch in meinen Erinnerungen die DDR nur noch ein Märchen und obwohl ich es nicht wollte hat mich dieses Buch wahnsinnig berührt.
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