Allgemeines über die Veränderungen beim AMS
13.05.2001
Pro:
wird immer Fortschrittlicher, NAP zeit erste Erfolge
Kontra:
immer noch zu träge Strukturen
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Navigation / Übersichtlichkeit:
Informationsgehalt
Aktualität der Website:
Nutzwert der angebotenen Leistung:
Zahl der angebotenen Jobs:
 Neubacher
Über sich:
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Mein Bericht bezieht sich mehr allgemein auf die arbeitsmarktpolitischen Hintergründe des AMS als auf die Internetseite. In Österreich ist die Dynamik am Arbeitsmarkt sehr groß. Als Stellenandrangsziffer, dass bedeutet wie viele Personen auf eine freie Stelle gerechnet werden müssen, wurde im Jahr 1997 zwölf angegeben, welche im internationalen Vergleich als sehr gering einzustufen ist. Außerdem wird im Laufe eines Jahres jedes dritte Dienstverhältnis neu gegründet. Dies betrifft circa ein Drittel der vormals arbeitslosen Personen. Auf der anderen Seite wird jeder siebente werbstätige einmal im Jahr arbeitslos. Ein weiteres Beispiel für die Dynamik ist die Tatsache, dass zwar die neuzugänge in -, aber auch die Auflösung von selbstständigen Beschäftigungsverhältnissen, und somit auch die Chance arbeitslos zu werden, ist angestiegen, was sich jedoch in etwa die Waage hält (Quelle: Der NAP ist da - Wo bleiben die Jobs? 1998). Es ist natürlich bei all diesen Maßnahmen und geplanten Strategien, um die Situation zu verbessern, die Entwicklung am Arbeitsmarkt nicht aus den Augen zu lassen. Die Entwicklung, die der Arbeitsmarkt in den letzten Jahrzehnten gemacht hat lässt auf eine immer rapider und rasanter werdende Entwicklung schließen, die in den nächsten Jahren auf den Arbeitsmarkt zukommen wird. Diese Entwicklung ist auf die unzähligen neuen Umstände zurückzuführen, die auf die Wirtschaft einwirken. Angefangen bei den ständig neu entwickelnden Technologien, über die Globalisierung, führt dies zu Arbeits- und Betriebszeiten-, und –orten, die beliebig zu entkoppeln sind. Bezogen auf die Arbeitsmarktpolitik bedeutet dies eine drastische Umstellung was die Anforderungen betrifft. Der Strukturwandel am Arbeitsmarkt ist nicht aufzuhalten, deshalb liegt es an den Verantwortlichen die Maßnahmen an die aktuelle Situation anzupassen, und auch etwas Feingefühl bei den Prognosen zu beweisen um auf Eventualitäten vorbereitet zu sein. Dahin gehend besteht die Meinung, man solle das staatliche Management der Arbeitsmarktpolitik überdenken, da man nicht die nötig Flexibilität aufbringen könne (David Brenner, Österreichische Arbeitsmarktpolitik, S. 135). Dieses Argument ist meiner Ansicht nach nicht korrekt, denn in der österreichischen Arbeitsmarktpolitik wird, wie auch im NAP (Nationaler Aktionsplan)und vom AMS bestätigt, sehr viel wert auf Eigeninitiative gelegt, und es werden den einzelnen Landesstellen des AMS sehr viele Freiheiten eingeräumt. Die Effizienz der Vermittlung ist nur theoretisch zu maximieren. In der Praxis ist man gezwungen die Vermittlungsquote in kleinen Stücken zu steigern. Es gibt auch verschiedene Bereiche, in denen ständiges Arbeiten und laufende Veränderungen bzw. Verbesserungen verlangt werden. Der NAP ist auf diesem Gebiet schon sehr fortschrittlich einzustufen, denn er berücksichtigt die wichtigsten Themen, die die Arbeitsmarktpolitik betreffen, läst jedoch den Bereich der beschäftigungsfördernden Konjunkturpolitik nahezu unberührt. In diesem Bereich ist es für Österreich nicht möglich sich selbst zu helfen, denn es ist nicht fähig, die Konjunktur allein zu beleben, sondern es ist auf die Hilfe von anderen Staaten angewiesen (besonders EU). Es wäre dabei die Zusammenarbeit mit internationalen Wirtschaftskräften notwendig. Dies sollte zum beiderseitigen Nutzen sein und die Arbeitslosigkeitsquote senken. Es ist daraus klar zu sehen, dass Arbeitslosigkeit keine rein nationalstaatliche Angelegenheit ist, anders als die Arbeitsmarktpolitik. Bisher bestand die Gefahr der Einschränkung, der einzelnen Länder, in ihren arbeitsmarktpolitischen Bestrebungen. Die EU bewegte sich mit ihren Richtlinien nach dem ESSEN-Prozeß in die falsche Richtung, denn man wollte die einzelnen Nationalstaaten in vorgegebene Richtlinien und Pläne zwängen. Sinnvoll hingegen wäre jedoch ein Mittelweg, welcher zwar eine gemeinsame Zielsetzung, im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit hat, aber die beschäftigungspolitischen Maßnahmen nicht zu detailliert ausformuliert, und die Mittel zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit den einzelnen Staaten überlässt. Konjunkturbelebung allein ist jedoch nicht fähig die Arbeitslosigkeit, und damit auch die Langzeitarbeitslosigkeit drastisch zu senken. Eine Theorie um mehr Arbeitsplätze zu schaffen ist die Verkürzung der Arbeitszeit. Trotz der hohen Arbeitsproduktivität liegt Österreich mit etwa 40 Stunden m europäischen Spitzenfeld (im Vergl.: Dänemark - 37 WoStd) Pro Jahr sinkt die durchschnittliche Arbeitszeit bei Männern um circa 0,2% – 1%, was jedoch bewiesenermaßen zu keiner Auswirkung auf die Beschäftigung führt, denn dies ist erst bei Verkürzungen in größeren Schüben der Fall. 1998 hatten in Österreich noch 60% eine Arbeitszeit von 40 und mehr Stunden pro Woche. Es gibt viele Kritikpunkte wie weniger Verdienst, Verlust der Vorteile einer Vollzeitbeschäftigung und geringer Wirtschaftskraft.
Diesen Punkten kann man verschiedene Theorieansätze entgegenstellen. - Man könnte den Arbeitnehmern statt fünf Wochen Urlaub die Wahlmöglichkeiten von Bildungskarenz, Freistellung oder Teilzeitarbeit mit Rückkehrrecht zur Vollzeitarbeit anbieten. - Dem drohenden Lohnverlust könnte man mit Hilfe von Umschichtungen und gleichmäßigerer Lohnverteilung, natürlich mit Zustimmung der Besserverdiener, entgegenwirken. Drängt sich natürlich die Frage auf, mit welchen Lockmitteln man die Besserverdiener zum Einverständnis bringen will. - Geringere Arbeitszeit ist laut Statistik nicht gleichbedeutend mit geringerer Wirtschaftskraft. So vergleiche man Großbritannien (40 Std/Wo – 12.Platz bei BIP) und Dänemark (37 Std/Wo – 2. Platz bei BIP) so ist klar festzustellen, dass genau die gegenteilige Wirkung eintreten kann (Quelle:Der NAP ist da - Wo bleiben die Jobs? 1998). Weitere Argumente die für die Arbeitszeitverkürzung sprechen sind auch Umverteilung der Lohnarbeit unter der Bevölkerung und Ausgleich für die Steigerung der Arbeitsintensität der letzten Jahre. Die Frage der Beschäftigungswirksamkeit ist auch positiv zu beantworten, denn laut der Studie von Gerhard Bosch ist kein einziges Beispiel zu finden, bei dem sich eine Arbeitszeitverkürzung negativ ausgewirkt hätte. Österreich wäre zur Zeit durchaus in einer wirtschaftlich günstigen Lage, sodass eine Arbeitszeitverkürzung keine Nachteile im internationalen Wettbewerb mit sich bringen würde. Auf Seiten des AMS sind natürlich auch Verbesserungen durchzuführen, denn wichtig ist vor allem die entsprechende Qualifikation der Betreuer. Unzureichende Ausbildung und Fähigkeit des Verständnisses wird die Zusammenarbeit erschwert. Leider ist es in Österreich noch allzu oft der Fall, dass man das Gefühl hat der Betreuer hat eigentlich gar kein Interesse mit dem „Kunden“ zu kooperieren und ihn mit Einsatz zu unterstützen. In dieser Hinsicht sind sicher noch Verbesserungen vorzunehmen. Weiter sollte man speziell im Bezug auf Langzeitarbeitslose, Maßnahmen entwickeln, die die Fähigkeiten des Langzeitarbeitslosen hinsichtlich und nach eingehender Prüfung der Situation am Arbeitsmarkt ausgebaut oder angepasst werden, damit die Vermittlung erleichtert wird.
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16.06.2001 17:23
Sehr informativ und ausführlich geschrieben.Viele Grüße gracia
15.05.2001 19:18
Stellenandrangsziffer - das Wort gefällt mir...! Guter Bericht, aber das weisst Du eh, sonst hätt ich ja nicht mit sn bewertet. Grüsschen aus dem Land der durchgeknallten lila Kühe - macias, ganz in Lila
14.05.2001 16:16
Ich bin der Nachschub am Arbeitsmarkt!!!