Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Gute Angebote, Tolle Partner |
| Kontra: |
unseriös, dreist |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
|
Ich hoffe, dass meine folgenden Erfahrungen mit der Aktiengesellschaft ASCENT zumindest einigen Menschen bei Entscheidungen bezüglich dieser Firma helfen können .
*Kontaktaufnahme zum Auserwählten:
Die ASCENT Aktiengesellschaft kontaktierte mich über die Agentur für Arbeit. Da mein Lebenslauf auf der Website des "Arbeitsamtes" -mit Ausschluss meiner persönlichen Daten- für eventuell zukünftige Arbeitgeber einsehbar ist wurde dies von ASCENT genutzt. Die Agentur für Arbeit schickte -wie üblich- eine Benachrichtigung eines interessierten Arbeitgebers an meine Adresse.
Nun, dies ist bis hierhin nichts ungewöhnliches. Bei entgegenkommendem Interesse an der Berufsbeschreibung und der sich vorstellenden Firma meldet man sich bei angegebener Kontaktperson per E-mail, Telefon oder schickt umgehend eine ausführliche Bewerbung mit sämtlichen Unterlagen.
Was ich an dieser Stelle bemängeln muss : Weder die Firma noch eine -auch nur klein ausfallende- Berufsbeschreibung wurden in dem Brief erwähnt. Man tappt also schon hier im Dunkeln.
Die zweite Art der Kontaktaufnahme zu "neuen Kunden" wird über Mundpropaganda vollzogen. Dies erklärt sich allerdings in den nächsten Punkten von ganz alleine.
**Erster persönlicher Kontakt zu ASCENT:
Ich meldete mich natürlich schnellstens bei angegebener Kontaktperson des Schreibens. Bei einem kurzen Telefonat wurde darüber gesprochen, dass es angeblich eine freie Stelle gäbe (Beruf oder Aufgabenbereich wurden natürlich nicht genannt) für die ich durchaus geeignet wäre. Es wird rege Begeisterung über den Online-Lebenslauf und zugehörige Referenzen geäussert.
Ich bin begeistert, dass bei ermüdenter und fortwährender Jobsuche jemand wirkliche Begeisterung zu zeigen scheint.
Da das Gespräch nur knappe 3 Minuten fasste wird von seitens ASCENT nur wenig Information übermittelt, Fragen (aus Zeitmangel) schon gleich garnicht beantwortet. Von beiden Seiten wird eine positive Stimmung verbreitet. Einer freut sich über des anderen Offenheit, der andere über eine mögliche Beschäftigung. Kurz und knapp wird ein Vorstellungstermin / Informationsabend angesprochen bei dem man vollständige Bewerbungsunterlagen zur Hand haben solle. Ort, Zeitpunkt und Räumlichkeiten werden mitgeteilt. Auch, dass man sich im Vorraum des Gebäudes trifft wird verabredet - somit wäre schonmal dafür gesorgt, dass sich der "Bewerber" gut aufgehoben und betreut fühlt.
***Das Treffen mit dem "Arbeitgeber"
In meinem Fall fand das Treffen in einer zentral gelegenen Gaststätte gehobener Klasse (Residenzgaststätte, Würzburg) statt. Ich wartete im Foyer auf meinen "Vermittler". Eine sympathisch wirkende ältere Dame kam auf uns (Ich tauchte mit Tante, Cousine & zugehörigem Ehegatten auf) zu. Ich ging mit gutem Grund nicht alleine zu diesem Termin. Es erschien mir ein wenig suspekt wie das Telefongespräch verlief - zudem sind meine Cousine und deren Ehegatte ebenfalls auf Jobsuche. Somit erlaubte ich mir eben einfach die Einladung an mich auch auf meine Mitbringsel zu übertragen.
Die Dame jedoch war ein wenig überfordert und wusste erst nicht so recht wie sie damit umgehen soll. Schließlich erwartete sie die 20-jährige vom Telefonat, nicht etwa deren Familienanhang. Nach ein paar komischen Blicken teilte sie uns mit: "Also ihre Cousine kann noch mit rein, deren Mann und ihre Tante müssten sich derweil wohl im Restaurant die Zeit totschlagen....(kurzer seufzer-darauf folgt ein Grinsen) ... ausser natürlich (Sprechpause-sie wirkt nachdenklich) ... ja ausser die beiden würden die regulären 8€ Gebühr bezahlen. Keine Angst - es lohnt sich! Ich darf leider nur Bewerber für die offene Stelle kostenlos mit hinein nehmen - tut mir ausserordentlich leid."
Natürlich kamen hier die ersten großen Zweifel auf. Ein Vorstellungsgespräch / Informationsabend für Bewerber bei dem "Gäste" Eintritt bezahlen müssen? Man blickte sich Fragend an und war natürlich nicht bereit auch nur diese läppischen 8€ zu bezahlen. Schließlich ging man als Unterstützung mit, als kritische Bezugsperson...um zu verhindern, dass geliebte Menschen sich willkürlichen Angeboten verpflichten.
****Anmeldung für den Informationsabend
Nun, es wurde eine Art Kompromiss geschlossen. Die zwei extra Gäste wurden mit hinein gebeten unter vorbehalt - falls es einem 8€ wert gewesen sei würde man dies doch auch bezahlen sollen. Es wurde eine Etage höher zum ausfüllen der "Anmeldeformulare" gebeten.
Man betritt die erste Etage und erkennt sofort einen unübersehbaren Banner der Firma ASCENT (die man bis hierhin ja noch nicht kennt). Ich und meine mitgebrachten Anhängsel fingen nun wirklich das Rätseln an was es hier wohl mit dieser Firma auf sich hätte - vorallem war auffällig, dass ich die jüngste "Bewerberin" war. Allgemeiner Altersdurchschnitt der Veranstaltung lag ca. bei 35 Jahren. Nun gut, dies hätte ja berechtigte Gründe haben können. Also wird erstmal nicht drüber geredet, man behält dies aber zur Sicherheit einmal im Hinterkopf bis man spätere Hinterfragungsmöglichkeit geboten bekommt.
*****Informationsgespräch Teil 1
Es wird vor dem Raum in dem die Gäste gleich Platz nehmen würden noch eine letzte Zigarette geraucht und ein kleines Schwätzchen mit dem / der Vermittler/in gehalten. Sind die Anmeldungen nun komplett ausgefüllt wird man freundlich in den Raum des Geschehens gebeten. Die Geladenen nehmen Platz und vor einer Leinwand steht ein dynamisch-sympathisch wirkender junger Mann. Er stellt sich vor und begrüßt freundlichst alle Anwesenden. Darauffolgend wird eine Powerpoint-Präsentation auf die Leinwand projeziert welche eine kleine optische Täuschung darstellt. Es werden 3 mal fünf Bananen-ähnliche Formen gezeigt. In der Mitte dieser Grafik ist mit etwas Mühe die Ziffer FÜNF zu erkennen die sich aus drei dieser Bananengebilde zusammensetzt. Da natürlich nicht alle diese Ziffer erkennen können wird sie kurz farbig unterlegt gezeigt damit sie auch jeder wahrnimmt. Hiermit soll laut Aussage des Sprechers dargestellt werden, dass man selbst bei langem Betrachten einer Sache nicht all ihre Inhalte und eventuellen Vorzüge sichtet. Meiner Meinung nach dient dies ganz simpel zur Öffnung der Zuhörbereitschaft. Schließlich soll hiermit gezeigt werden, dass jeder mal was übersieht - und ASCENT der ideale Freund und Helfer wäre in solchen Fällen.
Kurz und ganz einfach wird mit Hilfe von banalen Grafiken und knappen Wortspielen erklärt wie sich Banken und angeblich schlechte Finanzberatungs-dienstleister gegenüber dem Opfer "zahlender Kunde" verhalten. Es wird wie wild mit Zahlen jongliert und präsentiert wie schlecht, böse und dreist Bankinstitute und dergleichen wären. Es läuft darauf hinaus, dass ASCENT der einzig wahre Weg der Geldinvestition wäre. Ob für Rentenvorsorge, "das mehr oder minder schnelle Vermögen" oder diverse Geldanlagen in Investmentfonds.
******Kurze Pause nach dem 1. Teil
Nach exakt einer Stunde Leinwand-anstarren und informatives Gerede einprägen hat man 10 Minuten Zeit für einen Toilettengang, Zigarettenpause oder ähnliche Bedürfnisse. Auch wenn man hier schon mit dem Gedanken spielt diese Veranstaltung zu verlassen hat man nur eine geringe Chance wirklich zu entkommen. Kaum will man unter dem Vorwand "frische Luft" vor die Türe, schon ist der jeweilige Vermittler parat und fesselt einen mit kurzem-zackigem 10 minütigem Gespräch.
*******Informationsgespräch Teil 2
Da nun die glorreichen 10 Minuten für ein Gespräch mit dem/der Vermittler/in draufgingen wird man erneut freundlich gebeten Platz zu nehmen. Mit dem Gedanken ans Verschwinden setzten wir uns auf ein neues in die Räumlichkeit. Es wird hier nun 30 Minuten noch ein wenig mit Zahlen umhergeschmissen. Gut, viele der genannten Dinge treffen wohl wirklich zu und zeugen von guter Qualität - keine Frage! Allerdings sollte man hier bedenken, dass wohl kein einziger Finanz- oder Investmentfundexperte in diesem Rahmen anwesend wahr. Weder von Vermittler, noch von Bewerber-seite. Es werden eben offizielle (schöne, effiziente) Statistiken über eventuelle Investitionen in Fonds gezeigt.
Teilweise sogar mit -auf Fakten basierenden- Hochrechnungen die in Millionenhohen Gewinnen dargestellt werden. Bestes Beispiel: Der Investmentfond der Firma PIONEER -fond gegründet in 1928. Es wird in einem Balkendiagramm dargstellt welchen Gewinn (über 1.000.000€) man hätte haben können, falls man bereits 1928 mit einmaliger Investion von 2.500€ eingestiegen wäre. Nun, ich denke es ist offensichtlich, dass diese Darstellung sehr weit hergeholt wurde. Man bedenke, die durchschnittliche Lebenserwartung eines Deutschen liegt ca. bei 75 Jahren. Mal ganz abgesehen davon brauchen die wenigsten Menschen erst im Alter von 78 Jahren ein Geldpolster. Soviel hierzu.
********Ende des Abends
Die Präsentation hat ein Ende. Wenn auch dieser Teil erneut Fragen aufwirft die man sicherlich nicht an selbigem Abend beantwortet bekommt. Zum feierlichen Abschluss des positiv übermittelden Gesprächs bekommt man von seiner zuständigen ASCENT-Vertretung ein Klemmbrett mit einem Fragebogen. Es wird gebeten Name, Anschrift, Telefonnummer, E-mail Adresse und sonstiges an zu geben. Rückt man den Blick ein paar Zeilen tiefer erfasst man ein "Bewertungsfeld" bezüglich des Abends.
"Fühlen sie sich gut über Investementfonds informiert?
[ ] ja - [ ] nein (bitte zutreffendes ankreuzen):"
Des weiteren wird über diverse Themenbereiche der Finanz- und Investementwelt um Beurteilung, nachträgliche Informationsanforderung gebeten. Es lässt sich in der unteren linken Ecke des Blattes erkennen, dass Linien mit den Zahlen 1-5 gekennzeichnet sind und exakt für jeweils einen Vor- und Zunamen ausgelegt sind. Zuletzt trägt man ein, welcher ASCENT-Mitarbeiter zu dem Abend geladen hat.
Auf der Rückseite befindet sich ein weiterer Fragebogen, der ein wenig anders aufgebaut ist. Hier wird das abstimmen durch zum Ankreuzkästchen passende Smileys erleichtert. Für sehr gut, gut , zufriedenstellend und ungenügend sind jeweilige Grinsegesichter zu sehen.
Diese 2. Bewertung sollten wir allerdings komischer weise garnicht mehr ausfüllen. Unsere Ansprechpartnerin stand schon nervös hinter unseren Stühlen und wartete nur auf Fertigstellung der Beurteilungen. Als wir die 2. Seite ansahen wurde uns hektisch mitgeteilt : "Das müssen sie nicht ausfüllen, die erste Seite genügt vollkommen. Das mit den 5 Personen machen wir beim privaten Gespräch aus - können sie in diesem Schreiben auch erst mal weglassen. Alles gar kein Problem." Darauf hin sagte ich: "Nun, OK. Wenn das ausreicht - Bitteschön. Eine Frage allerdings noch. Was hat es mit den 5 Personen auf sich?"
Ihre Antwort lautete: "Ja, äh...die 5 Namen? Lassen sie uns das alles morgen besprechen! Es ist bereits 22 Uhr und sie müssen ja ihren Zug nach Hause noch bekommen. Wann soll ich denn morgen bei Ihnen antreffen? Wäre 10:00Uhr in Ordnung? Ich hätte da nämlich in ihrer Nähe einen Termin um 9:00Uhr..." Wir sahen uns verdutzt an. Schließlich war es bereits 22 Uhr. Der entsprechende Zug Richtung Heimat würde 22:55Uhr fahren, Ankunftszeit würde 23:30 Uhr sein. Und nun will diese Frau nicht mal einen halben Tag später wieder auf der Matte stehen und noch mehr informatives Gesäusel von sich geben.
*********Das private Treffen
Wir stimmten zu, da wir dachten unsere Zweifel würden dann aufgehoben werden und jegliche unseriösität könne sich verflüchtigen. Kurz nach 10:00 Uhr waren wir wieder an einem Tisch versammelt. Alle ein wenig überfordert dank des unverarbeiteten Wissens des Vorabends und übermüdet dank der viel zu kurzen Nacht.
Meine Tante stellte eine unangenehme Frage nach der Anderen. Die noch zuvor zuversichtliche, nette Dame wurde auf einmal laut, unverschämt und kam nicht so recht mit der Konfrontation der nachhackenden Fragen zurecht. Ein ewiges Hin und Her der beiden Damen lies mir und meiner Cousine (den eigentlichen "Bewerbern") die Stimme verschlagen. Es artete in ein Gefecht der gleichaltrigen, lebenserfahrenen Damen aus.
Das einzig verwertbare an Antworten lies darauf schließen, dass wir Freunde, Bekannte und Familie zu solchen Wirschaftsinformations-Abenden mitbringen sollten unter einem anderen Vorwand. Es würde darum gebeten zunächst zu verschweigen aus welchem Grund oder zu welchem Thema sich es genau handle. Dies würde garantieren, dass man die Begeisterung der Geladenen für sich und das beworbene Produkt gewonnen hätte. Es wäre eine Totsichere Methode um Vertragsabschlüsse über die Bühne zu bekommen da ja nun wirklich jeder eines dieser "schlechten Sparkassen-Kontos" hätte. Es wurde noch beiläufig erwähnt welche "Schulungen" man machen kann/ darf /soll. Auch ganz toll sei die Aufstiegsmöglichkeit in der Firma. JEDER könne es nach oben an die Spitze schaffen und dazu noch einen Top-Verdienst auf dem Weg aufwärts erhalten.
**********Das Ergebnis
Fragen die seitens uns gestellt wurden konnten nicht befriedigend, nur spärlich erleutert, beantwortet werden. Es wurde zu einer Art "drum-herum-gerede" und nun war sich wirklich niemand mehr sicher, was dies alles sollte. Als die Skepsis in unseren Gesichtern immer unverkennbarer wurde kramte die Vermittlerin aufgeregt in ihrem Aktenkoffer umher. Sie ergriff ein Paar Hochglanz Hefte und Prospekte um uns zu zeigen welch namhaften Personen sich doch positiv und lobend über das Konzept der ASCENT äusserten.
Dies beeindruckte uns nun auch nicht mehr, schließlich kamen wir uns nun nicht mehr gut betreut oder wohlwollend informiert vor, sondern über den Tisch gezogen und verarscht. Nach 2-stündigem Diskutieren und vorlegen der negativen Berichte die das Internet über ASCENT zu bieten hatte, entzog sich die einst zugängliche nett wirkende Frau der Diskussion und verabschiedete sich mit den Worten :
"So die Damen, meine Visitenkarte haben sie ja bereits. Ich würde mich freuen wenn sie mir übermorgen am Vormittag noch telefonisch bescheid geben , ob sie nun Interesse hätten!" Wir bestätigten dass wir uns bezüglich unserer Entscheidung melden und schüttelten ihr anstandshalber die Hand.
FAZIT: ASCENT hat durchaus tolle Angebote und aussagekräftige, für sich selbst sprechende Möglichkeiten zur Investition. Jedoch muss man auch hier darauf aufmerksam machen, dass es nun mal keine Aktiengesellschaft gibt die das "einzig Wahre" ist. Es wird mit relativ hohen Verdiensten gelockt, wofür man allerdings Freunde und Bekannte auf die Liste setzen muss. Für mich ist das absolut keine Art der positiven, empfehlbaren Kundengewinnung. Es werden Freundschaften und Beziehungen aufs Spiel gesetzt weil die Gier nach dem leicht verdienten Geld größer ist als Verstand und Vernunft.
Wer bei ASCENT Investitionen durchführen möchte, der soll dies natürlich tun. Aber ich rate doch zu einem ausführlichen Vergleich mit anderen Unternehmen die eventuell ähnliche Dienstleistungen zu besseren Konditionen anbietet. Zudem gibt es viele der dort angebotenen Fondpackete und Investitionsmöglichkeiten auch bei Banken die eventuell ihr Vertrauen haben, bei Banken die ihnen Sicherheiten bieten können und die ihnen allemal seriös vorkommen.
Ich für meinen Teil kann die Methoden des Mitarbeiter- und Kundenfangs nicht gutheißen und stufe diese Machenschaften als hochgradig unseriös ein.
Es gibt sicherlich genügend Menschen die gute Erfahrungen mit diesem "Investmentspezialisten" gemacht haben. Aber wie überall im Leben hat alles eine Kehrseite und diese sollte -bei aller Liebe- nicht begraben werden.
Es würde mich freuen, wenn dieser Bericht meiner persönlichen, kürzlichst gemachten Erfahrungen ein paar Fragezeichen aus Ihren Köpfen radiert hat.
Ich möchte zuletzt noch erwähnen, dass dieser Bericht einzig und allein meine direkten, persönlichen Erfahrungen mit der ASCENT Aktiengesellschaft wiedergibt und sicher keine universelle Meinung über diese Firma darstellt. Da dies mein allererster Bericht auf dieser Seite ist, würde ich natürlich gerne Verbesserungsvorschläge und ähnliches entgegen nehmen.
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