Lebensgefährlicher Spielspaß
20.10.2004
Pro:
Spielspaß, günstig
Kontra:
u . U . Lebensgefahr, schlechte Verarbeitung
Empfehlenswert:
Nein
 JaninaL
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:3
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 38 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Eigentlich gibt es über das bisschen Plastik mit Fellüberzug und Glocke im Kern nicht viel zu erzählen, besonders nicht angesichts der schon bestehenden Berichte. Andererseits gibt es erschreckender Weise (schreibt man jetzt so, oder?) nur einen ciao-User, der darüber berichtet, wie gefährlich diese Viecher werden können. (http://www.ciao.de/biofit_Fellmaus_mit_Kurzhaar__Test_1618034) Ich habe drei Kater. Einer ist dick Freund mit jedem klassischen Katzenopfer aus der Tierwelt und reagierte auf die Fellmaus entsprechend mit neugierigem Hin- und Herschieben – das war’s. Die beiden anderen Kampfkater flippten hingegen förmlich aus: Kamika(t)ze vom Kratzbaum, Maus durch die Luft, gegen die Wand, quer über den Fußboden, doppelter Rittberger, Fellbüschel flogen durch die Luft. Goldig, gell? Goldig war es solange, bis sie im Kampf um die Maus mit Brummen, Fauchen und Drohjaulen anfingen. Diese Dinger fühlen sich derart echt an, dass (zumindest meine Kater) ihre „Beute“ verteidigen wie richtige Mäuse. Ich versuchte also, ihnen das Vieh wieder wegzunehmen – erfolglos. Sie waren inzwischen derart aggressiv, dass sie bei jeder Annäherung selbst mich attackierten. So schmiss ich statt dessen eine zweite Maus in den Ring. So beließen sie es immerhin nur noch beim Brummen und Schwanzwedeln.
Nach kurzer Zeit, vielleicht 45 Minuten, war die erste Maus dank der schlechten Verarbeitung bereits entschwanzt und skalpiert, die zweite so zerfledert, dass ich den Bestien eine Dritte vorwarf. Einige Stunden später passierte es dann: Der Älteste gab beängstigende hustenartige Würgelaute von sich. Erst dachte ich, er würde wie üblich nur einen Fellballen auswürgen, doch als ich seine Atemnot bemerkte, riss ich sein Maul auf und zog DEN HALBEN FELLBEZUG AUS SEINEM RACHEN. Was hätte ich wohl vorgefunden, wäre ich außer Haus oder nur einige Minuten im 2. Stock gewesen? Eine tote Katze. So einfach. Präventives Einsammeln der übrigen Mäuse(reste) war nicht möglich. Sie sind so klein, dass sie schnell hinter, zwischen und unter Möbeln verschwinden. Ein weiteres Manko. Und so fand ich am nächsten Tag nach kurzem Duschen einen vielsagenden Haufen Katzenkotze mit einer mir nicht ganz unbekannten GLOCKE. Eine zweite potentielle Katzenleiche also und somit das endgültige Urteil für die kurzweiligen Serienmördermäuse. Auf zooplus.de las ich in den Produkt-Bewertungen den Kommentar eines Herren, dessen Kater nicht so viel Glück hatte. Zitat: „Darmverschluß, Darmlähmung und Operation waren die Folge. 3 Wochen Leiden für das Tier und Arztrechnungen von deren Gegenwert ich hunderte solcher Mäuse kaufen könnte, um sie wegzuschmeißen. Und - noch ist der Kleine nicht über den Berg.“
Ein Fazit und das Abwägen von Pro:Kontra ist meines Erachtens überflüssig. Natürlich sind diese Fellmäuse ein riesen Spaß für Katzen, für die besonders „zügellosen“ Katzen, die ihr Spielzeug relativ schnell in ihre Bestandteile zerlegen, kann dieser Spaß jedoch schnell in Ernst umschlagen. (c) JaninaL
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12.02.2006 21:02
Wow! Danke für den Hinweis! Ich habe für meine Katzen auch diese Viecher gekauft! Allerdings sind sie nicht so kämpferisch veranlagt und alle Mäuse sind noch ganz. Meine Katzen denken nämlich das sie Hunde sind und bringen mir die Mäuse immer wieder, damit ich sie dann wieder wegschmeiße und sie hinterherjagen können. Ich werde jetzt ein besonderes Augenmerk auf die Robustheit dieser Mäuse legen!
22.10.2004 17:46
Sehr schöner Bericht, also mir gefällts ;-) *LOB* lg joen
20.10.2004 18:46
Zum Glück kann ich wegen meiner Hunde sowas meinem Kater nicht anbieten, weil die Hunde die Dinger sofort zunichte machen würden, was auch für sie Gefahr bedeutet. Aber daß selbst mein Kater in Gefahr ist hätte ich nicht vermutet. Danke für die Warnung! Gruß Verena