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Prämierter Erfahrungsbericht

Firstossi macht Karriere

5  02.04.2003 (15.07.2003)

Pro:
Sehr exklusiv, ausgezeichnet organisiert

Kontra:
sehr exklusiv

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Navigation / Übersichtlichkeit:

Informationsgehalt

Aktualität der Website:

Nutzwert der angebotenen Leistung:

Zahl der angebotenen Jobs:


firstossi

Über sich:

Mitglied seit:22.02.2003

Erfahrungsberichte:24

Vertrauende:8

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 127 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

**UPDATE 15.07.03 am Ende!**

Mit frischen Erinnerungen möchte ich heute über die CareerVenture berichten, die hier eigentlich unter Jobbörsen nicht ganz richtig eingeordnet ist. Bei der CareerVenture handelt es sich eher um eine Art Firmenkontaktmesse – aber auch nicht richtig. Hier die Einzelheiten:

----Das Konzept----
Wie schon gesagt handelt es sich bei der CareerVenture um eine Art Firmenkontaktmesse. Genauer könnte man vielleicht sagen, dass es sich um eine Recruitingmöglichkeit für die teilnehmenden Unternehmen handelt. CareerVentures werden für verschiedene Branchen angeboten. Mehr dazu unten. Um was genau es sich handelt, wird aber hoffentlich aus dem folgenden Bericht hervorgehen.

--Veranstalter--
Veranstaltet werden die CareerVentures von MSW&Partner GmbH, einem Personalberatungsunternehmen aus Darmstadt.

--Das Ziel--
Ziel einer CareerVenture ist es, dem teilnehmenden Unternehmen die Möglichkeit zu geben, sich geeigneten Bewerbern vorzustellen und diese in einem ersten persönlichen Gespräch vorzustellen. Den potenziellen Bewerbern wird dadurch natürlich andererseits die Möglichkeit gegeben, mögliche Arbeitgeber näher kennen zu lernen und nicht zu letzt den eigenen Wert für den Arbeitsmarkt zu überprüfen.

--Die Branchen--
Nach dem derzeitigen Stand der Internetseite (www.career-venture.de) werden Veranstaltungen für folgende Branchen angeboten: Jura, business&consulting, auditing&tax, finance, accounting and controlling sowie IT. Da ich mich nur bei Jura auskenne, kann ich über Sinnhaftigkeit der anderen Veranstaltungen ebenso wenig sagen, wie zu der Qualität der teilnehmenden Unternehmen.

--Die Zielgruppe--
Die Zielgruppen der Veranstaltungen richtet sich natürlich nach der betreffenden Branche und den Anforderungen der teilnehmenden Unternehmen. Grundsätzlich richten sich die Veranstaltungen an Leute, die kurz vor dem Berufseinstieg stehen oder einen Jobwechsel vorhaben. Falls der Rückschluss aus der Jura-Veranstaltung auf die anderen Branchen zulässig sein sollte, sind im Wesentlichen die neudeutsch sog. „High-Potentials“ angesprochen. Leute also, die die generellen Einstellungskriterien der teilnehmenden Unternehmen erfüllen. Bei meiner Veranstaltung schätze ich, dass ungefähr einhundert Interessenten ausgewählt worden sind. Wie viele Bewerbungen es gegeben hat, weiss ich leider nicht.

----Die Internetseite----
Der Vollständigkeit halber will ich einige kurze Bemerkungen zu der Internetseite machen. Sie ist im wesentlichen in drei Bereiche unterteilt, in einem linken Frame finden sich die Links zu den Informationen über die CareerVentures im Allgemeinen, im rechten Frame können die vergangenen und zukünftigen Veranstaltungen angesteuert werden. In der Mitte schließlich finden sich dann immer die jeweiligen Informationen. Die Internetseite ist stets aktuell, in kleinen Details manchmal aber etwas widersprüchlich, da man aber von MSW&Partner vorbildlich während des ganzen Prozesses betreut wird, fällt dieser kleine Mangel nicht ins Gewicht. Das Internetangebot ist sehr umfangreich, weshalb es eine Weile dauert, bis man sich einen kompletten Überblick verschafft hat. Man erhält aber alle relevanten Informationen.

----Der Ablauf----
Eine CareerVenture läuft wie folgt ab: Der interessierte Bewerber stellt MSW&Partner seinen Lebenslauf zur Verfügung. Dies kann er entweder online machen oder er schickt einen Lebenslauf an den Veranstalter, der ihn dann eingibt und man muss diese Eingaben nur noch überprüfen und gegebenenfalls ergänzen. Ich habe die Online-Eingabe gewählt, bei der man durch zahlreiche Masken geführt wird und am Ende einen absolut vollständigen Lebenslauf von sich erhält. Nach meinem Eindruck werden lückenlos sämtliche relevanten Informationen abgefragt, weshalb sich die Eingabe in die Länge zieht. Da man aber zu beginn einen Login-Namen und ein Passwort festlegt, kann man die Daten bis zu einem bestimmten Stichtag eingeben, ändern und ergänzen. Kurz vor Ablauf dieses Stichtages wird man vom Veranstalter noch einmal per e-Mail erinnert, seine Daten zu überprüfen. Außerdem muss ein Bewerbungsphoto entweder digital oder postalisch zur Verfügung gestellt werden.
Wichtig für Leute, die sich aus einem Job heraus bewerben ist die Möglichkeit, einzelne teilnehmende Unternehmen mit einem Sperrvermerk zu belegen. So wird die peinliche Situation vermieden, dass der eigene Arbeitgeber von anderer Seite erfährt, dass man sich einen neuen Job sucht.
Mit Ablauf des Stichtages bekommen die teilnehmenden Unternehmen die Lebensläufe zugesandt und suchen sich die Bewerber aus, mit denen sie persönliche Gespräche führen wollen. Diese wiederum werden dann zu einer zentralen Veranstaltung in einem Luxushotel eingeladen, bekommen die Fahrtkosten und bei längerer Anreise auch die Übernachtungskosten der vorhergehenden Nacht erstattet. Außerdem wird man aufgefordert, seine vollständigen Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf, Zeugnisse, Arbeitszeugnisse etc.) in der Anzahl der Gesprächstermine an den Veranstalter zu schicken, der sie dann an die Unternehmen weiterleitet.
Mit der Einladung erfährt man dann, welche Unternehmen ein Gespräch mit einem führen wollen und gegebenenfalls bei welchen Unternehmen man auf der Warteliste steht. Am Veranstaltungstag selber stehen dann bis zu sieben Termine zur Verfügung, um Gespräche zu führen. Es genügt aber die Einladung eines einzigen Unternehmens, um zu der Veranstaltung eingeladen zu werden. Manche der teilnehmenden Unternehmen präsentieren sich am Rande der Veranstaltung bzw. bieten auch wenn man von ihnen nicht eingeladen wurde, die Möglichkeit, sich in sog. „hospitality“-Zimmern über das Unternehmen zu informieren. Kern der Veranstaltung sind aber die Einzelinterviews, die je nach persönlicher Situation eine unverbindliche Information, ein erstes Kennenlernen oder auch den ersten Teil eines vollständigen und ernsthaften Bewerbungsverfahrens sein können. Entsprechend ernst nehmen die teilnehmenden Unternehmen diese Veranstaltung und entsprechend ernst sollte man sie selber auch nehmen.

----Die konkrete Veranstaltung: CareerVenture jura spring 2003----
Ich habe an der „CareerVenture jura spring 2003“ teilgenommen. Die Auswahl hierfür begann ungefähr im Januar (genau weiss ich es nicht mehr), die Veranstaltung selber fand am 31.03.2003 in Frankfurt im Hilton statt. Ich hatte schon zur Vorgängerveranstaltung begonnen, meine Daten einzugeben, dann aber das Interesse ebenso verloren, wie Passwort und Login vergessen. Ich habe also noch mal meine kompletten Daten eingegeben und dafür ungefähr zwei oder drei Stunden gebraucht. Wenn man einen fertigen Lebenslauf von sich zur Hand hat, geht es aber wahrscheinlich schneller. Mein Vorteil ist, das ich jetzt einen habe!

--Teilnehmende Kanzleien--
An der CareerVenture jura spring 2003 haben elf deutsche und internationale Top-Kanzleien teilgenommen, die auch Standorte in Deutschland haben. Aus dem Internet geht hervor, dass die Teilnehmerzahlen im Herbst etwas größer sind, aber auch so gehörten die elf Kanzleien zur absoluten Spitzenklasse internationaler Kanzleien. Wen die Namen der Kanzleien nicht interessieren, der sollte sich die folgende Aufzählung ersparen, der Vollständigkeit sei sie aber hier gebracht: Allen&Overy, Freshfields Bruckhaus Deringer, Gleiss Lutz, Hengeler&Mueller, Hölters&Elsing, Linklaters Oppenhoff&Rädler, Lovells, Nörr Stiefenhofer Lutz, Shearman&Sterling, Weil Gotshal&Manges und White & Case Feddersen.

--Kriterien--
Um Chancen auf eine Einladung zu haben, muss man zunächst formale Kriterien erfüllen, damit der eigene Lebenslauf überhaupt an die Kanzleien weitergeleitet wird. Um welche Kriterien es sich dabei handelt, kann ich nicht sagen, vermute aber aus Gesprächen, dass man die Examina, die man abgelegt hat, im Prädikatsbereich geschafft haben sollte (für alle Nicht-Juristen: das schaffen etwa 10-15% eines Jahrgangs, womit vielleicht auch einen Anhaltspunkt für andere Branchen hat). Was darüber hinaus noch erforderlich ist, kann ich nicht sagen. Auslandserfahrung, fließendes Englisch, Promotion oder ausländischer Studienabschluss schaden aber sicher nicht.

--Die Veranstaltung--
Die Veranstaltung selber läuft wie folgt ab: Bei weiter Anreise reist man am Vortag an und der Veranstalter hat einem ein Hotelzimmer reserviert (in meinem Fall immerhin ein Einzelzimmer im Hilton Frankfurt). Am Veranstaltungstag selber kann man ab neun Uhr „einchecken“. Man erhält dann neben einem Namensschild eine dicke Mappe mit Unterlagen, die neben einer Broschüre mit Kurzdarstellungen der teilnehmenden Unternehmen auch den Interview-Zeitplan enthält. Die Interviewtermine beginnen um Zehn und dauern jeweils 45 Minuten. Mit einer 15 minütigen Pause anschließend. Es gibt anderthalb Stunden Mittagspause mit ausgezeichnetem Buffet und eine Kaffeepause von 30 Minuten. Der letzte Interviewtermin endet um 18.30.
Bei jedem Interviewtermin trifft man einen Vertreter der jeweiligen Kanzlei, mit dem man sich in einem Zimmer unterhalten kann (bei weiblichen Bewerbern bleibt übrigens interessanterweise die Zimmertür generell offen!). Dabei sind die Gespräche (in der Regel) entspannt und angenehm und man merkt, dass die Kanzleien mindest so viel von einem wollen, wie an selber von ihnen. Der Gesprächspartner erzählt einem von sich, seiner Kanzlei, stellt Fragen zur eigenen Person, zu Vorstellungen und Zukunftsplänen und gibt die Gelegenheit zu Fragen. Von meinen vier Gesprächen waren drei ausgesprochen nett und interessant, nur eines erwies sich als sehr schwerfällig, das habe ich dann nach zwanzig Minuten beendet. Die anderen haben die Zeit voll ausgeschöpft oder sogar etwas überzogen.

--Das Ergebnis--
Welches Ergebnis am Ende steht, bleibt der Initiative von jedem Teilnehmer überlassen. Von unverbindlicher Information bis hin zu Vertragsangeboten im Einzelfall ist alles möglich. Jedenfalls füllen die Gesprächspartner umfassende Feedback-Bögen für ihre Kanzlei aus, so dass man sich schon bemühen sollte, einen vernünftigen Eindruck zu hinterlassen, wenn man sich bei der betreffenden Kanzlei später mal bewerben möchte.

----Fazit----
Die Veranstaltung wird ihren Ansprüchen: „Engagiert, Innovativ, Exklusiv, Effizient“ in jeder Hinsicht gerecht. Die teilnehmenden Unternehmen gehören der absoluten Spitzenklasse an, die Anforderungen an die Bewerber sind hoch, die Veranstaltung selber ebenso wie der Vorlauf ist extrem gründlich und professionell organisiert. Man wird von Anfang bis Ende vom Veranstalter sehr eng betreut und der Kontakt zu den Unternehmen ist deutlich verbindlicher als bei normalen Job-Messen. Wird man zur CareerVenture eingeladen, kann man davon ausgehen, die formalen Anforderungen der betreffenden Branche zu erfüllen und auch bei einzelnen Bewerbungen Aussicht auf Einladungen zu Bewerbungsgesprächen zu haben. Ich kann jedem, der einmal seinen „Marktwert“ testen will nur empfehlen, an einer CareerVenture teilzunehmen. Allerdings darf man sich nicht entmutigen lassen, wenn man nicht eingeladen wird. Ohnehin ist es ja höchst umstritten, ob es sich bei internationalen Großkanzleien um Ausbeuter oder attraktive Arbeitgeber handelt. Ich selber schwanke da auch nach der Veranstaltung noch. Ich habe jetzt aber auf jeden Fall eine breitere Informationsbasis und bin sicher, dass es wichtig ist, sich die einzelnen Läden ganz genau anzuschauen. Ich hoffe, ich habe jetzt alles Wesentliche erwähnt, wenn jemand mehr Informationen wünscht, werde ich sie gerne ergänzen.

**UPDATE 15.07.03**
Manche interessiert vielleicht, was am Ende tatsächlich bei der ganzen Aktion herausgekommen ist: Bei mir ist es mittlerweile zu einem konkreten Angebot für die Anwaltsstation im Referendariat gekommen, bei zwei weiteren Kanzleien kann ich mich melden, wenn ich konkret den Termin meines Referendariatsbeginns kenne. Von einem anderen Teilnehmer weiss ich, dass er ein konkretes Angebot für Nebentätigkeit und Anwaltsstation bekommen hat.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
mck1

mck1

19.01.2004 19:24

Anwalt! War ja klar, bei der Besserwisserei konnte es ja nur Lehrer oder Anwalt sein. ;-) Ciao Marco

King_Bavaria

King_Bavaria

19.01.2004 19:21

ein echter dia bericht. gruß King_B

Rot-Tigerchen

Rot-Tigerchen

19.10.2003 10:18

verdienter Diamant!!! und wie schauts heute so aus? Gibt es etwas neues?

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