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ANFANG DER PLEITEWELLE?

3  13.06.2001 (26.06.2001)

Pro:
Idee

Kontra:
Umsetzung

Empfehlenswert: Nein 

Details:

Navigation / Übersichtlichkeit:

Informationsgehalt

Aktualität der Website:

Höhe des Verdienstes:

Wahrscheinlichkeit der Auszahlung:


Manuel

Über sich: (18.01.2010) Keine Sorge, es gibt mich immer noch :-)

Mitglied seit:15.06.2000

Erfahrungsberichte:204

Vertrauende:91

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 112 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Jaja, Geld verdienen im Internet... mühsam verdient man sich mit einigen Pfennigen seine erste Millionen zusammen, wenn man nur Geduld hat. Mittlerweile lässt man sich ja alles bezahlen: fürs Versenden von E-Mails, für SMS per Internet, nebebei laufen bei mir auch noch bezahlte Bildschirmschoner und so weiter und so fort. Der Preis dafür: Werbung ohne Ende, die einen mehr oder weniger interessiert. Und wer es nicht scheut, auf seinem Bildschirm permanent einen Werbebanner zu sehen, ist bei Cash-Machine bestens aufgehoben – beziehungsweise war es....

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*** Die schöne Theorie ***
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Das Programm
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Nun, zuallererst: was ist Cash-Machine.de überhaupt? Das Unternehmen CyberProfit bietet auf der Webseite www.cash-machine.de einen kostenlosen Download an, der nach erfolgreicher und unkomplizierter Installation am oberen Bildschirmrand einen relativ kleinen (ca. 4-5 cm) Werbebanner einblendet. Durch das Klicken und Surfen des Users im Internet „merkt“ sich das Programm die Interessen des Users und bietet dementsprechend maßgeschneiderte Werbung an. Da ich z.B. öfters mal auf Wirtschaftsseiten surfe, kamen auch prompt Anzeigen für die Wirtschaftswoche.
Ist man viel im Internet unterwegs, d.h. ruft man viele Seiten auf, klickt und macht und tut, leuchtet ein kleines grünes Lämpchen, das einem sagen will, dass man auch gerade sehr brav unterwegs ist und dafür auch eine Belohnung verdient. Hängt man dagegen etwas träge auf seinem Bürostuhl und lässt fünf gerade sein, schaltet die Lampe auf Rot um und signalisiert, dass es für Faulheit keinen Pfennig gibt.
In weiterentwickelten Versionen gibt es nun auch die Möglichkeit, direkt aus dieser Werbe-Leiste SMS und E-Mails zu verschicken, Einzukaufen und eine Web-Suche zu starten.

Die Bezahlung
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Anfangs wurden noch sagenhafte DM 1,10 pro Stunde versprochen. Wenn man bedenkt, dass man ohne Flatrate für rund DM 0,02 pro Minute, also rund DM 1,20 pro Stunde surft, ist es wirklich ein verlockendes Angebot. Und da dies immer mehr Menschen erkannten, gab es bei der Anmeldung eine regelrechte Warteschlange. Ich hatte mich z.B. im November 2000 angemeldet, bis ich schließlich im Februar 2001 eine Einladung bekam, mir nun die Software runterzuladen.
In den letzten Wochen wurde das Vergütungssystem geändert: es wurde nur noch 70 Prozent der erzielten Werbeeinnahmen von CyberProfit wieder an die User ausbezahlt, wobei sich die Gesamtsumme der Auszahlung somit monatlich änderte. Dass dies natürlich keine DM 1,10 mehr waren, kann man sich vorstellen. Ich weiß es nicht mehr genau, aber ich glaube es bewegte sich im Rahmen von DM 0,20 – DM 0,30 pro gesurfter Stunde. ** Fakeschutz (c) 2001 by User Manuel **

Die Anwendung
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Also, dachte ich mir, mach den Spaß mal mit, und installiere das Programm. Anfangs klappte auch alles wie geschmiert. Ich öffnete meine Internet-Verbindung, und neben dem Explorer öffnete sich auch der Werbebanner. Durch das ein oder andere Update begann das Programm jedoch recht wackelig zu werden. Entweder es startete, zeigte mir aber keine Werbebanner-Leiste an, oder es starte nicht und dachte auch gar nicht daran, sich zu öffne, im Gegenteil, es weigerte sich geradezu manuell angeklickt zu werden. Also gut, dachte ich, dann lasse ich es eben. Zumal es mir wertvolle Systemressourcen raubte, denn wenn ich ins Internet gehe, wird automatisch mein Outlook-Express gestartet, Bildschirmschoner werden aktualisiert, Explorer-Fenster öffnen sich, und der Virenscanner meldet sich auch noch zu Wort... Also ein ziemliches Spektakel, da blieb dann doch kein Platz mehr für ein wackeliges Programm a la Cash-Machine.


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*** Die traurige Realität ***
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Die Flüsterschätzungen, vor allem hier bei Ciao, gab es schon lange, und gestern war es dann soweit: eine E-Mail von CyberProfit mit der Ankündigung eines Insolvenzverfahrens, zu deutsch: die Firma ist pleite...
Stolze DM 700.000 fehlen in den Kassen, die trotz des geänderten Auszahlungsmodus und der Entlassung eines Großteils der Mitarbeiter nicht gestopft werden konnten. Der Betrieb von Cash-Machine läuft zwar weiter, allerdings ohne Bezahlung. Auch wenn die Firma darum bittet, weiter die Werbebanner anzuschauen, ist es für den User am heimischen PC recht witzlos.
Sehr ärgerlich ist vor allem für langzeitige Mitarbeiter, dass durch das Insolvenzverfahren ausstehende Zahlungen jeglicher Art vorerst gestoppt sind – und somit auch die Auszahlungen für ersurfte Beträge. Immerhin lag der Mindestauszahlungsbetrag bei DM 40.-, und das dauerte schon einige Zeit, bis dieser betrag erreicht wurde. Also wird nun der Großteil der Kunden in die Röhre schauen, denn die wohl knapp vorhandenen Geldmittel werden wohl zuerst an Lieferanten, größeren Kunden etc. ausbezahlt, und der „kleine Surfer“ wird wohl nichts mehr von den letzten Kröten sehen.
Die Firma CyberProfit will zwar auch weiterhin alles tun, um das Unternehmen zu retten, aber wer wirft einem angeschlagenen Unternehmen denn noch mehr Geld in den Rachen?

Fazit:
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Die Goldgräberstimmung im Internet ist anscheinend wirklich vorbei. Das waren noch Zeiten, als es für stupides Anschauen von Werbebannern bares Geld gab, als es für das Schreiben einer Meinung bei Ciao noch DM 0,50 gab, und für eine Lesung 10 Pfennige...
Mittlerweile weht ein eisiger Wind durch die Reihen der Internet-Unternehmen, und ich vermute, dass dies nur der Anfang war. In einiger Zeit werden wohl noch weitere Unternehmen Pleite gehen, man beobachte nur mal einige Börsennachrichten und v.a. die Nachrichten über den Neuen Markt.
Meine mühsam ersurften DM 1,98 schenke ich zur Rettung der Firma, und habe somit meine gute Tat für heute vollbracht. Hoffen wir doch mal, dass wenigstens Ciao.com weiterhin Finanzmittel auftreiben kann....

Wer noch weitere Infos erhalten will weil er durch diesen Bericht aus allen Wolken gefallen ist und um sein sauer verdientes Geld bangt, kann sich unter dieser E-Mail-Adresse an die Firma wenden: info@cash-machine.de


In diesem Sinne © 2001 Manuel

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Whiteghost

Whiteghost

10.11.2005 17:38

Geldverdienen im Internet = Goldsuchen im Moor! Mit beidem hat man wenig bis keinen Erfolg, ich habe es anfangs auch versucht, aber ich gab es auf. - Das sah vielversprechend aus, die ursprüngliche Bezahlung, doch Insolvent sein und so wenig Geld ist schlecht. - Lg, Whiteghost

DiveNowWorkLater

DiveNowWorkLater

07.10.2004 19:06

Ich hab deinen Bericht zwar recht spät gelesen, aber das ändret ja nichts. Ist echt interresant und sehr informativ. Versuchst du es jetzt mit einem anderen Anbieter ? Gruß Michel

chile-dreamgirl

chile-dreamgirl

08.07.2001 23:21

Mein Vater hat immer gesagt, im Internet gibt es so viele Verbrecher oder ahnungslose Idioten. Das scheint hier auch der Fall zu sein, meinst du nicht auch.

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