Lungenentzündung ? Nicht zur Nachahmung empfohlen.
08.01.2004
Pro:
üüüberhaupt nix
Kontra:
alles ! ! ! !
Empfehlenswert:
Nein
 Briese
Über sich:
...bin IMMER in Urlaubsstimmung... Ihr auch ?? Liebe Grüße, Eure frische Bri(e)se
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Hallo liebe Ciao-Leserinnen und -Leser !! Ein gesundes Jahr 2004 wünsche ich erstmal.Am 13.01. des letzten Jahres hätte ich fast sprichwörtlich den "Löffel abgegeben" und da sich dieser Tag langsam jährt ist es für mich der richtige Zeitpunkt dieses üble Erlebnis nochmal zu verarbeiten, in mein Krankenhaustagebuch zu gucken und alles in einen schönen Bericht zu verpacken. Alles begann damit, daß sich im Dezember 2002 der Junior im Kindergarten mit Windpocken angesteckt hatte. Nicht weiter schlimm dachte ich, wird schon vorbei gehen. Ging auch alles relativ locker über die Bühne. Gute Medizin bekommen, alles bald wieder tutti paletti.Am 19.12.02 hing dann der Herr Gemahl "quer" im Sessel, hatte eine dermaßen üble Halsentzündung, wir dachten schon, er erstickt uns gleich... Aber DAS war ja noch nicht genug: Am Di., den 7.1.03 fing ICH an mit Gliederschmerzen, besonders im Rückenbereich. Habe wie wild angefangen zu schwitzen. Herrschafftszeiten, dagegen war ein Sauna-Besuch 'ne Lachnummer! Mittwoch und Donnerstag ging es immer noch nicht viel besser. Habe mich einfach im Bett aufgehalten und wahnsinnig viel getrunken. Mein Mann war schon wieder fleißig auf der Arbeit. Eine KiGa-Freundin fuhr den Junior immer hin und her.Mein Bewegungsradius beschränkte sich auf's Obergeschoß,immer hin und her zwischen Bett und Bad. Do., den 9.1.03 entdeckte ich auf meinem linken Unterarm einen roten, großen Punkt (DIE Narbe davon hab' ich noch heute !). "Oha, vielleicht geht's Dir ja so schlecht, weil Du jetzt die Windpocken hast??" Bin dann DOCH mal zum Doc gegangen, unter großen Schwierigkeiten, und deshalb auch hier im Dorf... Habe ja immer noch furchtbar viel geschwitzt. Tja, aber der Doc meinte, ob das nun WIRKLICH Windpocken wären, könnte man anhand dieses einen Punktes nicht sagen... ich möge doch am nächsten Tag nochmal reingucken.Erstaunlich was man alles schaffen kann, wenn's denn sein muß! Triefend vor Schweißnässe schleppte ich mich am Freitag erneut zum Doc. Hatte sooo viele Klamotten an (draußen war alles gefroren!!), alles war -bis ich endlich an die Reihe kam- patschnaß, sogar der Stuhl auf dem ich saß, igitt! Da ich über Nacht zum Streuselkuchen mutiert war, konnte nun klar diagnostiziert werden: Ich habe Windpocken. Ach was! Auf meine Frage, was es denn mit diesem wahnsinnigen Schwitzen auf sich hätte, wurde mir nur mitgeteilt, daß ich wohl zusätzlich noch einen Infekt hätte und solle fein Aspirin nehmen. Tja, damit wieder ab ins Bett.Gatte Jörg war schon völlig genervt: "....das kann doch nicht angehen, die müssen doch was feststellen..ich bring' Dich ins Krankenhaus!!" Aber was soll ICH denn im Krankenhaus, ich blühe halt wunderhübsch und schwitze mich aus, haut MICH doch nicht um... (denkste!). Sa. 11.1. und So. 12.1.03 brachte ich noch gerade so hinter mich, aber in der Nacht von So auf Mo, den 13.1. hatte ich einen SOLCHEN Husten bekommen, daß Jörg gleich morgens beim Notarzt anrief. Der empfahl per Telefon aber nur "Aspirin" und "das würde schon wieder werden...".Mir gings dann den ganzen Tag sooo schlecht, entweder war mir eiskalt, die Finger- und Fußspitzen waren schon weiß!!! Dann ging ich in die kochendheiße Badewanne (normal würde ich da nicht rein können...aber den Tag war's herrlich!). Anschließend war mir dann sooo heiß, daß ich NOCH mehr schwitzte und unter die Dusche mußte. Laufen konnte ich nicht mehr, kroch eigentlich nur noch im Bad herum und wußte nicht mehr so recht, wie mir geschah. - Lacht nicht, aber auf die Idee, bei mir mal Fieber zu messen, bin ich nicht gekommen... (Jörg auch nicht...). Rief dann den Arzt im Dorf an, ob der mal zu mir kommen könnte... aber nein, das würde nicht in den Plan passen, ich möchte am Nachmittag in die Praxis kommen. Würd' ich ja, aber wie ??? Rief dann Jörg nach Hause. Ich rutschte auf dem Po die Treppe nach unten, dort mußte ich erstmal einen Moment auf dem Boden liegen (Jörg war schon halb Wahnsinnig...) und brachte mich dann auf meine Bitte nicht, nicht gleich ins Krankenhaus zu fahren, erstmal zum Arzt unseres Vertrauens in Winsen. Im Auto selber kollabierte ich erstmal. Jörg wußte gar nicht, wie ihm geschah. Er parkte mit Warnblinker vor der Tür, schleifte mich in die Praxis und kaum stand ich dort auf der Matte hatte der Doktor schon eine Überweisung für's Krankenhaus in der Hand. Er horchte mich zwar nochmal ab (hätte das evtl. der Dorf-Doc auch machen sollen??), meinte aber gleich, er hätte mir das schon angesehen, daß ich eine akute Lungenentzündung hätte. Also ab dafür. (Übrigens habe ich weiterhin gelernt, daß man in so einem Fall NICHT selber fahren sollte, sondern lieber auf den Krankenwagen zurückgreifen !!)Ehe ich papp sagen konnte lag ich im Krankenhaus auf der Intensiv-Station, bekam diverse Schläuche angelegt und von 17-20h versuchte man mit 'zig Leuten, mich stabil zu bekommen. Es gab keinen Puls, keinen Druck, alles war kalt und mein Sauerstoffgehalt im Blut war auch unter aller Kanone. Am schlimmsten hab' ich davon in Erinnerung, daß man mir eine feste Sauerstoff-Maske aufsetzen wollte, die Mund UND Nase bedeckte und ich sofort Erstickungs-Angst bekam...Das Atmen ging ja eh schon so schwer!Dann erinnere ich mich noch an eine federleichte (aufgeblasene?) Decke mit warmer Luft, wie gesagt, es war alles kalt an mir...und daß ich eigentlich nur in Ruhe schlafen wollte... Erst um 1h morgens blieb ich allein, da war alles lebensbedrohliche (erstmal) ausgestanden. Am nächsten Morgen die Erklärung für alles: Ich hatte eine linksseitige Lungenentzündung. Dort hatte sich im Pleura-Spalt (das ist eine Stelle zwischen Lungen- und Rippenfell, die immer mit einem Hauch von Flüssigkeit gefüllt ist, damit sich die Lunge bewegen kann...hoffe, ich habe das richtig verstanden, angehende Docs mögen mir verzeihen...) ein Erguß gebildet (ein Sack mit viiiel zuviel Wasser), mit einer dicken Schwarte drumherum, die das Atmen eben unmöglich machte, denn dadurch war meine eine Lunge total zusammengedrückt. Außerdem bekam ich dadurch völlig unzureichend Sauerstoff ins Blut und das ja schon seit mehreren Tagen. Hätte ich mit dem Krankenhaus noch länger gezögert, hätte Jörg mich nicht endlich ins Auto gepackt, ich wäre einfach so EINGESCHLAFEN und nicht wieder aufgewacht... so schlecht ging es mir.Manno, wenn wir heute daran denken, kommen uns immer noch die Tränen. Ich wurde nach einigen Tagen von der Intensiv in ein Einzelzimmer gelegt (Quaratäne, wg. Windpocken). Die Ärzte gaben sich die Klinke in die Hand. Ich war wohl ein toller Fall für sie. Erwachsener mit Windpocken. Das Atmen fiel mir so schwer, daß ich mich weigerte, die 5 Schritte vom Bett zum WC ohne meinen Sauerstoff zu machen, die Leine reichte nicht bis zum WC... Also ging ich fortan auf den WC-Stuhl. Eigentlich entwürdigend, aber ab einem gewissen Punkt ist einem sowas total egal, ehrlich.Weiterhin war natürlich meine größte Sorge (nicht ich selber, neinnn!!), der Junior! Wohin mit ihm? Jörg mußte das alles organisieren und zum Glück klappte alles perfekt. Nun müßt Ihr dazu wissen, daß wir nicht mit "Scharen" von Opas/Omas gesegnet sind, die hier ums Eck' wohnen. Darum sprangen Eltern meiner Freundin ein, sowie die Nachbarn und KiGa-Freundinnen. Somit konnte ich mich beruhigt meiner Genesung widmen. Allerdings bescherte mir nach 2 Wochen die Verlegung von Winsen ins AK-Harburg erstmal unruhige Nächte. Man sprach immerzu davon, daß es schön wäre, wenn ich eine Drainage bekäme. WAAAAS ich soll wohlmöglich noch operiert werden???? Also ab mit dem Krankentransport nach Harburg. Und es war dort gar nicht schlimm, im Gegenteil. Dort bekam ich Sauerstoff mit langer Leine UND transportablen Sauerstoff... Ich konnte endlich mal wieder duschen! Heureka!! Und die OP brachte ja auch sehr viel Erleichterung (zwar auch wahnsinnige Schmerzen, aber wozu gibt's gute Medizin...)Doch um den Rest nun etwas kurz zu halten: 2 Wochen Winsen, 6 Wochen Harburg, dort 2 verschiedene Stationen. In der letzten wurde mir endlich die Drainage gelegt (2 Schläuche links seitlich rein, bis zur Lunge reichend), diverse Bronchoskopien gemacht (aber NICHT ohne Vollnarkose!!) und später war man dann total begeistert, denn meine Lunge hatte sich wieder VOLLKOMMEN entfaltet. Dank meiner artigen Mitarbeit (Treppen steigen, Flurspaziergänge, Atemtechnik) und meiner ständigen Eigenmotivation, mußte weder die ganze Lunge noch ein Teil entfernt werden. Es ist alles wieder von alleine geheilt, auch wenn es seeeehr lange gedauert hat. Ich bin am 10.3. mit einem Beutel an einem verbliebenen Schlauch "erstmal" entlassen worden. Zu Hause wurde ich auch immer weiter gespült (das übernahm Jörg! Großes Lob nochmal an ihn, er hat alles so toll gemeistert!!!!) und ich bekam Hilfe vom paritätischen Dienst, Winsen. täglich kam 3-5 Stunden ein junger Mann, der mit Henri spielte, oder saugte, einkaufen fuhr, oder mich mal eben zur Notaufnahme nach Harburg fuhr, weil der Schlauch draußen war... aber DAS sind "Kleinigkeiten" gegen den anderen Verlauf, das muß nicht weiter erwähnt werden. Regelmäßige Besuche im AK-Harburg zum röntgen waren natürlich Ehrensache. Auch hier wurde ich immer gefahren. Eine komplette Heilung wurde mir am 7. Juni 2003 bescheinigt - ich denke, das wird mein 2.Geburtstag im Jahr werden.... Achtet bitte gut auf Euch. Fahrt im Zweifelsfall IMMER ins Krankenhaus und laßt Euch nicht von den Ärzten blöde abspeisen ! Ich habe meinen Teil gelernt und gelobe Besserung! Wie z.B. Fieber messen - lach! Ja, heute kann ich schon wieder darüber lachen, aber noch vor einiger Zeit war mir mehr nach Heulen zumute. In diesem Sinne, auf ein GESUNDES neues Jahr Eure frische Bri(e)se
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12.05.2005 21:50
Oh je, da hast Du ja etwas durch. Ich dachte immer, dass ich mit meinen 11 Lungenentzuendungen in meinen 25 Lebensjahren arg dran bin, aber Dich hatte es ja da wirklich sehr erwischt. Renne jetzt auch immer bei jeder kleinen Erkaeltung zum Arzt. Vorsicht ist besser als Nachsicht. LG!
16.12.2004 10:39
hallo sorry, das ich den bericht erst jetzt gelesen habe, aber ich hab hier so viel wie noch nie um die ohren (sagt man ja das erste ma immer ;-) ) es tut mir weh zu hören, das andere menschen das durchmachen was ich selbst erlebt habe. denn meine rechte seite war ja au etwas beschädigt - gelinde ausgedrückt. hüstel. mein mann hatte auch eine lungenentzündung die er zum glück zuhause korriert hatte, weil ich sovort am gleichen abend, als es ebi ihm anfing den arzt rief. zum glück. ich musste ihm ständig wadenwickel machen und er bekam viele spritzen und von all dem nichts mit. und ich hatte als er dies hatte meinen vorletzen pneu - unbemerkt, weil ich ja nicht wusste was es war. so pflegte ich ihn mit loch in der lunge un hätte selbst dran verr. können. schon wahnsinn was die liebe schafft. sie heilt dich selbst, damit du heilen kannst. liebe grüße ausm schwarzwald silke.
24.02.2004 15:11
Also, das Verhalten eures Arztes ist ja wirklich unter aller Kanone!!! Wieso macht der bei einem Menschen in Deinem damaligen Zustand keine Hausbesuche, sondern nötig Dich einfach in die Praxis? Wieso hat der Dich noch nicht mal abgehört? Wieso kann der sowas relativ häufiges wie eine Lungenentzündung nicht erkennen? Da wird einem ja gleich ganz anders...Liebe Grüße, die Nina