Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Kein Gögaschnarchen |
| Kontra: |
siehe Bericht |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
|
Liebe Ciao Leseratten!
Ich habe ein bisschen im Cafe gestöbert und dort einige Berichte, über die Ohren gelesen.
Da meine Ohren (diese bekloppten Teile) auch nicht Ihren Zweck erfüllen, will ich Euch heute von diesen fleischigen, nutzlosen, hautfarbene Gewächsen an meinem Kopf erzählen.
Der erste Absatz meines Berichtes, kenn ich nur aus den Erzählungen meiner Mama.
Mit etwa 3 Jahren fing mein Ohr an zu laufen. Nein, es machte sich nicht vom Acker, es begann auszulaufen. Irgendeine ekelige Flüssigkeit, die wohl abartig stank, ran aus meinem kleinen süßen Kinderohr.
Meine Mama düste mit mir zu einem Ohrenarzt, zu dem alle hinrannten. Allerdings war dieser Arzt schon uralt, sich niemals weitergebildet und keinerlei Interesse an meinen Matscheohr.
Er stopfte mit medizingetränkte Putzlappen in meine Fleischteile namens Ohr und gut war.
Natürlich half das nicht die Bohne. Ich stank also weiter vor mich her. Ich kann auch nicht sagen, dass ich Ohrenschmerzen hatte. Ich kann mich daran nicht erinnern.
Ein neuer Ohrenarzt war Stadtgespräch auf unserem Dorf und da ich mit nun 5 Jahren immer noch am stinken war, beschloss Mama mich dort hin zu schleppen. Na ich hatte da ja keine Lust zu, aber stinken wollte ich auch nicht mehr.
Der Typ schlug erstmal die Hände über den Kopf zusammen, da er in seinem ganzen HNO Leben, noch keine so entzündeten Ohren gesehen hätte. Toll, habe ich gedacht, nu krieg Dich mal wieder ein. Sofort musste ich Antibiotika schlucken. Als die Entzündung weg war, hatte der Arzt die glorreiche Idee einer Mandel und Polypenentfernung. Also das wollte ich ja nun gar nicht. Ins Krankenhaus, da stinkt es immer so und dann noch 1 Woche dableiben ohne meine Mama. Ich konnte heulen soviel ich wollte, Mama schleppte mich ins Krankenhaus und ich wurde operiert. Aber auch an diese Zeit erinnere ich mich nur schwach.
Immer und immer wieder zerrte mich Mama zu diesem HNO Typen. Mal wurden Die Nasenschleimhäute gekürzt, dann zwischendurch mal Röhrchen ins Trommelfell gesetzt und wieder rausgeruppt.Was den Effekt hatte das ich dem HNO Typen gegens Schienbein getreten habe, weil das tierisch weh tat.
***Hier ein kleine Info zwischendurch:***
Das alles wurde gemacht, da mein Ohr nicht richtig belüftet wurde und dazu führte, dass ich ständig eine Flüssigkeitsansammlung hinter dem Trommelfell hatte. Somit auch schlecht hörte. Das Ohr wird übrigens über die Nase belüftet.
Irgendwann erzählte der HNO Typ, das ein Gewächs auf mein Trommelfell sitzt und mein Fell zerfrisst. Als Kind habe ich mir vorgestellt, da sitzt ein kleiner Mann in meinem Ohr und bricht sich immer ein Stück von meinem Fell ab und isst es auf.
Er beschloss, da muss ein Plastiktrommelfell rein. Natürlich wieder OP und 2 Wochen Krankenhausaufenthalt. Ich war mittlerweile 6 Jahre alt. Wieder Geheule, wieder hat Mama mich ins KH gezerrt, wieder eine OP. An diesen KH Aufenthalt erinnere ich mich besonders gut. Es war die Hölle.
Als ich nach der OP aufwachte, stand neben meinem Bett eine Tasse ekelhafter Pfefferminztee. Morgens , Mittags, Abends, zwischendurch, Pfefferminztee. Ich trink dieses Gesöff bis heute nicht.
Ein riesiger Verband saß gedankenlos auf meinem Kopf. Ich sah aus wie ein Inder, mit einem riesigen Turban auf dem Kopf. Furchtbar und ich durfte nicht allein aufstehen. Wenn ich mal musste, sollte ich klingeln, damit ich zum Klo gebracht werden konnte.
***Wieder kleine Info zwischendurch***
Im Ohr sitzt der Gleichgewichtssinn. Ist das Ohr krank, funktioniert der Sinn nicht und einem ist supermega schwindelig.
Jeden Tag wurde ich peinlicherweise mit einem Rollstuhl zum Verbandsraum gekarrt. Der Turban kam runter. Alles was die mir ins Ohr gesteckt haben, kam raus und wurde erneuert. Ich sage Euch, das war nur furchtbar. Soviel geheult, wie in den beiden Wochen, habe ich erst später bei meiner TBC.
Nach dieser OP fing es eigentlich an, dass ich mich erinnere, schlecht zu hören. Vorher war mir das nie bewusst. Vielleicht sieht man als Kind, das alles nicht so eng, oder meine Eltern usw. haben immer laut mit mir gesprochen. Ich weiß es wirklich nicht.
In der Schule saß ich immer ganz vorn, damit ich die Lehrer auch verstehen konnte. Auf jeder Schule sagte meine Mama bescheid, das ich ne taube Nuss bin und die Lehrer doch bitte lauter sprechen sollten. Das klappte ganz gut.
Ich muss aber auch dazu sagen, dass ich von den Lippen ablesen konnte. Irgendwie habe ich das wohl mit den Jahren gelernt. Wenn ich jemanden ins Gesicht schauen konnte, habe ich gewusst was er/sie erzählt. Egal wie weit er /sie weg stand, Hauptsache ich sah das Gesicht.
Je älter ich wurde, um so schlechter hörte ich. Da mein HNO Typ keine Möglichkeit mehr sah, mir zu helfen ( er hat sich immer auf den neusten Stand gebracht, was meine Ohren betraf), wollte er mir ein Hörgerät aufschwatzen. Aber nicht mit mir.
Ich renn doch nicht mit so einem fleischfarbenen Teil hinter meinen Ohren rum. So was tragen alte Leute, aber nicht ich, mit 13 Jahren. Nö, nö. Sollen die Leute mich doch anschreien, wenn sie was von mir wollen. Ich Hörgerät? Nein Danke.
Mit 14 Jahren begann ich meine Lehre als Einzelhandelskauffrau. War nicht mein Traumberuf, aber zu Haus rumlungern, gab es nicht für meine Eltern. Bin übrigens der selben Meinung.
Im Geschäft, fand ich, klappte alles wunderbar. Solang mich die Kunden von vorn ansprachen, konnte ich auch weiterhelfen. Sprachen sie mich aber von der Seite oder von hinten an, habe ich die Kunden natürlich nicht gehört.
Das führte dazu, dass einige Kunden sich bei meinem Chef beschwerten, wie eingebildet und arrogant ich wäre. Da ich sie ja nicht gehört habe, bin ich natürlich weitergelascht. Lach, da habe ich wohl so manchen Kunden doof stehen lassen.
Mein Chef sagte dann mal zu mir, ich sollte doch endlich mal was gegen meine Schwerhörigkeit tun. Oh man, wisst Ihr wie ätzend das für mich war?
Schweren Herzens machte ich mich wieder auf zu meinem HNO Typen und bat um Hilfe. Aber nach wie vor, kam für mich nur ein Hörgerät in Frage.
Also gut, mit Geheule, obwohl schon 16, nahm ich mein Rezept in die Hand und machte mich zu einem Akustiker auf.
Auch dieser Herr war steinalt, aber ich bin froh und dankbar, dass ich mit meinem ersten Hörgerät bei Ihm gelandet bin.
Einen so einfühlsamen älteren Herren, der sich soviel Mühe mit einem 16 Jährigen Mädchen gemacht hat, gibt es wohl kein zweites mal.
Ich werde jetzt nicht beschreiben, wie ich mir das Hörgerät anpassen lassen habe. Also den genauen Vorgang. Das wird einfach zu lang.
***Aber eine kleine Info dazu***
Du kannst beliebige Hörgeräte testen, kostenlos, unverbindlich
Der Ton Deines Hörgerätes wird so eingestellt, das sich der Ton für Dich normal anhört.
Du hast die Wahl zwischen "Kassengestellen" und solche, wo Du richtig für hinblättern kannst.
Nehme nicht das erst beste Gerät und Juchu, ich kann hören. Ausprobieren ist hierbei angesagt.
Im Internet kannst Du günstiger Hörgerätbatterien kaufen. Allerdings bietet Fielmann, die einen Akustiker haben, mittlerweile auch sehr günstig Batterien an.
So, da hatte ich nun mein Hörgerät. Glaubt man ja nicht, dass ich nun glücklich war. Als erstes ließ ich meine Haare wachsen, damit man dieses Monster hinter meinem Ohr nicht sehen kann.
Getragen habe ich es nur stundenweise, da ich gedacht habe mir platzt der Schädel. So laut war alles auf einmal.
Ich habe mir jedes Mal einen bei abgebrochen, wenn ich mir dieses Monster ins Ohr stecken sollte, aber Übung macht den Meister.
Ins Herz geschlossen habe ich mein Hörgerät, an einem lauen Sommerabend. Ich saß mit meinen Eltern auf der Terrasse. Plötzlich hörte ich ein Geräusch (dank des Hörgerätes), das ich noch nie in meinem Leben gehört hatte.
Ich fragte meinen Eltern was das ist.
***Grillen***
Ich habe das erste Mal Grillen zirpen hören. Ich habe geheult, so schön war das. Jubel, ich kann Grillen zirpen hören.
Am selben Abend wurde mein Hörgerät getauft. Es erhielt den Namen Karl. Und so heißt es heute noch.
Von dem Tag an, hatte ich mit Karl kein Problem mehr. Ich habe akzeptiert, dass ich ohne ihn nicht kann. Karl hilft mir zu verstehen. Es war mir auch egal, wenn einer Karl gesehen hat. Na und, Karl ist mein bester Freund.
Bis zu meinem 34 Lebensjahr, bekam ich alle 7 Jahre einen neuen Karl. Irgendwann haben die nämlich die Schnauze voll und wollen nicht mehr für Dich hören.
Alle Karl`s waren bislang super.
Mit 34 Jahren begannen beide Ohren wieder rumzustinken. Na toll. Mein HNO Typ war mittlerweile verstorben, als hieß es für mich, ein neuer Typ muss her. Habe auch einen gefunden.
Dass selbe Spiel wie damals. Hände übern Kopf zusammenklappen und um Himmels willen rufen, nachdem er in meine hautfarbene Gewächse am Kopf geschaut hat.
Sofort bekam ich eine Überweisung ins KH Bremen. Spezialisten für Gewächse die nutzlos an meinem Kopf bammeln.
Mit Angst bis zum geht nicht mehr, bin ich mit Göga dahin getobt. Nach 4 Stunden warten kam ich endlich dran.
Da ich dieses Hände über den Kopf zusammen klappen ja nun schon kannte, war ich gespannt, was der gute Herr mir zu sagen hätte.
***Knochenfraß**
Wie, was, wer gegen wen bitte schön ist Knochenfraß ?????
Eine Entzündung in den Ohren die man nur weg operieren kann. Behandelt man das nicht, werden sobald alle Gehörknöchelchen weggeknabbert sind , weitere Knochen im Kopf angegriffen und wandert bis zum Gehirn, frisst da weiter und dann ist man ganz einfach tod.
Ne, nein, also so was habe ich bestimmt nicht. Doch, Nein, Doch, Nein, Doch….. heul.
OP in 4 Wochen. Die Hörknöchelchen werden alle weggeschnippelt. Sie werden dann noch weniger hören wie jetzt. Wir versuchen ein nicht befallendes Knöchelchen zu putzen und wieder ins Ohr zu stellen. Wenn sie Glück haben, bleibt es stehen, wenn nicht, na dann nichts mehr mit hören. Zumindestens ganz ganz wenig nur noch.
Logischerweise ist mein beklopptes Knöchelchen nicht stehen geblieben. Fröhnt jetzt sein hilfloses Dasein in meinem fleischfarbenen Gewächs am Kopf.
Im anderen Ohr natürlich auch.
Ich bin eine taube Nuss, seitdem. Aber der Fraß wurde besiegt, ist weg und das ist wichtig.
Ich habe ja meinen Karl. Der sorgt schon dafür, dass ich alles mitbekomme. Na und wenn ich mal nichts höre, dann sollen die anderen gefälligst laut und deutlich reden.
Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn man den Leuten sagt: Hey, sprecht mal lauter, ich versteh nüscht, dann tun die das auch.
Telefonieren ist bisschen schlecht. Aber das kann man auf lauter stellen oder macht die Freisprechanlage an.
Praktisch: ich höre Nachts meinen Göga nicht schnarchen.
Also, ich höre fast nichts mehr, aber ich habe Karl.
Man kann gut so leben und ich finde es gibt bedeutend Schlimmeres an Krankheiten.
Danke Euch für`s Lesen, Kommentieren und Bewerten.
Habe noch etwas vergessen.
Als fast taube Nuss habe ich 30% Schwerbehinderung bekommen. Damit kann ich einmal im Jahr das Finanzamt schröpfen.
Also nicht hören können, hat auch seine guten Seiten. Kicher.
Liebe Grüße Eure Humorig
| weitere Erfahrungsberichte |
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sehr hilfreich
01.11.2003
(20.01.2004)
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Bewertung für ... der Ohren von
robreg
Pro: HÄ?
Kontra: krank sein, unwohl sein
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sehr hilfreich
13.10.2003
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Ehm´sche Tauchertropfen gegen Ohrentzündungen
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Eifelhippe
Pro: super Vorbeugung
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Liebe Ciao- Gemeinde,
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23.02.2004
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Mittelohrentzündung und ihre Folgen
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nero15
Pro: absolut nichts
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28.05.2002
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Infos und Hausmittel bei Mittelohrentzündung
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Snotty
Pro: keine
Kontra: Schmerzen, Fieber, hauptsächlich Kinder
Hallo liebe Leser,
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sehr hilfreich
04.03.2002
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