Eine Katheder Untersuchung, nun ist alles Gut!

5  04.12.2008

Pro:
Dabei zu sein und alles selbst erkennen .

Kontra:
Der Druckverband

Empfehlenswert: Ja 

jr4478

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Herzkatheter Untersuchung

Etwas längeres Vorwort:
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Am 23.11. letzten Jahres hatte ich einen Herzinfarkt. Schnell war ich Dank schneller Notfall Hilfe,nach 37 Tage später wieder arbeitsfähig.

Das ein Herzinfarkt aber auch einiges Gute haben kann, war dann in unseren großen Bereich des Öffentlichen Dienst bemerkbar. Es wurden Defibrillatoren angeschafft, ich selbst konnte meine letztlich positive Erfahrungen dahin gehend weitergeben, indem ich vielen Kollegen sagen konnte, dass es sich nicht lohnt, aufzuregen.
Klar, das hört sich alles gut an, aber ganz so konnte ich mich persönlich nicht beruhigen. Alles ist leichter gesagt als getan.

Und so passierte es, dass ich oft auf dem Weg zur Arbeit richtige Beklemmungen hatte. Ja, fast Angst. Ich saß dann am Steuer und sagte mir, das schaffst Du noch. Wenn du auf dem Parkplatz stehst, kannst du ja immer noch 112 Anrufen( Übrigens, nur diese Nummer ist dann richtig!).

Oft meinte ich dann, oje, da stimmt etwas mit deinem Herz nicht. Hat sich ein Stent verschoben? Dann faste ich einen Entschluss und bat meinen Hausarzt, mir eine Überweisung zu einem Cardiologen zu geben.

Ein Cardiologe soll mir helfen:
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Dort rief ich ca. ende Oktober an und bekam einen Termin für den 27.02.2009. Das aber war einfach zu spät. So meinte ich. Über meinen Diabetologen bekam ich dann einen sofort Termin. Klar, die Wartezeit betrug gute 4 Stunden aber diese Wartezeit hatte etwas Gutes.

Der Cardiologen untersuchte mich und konnte nichts Außergewöhnliches feststellen. Er machte mich aber auch auf einen Umstand aufmerksam, das ich vor dem Herzinfarkt Warnsignale einfach nicht beachtet hatte, umso mehr aber jetzt darauf achtete. Um ganz sicher zu sein, wollte er noch einmal einen Blick in mein Herz machen.

Eine Katheder Untersuchung soll klären:
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Also eine Katheter Untersuchung. Sofort willigte ich ein und bekam recht schnell einen Termin für diesen ambulanten Eingriff.
Und dieser Termin war am 03.12.08. also gerade eben.
Nun zur Katheter Untersuchung.

Mindestens 4 Stunden vorher sollte die letzte Mahlzeit eingenommen sein. Nicht zu viel trinken. Da es sich um einen ambulanten Eingriff handelt, sollte etwas zum Essen und ein Getränk mitgenommen werden. Dazu bequeme Kleidung und am besten Schuhe zu reinschlüpfen.

Die Anfahrt mit dem eigenen Wagen (also selbst fahren) sollte unbedingt unterlassen werden. Nach der Untersuchung sollte der Patient etwa fünf Stunden liegen.

Vorbereitung zum Katheder:
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In meinem Fall musste ich mich bis auf die Strümpfe ausziehen und in das allbekannte Krankenhaus Nachthemd schlüpfen. Dann bittet die bildhübsche Schwester zur Rasur im Leistenbereich.

Eine Venüle kommt in den Handrücken. Dann schnell noch auf die Toilette und alles was noch möglich ist -raus damit!

Und schon begebe ich mich zu dem Untersuchungsraum. Auf der Untersuchungsliege ist eine bequeme Haltung eingenommen und schon beginnt das Abdecken des Körpers mit entsprechenden sterilen Tüchern.

Jetzt die Untersuchung:
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Was wird nun bei einer Katheter Untersuchung gemacht?
Klar und deutlich möchte ich hier klarstellen, dass ich Patient bin. Fachbegriffe und exakte Bezeichnungen von mir als Laien sind nicht zu erwarten.

Der untersuchende Arzt bereitet nun den Eingriff vor. Nach einer örtlichen Betäubung wird eine Kontrastmittelmenge von 40,0 ml durch einen Zugang im Bein (Leiste) eingegeben.

Jetzt kann ich selbst auf dem Bildschirm miterleben, wie mein Motor stetig arbeitet. Es ist für mich ein sehr beruhigendes Gefühl. Es macht mich fast froh, das nun alles mit eigenen Augen zu sehen und zu erkennen.

Der Bildschirm zeigt mir alles:
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Auf dem Bildschirm ist nun das Adergeflächt meines Herzens gut zu erkennen. Alle sichtbaren Adern sind deutlich durchflutet. Der Stent ist klardurchgängig. Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten. Da ich selbst wirklich alles selbst erkennen kann, erfreut mich umso mehr, dass der Arzt mir nun sagt, es ist alles in Ordnung.

Die Untersuchung ist beendet. Jetzt muss ich ganz vorsichtig auf das normale Bett mit ausgestrecktem rechtem Bein umsteigen. Auf keinen Fall darf sich die sog. "Weiche" aus der Beinvene lösen. Ein Blutbad würde entstehen!

Ich habe fertig:
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Nachdem ich in mein Zimmer geschoben wurde, wird nun der Blutdruck gemessen (126 / 63).

Jetzt beginnt der sehr unangenehme Teil.
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Ein Druckverband wird angelegt. Zuerst aber presst eine Schwester mit aller Kraft auf einen runden Kegel auf den Zugang. Die Weiche muss gezogen werden. Gleichzeitig drückt sie den Zugang im Bein ab. Über den Kegel kommt nun der Druckverband. Unter den Rück durch über den Bauch und dann einmal um den Oberschenkel im Bereich der Leiste. Und das mehrfach mit voller Kraft stramm gezogen.
Oje, das schmerzt ganz schön.

Nachdem nun der Druckverband knallfest sitzt, heißt es nun für die nächsten vier Stunden stramm liegen. Das Bein mit der Leiste möglichst nicht bewegen.

Jetzt zeigt sich, dass es sinnvoll war, vorher noch einmal auf die Toilette zu gehen. Denn es versteht sich von selbst, der Druckverband drückt auch auf die Blase.

Ich darf Heim
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Nach etwas vier Stunden darf ich Heimwärts. Wie gut, dass mich ein netter Schwager abgeholt hat. Denn das Bein sollte unbedingt immer gerade gehalten werden. Daheim ist die beste Stellung mit dem Druckverband immer noch die liegende. Sitzen, wenn überhaupt, nur mit gestrecktem Bein, ist recht schwierig.

Um es auf den Punkt zu bringen, der Druckverband ist eine Quälerei. Aber ein Ende ist ja abzusehen. Ich selbst entferne den Druckverband in den frühen Morgenstunde und genieße das Gefühl: Junge, dein Herz ist Okay, dafür ist der Druckverband nur eine schmerzhafte Nebensache. Für eine gesunden Herz nehme ich das gern in Kauf.

Nun kurz zur Beurteilung:
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Diagnosen:
1-Gefäß-KHK mit sehr gutem Ergebnis nach PCI/ Stent der prox.LAD 10.07, aktuell keine weiteren relevanten Stenosen der epikardialen Koronaren

Therapie:
Medikamentöse-konservative Therapie.

Fazit:
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Ich denke mal meine Angst, es könnte etwas sein, ist nun völlig vorbei. Ich bin froh, so schnell diese zusätzlich Katheder Untersuchung mitgemacht zu haben. Jetzt kann ich beruhigter mein weiteres Leben gestalten. Ohne Angst es könnte etwas sein.

Bilder von ... des Herzens
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So könnte mein Herz aussehen.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
MSBBonn

MSBBonn

23.09.2009 12:55

Leider habe ich diese Angst nach meinem Infarkt weiterhin, denn um Kosten zu sparen wird die eigentlich nach einem Infarkt notwendige Katheteruntersuchung nicht mehr gemacht sondern behauptet, mit Ultraschall könne man auch alles kontrollieren. Es grüßt der Herzpatient Martin

rosi12

rosi12

10.12.2008 13:35

Wünsche Dir alles Gute Liebe Grüsse Hannelore

sunflower76

sunflower76

09.12.2008 21:22

Das wohlverdiente BH bringe ich dir morgen vorbei! LG, Daniela

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