easytrade.de (Online-Brokerage)

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...easytrade.de Telefonisch über 01803-224433 Jeweils (für Internet und Telefonbanking) bekommt man eine PIN- Nummer mitgeteilt und jeweils einen Bogen mit TAN- Nummern. Auf der Easytrade- Kundenkarte ist für das Telefonbanking ein kleines Menü abgebildet. ABLAUF = Zum Easytrade- ... Bericht lesen





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1-6 von 22 Erfahrungsberichten    
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Zuverlässig, wenn auch nicht am Günstigsten
Erfahrungsbericht von hspindler über easytrade.de (Online-Brokerage)
25.06.2001


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Hohe Zuverlässigkeit
Kontra: mittelmäßig hohe Gebühren, Web -  Seite könnte besser sein

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Zum Anfang des Jahres 2001 stand für mich zur Debatte, mein Geld etwas gewinnbringender anzulegen, als auf dem Sparbuch. Als ich das Postbank- Sparbuch 3000+ eröffnet habe, gab es noch satte 4% Zinsen, diese sind mittlerweile auf 2,5% dahingeschmolzen.
Also habe ich mir erst einmal Unterlagen von mehreren Online- Brokern zukommen lassen, Consors, Direkt Anlagebank und Postbank Easytrade.

Da ich mich noch ein paar Wochen mit dem Thema befasst habe, fiel mir gleich recht unangenehm auf, dass Consors und Direkt Anlagebank sehr aufdringlich mit der Werbung per Post sind. Von Consors erhielt ich innerhalb einer Woche teilweise 3 Werbeschreiben, jedes Mal mit den üblichen Anmelde- Formularen. Bei der Direkt- Anlagebank war es zwar weniger, aber auch so umfangreich.
Da Consors und Direkt- Anlagebank keinerlei Filialen betreiben, muss man sich dort mit dem sogenannten Post-Ident-Verfahren anmelden. Dazu geht man mit dem zugeschickten Formular zu einer Post- Filiale, legt dort seinen Personalausweis vor. Der Post- Beamte bescheinigt die Identität und schickt das Formular an die Bank weiter.
Dieses Verfahren ist so vorgeschrieben, damit keine Konten mit falschen Personendaten eröffnet werden können, die dann für kriminelle Zwecke genutzt werden.

Bei der Postbank kann man das Easytrade- Konto in jeder Postbank- Filiale eröffnen. Dazu sollte man ebenfalls seinen Personalausweis mitnehmen. Anfang des Jahres machte die Postbank per Rundfunk- und Fernsehwerbung ein interessantes Angebot: Bei Kontoeröffnung erhält man gleich die erste Aktie ("Aktie Gelb"). Die Kontoeröffnung ist darüber hinaus kostenlos.

Also bin ich zur Postbank in Nordhorn gefahren und habe mich vor Ort informiert. Die Mitarbeiterin erklärte mir sehr freundlich, ausführlich und verständlich, wie das Depot genau funktioniert, wie die Orderaufträge ablaufen, wie die Kontoführung über das Internet laufen kann usw.

Also eröffnete ich ein Easytrade Konto.

Hier möchte ich Euch jetzt etwas über die Kosten und Möglichkeiten berichten.

KONTOERÖFFNUNG
=================

Wie in der Einleitung schon beschrieben direkt in einer Postbank- Filiale. Danach muss man noch die üblichen Angaben nach dem Wertpapier- Handelsgesetz machen, in denen man angibt, wie gut die eigene Erfahrung im Börsenhandel ist.
Auch eine Vollmacht sollte man ggf. gleich ausstellen, z.B. für den Ehepartner. Dies kann im Falle eines plötzlichen Unfalles, möglicherweise mit Todesfolge sehr wichtig sein, wenn der Partner später an das Konto muss.

Bei Kontoeröffnung erhält man einige sehr nützliche schriftliche Informationen. Ein 150 Seiten starkes Buch, in dem ausführlich die notwendigen Informationen zusammengefasst sind, ist besonders erwähnenswert. In diesem Buch erfahren Sie vieles über Fachbegriffe und Abläufe an der Börse. Vor allem wird auch auf die verschiedenen Risikoklassen eingegangen, so dass man nachher weis, wo man sein Geld am schnellsten verlieren könnte.

KONTOFÜHRUNG
===============
Internet ... über http://www.easytrade.de
Telefonisch über 01803-224433

Jeweils (für Internet und Telefonbanking) bekommt man eine PIN- Nummer mitgeteilt und jeweils einen Bogen mit TAN- Nummern.
Auf der Easytrade- Kundenkarte ist für das Telefonbanking ein kleines Menü abgebildet.

ABLAUF
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Zum Easytrade- Depot gibt es ein Verrechnungskonto. Mit dem Betrag, der auf dem Verrechnungskonto ist, kann man Aktien kaufen. Von jedem Girokonto kann man auf das Verrechnungskonto einzahlen. Verkauft man Aktien oder möchte schon eingezahltes Geld wieder zurückhaben, kann man ebenfalls einfach von dem Verrechnungskonto zurück auf jedes Girokonto überweisen. Auf das Verrechnungskonto gibt die Postbank einen Zinssatz von 0,75% für das Guthaben, immerhin etwas.

Über die beiden Wege (Internet/Telefon) kann man nun Orderaufträge erteilen. Die Wertpapier-Kenn-Nummer (WKN), die für jeden Kauf zum eindeutigen Identifizieren notwendig ist, kann man ebenfalls schnell heraussuchen. Dann muss man den Handelsplatz angeben, also an welcher Börse man kaufen möchte. Auch muss man entscheiden, zu welchem Kurs man kaufen möchte. Man kann ein Limit vorgeben, zum Kassakurs kaufen oder zum niedrigstmöglichen Kurs. Das Limit sollte man nicht zu hoch vergeben, sondern lieber enge Spielräume setzen. Der Kassakurs (dieser Kurs wird um 12:00 Uhr mittags festgelegt) ist nur für sehr kleine Aufträge interessant.

Jetzt ist der Order- Auftrag vermerkt und wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt ausgeführt, soweit es das Limit erlaubt du ein Angebot da ist.

Die Kurse sind bei der Postbank im übrigen immer 15 Minuten alt, das ist angeblich gesetzlich so gefordert.

Die Order- Aufträge kann man überwachen, ggf. canceln, wenn sie noch nicht ausgeführt wurden.

Zur den Internet- Möglichkeiten muss man sagen, dass eigentlich alles geht, aber es auch durchaus bessere Seiten gibt, bei denen die Auftragsvergabe besser gelöst ist und auch die Depot- Anzeige weitaus besser und informativer gelöst ist.
Da sollte die Postbank einmal einen Blick auf das kostenlose Angebot bei boerse.web.de werfen. Dort kann ein kostenloses Musterdepot geführt werden, das einem von den Daten und grafisch weit aus informativer auf dem Laufenden hält.

KOSTEN
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Depotverwaltung
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Für den Kauf von Aktienpaketen berechnet die Postbank Pauschalen

bis 2600 € ... 9,95 €
bis 5200 € ... 12,95 €
ab 5200 € ... 18,95 €

Die gesamte Depotverwaltung kostet jährlich 9,95 €.

Depot- Übertrag pro WKN
- Eingang frei
- Ausgang (im Inland verwahrte Wertpapiere ) ... 15,00 €
- Ausgang (im Ausland verwahrte Wertpapiere ) ... 35,00 €

Limit bei Nichtausführung ... 2,50 €
Orderänderung/Streichung ... 2,50 €
Vormerkung Zeichnungsauftrag Neuemissionen bei Nichtausführung ... frei
Einlösung fälliger Wertpapiere ... frei
Einlösung von Zins- und Dividendenscheinen ... frei
Umschreibung/Neuantrag Namensaktien (aus Giro- Sammelverwahrung) ... 2,90 € *
Stimmrechtskarte Hauptversammlung ... frei
Stockdividenden/Bonusaktien ... frei
Berechtigungsaktien ... frei

Kontoverwaltung
---------------------

Kontoführung ... 9 € pro Jahr
Zinssatz ... 0,75 % Habenzinsen / 8,75 % Sollzinsen
Jahressteuerbescheinigung ... frei
Ersatz- Steuerbescheinigung ... 14 €
Nachforschungsauftrag ... 8 €
Kopie Buchungsbeleg ... 5 €
Nachträgliche Belastung / Entlastung KESt pro Person ... 14 €
Ersatz- PIN ... frei

Die Kosten der Postbank liegen im Mittelfeld. Es gibt durchaus günstigere Direkt- Broker, aber auch noch teurere Akternativen. Wer den größten Wert auf die günstige Kontoführung legt, sollte sich um Alternativen bemühen.
Ein späteres Wechseln zu einem anderen Direckt- Broker kann relativ teuer werden, weil je Posten mindestens 15 € an Gebühren fällig werden.
Auch zum Deponieren größerer Bareinlagen ist das Konto nicht unbedingt geeignet, weil der Zinssatz von 0,75% von jedem Sparbuch geschlagen wird.

* Dies ist ein Punkt, der immer noch strittig ist. Die Postbank berechnet ihn, weil bisher Klagen von Aktionären und deren Interessenvertreter noch nicht endgültig verbindlich sind. Es ist aber allgemein damit zu rechnen, dass dieser Punkt rechtswidrig ist.

BISHERIGE ERFAHRUNG
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Ich habe mittlerweile schon Aktien einiger deutscher Unternehmen gekauft und muss sagen, dass alle Aufträge einwandfrei gelaufen sind. Auch bei einer Neu- Emission hat der Auftrag geklappt und ich habe 75% der Aktien trotz 8,5- facher Überzeichnung bekommen.

Die Kontoauszüge der Postbank kommen pünktlich per Post, man ist immer auf dem Laufenden.

Auch das Internet- Banking ist einfach gestaltet und man behält einen guten Überblick über den Stand seiner Aktien, auch wenn es wie schon oben geschrieben, weit bessere Seiten gibt.

Bei der Neu- Emission war eine telefonische Order notwendig, auch diese ging leicht von der Hand. Ich wurde per Computer- Stimme durch das Menü geführt und kam am Ende schnell zu einem Kundenberater, der den Auftrag freundlich und kompetent ausführte.

BERATUNG
==========

Von einem Online- Broker darf man keine umfassende persönliche Beratung erwarten. Allgemeine Informationen zur Marktlage, zu den Indizies wie DAX, M-DAX, NEMAX, DOW JONES usw. erhält man problemlos, auch auf Marktinformationen über viele Unternehmen kann man, allerdings ohne Gewähr, zugreifen.
Über gängige Begriffe kann man sich auf der Webseite wunderbar informieren, es gibt ein z.B. Börsenlexikon.

Wer sein Geld in Aktien anlegen will, sollte sich immer von mehreren Seiten informieren. Die Informationen, die die Aktiengesellschaften selbst veröffentlichen, sind häufig zu positiv. Man kann z.B. auf kostenlose News- Letter, die Consors und viele andere Broker versenden zurückgreifen.

Auch Hausbanken sind mit der Beratung häufig überfordert. Die Kundenberater selbst können sicher den Überblick nicht halten, die Fachabteilungen müssen erst über längere Wege gefragt werden, so dass kurzfristiges Zugreifen zum günstigen Zeitpunkt bei der Hausbank kaum möglich ist.

WEITERES
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Wer sich für Online- Brokerage interessiert, sollte unverbindlich unter der Internet- Adresse http://www.easytrade.de hereinschauen. Ohne Anmeldung kannst Du hier mit Probedaten etwas probieren und schon einmal erste Erfahrungen sammeln.


FAZIT
=====

Postbank Easytrade ist aufgrund relativ niedriger Kosten auch bei kleinen Aktienpaketen eine gute Alternative. Die Hausbanken sind bei Aktienkäufen Ihrer Privat- Kunden leider oftmals recht unbeweglich und obendrein teuer. Sie berechnen meistens 1% der Kaufsumme als Provision, haben aber auch einen unteren Mindest- Preis festgelegt. Unter 30 € kommt man bei einem Aktienkauf über die Privatbank selten weg, bei Easytrade häufig mit 10 - 12 €.

Es muss einem aber klar sein, dass man im Gegensatz zum Sparbuch bei Aktien ein höheres Risiko eingeht. Die Möglichkeit der größeren Gewinne bezahlt man mit dem Risiko, auch einmal Verlust zu machen.

Bevor man groß einsteigt, sollte man Grundsätze berücksichtigen:

- nicht den ganzen Besitz in Aktien anlegen. Eine großzügige Rücklage in sicheren Anlageformen sollte man immer haben
- nie alles auf eine Karte setzen. Aktien mehrerer Unternehmen aus verschiedenen Branchen kaufen, das vermindert das Risiko eines Totalverlustes.
- Nur Geld anlegen, auf das man mehrere Jahre verzichten kann
- je höher der mögliche Gewinn, desto höher das Risiko (am Neuen Markt ist das Risiko von herben Verlusten ungleich höher, als bei DAX- Werten, der Gewinn kann aber auch erheblich sein.). Wenn man im Neuen Markt investiert, dann immer nur einen kleinen Teil seines Aktiendepots.
- immer am Ball bleiben. Das Aktiendepot muss überwacht werden, um z.B. auf Kurseinbrüche rechtzeitig zu reagieren. Hier gibt es gute Hilfen, z.B. informiert boerse.web.de bei deutlichen Kursgewinnen oder Verlusten per SMS/Email.
- Ratschläge von Experten berücksichtigen, aber niemals blind auf einen sogenannten Borsenguru gehorchen. Informationen immer aus mehreren Quellen holen.
- Vor Beginn mit allen gängigen Fachbegriffen vertraut machen, um Fehlübermittlungen zu vermeiden.
- Finger weg von hochspekulativen Papieren. Bei Optionsscheinen und Termingeschäften gewinnt man entweder ganz gewaltig oder verliert alles, meistens verliert man übrigens ;-)
- Bei Aktienkauf ausserhalb der EU-Währungsunion (z.B. US- Märkte) auch das Kursrisiko mitberücksichtigen


Für Klein- Aktionäre, die die meisten von uns nun einmal höchstens sind, ist ein Direkt- Broker die preisgünstigste Akternative. Ich habe bisher mit der Postbank sehr gute Erfahrungen, was die Zuverlässigkeit betrifft, gemacht und kann sie deshalb weiterempfehlen.
Die Kosten für die Kontoführung liegen im Mittelfeld. Dabei muss man aber berücksichtigen, dass alle Banken sich das Recht offen halten, die Kontoführungsgebühren und Zinssätze anzupassen.
Direkt- Broker, die neu am Markt sind und sehr billig sind, könnten durchaus in Zukunft die Preise anziehen.

Zum Schluss noch einen guten, wenn auch scherzhaften Spruch Andrè Kostolany:

Aktien sollst Du kaufen, gut und lange weglegen, warten bis sie Gewinn abwerfen und verkaufen.
Aktien, die keine Gewinne abwerfen, sollst Du nicht kaufen.

P.S.: Ich habe im Bericht deutlich vor den Gefahren gewarnt. Angsthasen haben an der Börse nichts verloren. Wer nicht ruhig schlafen kann, wenn er mal ein paar hundert oder tausend Euro verliert, sollte lieber Anlageformen wählen, die sicherer sind.
Bitte jammert mir nicht später vor, dass Eure Aktien in den Keller gegangen sind. Anlage- Empfehlungen möchte ich hier wirklich nicht geben, dass sollten nur die machen, die ihr Geld damit verdienen, ich meine auch "verdienen", nicht "bekommen" ;-)

Ciao, Holger
   
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