3 - 2 - 1 - dem Chris seins
7. Aug 2008
Pro:
Angebotsvielfalt - einfach zu bedienen
Kontra:
Teilweise hohe Gebühren - Frust bei Fehl - und Nichtkäufen
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Navigation / Übersichtlichkeit:
Umfang des Angebots:
Aktualität der Website:
Strukturierung der Angebote:
Vertrauenswürdigkeit des Anbieters:
mehr
 chris-hh
Über sich:
16.03.2009: Im Moment nur sporadisch online! Lese(!)tipps: Schaut mal bei pinkdawn und Mr.Patt vorbe...
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Du kennst ebay nicht? Auf welchem Planeten hast du die letzten, na sagen wir mal… zehn Jahre, zugebracht? Drei…zwei…eins… - noch nie gehört? Na gut. Dann nehme ich dich jetzt an die Hand und führe dich durch die ebay-Wunderwelt. Wird wie auf dem Rummelplatz: Ein bisschen Geisterbahn - ein bisschen Irrgarten… nein - sehr viel Irrgarten - aber das schaffen wir schon… und… Achterbahn natürlich. Los geht die Fahrt, aber, wie immer bei mir - schön der Reihe nach:
1. ebay - was ist das? 2. Neuheiten 2008 3. 10 Tipps für Käufer 4. 10 Tipps für Verkäufer 5. Meine ebay-Karriere 6. Der Chris sacht
1. ebay - wer oder was ist das? ebay ist ein online-Auktionshaus. Irgendeins? Nein - nach eigenen Aussagen ist es das größte Internet-Auktionshaus der Welt. Wie alle Superlative stammt es aus den USA, genauer: Seine Wiege stand im Jahre 1995 in San José in Kalifornien.
Im Laufe der Zeit wuchs ebay im Kernmarkt und kaufte im Rahmen der Sortimentsverbreiterung weitere Kompetenz hinzu. So den Internet-Zahlungsdienstleister "Paypal" im Jahre 2002 oder mobile.de 2004. Auch zahlreiche Wettbewerber wurden von ebay aufgekauft und integriert oder liquidiert. Wie bei "echten" Versteigerungen kann man auf zahlreiche Artikel bieten. Der Höchstbietende bekommt am Ende den Zuschlag. Für Käufer ist ebay kostenlos. Gebühren zahlen - zumindest direkt - nur die Verkäufer. Dass es schon den einen oder anderen Trick gibt, die ebay-Gebühren auf den Käufer abzuwälzen, werden wir nachfolgend noch genauer betrachten.
Die deutsche Homepage von ebay erreicht ihr unter www.ebay.de. Das überrascht euch jetzt wirklich, oder?
2. Neuheiten 2008 Offensichtlich laufen ebay die Kunden davon. Es gibt ja noch andre Online-Auktionshäuser mit teilweise abweichendem Konzept und niedrigeren Gebühren und… leider… deutlich weniger Kunden und damit natürlich auch geringeren Aussichten, etwas zu verkaufen oder den passenden Artikel auch zu finden. Daher bemüht ebay sich, die Plattform erstens sicherer und zweitens auch wieder attraktiver zu machen. 2008 gab es entsprechend zahlreiche Veränderungen. Ob es auch Verbesserungen (und wenn ja: Für wen?) sind, schauen wir uns nun anhand einiger Punkte genauer an:
Gebührenstruktur Bisher musste für jede Auktion eine Startgebühr bezahlt werden. Die Gebühr orientierte sich, unabhängig davon, ob der Artikel verkauft wurde oder nicht, am Startpreis. Dazu kam eine erfolgsabhängige Verkaufsprovision. Seit einigen Monaten nun sind Auktionen mit einem Startpreis von einem Euro kostenlos. Zusätzlich spendiert ebay auch noch ein Galeriebild, das sonst mit EUR 0,75 zu Buche schlägt. Im Gegenzug wurden dafür die Verkaufsprovisionen erhöht. Gut oder schlecht? Das erkennen wir am Schnellsten mit einem Rechenbeispiel: Wir starten 100 Bücher zu je einem Euro. Davon verkaufen wir immerhin 40 zum Startpreis. Nach der alten Regelung hätten wir EUR 25,00 Startgebühr (100 x 0,25) und eine Verkaufsprovision von EUR 1,60 (4% von EUR 40,00) bezahlen müssen. "Gewinn" nach alter Rechnung also EUR 13,40. Nach neuer Gebührenordnung entfällt die Startgebühr. Stattdessen werden 8% Verkaufsprovision (= EUR 3,20) fällig. Fragen? Gut - sehe ich auch so! Wichtig allerdings: Dies gilt nur für einen Startpreis von EUR 1,00. Bereits ein Startpreis in Höhe von EUR 1,01 kostet wieder Startgebühren und damit wird klar: Zu den Gewinnern dieser Regelung gehören all diejenigen, die ihre Auktionen mit einem Euro starten. Geht auch mit einer goldenen Uhr im Werte von 8.500,43 Euro. Wenn ihr den Nervenkitzel liebt… Verkäufer können Käufer nicht mehr negativ bewerten Sinn der Maßnahme: Käufer sollen objektiv bewerten und keine Rachebewertung des Verkäufers mehr fürchten müssen. In der Praxis zeigt sich allerdings, dass findige Kunden dies ausnutzen und nunmehr versuchen, den Verkäufer zu erpressen, da sie ja keine Rachebewertungen mehr fürchten müssen. Ebay hat das erkannt und wird diesen Punkt nochmals überarbeiten. Mal sehen, was dabei raus kommt. Rachebewertungen finde ich übrigens von Haus aus schon doof. Was ein Glück, dass es so etwas bei ciao nicht gibt…
Berechnung des Bewertungs-Schnitts Bisher wurden alle jemals abgegebenen Bewertungen für die Berechnung des Bewertungsschnitts herangezogen. Neutrale Bewertungen flossen in diese Berechnung nicht mit ein. Wer also, warum auch immer, eine negative Bewertung in der Vita hatte (geht schneller, als ihr denkt!), konnte nie wieder auf einen Bewertungsschnitt von 100% positiver Bewertungen kommen - außer er wickelte 10.000 Transaktionen ohne weitere negative Bewertung ab. Inzwischen werden für den aktuellen Bewertungsschnitt nur noch die Beurteilungen der letzten 12 Monate herangezogen. So weit, so gut. Leider zählen dabei die neutralen Bewertungen wie negative, was natürlich Unsinn ist, denn neutral ist neutral - oder? Auch hier will ebay nachbessern. Schaun mer mal. Schutz vor gekaperten Konten Ein böser Bube kommt auf welche Weise auch immer (du hast doch nicht etwa eine Pfishing-Mail beantwortet?) an dein ebay-Paßwort. Er kapert dein Konto, missbraucht es für seine verbrecherischen Transaktionen und nutzt deinen guten Ruf beispielsweise dazu, hochwertige Unterhaltungselektronik zu verkaufen, die nur in seiner Fantasie existiert. Das glaubst du nicht? Ist alles schon passiert. Um solchen Menschen zukünftig das Handwerk zwar nicht zu legen, aber doch zu erschweren, plant ebay, die IP zu loggen, mit der du üblicherweise deine Auktionen startest. Bei gravierenden Abweichungen soll ein Anruf an eine zuvor hinterlegte Telefonnummer erfolgen, mit der du dich verifizieren und beweisen kannst, dass du du und nicht der böse Gangster von nebenan bist. Ob und wie das funktionieren
soll? Keine Ahnung - zumal man, glaube ich, mit jedem Neustart des Modems eine neue IP bekommt. Oder? Die Idee dahinter finde ich jedenfalls gut. Start: Lt. Ankündigung - die Telefonnummern werden schon fleißig gesammelt - voraussichtlich im September 2008.
Natürlich gibt's noch wesentlich mehr Änderungen. Dies sind, finde ich, die Wichtigsten.
3. Zehn Tipps für Käufer Kaufen kann jeder. Stimmt. Richtig kaufen? Eben! Damit der Irrgarten ebay für euch als Käufer nicht zur Geisterbahn wird - hier meine persönlichen, zehn besten Tipps für Käufer:
Erstens: Marktübersicht Wer bei ebay kauft, muss die Marktpreise kennen. Filme und Serien auf DVD beispielsweise unterliegen enormen Schwankungen. Eine Staffel der Fernsehserie XY, die gestern noch EUR 39,90 gekostet hat, wird heute von Online-Händlern plötzlich für EUR 19,90 verramscht. Warum weiß niemand - es ist einfach so. Ich habe vor einigen Monaten nach einer Auktion mal eine wütende Mail eines Käufers bekommen, in der er mich beschuldigte, viel zu teuer zu verkaufen. Was war passiert? Ich wollte eine Film-DVD verkaufen; beinahe zeitgleich gab es genau diesen Film bei "Elektro-Aldi" für EUR 5,90 im Angebot. Meine Auktion endete bei EUR 11,84. Sorry - nicht mein Problem als Verkäufer - zumal ich die Auktion für einen Euro gestartet hatte. Oder? Zweitens: Maximalgebot festsetzen Ihr möchtet eine Sache ersteigern - unbedingt. Die Tischdecke, die genau zum tollen Bauerntisch in der Diele passt (oder das scheußliche Erbstück wenigstens hinreichend verdeckt). Prima - viel Erfolg. Damit euch die Begeisterung in den letzten Minuten der Auktion nicht mit fort reißt (und ihr entsprechend zu teuer einkauft): Überlegt euch vorher, wie viel ihr maximal bereit seid, zu bieten. Genau diesen Betrag schreibt ihr nun auf einen Zettel und klebt ihn an den Monitor. Und: Haltet euch an eure Vorgabe!
Drittens: Nur bieten, wenn man kaufen will Ganz wichtig - gerade bei privaten Verkäufern. Wenn ihr einmal geboten habt und den Zuschlag erhaltet, müsst ihr den Artikel auch kaufen. Eine Kollegin von mir ist auf diese Weise mal zu einem entzückenden Klavier gekommen. Spielen kann sie noch immer nicht; aber sie überlegt sich jetzt zweimal, ob sie bei einer Auktion bieten soll oder nicht. Ihr bitte auch. Viertens: Auktionstext genau durchlesen! Das ist gaaannnzzzz wichtig, denn bei ebay gibt's zwar auch, aber nicht nur nette Verkäufer. Einige fischen im Trüben - und das offenbar ganz legal. Beispiele: Ein Computerspiel wird angeboten und über eine ganze Seite hinweg in kleinster Schrift beschrieben und gelobt. Irgendwo in diesem ohne Absätze gestrickten Text steht drin, dass ihr nur auf eine Demo-Version des Spiels bietet. Das gleiche geht auch mit einer Auktion für Luxus-Parfum; irgendwo im Auktionstext steht klein, dass nur der leere Flakon Bestandteil der Auktion ist. Ebenfalls gern genommen: Handy-Auktionen, die nur das Handy beinhalten - ohne Akku, Ladegerät etc. Gerade bei hochwertigen Teilen aus dem Bereich "Unterhaltungselektronik" verbirgt sich gelegentlich irgendwo im Auktionstext der Hinweis "defekt", "nur zu Deko-Zwecken geeignet" oder Ähnliches. Schein legal zu sein, denn Auktionen dieser Art existieren nicht gerade wenige. Deshalb - nicht nur hier bei ciao, sondern auch bei ebay: GENAU lesen.
Fünftens: Fragen vorab stellen Verlasst euch nicht auf den gesunden Menschenverstand - so nach dem Motto: Wenn einer ein Handy verkauft, ist auch der Akku, das Ladegerät und das Headset dabei - gehört schließlich dazu. Wenn es nicht klipp und klar so im Auktionstext steht, fragt nach. Und zwar vor Ende der Auktion! Sechstens: Portokosten beachten Portokosten sind ein beliebtes Feld der Abzocke bei ebay - und das nicht nur bei gewerblichen Anbietern. "Das Porto zahlt der Käufer - ebay-Gebühren selbstverständlich wir!" ist oft zu lesen. Wenn die Versandkosten nun EUR 6,90 betragen und das Ding als Päckchen zu EUR 3,90 bei mir ankommt, frage ich mich, wer da nun wirklich die ebay-Gebühren bezahlt hat. Zweites Beispiel: Der Artikel ist erstaunlich günstig per Sofortkauf erhältlich; die Portokosten betragen allerdings EUR 14,90 und Selbstabholung ist aus logistischen Gründen nicht möglich. Aus logistischen Gründen? Wohl eher aus "Eigenes-Bankkonto-Maximierungs-Gründen" denn jedem sollte klar sein, wovon dieser Verkäufer in Wirklichkeit lebt. Ebenfalls beliebt: Staffel-Gebühren. Also Grundkosten für einen ersteigerten Artikel und dann Aufpreise für jeden weiteren Artikel, die durch nichts gerechtfertigt sind. Also auch hier: Aufpassen!
Siebtens: Nach Buchstabendrehern suchen Buchstabendreher und falsch geschriebene Artikelbezeichnungen: Darüber könnte man ein ganzes Buch füllen. Auch Artikel, die in einer falschen Kategorie eingestellt sind, kommen gar nicht so selten vor. Meist absichtlich (und damit gegen die ebay-Grundsätze), manchmal aber auch versehentlich. Solche Auktionen sind Perlen und eine der wenigen Möglichkeiten, bei ebay noch ein Schnäppchen zu machen. Ebenfalls in diese Kategorie fallen Auktionen, die zu Unzeiten enden. Wer sitzt schon nachts gegen 04:53 Uhr vor dem Computer? Ihr - wenn ihr ein Schnäppchen machen wollt! Achtens: War nicht alles ok? Verkäufer kontaktieren. Gab es Probleme? Entspricht der Artikel nicht euren Erwartungen? Lest erst einmal die Artikelbeschreibung in Ruhe durch. Habt ihr vielleicht etwas überlesen? Wenn nein - bitte nicht gleich negativ bewerten ("Dem zeige ich es jetzt!"), sondern den Verkäufer kontaktieren. Und zwar nett und freundlich. Jeder Verkäufer wird nach einer freundlichen Mail sicher geneigter sein, eine berechtigte (?) Reklamation kulant zu bearbeiten, als wenn er schon negativ bewertet oder mailtechnisch angepflaumt wurde. Ich habe beispielsweise mal ein Fernglas ersteigert, das, in drei Teile zerbrochen, bei mir an kam. Flugs ein Foto von dem Ding gemacht und freundlich den Verkäufer kontaktiert. Reaktion: "Das is hin. Schmeiß es weg - ich schicke dir ein Neues". Dauerte zwei Tage. So soll es sein…
Neuntens: Die Überraschungspakete! In nahezu allen Kategorien wimmelt es davon. Die Berichte über eis.de? Nein - die Überraschungspakete. "Handyzubehör im Wert von mindestens 100 Euro - hier für nur EUR 9,90 Sofortkauf". Es folgt eine Liste, was alles in diesem Paket enthalten sein kann. Natürlich keine Garantie, dass das wirklich in eurem Paket mit drin ist, denn die Pakete sind alle verschieden und bereits gepackt und der Konjunktiv klar erkennbar. Selbstabholung? Meist Fehlanzeige. Stattdessen Portokosten in nicht nachvollziehbarer Höhe. Klare Empfehlung von mir daher: Hände weg. Wenn ihr Überraschungen liebt, geht stattdessen in euren Keller. Dort stehen seit nunmehr vier Jahren elf Kartons - seit dem letzten Umzug nicht mehr angefasst. Packt die aus, seid überrascht und freut euch, dass ihr gleich etwas zu verkaufen habt (siehe Tipps für Verkäufer). Zehntens: Kauf auf ebay, um auf ebay wieder zu verkaufen? Dazu zwei klare Worte: Vergiss es! Gerade die Kategorie der Großhandelsposten ist voll von Auktionen, die Flohmarkt- oder ebay-Händlern unglaubliche Gewinn-Möglichkeiten in Aussicht stellen. Wenn das wirklich ginge, würden die Verkäufer eben diese Geschäfte selbst machen, anstatt sie euch zu überlassen. Auch hier ganz klar: Hände weg - das funktioniert nie.
Soweit meine zehn liebsten Käufertipps. Selbstverständlich hätte ich noch über die ausländischen ebay-Portale schreiben können; beispielsweise die amerikanischen Seiten, wo doch der Dollar gerade so günstig steht. Oder über das richtige Bietverhalten - undundund. Aber: Ich wollte euch nicht jeder Möglichkeit eines sinnvollen Kommentars berauben!
4. Zehn Tipps für Verkäufer Natürlich könnte ich die zehn Tipps für Käufer einfach umdrehen und sagen: So solltest du, lieber Verkäufer agieren. Aber erstens funktioniert das nicht bei allen Tipps und zweitens bekomme ich auf diese Weise keine dreißig Berichts-Seiten zusammen. Wohlan denn… hier kommt Irrgarten zwei: Die Wunderwelt für den ambitionierten Verkäufer:
Erstens: Was will ich verkaufen? Gute Frage. Sicher gibt es vieles, das dornröschenmäßig in irgendwelchen Kisten, Schubläden und Besenkammern schlummert - und das schon seit vielen Jahren. Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, alles, was ich zwei Jahre nicht in der Hand hatte, regelmäßig kritisch zu mustern. Unterteilt wird in vier Kategorien. "Echten Schrott" entsorge ich. Einige wenige Dinge möchte ich vielleicht behalten. Übrig bleibt, was sich eventuell verkaufen lässt - wenn auch nicht unbedingt in ebay. Moment - man kann doch alles in ebay verkaufen??? Ja, klar - aber: Der tolle Maßkrug beispielsweise wird auf einem Flohmarkt sicher zwei Euro bringen. In ebay kämen dann noch EUR 3,90 für Porto dazu - das kann man zwar anbieten, kauft aber keiner. Also - diesen letzten Stapel nochmals unterteilen: ebay-tauglich oder nicht? Untauglich ist alles, dessen möglicher Wert unter den Portokosten liegt. Untauglich ist auch, was zu filigran oder zu sperrig zum Verschicken ist. Und schon… haben wir was zu verkaufen… Zweitens: Ehrliche, offene Beschreibung Das ist ganz wichtig. Beschreibt alle positiven, aber auch die negativen Eigenschaften eures Artikels. Ihr habt euch vielleicht an den kleinen Ratscher auf dem Bauerntisch gewöhnt und seht ihn gar nicht mehr. Euer Käufer dagegen wird ihn sofort entdecken - der sucht nämlich danach! Auch ein Foto ist hilfreich. Dazu genügt schon die billigste Digicam. Und die teure Digicam dreht ihr bitte auf eine geringe Auflösung herunter. Warum? Große, sperrige Fotos sorgen dafür, dass eure Auktion nur sehr langsam auf dem Bildschirm erscheint und potentielle Kunden haben dann vielleicht schon weg geklickt (ungefähr so, wie die ciao-Leser bei diesem viel zu langen Bericht!). Reflexionen auf glatten Oberflächen solltet ihr auf euren Bildern auch vermeiden. Dass ihr einen Kronleuchter unter der Decke hängen habt, interessiert den Käufer nicht wirklich.
Drittens: Die Portokosten Das hatten wir doch schon einmal…? Richtig - aus Käufersicht. Nun für Verkäufer: Ich suche immer den günstigsten Versandweg und berechne meinen "Kunden" nur die reinen Versandkosten. Das gilt selbstverständlich auch bei mehreren Artikeln. "Und die Verpackungskosten?" höre ich euch fragen. Richtig - darf man nicht vernachlässigen. Wenn ihr denn teure Luftpolsterumschläge kauft und diese auch verwendet, sollt ihr die Kosten dafür selbstverständlich vom Kunden zurück bekommen. Nur: Wenn das wirklich so ist, schreibt es mit in den Auktionstext. Portokosten müssen transparent sein. Denkt daran: Üblicherweise gibt es außer eurem noch wenigstens 100 gleichartige Angebote. Was euch von denen unterscheidet, sind die günstigeren Versandkosten. Ein, wie ich finde, überzeugendes Kauf-Argument - oder? Viertens: Zusatzoptionen - ja oder nein? Zusatzoptionen gibt es bei ebay wie Sand am Meer. Sie sind ebenso teuer wie meist völlig nutzlos. Ob ihr Zusatzoptionen wie Fettschrift oder das Galeriebild nutzen möchtet, hängt vor allem vom zu erwartenden Erlös eurer Auktion ab. Die einzige Zusatzoption, die ich einigermaßen regelmäßig nutze, ist das Galeriebild. Bei Auktionen mit einem Startpreis von einem Euro immer, da kostenlos. Bei anderen Auktionen immer dann, wenn die übrigen Anbieter in der Kategorie ebenfalls ein Galeriebild verwenden. Auktionen ohne Galeriebild gehen in solchen Kategorien schlicht unter. Also mit den Zähnen knirschen und die ebay-Gewinn-Maximierungs-Strategie mit EUR 0,75 pro Galeriebild unterstützen.
Fünftens: Formalien beachten Hierzu zählt, klippschulenmäßig gesagt, dass ihr euren Artikel schon in der richtigen Kategorie einstellen solltet, Tippfehler erstens im Titel zu vermeiden (sonst findet niemand eure Auktion) und natürlich auch den eigentlichen Auktionstext grammatikalisch richtig zu fabulieren - das schafft Vertrauen beim Kunden. Wie sieht denn nun der richtige Titel aus? Wenn ihr ein bisschen durch ebay blättert, findet ihr Reihenweise Beispiele dafür, wie man es nicht macht. "Rock" / "Buch von Fred Asmus" / "Eierbecher"… undsoweiterundsoweiter. So bitte nicht. Der Titel muss die wichtigsten Informationen enthalten und neugierig machen. Statt "Buch von Fred Asmus" beispielsweise "Henkerspiele, Fred Asmus, neu, gebunden". Der Eierbecher verkauft sich auch besser unter "Hutschenreuther - sechs Eierbecher - gut erhalten". Sechstens: Nutzt die Artikelmerkmale Für viele Kategorien sind Artikelmerkmale verfügbar, die euren Auktionstext entsprechend ergänzen aber natürlich nicht ersetzen können. Sieht auf den ersten Blick aus, wie doppelte Arbeit. Andererseits suchen viele Käufer konkret nach Artikeln, die bestimmten Merkmalen entsprechen. Alles, was die Verkaufschance erhöht und nichts außer ein bisschen Zeit kostet, sollten wir nutzen. Also los.
Siebtens: Paypal anbieten? Als Käufer von mir ein ganz klares "Ja!", weil damit Transaktionen bis EUR 1.000,00 abgesichert sind. Als Verkäufer finde ich einerseits gut, dass das Geld wesentlich schneller bei mir ist, bemerke aber andererseits, dass auch Paypal nix zu verschenken hat. Jede Transaktion kostet Gebühren und die zahlt nun mal der Verkäufer. Ich biete Paypal an und bin bisher gut damit gefahren. Wie - ihr kennt Paypal nicht. Klasse - da hab' ich ein Thema für meinen nächsten Bericht… Achtens: Der Startpreis "Früher" - und das bitte ich jetzt, nicht falsch zu verstehen, denn es kommen weder Geschichten vom Krieg noch bin ich über Neunzig Jahre alt - war alles relativ einfach. In den Anfangsjahren funktionierten Auktionen noch wie Auktionen funktionieren sollen. Die Kunden haben geboten. Die ganzen sieben Tage, die eine Auktion online war. Seit etwa zwei Jahren bemerke ich bei sieben Tage dauernden Auktionen in den ersten sechskommaneun Tagen gar nix. Niemand bietet - die Artikel werden nur beobachtet, da niemand den Preis in die Höhe treiben will. GEBOTEN wird erst in den letzten Minuten. Was bedeutet das für den Verkäufer? Ganz einfach: In wenigen Minuten kann sich der Preis deines Artikels normalerweise nicht so weit erhöhen, wie in vielenvielen Tagen. Daher sollte euer Startpreis schon die allerunterste Schmerzgrenze sein, zu der ihr bereit seid, den Artikel wegzugeben.
Neuntens: Anfragen von Kunden "Welche Größe hat die Bluse?" Du Depp - kannst du den Auktionstext nicht lesen? Steht doch drin. Und im Titel steht es auch noch mal. Blinde Nuss! Das denke ich höchstens. Schreiben werde ich "Hallo und danke für dein Interesse an meinen Auktionen…" Anfragen von potentiellen Kunden, so "blöd" sie im ersten Moment erscheinen, sind ein echter Glücksfall. Ihr habt die Möglichkeit, euch von eurer besten Seite zu präsentieren - eine Chance, die ihr nicht verstreichen lassen solltet! Zehntens: Offline-Tools Ihr wollt häufiger bei ebay verkaufen? Dann empfehle ich euch den Turbolister. Diese Datenbank erlaubt euch, die Auktionen offline auf eurem Rechner zu erfassen, wann auch immer ihr die Zeit dazu habt. Hochgeladen sind 30 Auktionen dann in 10 Minuten. Das Beste: Löscht die verkauften Artikel aus der Datenbank. Die nicht verkauften könnt ihr in einigen Monaten ohne erneuten Erfassungsaufwand wieder starten. Echt klasse - wenn man denn die Datenbanken pflegt. Einzige Ausnahme: Binnen sechzig Tagen nach Auktionsende startet ihr die nicht verkauften Artikel bitte direkt aus ebay. Warum? Ganz einfach: Startgebühren werden nur fällig, wenn ihr den Artikel erneut NICHT verkauft. Im Verkaufsfall ist das Wiedereinstellen kostenlos. Diesen Vorteil unbedingt nutzen - schließlich ist ebay teuer genug… Turbolister gibt's gratis auf der ebay-Homepage. Die Nutzung ist erstaunlicherweise kostenfrei.
Auch dies könnte man beliebig fortsetzen. Könnte man. Muss man aber nicht…
5. Meine ebay-Karriere Bei ebay bin ich seit 2001 aktiv und habe in nunmehr gut sieben Jahren insgesamt über 2.300 Transaktionen - sowohl als Käufer als auch als Verkäufer - mehr oder weniger erfolgreich hinter mich gebracht. Auch ich habe Fehler gemacht - vor allem am Anfang. Siehe hierzu beispielsweise die Punkte neun und zehn der Tipps für Käufer!
Einige wenige Transaktionen sind schief gelaufen. Einmal lag es sogar an mir. Aber wenn man diese wenigen Problemfälle der Gesamtzahl aller Auktionen gegenüber stellt, fallen sie nicht wirklich ins Gewicht. Dementsprechend habe ich diesen Bericht auch etwas anders aufgebaut, als üblich. Ich denke, jeder von euch weiß, dass es bei ebay verschiedene Angebotsformate (Auktion oder Sofort kaufen) gibt. Dies und ähnliche Trivialitäten fallen in diesem Bericht daher schlicht unter den Tisch.
Auch die Gebührenstruktur habe ich nicht abgetippt. Ebenso wenig die ebay-Grundsätze. So etwas ist im Regelfall bekannt oder nachschlagbar; und Ziel dieses Berichts war auch nicht die Erlangung des Titels "Dr. Chris ebay". Mir ging es vor allem um meine eigenen Erfahrungen und die sind, siehe oben, mit sehr sehr sehr wenigen Ausnahmen, durchgehend positiv.
6. Der Chris sacht
Gerade über ebay könnte ich noch zehn bis zwanzig weitere Seiten schreiben - aber ich fürchte, schon jetzt sind die Meisten von euch nicht mehr bei mir. Unter dem Strich ist ebay absolut empfehlenswert. Zwar tummeln sich dort inzwischen viele gewerbliche Verkäufer mit Verkaufspreisen, die denen in normalen Läden kaum nachstehen, aber das eine oder andre Schnäppchen ist durchaus noch möglich. Ausgefallene Dinge findet man ebenfalls und euren "alten Krempel" werdet ihr auch noch gewinnbringend los. Von mir daher fünf Sterne und eine klare Empfehlung.
Fotos habe ich diesmal übrigens nicht mit hochgeladen. Was auch? Habt ihr eine Idee? Hmmmm…. vielleicht von der hübschen Tischdecke, die das hässliche Erbstück verdeckt…
Puh - fertig! Nun seid ihr dran. Schreibt mir doch mal. In mein Gästebuch beispielsweise. Auch über nette Kommentare freue ich mich immer sehr. In diesem Sinne wie immer vielen Dank fürs Bewerten und Kommentieren.
© Chris für ciao am 07.08.2008
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08.11.2009 22:37
Kann leider kein b.h. mehr vergeben. ***Schade***Aber hier gibt es Rachbewertungen. Leider. Es gibt hier auch Leute, die, wenn sie nicht der Meinung sind oder das anders sehen abwerten, obwohl ein Bericht schließlich die Meinung seines Schreibers wieder gibt, was zu respektieren wäre.
31.10.2009 16:44
Ja, da hast Du vollkommen Recht - gut das es diese Rachebewertungen bei Ciao nieeeeeeee geben würde. Ciaoianer sind halt doch die edleren Menschen ;-) Spaß beiseite, ein perfekter Bericht in dem alles drin ist. Happy Halloween, Sowan
23.09.2009 12:13
prima, gefällt mir gut dein Bericht, mfg