Gemischte Gefühle
02.08.2010
Pro:
Viele Mitglieder, gute Filterfuntkionen, für kurze Affären OK
Kontra:
Ungeeignet für wirklich Beziehungssuchende, manchmal undurchsichtiges Geschäftsgebaren
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Navigation / Übersichtlichkeit:
Informationsgehalt
Aktualität der Website:
Anzahl der Anzeigen:
Seriosität des Anbieters:
 haary1970
Über sich:
Mitglied seit:02.08.2010
Erfahrungsberichte:1
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 21 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Ich war insgesamt etwa 9 Monate auf friendscout angemeldet, zeitweise als Premiummitglied. Ich bin geschiedener Single und um die 40, also aus dem Alter raus, wo man auf Discotour geht um jemanden kennen zu lernen. Dummerweise hält sich das Freizeit-Angebot um jemanden kennen zu lernen für Leute in meinem Alter in Grenzen. Das kennenlernen per Internet bietet hier noch die beste Möglichkeit.
Technische Bewertung Insgesamt macht die Webseite einen soliden Eindruck. Ohne aktiviertem Javascript ist die Seite kaum nutzbar, aber das ist bei komplexen Webseiten wohl heutzutage normal. Ich benutze kein Windows, sondern eine alternatives Betriebssystem, und da fiel mir auf, dass es schon mal zu Darstellungsproblemen kam, insbesondere bei Umlauten.
Die Chatfunktion versagte schon mal, auch mitten im Chat, was dann zu unangenehmen Situationen führte, da der/die Chatpartner(in) meinte, man hätte den Chat kommentarlos verlassen. Es kam auch vor, dass man aufgrund von Fehlfunktionen oder Überlastung ausgeloggt wurde, was ebenfalls unangenehm war. Positiv: Es gibt eine Reihe von Filter- und Einstellmöglichkeiten bei der Suche - in diesem Punkt gehört FS mit zu den besten am Markt.
Geschäftsgebaren Natürlich verdient Friendscout sein Geld nur von zahlenden Mitgliedern. Mit der kostenlosen Basismitgliedschaft lässt sich auch kaum was reißen. Möchte Mann (sic!) aktiv auf die Suche gehen führt kein Weg an einer Premiummitgliedschaft vorbei - es sei denn, man sieht aus wie George Clooney und hat ein Einkommen von über 10.000 € im Monat, dann kann man sich auch finden lassen - dazu aber unten mehr.Es ist Friendscout also nicht übel zu nehmen, dass die Kontaktfunktionen kostenpflichtig sind. Dass hauptsächlich Männer darauf angewiesen sind, da sie den aktiveren Part bei der Partnersuche übernehmen, liegt, im wahrsten Sinne des Wortes, in der Natur der Sache. Der deutliche Männerüberschuss, wie auf fast allen Singleportalen, tut ein übriges dazu.
Merkwürdig ist nur, dass das weibliche Interesse an dem Profil gerade dann am größten ist, wenn man noch kein zahlendes Mitglied ist oder wenn der Zeitraum der Premiummitgliedschaft sich dem Ende zuneigt. Es hält sich aber noch in Grenzen, da habe ich bei anderen Singleportalen viel schlimmeres erlebt. Eine Sache war aber richtig übel: kurz nachdem ich Basis-Mitglied wurde erhielt ich per Mail ein Angebot für eine kurze Premiummitgliedschaft für kleines Geld (ich erinnere mich nicht mehr genau, ob für eine oder zwei Wochen). Ich folgte dem angegebenen Link der Mail und füllte die Formulare aus, immer in der Annahme, es ginge um die angebotene Sonderaktion. Am Ende hatte ich dann aber doch einen Monat Premiummitgliedschaft zum Standard-Tarif gebucht, was ich aber erst erfuhr, nachdem die Buchungsaktion abgeschlossen war. Möglicherweise habe ich bei dem Vorgang etwas überlesen, aber selbst wenn, fand ich das nicht OK.
Die Partnersuche Der interessanteste Teil ist sicher die Partnersuche an sich. Die Auswahl ist ziemlich groß, was positive wie auch negative Seiten hat.
Als Mann muss man selbst aktiv werden, ansonsten hat man keine Chance, es sei denn ... siehe oben. Frauen haben es da wesentlich leichter, sie bekommen, wenn sie nur halbwegs attraktiv aussehen, dutzende Mails und Chatangebote täglich. Bei den Damen reicht also in der Regel eine kostenlose Basismitgliedschaft. Wie meine Vorschreiber kann ich die weibliche Rückantwort-Quote bestätigen. Etwa 10%-20% antworten überhaupt auf eine Mail zurück. Davon sind noch mal ein Großteil Absagen. Der Anteil, bei dem es zu einem tatsächlichen Kontakt kommt schätze ich auf etwa 2-3%.
Man muss als Mann gewissermaßen mit der Schrotflinte schießen, also massenhaft Mails versenden, um überhaupt Erfolgserlebnisse zu haben. Ich sehe sicher nicht schlecht aus, bin aber auch kein Model. Bei den zustande gekommenen Dates bestätigten mir mehrere Frauen, dass ich durchaus anziehend und attraktiv aussehe (das sagten die Frauen von sich aus, nicht auf Nachfrage). Es kommt beim Erstkontakt vor allem auf das Foto an. Ich machte den Fehler, mich mit einer normalen Porträtaufnahme einer Digicam reinzustellen. Das Foto war bestenfalls durchschnittlich. Ein Kollege, der sich einen Spaß machte und ein gefaktes Foto eines männlichen Models reinstellte wurde von weiblichen Kontaktanfragen nur so überhäuft. Selbst als er unverschämt wurde und direkt nach Sex fragte, bekam er haufenweise Telefonnummern und sogar private Adressen angeboten (Er hat davon nichts ausgenutzt, das nur nebenbei). Es ist also keineswegs so, dass nur innere Werte zählen. Gerade beim Online-Flirt zählt die Optik. Wer also von der Natur nicht weit überdurchschnittlich gesegnet ist sollte einen professionellen Fotografen aufsuchen.
Viele weibliche Vorschreiberinnen beklagen, dass Männer auf FS nur "das eine" wollen. Und tatsächlich werden Frauen mit primitiven und eindeutigen Angeboten nur so überhäuft. Andererseits habe ich festgestellt, dass es umgekehrt auch nicht OK ist. Ich war interessiert an einer aufrichtigen Partnerschaft, und nicht nur auf Sex aus. Bei meinen Kontakten hatte ich viele interessante Unterhaltungen, oft stundenlang. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, die meisten Frauen mit denen ich Kontakt hatte haben sich sehr gern mit mir unterhalten und viele sagten, sie hätten sich sich noch nie so gut mit einem Mann unterhalten wie mit mir. Als es dann aber zu einem Real Life Treffen kam war der Ofen aus. Nicht wegen meines Aussehens. Vielmehr, weil ich "zu nett" wäre. Viele Frauen konnten es sich auch nicht erklären, sie meinten wir verstünden uns super, aber es hätte aus unerklärlichen Gründen nicht gefunkt. Ich kam zu dem Ergebnis, dass viele Frauen eben doch den draufgängerischen Macho suchen, auch wenn sie es nicht offen zugeben.
Nachdem mir das mehrmals passierte änderte ich meine Vorgehensweise. Ich telefonierte nur noch kurz mit den Damen und wurde sexuell anzüglich - natürlich nicht proletenhaft, sondern schon mit etwas Stil. Bei den Treffen war ich dann auch nicht mehr so brav - und siehe da, meine Erfolgsquote stieg, allerdings ging nichts über ein paar sehr kurze Affären hinaus. Das war aber nicht das was ich suchte. Einige Frauen suchen auch nur einen Versorger, dem sie das Geld aus der Tasche ziehen. Nach einem kurzen kennenlernen kommen dann plötzlich unerwartete Rechnungen, und der verliebte Trottel bezahlt. Ich spreche hier nicht von Fakes (wer auf sowas reinfällt, ist selbst schuld), sondern von realen Frauen. In diesem Fall sollte der Mann das Weite suchen, was natürlich schwer ist, wenn Gefühle im Spiel sind. Anscheinend haben sich einige Frauen darauf spezialisiert, auf diese Weise ihren Lebensunterhalt aufzubessern. Ist ein Verehrer ausgequetscht und/oder hat keine Lust mehr kommt halt der nächste dran, FS bietet ja genug Auswahl. Dies dürfte nur eine kleine Minderheit der Frauen sein, aber es gibt sie.
Nach einem dreiviertel Jahr habe ich eine Frau gefunden, jedoch nicht über FS, sondern im realen Leben, mit der ich seit mehreren Monaten eine Beziehung führe. Nichtsdestotrotz hätte ich ohne Singleportale diese Frau nicht kennen gelernt, denn es handelt sich dabei um eine Bekannte eines Kontaktes.
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02.08.2010 16:11
keine Seite für mich! Liebe Grüße