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Prämierter Erfahrungsbericht

Riester Rente, das geht uns alle an.

5  27.07.2001 (05.03.2002)

Pro:
Eine Zulage des Staates, welche sich niemanden entgehen lassen sollte .

Kontra:
Nachgelagerte Besteuerung und falls ggf .  nicht angenommen, könnte eine Pflicht daraus werden .

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Erreichbarkeit im Ernstfall:

Zahlungsbereitschaft im Ernstfall:

Beitragshöhe / Leistungsverhältnis:

Allgemeine Kundenfreundlichkeit:


lfi-tir

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 316 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

In der letzten Zeit liest man soviel über die sog. Riester-Rente, doch z.T. sind m.E. nur meist solche Fakten zu finden, welche, aus welchen Grund auch immer versuchen die Bevölkerung zu verunsichern. Wirkliche Fakten bzw. Hilfen für den Bürger findet man in den meisten Medien nicht.
Ich versuche einmal so ausführlich wie irgend möglich diese Problematik abzuhandeln. Gut, es wird ein sehr ausführlicher Bericht werden, finde jedoch, daß dies dann für jeden Leser und Interessenten etwas nachhaltiges bringen sollte, bzw. dürfte. Sollte dies mir hier dann gelingen, wäre ich vollauf zufrieden.

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Um was geht es eigentlich bei dieser Rentenreform?

Es gibt immer mehr Rentner

Da die Lebenserwartung in der deutschen Bevölkerung immer höher wird, was durch die meist sehr gute medizinische Versorgung usw. gegeben ist, gibt es in unserem Lande immer mehr Rentner. Dies ist auf den ersten Blick von der Seite des Einzelnen gesehen selbstverständlich sehr positiv, wer wünscht sich nicht ein langes, nach Möglichkeit gesundes leben? Doch gerade hier ist der „Hund“ begraben, da die junge, arbeitende Bevölkerung für die Rentenzahlungen der jetzigen Bezieher aufkommen muß und wie bereits angedeutet, es immer mehr ältere Leute gibt, hat sich der sog. Geburten- bzw. Altersbaum auf den „Kopf gestellt“. Das Verhältnis von Erwerbstätigen und Rentnern hat sich in den letzten Jahren drastisch verschoben, was auch unausweichlich zu Leistungskürzungen führt, um das System der gesetzlichen Rente überhaupt erhalten zu können.

Das bedeutet für uns alle, daß eine gewisse Eigenverantwortung für die Rente angesagt ist, dies wird in der Zukunft noch viel schwerwiegender greifen. Das Rentenniveau wird weiter sinken, so daß eigentlich schon heute und erst recht in der Zukunft, das bestehende System das nicht mehr bieten kann, was wir alle erwarten.

DIE RENTENREFORM ist das größte staatliche Förderpaket für die eigene Altersvorsorge, das es je gab. Rund 11 Milliarden € sollen hierfür jährlich bereitgestellt werden. Die Rentenreform soll die Eigenverantwortung des einzelnen Bürgers auf freiwilliger Basis stärken, diese wurde im Mai 2001 eingeführt.

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Mit welcher staatlichen Altersrente kann ich eigentlich rechnen?

Geht man heute in Rente, so kann man noch mit einer staatlichen Rente von etwas weniger als 70% des letzen Nettoeinkommens rechnen. Dies scheint im ersten Moment noch recht positiv zu sein, hat aber schon jetzt zur Folge, daß man im Alter auf so einiges verzichten muß.
Da z.T. die staatliche Rente schon heute zu niedrig ist, so werden z.B. aus 2045,-- € über Nacht etwas 1.432,-- €, gut man hat dann lange Zeit zu überlegen, welcher lieb gewordenen Gewohnheit man sich entledigen will um einzusparen. Anders selbstverständlich, wenn man in den sogenannten „fetten Jahren“ den Jugendjahren entsprechend vorgesorgt hat.
So z.B. mit entsprechenden Kapital- oder Rentenversicherungen, welche auch vom Staat wie bisher, durch steuerfreie Auszahlung des Kapitals oder die Besteuerung der Rente nur durch den Ertragsanteil, gefördert werden.
Man sollte sich die staatliche Förderung auf jeden Fall von Anfang an sichern, da sich dies erheblich lohnen kann. Je nach Alter, Anzahl der Kinder , Höhe des Einkommens und Familienstand können leicht 15.000,00 ja vielleicht sogar 20.000,00 € vom Staat dazukommen. Darauf gehe ich aber an geeigneter Stelle noch genau ein.

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Was verbirgt sich eigentlich hinter den neuen Rentenkonzept, was ist die Idee?

Das System der staatlichen Altersvorsorge wird sich in Zukunft auf zwei Beine stellen, zum einen auf das bisherige Umlageverfahren, zum anderen auf die neue Finanzierungsart, die sich auf private Beiträge und die entsprechende staatliche Förderung stützt.
Seit bestehen der Bundesrepublik hat es schon zahlreiche Rentenreformen gegeben, welche zumeist spürbare einschnitte brachten. Diese neue RENTENREFORM ist nicht der erste Versuch die gesetzliche Rentenversicherung entsprechend zu entlasten.
WICHTIG: Erst zum 01.01.2001 ist die staatliche Versorgung bei Berufsunfähigkeit extrem eingeschränkt worden.

Mit dieser Rentenreform wird erstmals ein vollkommen neuer Weg gewählt Die Regierung hat offen zugegeben, daß die Finanzierungsprobleme durch die eingangs geschilderte Problematik, im Rahmen des Umlageverfahrens nicht mehr zu bewerkstelligen sind. Daher soll auch der Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung gebremst werden, damit Mittel für eine private Ersatzrente frei werden.

WARUM private Systeme?
Diese sind erheblich besser aufgebaut und auf die momentanen Gegebenheiten eingestellt. Daher sollen auch die erneuten Einschnitte bei der Rente durch die staatlich geförderte Eigenvorsorge ausgeglichen werden.

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Wie funktioniert nun eigentlich diese staatliche Förderung?

Wer und wieviel Förderung man erhalten kann, wird nun nachfolgend erklärt.

Infrage kommen folgende Gruppen:
-rentenversicherungspflichtige Selbstständige (z.B. Handwerker)
-rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer (nicht im öffentlichen Dienst)
-Wehr- und Zivildienstleistende
-Pflichtmitglieder in der landwirtschaftlichen Alterskasse
sowie auch geringfügig Beschäftigte, welche auf die Rentenversicherungsfreiheit verzichten.

Keine Förderung erhalten folgende Personengruppen:
-Beamte,
-Richter,
-Pflichtmitglieder in berufsständischen Versorgungswerken,
-Berufs- und Zeitsoldaten,
sowie nicht versicherungspflichtige Selbstständige.

Sollten Sie nicht zu den „förderungswürdigen Personenkreis“ gehören, könnte jedoch durch die Berufstätigkeit des Ehepartners eine Förderung dennoch in Betracht kommen.


Höhe der FÖRDERUNG

Diese richtet sich nach den Familienstand und nach der Zahl der Kinder. Dabei wird unterschieden zwischen der Grundzulage z.B. für unverheirateten und bei verheirateten für jeden Ehepartner sowie der Kinderzulage. Die Förderung, welche für das Jahr 2002 gilt wird bis zum Jahr 2008 alle zwei Jahre um denselben Betrag erhöht.

FÖRDERUNG für Alleinstehende und Ehepartner.
Diese beträgt zu Beginn (2002) für Alleinstehende 38 € und steigt bis zum Jahr 2008 auf den Höchstbetrag, welcher 154 € beträgt. Ehepartner erhalten beide diese Zulage falls ein förderfähiger Vertrag für jeden Partner abgeschlossen wurde und die Voraussetzungen für die Ehegattenveranlagung vorliegen. Dabei ist es unerheblich, ob nur einer oder beide zum Kreis der Begünstigten gehören.

Die KINDERZULAGE
Diese gibt es für jedes Kind, für welches man Kindergeld erhält und solange man dieses erhält. Die Zulage steigt von 46 € ab den Jahr 2002 auf 185 ab den Jahr 2008, wie bereits erwähnt für jedes Kind. EXTREM-Beispiel: 10 Kinder im Jahre 2008 eine Jahreszulage nur für diese von € 1850,00 (aber wer hat diese heutzutage schon noch?).

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Was ist die Voraussetzung für die volle Zulage?

Es bestehen Mindestanforderung an die Höhe des Gesamtbeitrages aus Eigenbeitrag und Förderung, die da sind:
Der Mindestgesamtbeitrag beträgt im Jahr 2002 1% des rentenversicherungspflichtigen Einkommens des Vorjahres (max. 52.500,00 €) und steigt auf 4% der Bezugsgröße im Jahr 2008.

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Förderung und zusätzliche Steuerersparnis

Bei Abgabe der Steuererklärung wird vom Finanzamt geprüft, ob die staatliche Förderung oder der Abzug der Beiträge als Sonderausgaben günstiger ist.
Falls die ermittelte Steuerersparnis höher ist als die erhaltene Förderung erhält man die Differenz zusätzlich.
Die Förderung kann also aus zwei Teilen bestehen, vor allem bei einem hohen Steuersatz, den staatlichen Zulagen und der Steuerersparnis durch Abzug der Beiträge als Sonderausgaben. Beachten: Es können die „normalen“ Sonderausgaben jederzeit bereits ausgeschöpft sein, diese gelten immer als zusätzliche Sonderausgaben.

Kleiner Wermutstropfen, da die Eigenbeiträge für die private Altersversorgung durch die Zahlung der Förderung, bzw. durch den Abzug als Sonderausgaben auf jeden Fall steuerfrei bleiben, unterliegen später die Rentenzahlungen der Steuerpflicht, es handelt sich hierbei um die sogenannte nachgelagerte Besteuerung.

Fazit:
Obwohl dies einer meiner längsten Beiträge hier bei ciao sein dürfte, konnte ich leider nicht alles, was vielleicht den Ein oder Anderen interessieren würde oder könnte unterbringen. Zu dieser Thematik gäbe es noch einige zu sagen, bzw. zu schreiben, jedoch will ich hier ja kein Buch verfassen.

Jedoch noch schnell soviel, es ist keine Kapitalabfindung möglich, d.h. es muß die Rente in Anspruch genommen werden, jedoch meist mit einer entsprechenden Garantiezeit. Desweiteren verfallen die Zulagen bei Tod eines ledigen bzw. nur in eheähnlicher Gemeinschaft lebenden Partners. Nur auf einen Ehepartner können die Zulagen bei Tod übertragen werden. Die selbst eingezahlten Beiträge werden jedoch immer mit entsprechender Verzinsung an den Bezugsberechtigten zurückgegeben.

Ich hoffe jedoch, daß es Euch allen eine kleine Hilfe war und vielleicht ist, sich für die Zulagen des Staates zu entscheiden. Denn eines dürfte sicher sein, wird dies, was ich jedoch nicht glaube, von der Bevölkerung nicht so angenommen, wie es sich unsere Regierung erwartet, so wird als nächstes die „private Pflichtversicherung“ folgen und dann, dann ist es mal wieder aus mit der sogenannten freien Entscheidung.
Falls jemanden fragen, welche ihn persönlich betreffen, oder welche weiter ins Detail gehen sollten hat, so kann er mich gerne anmailen, meine e-mail befindet sich im Profil.

Update:
Es ist nun auch der Abschluß schon ab 16 Jahren möglich und vor allem auch für die Angestellten im öffentlichen Dienst.


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HeJePa

HeJePa

04.04.2002 12:35

das die rente selber finanziert werden muss, weiss man doch, ...aber ob es dann wirklich die rente gibt, ist die Frage...es wurde bei rente schon soviel geändert.da bin ich ziemlich skeptisch...bin aber wegen meiner Kids auch drin, mal sehen ob es ein Gewinn oder wie schon oft ein Verlust wird..es können sich sowieso die geringverdiener meist nicht leisten..HeJePa

marathoni

marathoni

27.03.2002 21:22

Ich gratuliere Dir noch zu dem Diamanten. Ein sehr guter Bericht über ein aktuelles Thema, was jeden angeht. Ich hoffe, dass jeder in den Genuss seiner Rente kommt. Gruß Gitta

HiggensX

HiggensX

24.03.2002 23:56

Ein sh und fast der Diamant reichen für diesen sehr guten Bericht kaum aus.

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