Schrummeln am Lagerfeuer...

5  06.07.2001

Pro:
Mehr Links braucht kein Gitarrero !

Kontra:
nix

Empfehlenswert: Ja 

ThomasV

Über sich:

Mitglied seit:25.02.2000

Erfahrungsberichte:97

Vertrauende:37

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 59 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Okay, es ist Zeit, es zuzugeben: ich bin einer von diesen komischen Typen - rotkariertes Holzfällerhemd, Latzhose und selbstgestrickte Socken. Meine Haare würde ich heute noch schulterlang tragen, wenn meine schwindende Pracht es zulassen würde...

Und zu fortgeschrittener Stunde im Garten oder am Strand, greif ich dann zielsicher zur alten Klampfe und trällere wehmütige Weisen: „Blouououououing in se wind...“. Das ging ja auch Jahrzehnte lang gut, aber langsam wuchs doch der Unmut meines geduldigen Publikums: „Kannste auch „Dähleit in schur Eis“?“

Mein letztes Liederheftchen hatte ich mir irgendwann in den 70ern gegönnt. Das letzte viertel Jahrhundert Rockgeschichte hat mein Repertoire recht unbeeinflusst gelassen... Manchmal spielte mir die Musik-Industrie in die Hände, indem „Stand by me“ oder „Knocking on Heavensdoor“ zum 78sten Mal gecovert wurde und „schwupps“ konnte ich ein Liedchen aus den Charts trällern.

Aber solche Erfolge konnten nicht länger über mein objektiv betrachtet extrem konservatives Song-Angebot hinweg täuschen. Ich musste endlich für Abhilfe sorgen, wollte ich nicht ein Gitarrenkönig mit Gähnfaktor 97 werden. Ich hab mich dann einige Nachmittage in den Musik-Abteilungen namhafter Hamburger Kaufhäuser rumgedrückt und nach neuwertigem Gitarrenfutter gesucht. Aber die Zusammstellung der Song-Bücher taugte nicht für mein rudimentäres Pop-Wissen: Meist kannte ich aus dem Inhaltsverzeichnis nur vereinzelte Stücke, was eine Investition nicht rechfertigen konnte...

Wie sollte ich also exakt an die Texte und Akkorde von Stücken herankommen, die ich einigermassen kannte, und die mein Fähigkeiten entsprachen?

Obwohl ich mit dem Internet seit vielen Jahren wie selbstverständlich herum hantiere, kam ich erst sehr spät auf die Idee, mal nach Lied-Texten und Akkorden zu suchen. Umso verblüffter war ich von dem Resultat: www.gitarrenlinks.de überschüttete mich förmlich mit Infos und Verweisen zu Notendatenbanken.

Nach zwei Tagen bin ich jetzt mal kurz aufgetaucht um diesen Bericht zu posten. Danach werde ich mich gleich wieder in die unendlichen Tiefen dieser Song-Archive begeben und kopieren, drucken und schrummeln, was das Zeug hält... Ich bin schlichtweg begeistert und fasziniert, welchen gigantischen Schatz ich dort im Netz gefunden habe: zig Lings zu Archiven mit jeweils bis zu 10.000 Songtexten aller Musik-Bereiche!

Was soll man über eine perfekt geführte Link-Seite groß berichten? Ich könnte jetzt die einzelnen Rubriken durchgehen, aber das wäre wirklich langweilig. Kurz: es ist wirklich alles aufgelistet, was ein Schrummel-Barde benötigt.

Herr der Sites und Saiten ist Maestro Ernesto, der uns freundlich vom Foto auf der Einstiegseite entgegenstrahlt, umrahmt von knapp 20 Gitarren. Die Art, wie er seine Gitarre auf dem Bild hält, verrät, dass er mit dem Gerät verheiratet ist *g*. Der einleitende Text bestätigt diese Vermutung: Ernesto ist seit 20 Jahren Gitarrenlehrer und dieses Link-Archiv ist entstanden, weil er zu faul zum Notensuchen war...

Da hat also nicht irgendjemand irgendwas zusammen gesammelt. Sondern hier hat ein Profi sich selbst eine Arbeitsgrundlage geschaffen und ist fair bis selbstlos genug, sein Resultat anderen zur Verfügung zu stellen: Lob, Lob, Lob! So war das Netz ja eigentlich mal gedacht. Jeder stellt sein Spezialwissen zur Verfügung und wir alle werden zusammen immer immer schlauer. Die Praxis sieht sonst anders aus, aber bei Ernesto ist die WWWWelt, wie sie sein sollte. Das Gästebuch quillt entsprechend über vor Komplimenten und Danksagungen.

Für den Anfänger hat Ernesto auch noch einige Grundlagen-Kurse bereit gestellt. Besonders witzig die Mini-Kurse für die E-Gitarren-Soli: wärend man noch die Noten studiert, läuft im Hintergrung die Melodie ab (Wi-Wi-Wi-Wiiii).

Ziemlich unauffällig findet natürlich auch ein wenig Eigenwerbung statt: Man kann Ernestos musikalischen Werdegang nachlesen und sich seine Preistabelle anschauen – sehr moderat, wie ich meine. Ich glaube, vor 25 Jahren hab ich auch nicht viel weniger für meinen Unterricht bezahlt... Würde ich in Bonn leben, würde ich mir wahrscheinlich einige Stunden bei Ernesto gönnen.

Fazit:
Spitzen-Seite für alle, die sich für Gitarren und Musik interessieren.

Achja, hat zwar nix mit Ernesto zu tun, aber hier noch ein Hinweis, für Downloader: Die Qualität der Texte und Akkord-Angaben schwankt erheblich! Einige Angaben sind frei erfunden und hören sich, blind nachgespielt, schauderhaft an. Einige der Site-Owner geben das auch zu und bitten in einem Nachsatz, eventuell festgestellte Fehler rückzumelden. Ist doch Ehrensache, oder? Also nicht fluchen und meckern, sondern die falschen Akkorde korrigieren!

So, ich machs jetzt kurz, schließlich muss ich noch einige hundert Song-Texte ausdrucken und meine Zupftechnik trainieren... in acht Tagen gibt’s eine Grillfete und da werde ich einige Leute mit meinem neuen Repertoire schlichtweg vom Hocker hauen – Hähähä!

„Wanna biii dähleit in schur Eis...“ *trällerträllerschrummelschrummel*

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
kalloc

kalloc

15.01.2006 14:56

Danke für den Beitrag. Werde die Seite mal auf Favoriten nehmen

tenzelin

tenzelin

07.08.2001 15:57

Bei deinen Bericht bleibt einem einfach nichts anderes übrig,als abzufeinern bis zum letzten!Toller Beitrag, Liebe Grüße deine Addi

sloppy

sloppy

08.07.2001 04:18

Na, mit dem Knutschen halt ich mich noch zurück, aber ich werde mir die Seite mal ansehen. Vielleicht ist ja auch was orgeliges dabei.

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