Und wo sind meine e-mails hin?
16.12.2001
Pro:
kostenlos, gute Zusatzangebote wie SMS oder Telefonieren, übersichtliche Gestaltung, viele Funktionen, leicht zu bedienen
Kontra:
in letzter Zeit mangelnde Zuverlässigkeit, e - mails an mehrere Empfänger oder mit Anhang kamen oft nicht an, umständliches Anlegen von Verteilerlisten, Zeichenbeschränkung in der Empfängerzeile
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Navigation / Übersichtlichkeit:
Informationsgehalt
Aktualität der Website:
Nutzwert der angebotenen Leistung:
Zahl der angebotenen Dienste:
 stefbl
Über sich:
Kaum schreibt man mal wieder Berichte, schon sind sie wieder da: Die unsäglichen Anfragen für Leseru...
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 135 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Es gab Zeiten, da musste jemand bei Diskussionen über Freemail-Anbieter nur den Namen"freemail" bzw. web.de in den Raum werfen – und ich begann, ein Loblied zu singen. Meine Begeisterungsstürme reichten von "der beste Anbieter, den es gibt" über "da wird einem wenigstens noch was geboten" bis hin zu "übersichtlich und kompetent". In der Tat stand ich mit meiner Meinung nicht alleine da. Auch die Fachpresse überschlug sich vor Begeisterung, überhäufte die Karlsruher Firma web.de mit diversen Awards, ließ freemail zum Testsieger werden und erweckte somit den Eindruck, dass der Kunde hier richtig was geboten kriegt – und das kostenlos. In der Tat hat freemail eine Fülle an Reizen, die es attraktiv machen, sich dort einen Account anzulegen. Hier kann man nicht nur e-mails schreiben, sondern auch SMS und Faxe (und kann diese sogar über web.de empfangen), kann seine Adressen verwalten und sortieren, einen Weckruf bestellen und bei entsprechender PC-Ausstattung mit Soundkarte, Mikro und Lautsrpecher sowie dem Programm MS NetMeeting sogar kostenlos telefonieren. Finanziert wird das Ganze durch Anklicken von Werbebannern, wobei die maximale Gesprächsdauer zehn Minuten beträgt. Für Dauergespräche ist das nun nicht geeignet, aber der innovative Gedanke zählt. In letzter Zeit ist beim Thema "freemail" bei mir aber eine große Ernüchterung eingetreten. Und ich habe den Eindruck, dass web.de doch gar nicht mehr so gut ist, wie sie mal waren. Damit meine ich nicht nur die in letzter Zeit doch recht häufig auftretenden Performance-Probleme (Einloggen nicht möglich etc.), sondern vor allem die Tatsache der mehr und mehr nachlassenden Zuverlässigkeit. Es ist nicht nur einmal in letzter Zeit vorgekommen, dass Mails, die ich über freemail verschickt habe, einfach nicht angekommen sind. Mal betraf das Mails an einzelne Empfänger, meistens jedoch Mails, die ich an Verteilerlisten, also an mehrere Empfänger, schickte.
Ich weiß noch nicht einmal, wie viele Mails es wirklich sind, die über web.de den Empfänger nicht erreicht haben. Ich merke es immer nur daran, wenn ich mich wundere, dass ich so lange von einzelnen Leuten nichts gehört habe. Nachfragen haben dann ergeben, dass die e-mails, von denen ich dann sprach, niemals angekommen waren. Besonders häufig tritt das Problem auch bei Mails mit Anhang auf. Ich fand es schon sehr verwunderlich, dass auf eine Einladung zu einer Silvesterparty so gar keine Reaktion kam und sich wirklich niemand meldete .... Na ja, wie sollten sie auch, wenn bei niemanden die Einladung angekommen war? Ein weiteres, deutliches Manko besteht bei freemail in der Zeichenbeschränkung in der Empfängerzeile. Denn dort darf man maximal 255 Zeichen eingeben, was für eine Mail, die rund 12 bis 15 Empfänger mit manuell eingegebenen Adressen erreichen soll, nicht besonders viel ist. Sehr unglücklich finde ich darüber hinaus die Tatsache, dass man noch nicht einmal merkt, wenn die 255 Zeichen erreicht sind. Oft ging es (copyright by stefbl) mir so, dass ich munter die Adressen eingegeben habe – und dann plötzlich beim Senden erst die Meldung kam, dass ich die Zeichengrenze überschritten habe. Praktischer wäre es doch, wenn nach 255 Zeichen einfach keine Eingabe mehr möglich wäre. Dann könnte ich mir den Stress sparen. Die einzige Möglichkeit besteht noch darin, auf die Copy- und Blind-Copy-Empfängerzeilen auszuweichen. Doch auch hier ist die Eingabe auf 255 Zeichen begrenzt und die Aufteilung der Mailadressen auf die unterschiedlichen Zeilen wird zum lustigen Strategiespiel.
Umgehen kann man dieses Problem natürlich, in dem man eine fest benannte Verteilerliste anlegt, z.B. "Ciao-Stammtisch München". Ganz so unproblematisch ist das bei freemail aber auch nun wieder nicht, weil man nämlich kein Adresseingabefeld wie z.B. bei gmx hat, sondern die Mitglieder der Verteilerliste nur über das Adressbuch generieren kann. Daran wiederum stört mich, dass es keine Sortierfunktion gibt, sondern das komplette Adressbuch immer in einem Pop-Up erscheint. Klar möchte ich gerne häufig genutzte Mailadressen über das Adressbuch zugänglich machen, aber es gibt andere, die müssen da wirklich nicht rein und für Unübersichtlichkeit sorgen. Damit würde aber auch keine Chance bestehen, die entsprechenden Empfänger mit in eine Verteilerliste aufzunehmen ... Auch e-mails, die ich über eine solche Verteilerliste verschickt habe, sind mehrfach nicht angekommen. Es sieht also ganz danach aus, als hätte freemail vor allem ein Problem mit Gruppen-Sendungen.
Ich will nicht nur meckern. Natürlich ist freemail sehr übersichtlich und natürlich bekommt der User hier mit Fax- und SMS-Funktion einen Service geboten, der bei anderen kostenlosen e-mail-Anbietern auf keinen Fall selbstverständlich ist. Auch die Sicherheit ist bei freemail sehr hoch. Hervorragend finde ich, dass man dort nicht beliebig viele Fake-Mailaccounts anlegen kann, sondern bei jedem Account ein Autorisierungsverfahren durchläuft. Hat man sich angemeldet, kann man die Funktionen zunächst nur sehr eingeschränkt nutzen. Erst, wenn man per Post einen Freischalt-Code bekommen hat, werden im Postfach auch die anderen Service-Angebote zugänglich. Aus diesem Grund hat web.de von jedem User eine Adresse. Ich glaube, dass dies den einen oder anderen abschrecken wird, bei web.de z.B. einen Spaß-Account zu eröffnen. Fazit: Von der Idee und vom Angebot her ist freemail schon führend – allerdings mit kleinen Schönheitsfehlern und mit leider in letzter Zeit mangelnder Zuverlässigkeit. Für ganz normale Mailkorrespondenzen und Sonderfunktionen wie SMS etc. kann ich freemail wirklich empfehlen. Wer aber auf Nummer Sicher gehen will und öfters Mails an mehrere Empfänger verschickt, ist ein entsprechender Zweitaccount bei gmx oder ein Provider-Mailaccount wie bei T-Online auf jeden Fall sinnvoll.
stefbl, 16. Dezember 2001
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25.03.2004 22:31
Guter Beitrag. Leider hat sich seitdem wohl nicht wirklich was verändert! Ich suche derzeit einen neuen Anbieter, da ich in letzter Zeit nicht mal mehr alle Emails bekomme. Ich nuzte den pop3 download und wenn andere an mich schreiben, dann verzögert sich die Ankunft teilweise auch um Stunden.
17.02.2002 17:58
Toller Bericht über Web.de, was hältst du denn von meinem??? Gruß John
07.02.2002 12:09
Tja, dann bleibt mir nur glücklich über gmx. zu sein und froh, dass ich meine sms einfach und kostenlos über sska.de versenden kann! Sehr guter Beitrag! Viele Grüße von Angelito24!!