Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Sammelstellen aktuell und schnell finden |
| Kontra: |
Rückgabesystem nicht zeitgemäß |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Mit Energie sorgsam und schonend umzugehen, war und ist nicht selbstverständlich.
Ein Blick auf den Pro-Kopf-Verbrauch sollte jedem von uns zu denken geben: Zwar liegen wir in Deutschland - diesmal löblicherweise - nicht an der Spitze und verbrauchen nur etwa halb so viel Energie wie z.B. ein Bürger der USA oder Kanadas.
Dennoch verbraucht jeder von uns ca. 14 mal mehr Energie, als das im Schnitt ein Mensch in Indien tut.
Meine Familie und ich haben deshalb unser Haus energetisch so eingerichtet, dass es zum einen den Geldbeutel schont und zum anderen gleichfalls die Umwelt.
Energiesparbirnen gehören da in jede Fassung, für die es diese Birnen denn auch gibt. Und erfreulicherweise ist in diesem Bereich die Zahl der Anbieter deutlich gestiegen und die Preise je Leuchtmittel deutlich gefallen. Energiesparen ist somit seit einigen Jahren nicht nur mehr eine Möglichkeit für Betuchte (ich unterstelle mal, dass Preise jenseits der 10 Euromarke, wie anfangs dieser Dekade, nicht für jeden Haushalt finanzierbar waren und wären), sondern positiv massentauglich.
Einher geht diese Entwicklung mit dem Verbot von herkömmlichen Glühbirnen, die energetisch unsauber das Licht produzieren, weil viel zu viel der Energie nutzlos als Wärme etc. vergeudet wird.
Das Birnendrama
Nun sollten die Energiesparbirnen, so versprechen es etliche Hersteller explizit, tausende von Stunden Licht produzieren, bevor sie defekt gehen.
Gehen wir - wiederum positiv - davon aus, dass diese Versprechen ohne schlechtes Gewissen gegeben worden sind, ist es dennoch ärgerlich, dass eben bei einigen Birnen schon im dreistelligen Arbeitsstundenzeitraum das Licht im wahrsten Sinne des Wortes ausgeht.
Zappenduster is`.
Es stellte sich deshalb zur Unzeit schon die Frage, ob die Energiesparbirnen in den normalen Abfall gehören oder eben nicht. Aufgeschreckt wurde ich durch einen Fernsehbeitrag, in dem so unschöne Vokabeln wie "kontamiert" usw. vorkamen und man sich gleich Gedanken gemacht hat, ob man mit dem Einsatz der Energiesparbirnen denn nun wirklich einen glückliche Entscheidung getroffen hat.
Die Recherche vor zwei Jahren hat ergeben, dass die Energiesparbirnen zu einem Entsorgungsunternehmen gebracht werden müssen - 21 Kilometer einfache Strecke entfernt und dann noch in eine Richtung, in die ich selten fahre.
Aber wie bekomme ich heraus, wo und wie ich meine Energiesparbirnen entsorgen kann?
== www.lichtzeichen.de ==
Die Betreiber
Hinter der LIGHTCYCLE Retourlogistik und Service GmbH als Betreiber des Angebotes www.lichtzeichen.de stecken nach den Angaben der Firma Hersteller von Leuchtmitteln.
Diese Firma unterhält das spezifische Entsorgungsnetz für diese Leuchtmittel in Deutschland.
Diese Netz ist gekennzeichnet durch zentrale Annahmestellen. Es sind also bisweilen auch Fahrten zu abseits gelegenen Firmen etc. für den Kunden vorgesehen. Dazu unten mehr (Kritisches).
Laut Firmenangaben gibt es derzeit 2.160 Sammelstelle in Deutschland zuzüglich ca. 400 freiwilligen Partnern.
Diese Zahlen machen deutlich, dass das Netz immer noch sehr weitmaschig ist und kaum für den Massenseinsatz dieser Leuchtmittel dienlich ist.
Der kritische verbrauch mag nun auf den Gedanken kommen mit dem Boch und dem Gärtner und jeder weiß auch, wenn Bock und Gärtner zusammen ...
Ne.
Zwar dient die Seite auch dazu, über die Produktvielfalt zu informieren, die es auf dem Markt der Energiesparbirnen gibt. Dieses geschieht aber ohne großes Werbetammtamm oder Bilderchaos sondern eher zurückhaltend und inhaltlich bisweilen auch bieder.
Die Rückgabedatenbank
Spannender freilich ist die Datenbankabfrage zur nächstgelegenen Sammelstelle. Dieses mag zwar eine eingeschränkte Vielfältigkeit der Seite aufzeigen, denn im Grunde wird ja nur eine Datenbank befragt. Für den eigentlichen Zweck des Seitenbesuches ist die Bedienung und ist das Ergebnis aber 100% sinnvoll und nützlich.
Über die Eingabe der Postleitzahl werden alle Sammelstellen in der Nähe aufgelistet.
Für die Google - Maps-Fetischisten lässt sich freilich auch der Zielort aber diverse Mausklicks viel umständlicher auf den Bildschirmzaubern.
Das Suchergebnis - finde ich gut!
Das Suchergebnis wird in einen Karte und einer Liste der Annahmestellen sortiert nach Entfernung ausgeworfen.
Da wieder einige der Drei - Tausend-Stunden-Lampen schon wieder hin sind, habe ich erneut die Suche aktuell betätigt - und war freudig überrascht.
Im örtlichen Baumarkt, also dort, wo ich in der Regel die Sparbirnen auch kaufe, kann man nun ebenfalls die Birnen zurückgeben.
Wie gesagt: Vor zwei Jahren war die nächstgelegene Sammelstelle über 20 Kilometer entfernt.
Jetzt sind es noch drei Kilometer und dass in einem Geschäft, das regelmäßig besucht wird.
Ein Fortschritt.
Service der Seite (Menü)
-Lichtzeichen
Hier wird konservativ über die Möglichkeiten der modernen Leuchtmittel kurz und knapp informiert.
- Verbrauchertipps
Kurz knackig, bedingt informativ: Infos zu häufigen Fragen rund um die Energiesparbirnen. Pfiffig: In der Menüleiste verbirgt sich ganz rechts ein Ernergiekostenrechner.
Dennoch: Das Energiesparbirnen - Debakel
Energiesparbirnen sind eine tolle Erfindung. Zwar umfasst die Produktion von Licht in Privathaushalten nur ca. 2% des Stromverbrauches eines Privathaushaltes, aber Kleinvieh macht bekanntermaßen auch Mist und viele Birnen lohnen mehr als nur die eine Alibilampe im Gästezimmer.
Logischerweise haben diese Leuchtmittel auch einen erzieherischen Effekt: Bei der Produktauswahl von elektrischen Geräten sollte auch ein Augenmerk auf den Verbrauch an sich gelegt werden.
Dennoch (2): Die Einführung einer Leuchttechnik wie den derzeitigen Energiesparbirnen ist löblich. Problematisch allerdings ist, dass diese giftige Stoffe enthalten, z.B. Quecksilber.
Diese Lampen sollten demnach nicht hinfallen und zerbrechen und sollten natürlich auch nur von Fachleuten demontiert werden. Und natürlich: In den Hausmüll oder die Schwarze Tonne (das ist die Restmülltonne bei uns) gehört sie auf keinen Fall.
Diese Technik durch das schrittweise Verbot der klassischen Glühbirne einzuführen wird in der Masse der verwendeten Leuchtmittel Energie sparen, CO2 vermindern und helfen, der Umwelt Gutes zu tun.
Aber: Finde ich persönliche die politische Initiative gut, stellt sich dennoch bei mir die Frage, was alles in der Welt passiert sein muss, dass sich niemand scheinbar Gedanken gemacht hat, wie ein sinnvolles Rückgabesystem auszusehen hat. Es kann nicht im Sinne des Erfinders sein, Energiesparlampen zu verwenden und Energie einzusparen und dann länge Fahrtstrecken in Kauf zu nehmen, die die Energiebilanz des Einsatzes dieser Leuchtmittel ad absurdum führen.
Klar: Ich sammele die Birnen bzw. habe sie immer gesammelt, damit sich eine Fahrt auch lohnt. Und, wie oben geschildert, hat sich die Situation bei mir auch geändert, denn nun liegt eine Annahmestelle auf einem der wöchentlichen Wege, womit nicht zusätzlich Energie vergeudet werden muss.
Aber bei einer gesetzlichen Pflicht, das meint ja das Verbot der Glühbirnen, Energiesparbirnen einzusetzen, hätte auch ein Rücknahmesystem dazugehört.
Dass es die Seite www.lichtzeichen.de freilich immer noch gibt, macht aber deutlich, dass der Baumarkt vor Ort einen Kundenservice anbietet, indem er die Leuchtmittel zurücknimmt.
Es bedeutet aber auch, dass eine dezentrale Regelung der Rückgabe, wie sie z.B. der NABU fordert, immer noch auf sich warten lässt.
Jetzt mal ehrlich: Wer von euch hätte gewusst, wo er genau seinen Energiesparbirnen zurückgeben kann? Wer hat sie schon in den normalen Müll getan?
Fazit
Dass es diese Seite gibt, ist sinnvoll wie ärgerlich zugleich: Sondermüll zu entsorgen ist ein wichtiges Thema.
Bei einem solchen Masseprodukt wie den Energiesparlampen wäre ein dezentrales und leicht händelbares Rückgabesystem mehr als notwendig.
Da es dieses aber nicht gibt, macht diese Seite durchaus Sinn: Denn bei der "überschaubaren" Zahl von Rückgabestellen wird kaum jemand sofort wissen, wo denn die für ihn nächste ist.
Insofern: Ein ärgerlich nach oben gereckter Daumen!
Michael