Suchmaschiene mal anders
24.12.2000
Pro:
Enorme Menge an "erfassten" Seiten; gute Suchtechnologie ("QuickTips", "Qcheck"); schnelle Ladezeiten
Kontra:
typische Metasuchmaschinenprobleme (keine echte NOT - Suche; keine echte Phrasensuche); schwaches Design
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Navigation / Übersichtlichkeit:
Informationsgehalt
Aktualität der Website:
Anzahl der Suchergebnisse:
Qualität der Suchergebnisse:
 Sors
Über sich:
Mitglied seit:05.10.2000
Erfahrungsberichte:50
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 11 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Bei MetaGer handelt es sich nicht um eine „normale“ Suchmaschine, sondern um eine sogenannte Meta-Suchmaschine. Dies bedeutet, das MetaGer eigentlich keine „klassische“ Suchmaschine darstellt, sondern andere Suchmaschinen abfragt und deren Ergebnisse bündelt. Geschichte: Als MetaGer 1995 von der Universität Hannover gestartet wurde stellte es die erste deutsche Meta-Suchmaschine dar. Besonders auf reichhaltige Konfigurationsmöglichkeiten wurde geachtet, die MetaGer zu einer der vielseitigsten Meta-Suchmaschinen machen sollten.
Erster Aufruf: Gerade ein Durchschnittsuser könnte gleich beim ersten Aufruf von MetaGer Panik bekommen. Eine unübersichtlichere Suchmaschine hat er wahrscheinlich noch nie gesehen. Hier fällt auf, dass MetaGer von Informatikern konzipiert worden ist. Diese halten von Optik anscheinend nicht viel. Hierbei möchte ich betonen, dass ich gerade Suchmaschinen mit vielen grafischen Extras verabscheue, da eine Suchmaschine meiner Meinung nach v.a. schnell geladen werden sollte. Hier jedoch verwirrt die Startseite einen Durchschnittsuser schon recht einfach, ein sinnvolles „Informationsdesign“ ist nicht gegeben. Schon der Seitenkopf, der dem User keine relevanten Informationen bietet (und daher überflüssig ist), nimmt bei normaler Auflösung die Hälfte des Bildschirmes in Anspruch - scrollen ist angesagt. Um die gesamte Funktionsvielfalt nutzen zu können muss man sich schon etwas mit der Seite beschäftigen. Da hilft die recht gut strukturierte Hilfe, die auf jedem Fall einen Blick wert ist (Hier finden sich auch Hintergrundinformationen zum Thema „Suche im Netz“, u.a. aus der c’t). Die Suche: MetaGer fragt derzeit über 20 verschiedene Quellen parallel ab. Darunter sind wirklich fast alle relevanten Suchmaschinen (gerade aus dem deutschsprachigem Raum). Schade ist, dass derzeit Google, NorthernLight und Fireball nicht abgefragt werden können (aus nicht näher genannten Gründen - wahrscheinlich gestatten diese Suchmaschinen derzeit keine Abfrage). Gerade Google hätte die Ergebnisgenauigkeit m.E. noch steigern können. MetaGer bietet allerdings Links zu diesen Suchmaschinen an und empfiehlt sie ausdrücklich. Natürlich sind auch Links zu den abgefragten Suchmaschinen vorhanden.
Standardmäßig fragt MetaGer „nur“ 10 Suchmaschinen ab, was aber in den meisten Fällen reichen dürfte. Weitere Suchmaschinen kann man durch einfaches aktivieren einer Checkbox in die Suche miteinbeziehen. Bei der Suche hat der User die Wahl unter vier Suchmodi. Alle Suchbegriffe können standardmäßig mit UND („Alle Wörter sollen im Dokument vorkommen") oder ODER ("Mindestens eines der Worte im Dokument") verknüpft werden. Diese Optionen sind von (fast) allen anderen Suchmaschinen auch bekannt. Die beiden weiteren Funktionen stellen jedoch MetaGer-eigene Optionen dar. So ermöglicht "Alle suchen, aber Worte nach ! ausschließen" die Angabe von einem oder mehreren Begriffen, die nicht in die Suche einbezogen werden sollen. Nach dem Ausrufezeichen werden hierbei alle folgenden Begriffe von der Suche ausgenommen. Allerdings ist diese Funktion keine wirkliche NOT-Suche, da MetaGer nur die Antworten der Suchmaschinen untersuchen kann (Titel, URL und Kurzbeschreibung). Der Fließtext der durchsuchten Seiten wird also nicht mit einbezogen, was leider zu einer Verwässerung der Suche führt. Allerdings ist dieses Problem systembedingt. Eine Meta-Suche hat nun mal nicht nur Vorteile. Das Gleiche Problem besteht auch bei der vierten Suchoption. So verbirgt sich hinter "Worte als String in Titel oder Kurzbeschreibung", keine richtige Phrasensuche. MetaGer kann eben nicht im Volltext der Seiten suchen, so dass sich die Phrasensuche nur auf Titel, URL und Kurzbeschreibung bezieht. Doch nun wieder einiges Positives: Die Dauer der Suche lässt sich bei MetaGer genau einstellen und auf Wunsch versüßt MetaGer die Wartezeit sogar mit Sinnsprüchen. Darüber hinaus bietet das Suchformular zahlreiche Möglichkeiten zur Beeinflussung des Rankings und der Ergebnisanzeige. So kann der User auswählen wie ausführlich die Beschreibungen seien sollen und auch die Rankingkriterien lassen sich frei wählen (nach Relevanz [Standart], nach Aktualität, nach Servern sortiert).
Highlight der MetaGer-Suche ist sicherlich der sogenannte "Qcheck": Für jeden Treffer kann MetaGer überprüfen, ob die Seite überhaupt noch existiert und ob sie tatsächlich noch die gesuchten Begriffe enthält. Allerdings bricht "QCheck" diese Arbeit nach 4 Sekunden ab und wertet alle Seiten, die bis dahin nicht geantwortet haben, als nicht vorhanden. Bei einer schlechten Verbindung kann dies schon zu einigen Ungenauigkeiten führen. Dennoch ist diese Funktion sicherlich sehr lobenswert, wenn auch ein Seitencache noch besser gewesen wäre (wie ihn z.B. Google anbietet). Dies ist jedoch zum einen recht aufwendig und zum anderen aufgrund der Eigenschaft als Meta-Suchmaschine nicht möglich. MetaGer sucht übrigens nur nach deutschen Seiten. Bei der Suche nach internationalen Seiten (Suchoption) leitet MetaGer die Anfrage an die Metasuchmaschine Metacrawler weiter.
Ergebnisanzeige: MetaGer listet die Ergebnisse auf einer überlangen Ergebnisseite auf. Standardmäßig werden die Resultate von einem Ranking-Algorithmus (siehe oben) mit Spam-Unterdrückung (Seiten die anscheinend „Müll“ darstellen werden ausgeschlossen) bewertet. Auf der Ergebnisanzeigeseite stehen dabei vier Sterne für sehr große Relevanz, ein Stern für eine dementsprechend geringe Relevanz. Bei Mehrwortsuchen prüft MetaGer, ob die einzelnen Suchbegriffe alle als Phrase in URL, Titel oder Kurzbeschreibung vorkommen. Wenn ja, so wird ein solcher Hit als "Volltreffer" angezeigt. Auf Wunsch zeigt MetaGer sogenannte "QuickTips" an. Dies sind Treffer, die bei früheren Anfragen besonders populär waren, oder Seiten, die den Suchbegriff im Domainnamen tragen. Hierdurch sollen die besten Ergebnisse gleich zu Beginn aufgeführt werden. MetaGer in der Praxis: MetaGer bietet durch sein System als Metasuchmaschine natürlich eine extreme Menge an indexierten Seiten (Seiten die von der Suchmaschine erfasst sind) an. Von den sechs bekanntesten „normalen“ Suchmaschinen sind bei Hotbot ca. 34 Prozent aller Internetseitenseiten indexiert, gefolgt wird Hotbot von Altavista mit ca. 28 und NorthernLight mit ca. 20 Prozent (Quelle: c’t). Alle anderen Suchmaschinen weisen deutlich weniger indexierte Seiten auf. Da ist der Vorteil einer Metasuchmaschine natürlich eindeutig, kann sie doch auf die Informationen von vielen anderen Suchmaschinen zurückgreifen.
Dennoch hat das Prinzip der Metasuche auch Schwächen, die auch bei MetaGer auffallen. So kann MetaGer nur so gut sein, wie der kleinste gemeinsame Nenner, den die abgefragten Suchmaschinen liefern. Schwächen der abgefragten Suchmaschine werden also auch (zumindest zum Teil) auf MetaGer übertragen. Ebenfalls negativ fällt auf, dass MetaGer natürlich nur in den Ergebnissen, die andere Suchmaschinen liefern, nach Phrasen oder Ausschluss-Wörtern suchen kann. Dabei ist das einbeziehen des Fließtextes nicht möglich, so dass die Ergebnisanzeige recht wässrig ausfällt. Dies kann durch die gute Einrichtung der „QuickTips“ jedoch z.T. wieder ausgeglichen werden. Insgesamt betrachtet lohnt sich MetaGer immer dann, wenn andere Suchmaschinen partout nichts brauchbares oder gar nichts liefern wollen, bzw. für einfache Anfragen (ohne Ausschlusswörter oder ähnliches). Für genaue Suchen eignen sich jedoch die normalen Suchmaschinen besser, da diese zugriff auf den Fließtext der zu durchsuchenden Dokumente haben und so genauere Suchen erlauben.
Für die Menge der erfassten Seiten (wenn auch indirekt) gibt es die volle Sternzahl. Hier hätte MetaGer sogar 6 Sterne verdient. Auch die Suchtechnologie ist gut ("QuickTips", "Qcheck"), jedoch können die Einschränkungen, der eine Meta-Suche unterlegt natürlich auch von MetaGer nicht ausgeschaltet werden. Dafür und für das schwache Design gibt es einen Stern Abzug, so dass MetaGer insgesamt 4 Sterne bekommt.
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10.02.2001 11:32
eine profunde meinung!!!! ich benutze metager seit 3 Jahren, allerdings, seit google auf dem markt ist, immer weniger
30.12.2000 20:02
Klasse Tip: Ich kannte metaGER noch nicht und hab das gerade eben mal ausprobiert... Einfach SPITZE ...Schreib ja weiter so korrekte meinungen *g* -oFREAKo-
24.12.2000 15:56
Wirklich gute Meinung! Nutze übrigens ebenfalls Metager. Gruß, Driller