Der Weg zur Musik?

2  25.09.2005

Pro:
legaler Download  -  schnell

Kontra:
Rechtevergabe  -  Preise  -  Gefühl

Empfehlenswert: Nein 

manwah

Über sich: Keine Lust mehr auf Ciao. Im Moment blogge ich lieber: http://blometrik.blogspot.co m - Wer Lus...

Mitglied seit:26.10.2004

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 95 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Wer's legal möchte, aber nicht in den Laden will kommt an einem der Online Shops nicht vorbei.
Nun, wir haben es gemacht. Im Rahmen der "Dankeschön Aktion" von Musicload.de haben wir für rund 50 Euro Songs und Alben gekauft.

Intention
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Außer das es billiger als im Laden war, wollte ich einfach mal probieren wie das funktioniert. Welches Gefühl hat man beim Einkauf und wie landen die Stücke auf der heimischen Festplatte und wie geht's dann weiter.

Denn für mich hat Musik aus Konserven auch viel mit Sammlertrieb und Besitzerstolz zu tun. Denn wer hat schon ein Album von "Mojave 3" oder der "Plastic Theatre Art Band" vorzuweisen.

Repertoire
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Wer auf aktuelle Hits oder Alben der Charts steht, wird bei Musicload keine Probleme bekommen. Alle aktuellen Sachen sind vorhanden - selbst wenn sie etwas vom Mainstream entfernt sind. Die aktuellen Ben Folds Stücke waren jedenfalls kein Problem
Auch bei bekannten Repertoirekünstlern wie Queen, Sailor, Al Stewart oder auch Reinhard Mey und sogar Hannes Wader gibt es keine Probleme.
Die Auswahl ist wesentlich größer als in jedem Plattenladen.
Außerdem kann man aus den jeweiligen Alben auch einzelne Stücke herunterladen, was mir zum Beispiel bei Sailor (ich sag mal "Girls, Girls, Girls") nicht ganz unwichtig war.
Wer jedoch auf Nebenpfaden sucht, geht unter.
Werner Lämmerhirt kommt nur mit Hannes Wader vor, Manfred Maurenbrecher oder Pat Metheney sind schlicht nicht vorhanden. Überhaupt ist Jazz und Klassik eher unterbelichtet.
Auch alles andere was nicht der populären Musik zuzuordnen ist wird eigentlich nicht angeboten.
Weltmusik, Elektronische Popmusik usw. sucht man vergebens.
Aber ich gebe zu, dass ist schon alles sehr speziell.
Für den geneigten Hörer, der die vom Radiogedudel nicht genug bekommen kann ist alles dabei.
Das Finden der vorhandenen Stücke ist über die gute Suchfunktione kinderleicht, wie überhaupt die Bedienung der Seite sehr ordentlich geglückt ist.

Preise
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Um es vorweg zu sagen: ZU HOCH

Einzelne Stücke kosten in der Regel € 1,29, komplette Alben € 12,95. Dafür bekomme ich Musik über die ich nicht frei verfügen kann.
Dazu in virtueller, komprimierter Form ohne Cover und im Grunde mit sehr eingeschränkten Rechten.
Während der Dankeschön-Aktion waren
Bilder von musicload.de
musicload.de Bild 4886267 tb
Startseite Musicload (Ausschnitt)
alle Preise um 50% reduziert und für -,65 Cent/Stück ist es gerade so O.K.
Dabei gilt es immer aufzupassen. Alben kosten immer 12,95, egal wie viele Stücke sie umfassen. So kann es bei Pink Floyd oder Genesis passieren, das es billiger ist die Songs einzeln zu bezahlen und nicht das Album.
Manchmal gibt es Alben längst als "Nice Price" Edition und bei Musicload ist man immer noch mit 12,95 dabei.
Das Preissystem scheint mir stellenweise beinahe schikanös und festgefahren zu sein.

Anmeldung und Bezahlung
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Vor den Download der ausgesuchten Stücke hat Musicload die Anmeldung und Bezahlung der Songs gesetzt.
Auf beides will ich gar nicht sehr weit eingehen. Jeder, der schon mal eine Anmeldung im Internet hinbekommen hat, wird bei Musicload nicht vor ernsthafte Rätsel gestellt. Die Anmeldung umfasst die Standardprozedur.
Also Username und Passwort aussuchen. E-Mail Adresse und reale Anschrift eingeben und die Zahlungspräferenz auswählen.
Für die Bezahlung sind alle üblichen Wege möglich (Bankeinzug, PayPal, Firstgate, Kreditkarten)

Download
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Wenn man soweit gekommen ist, darf man sich die Stücke in den Warenkorb legen und nach Bezahlung werden sie von Musicload auf der "eigenen" Seite zum Download bereit gestellt.
Für jeden Song wird gezeigt, welche Rechte man daran erwirbt. In der Regel sind das:

Unbegrenzt hören, x mal brennen (meist 5 oder 10x) und x mal kopieren (häufig unbegrenzt, manchmal 10x)
Der Download ist sehr schnell. Mit DSL ist die Datenrate regelmäßig im dreistelligen Bereich. Bei durchschnittlich 5 MB großen Stücken ist man in weniger als einer Minute/Song am Ziel. Offenbar sind aber auch Musicload Serverprobleme nicht völlig fremd.
Vor allem zur Hightime der beschriebenen Aktion waren Downloads teilweise nicht möglich. Dazu kommt es vor, dass ein Download auch mal schief geht. Man loadet friedlich down und anfangs sieht's auch gut aus, aber nach einem Drittel fehlt der letzte Teil des Liedes. Lästig!
In der Regel klappt aber alles ganz gut.

Lizenz
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Nun also loaded man sich die ausgesuchten Sachen down. Das funktioniert so, dass man zunächst in einem Popup-Fenster die Lizenz für den Song erwirbt und dann das Stück auf die Festplatte legt.
Entweder fügt man es sofort in die "Windows Media Player (WMP)" Verwaltung ein oder speichert es auf einem beliebigen Ort auf die Festplatte. Dann allerdings kann es passieren, dass man Probleme bekommt, wenn das Lied mit einem anderen Programm als dem WMP öffnet.
Ich bevorzuge beispielsweise Music Match Jukebox (MMJB) und musste dann die Lizenz erneut herunterladen. Die Lizenzvergabe ist aber problemlos nur dreimal möglich.
Bei mir lag kürzlich ein PC-Umzug an. Sicher kann man die Lizenzen auch auf den neuen PC übertragen, doch scheint das nicht richtig gut zu gehen.
Einige Songs kannte das Programm dann nicht mehr - also wieder Lizenz downloaden. Nun bin ich bei der dritten Lizenz angekommen.
Nun habe ich die Rechte an "meinem" Song de facto ausgeschöpft.
Selbstreden ist auch die Kopie auf einen MP3 Player möglich, mit den gleichen Problemen. Rechte werden zuweilen nicht erkannt, der Song ergo nicht abgespielt.

Tips und Tricks
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Das System lässt sich natürlich leicht aushebeln.
Man darf die Songs auf CD brennen und dann so oft kopieren wie man schafft. Allerdings verlässt man dann den Pfad der Legalität im Sinne von Musicload recht schnell.
Andererseits sind die Probleme mit Rechtevergaben minimiert. Selbstredend ist dann auch eine Komprimierung mit MP3 möglich.
Allerdings ist diese Methode immer mit einem massiven Qualitätsverlust verbunden.
Denn die komprimierte wma-Datei entpacken, auf CD brennen und wieder als MP3 komprimieren geht natürlich nicht spurlos am Sound vorbei.

Gefühle
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Mir macht es keinen Spaß Musik von Musicload herunterzuladen (oder I-Tunes oder so). Die Rechtevergabe ist umständlich, die Rechte eingeschränkt und irgendwie habe ich das Gefühl, mir gehört die Musik nicht.
Jaja, das tut sie auch nicht, wenn ich eine CD habe, aber die kann ich nahezu unbegrenzt abspielen, von Player zu Player tragen, kopieren, komprimieren - alles ohne Qualitätsverlust.
Ausserdem habe ich ein Cover, auf dem ich lesen kann, wer an der Produktion beteiligt war, welche Musiker zum Gelingen oder Nichtgelingen des Albums beigetragen haben.
Zuweilen bin ich durch aufmerksame Lektüre des Booklets auf neue Musiker(innen) gestoßen, die ich zuvor nicht kannte.

(Off Topic: Als Beispiel will ich mal eine Verknüpfungskette zeigen: Auf einigen Klaus Hoffman Alben spielt Lydie Auvrey Akkordeon. Ihr Spiel ist genial, also habe ich mir ein Album von ihr gekauft. Auf diesem Album spielt Werner Lämmerhirt Gitarre , der wiederum mit Hannes Wader gemeinsame Alben eingespielt hat. Auf einem dieser Alben hat das Hänsche Weiß Quartett eine kleine Nebenrolle. Die wiederum haben als Gast Bireli Lagrene eingeladen, der viele Stücke von Django Reinhard spielt usw. Off Topic Ende)

Dieser Weg ist mir nun verwehrt. Bei Musicload bekomme ich keine zusätzlichen Informationen zur heruntergeladenen Musik.
Dazu kommt die lieblose Ablage in einem virtuellen Warenkorb, in dem ich die erworbenen Stücke nicht sortieren oder bewerten kann.
Zusammenhängende Alben (wie es von Pink Floyd gerne gemacht wurde) werden einfach geschnitten und als Einzelstücke lizensiert.

Vielleicht bin ich in dieser Hinsicht einfach altmodisch, aber Musik ist mir am liebsten, wenn ich ein spezifisches Medium in der Hand halten kann. Ein Medium, bei dem ich die Rechte an der Nutzung beim Kauf erwerbe und nicht stets erneuern muss.

Fazit
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Der Download ist schnell, die Auswahl an Musik ist riesig.
Bei Musicload wird man relativ schnell fündig, wenn man sich im gemäßigten Mainstream bewegt. Die Abwicklung ist umständlich, funktioniert aber.
Der Teufel steckt im Detail. Die Lizenzvergabe ist extrem restriktiv, Musicload ist sehr stark auf eine Datenverwaltung mit dem Windows Mediaplayer zugeschnitten.
Dazu bekommt man kaum zusätzliche Services. Musicload ist eine Downloadplattform - nicht mehr.
Dafür sind die normalen Preise ziemlich happig.
Denn auch wenn sie mit 99 Cent pro Musikstück werben, sind € 1,29 pro Stück die Regel und sogar € 1,49 kommt nicht allzu selten vor.
Das ist ein recht teures Vergnügen. Denn für kaum mehr Geld kann ich auch in den Plattenladen pilgern und mir eine richtige CD zulegen. Damit habe ich dann keinen Lizenzärger und ein richtiges Cover.

Dazu kommen einige Ungereimtheiten bei den Preisen. Wenn eine komplette CD teuerer ist als die einzelnen Stücke hat irgendjemand nicht aufgepasst.
Wenn Alben längst als Nice Price Platten für 5-10 Euro erschienen sind, aber bei Musicload immer noch € 12,95 Euro kosten, wurde ebenfalls nicht aufgepasst.

Musicload ist prima, wenn man EIN aktuelles Stück legal erwerben will - aber für Musiksammlungen ein völlig untaugliches Werkzeug.

Vielleicht ist meine Meinung nicht sehr fortschrittlich, aber so frage ich:
Wo soll der Vorteil sein, wenn ein neues System in so ziemlich jeder Hinsicht einem alten Verfahren unterlegen ist?
Denn in Verfügbarkeit, Nutzung, Bequemlichkeit und Zugang der Daten (nichts anderes ist Musik in diesem Fall) ist die CD überlegen.
Der einzige Vorteil von Musicload ist die freie Auswahl einzelner Stücke und die Möglichkeit eigene Kompilationen zu erstellen - aber maximal zehn Mal, weil dann die legalen Rechte erschöpft sind.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
feldmaus

feldmaus

08.04.2013 10:39

Ist der Bericht noch aktuell? Wenn ja, dann ist auch diese Plattform nicht wirklich sinnvoll

Kaucher01

Kaucher01

16.11.2009 20:02

Also wenn ich Musik aus dem Natz kaufen will, dann bitteschön uneingeschränkt als MP3. Mit diesem Lizenzmüll fühlen sich die ehrlichen Käufer doch verarscht. Ein gekauftes Lied will ich überall hören, auch auf meinem IPod/MP3-Player oder auch mal offline unterwegs auf dem Laptop.

Cioalex

Cioalex

01.12.2007 23:56

War sehr ausführlich und hat mir geholfen mich auch weiterhin nicht bei musicload anzumelden

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