Wie alles begann
Beim Hamburg-Stammtisch im November 2008 gewann ich einen Gutschein von mydays.de: Segeln und Brunchen für eine Person. Zum Glück gab es noch einen 2. Gutschein, den Ines (Soraya69) gewann, sodass wir gleich beschlossen haben, den Gutschein gemeinsam einzulösen.
mydays.de
Ich muss gestehen, dass mydays.de mir bis dato kein Begriff war. Ich kannte zwar vom Namen her ein paar Erlebnis-Veranstalter, aber so richtig hatte ich mich noch nicht damit beschäftigt. Als ich stolz wie Bolle von meinem Gewinn im Freundeskreis erzählte, erfuhr ich aber, dass schon mehrere die Dienste von mydays in Anspruch genommen haben und sehr begeistert waren.
Meine beste Freundin hatte ihrem Freund eine Hummer-Fahrt geschenkt und ein befreundetes Pärchen bekam zur Hochzeit eine romantische Segeltour mit servierten Cocktails in Travemünde.
Gleich als ich heimgekommen war, hab ich sofort die Seite besucht. Zwar gab es zum Gutschein einen Katalog mit einer Auswahl an Events, aber im Internet war dies alles umfangreicher. Man konnte eine Auflistung von den Veranstaltungsorten, Terminen, Event-Beschreibungen und -Bewertungen anschauen.
So stellten Ines und ich schnell fest, dass es zwei Termine zur Kieler Woche 2009 gab und guckten uns den 2. Termin aus. Ob wir den Gutschein allerdings dafür einlösen konnten, wussten wir nicht, denn ggf. war er ja an Hamburg gebunden.
Event-Auswahl und Gutschein-Einlösung
Ines mailte mir schnell ihre persönlichen Daten und ihre Gutschein-Codes zu und ich versuchte unsere Gutscheine auf der Homepage für Kiel einzulösen. Erstmal nur als Vorab-Versuch – ich habe im entscheidenden Moment auf „abbrechen“ geklickt. Kiel sollte also funktionieren.
Da wir aber noch mehr als 6 Monate Zeit hatten, wollten wir mit dem abschließenden Buchen noch etwas warten. Im April habe ich dann sämtliche Daten erfasst, die Gutschein-Codes eingegeben.
Hier muss man erwähnen, dass das Einlösen ein Kinderspiel ist. Es erklärt sich alles nahezu von selbst und es gab weder lange Antwortzeiten, noch technische Probleme. Leider kam die Bestätigungsmail nicht an, aber auch hier hatte mydays mit einem Tipp vorgesorgt. Die Mail könnte im SPAM-Ordner landen – richtig! :-)
Schnell die Daten gespeichert und an Ines versandt und nun stand der Vorfreude nicht mehr im Wege.
Ines und ich verabredeten, dass ich schon am Samstag nach Glinde anreise, da es in Kiel schon um 11 Uhr losging und ich dann bei 3 Stunden Anfahrtszeit zu früh aus dem Bett müsste.
Wir verbrachten einen schönen Samstag Abend auf der Terrasse – danke noch mal an dieser Stelle.
Anfahrt und Parken
Der große Tag war gekommen
Am 28.6.2009 machten wir uns auf den Weg Richtung Kiel. Bei der Buchungsbestätigung und den Tickets war eine Anfahrtsskizze und Straßennamen für die Eingabe ins Navigationsgerät anbei. „Uferstraße
/ Ecke Maklerstraße“ – dort befand sich der Zoll. Der Zollbeamte war zwar nicht sehr gesprächig, aber was wir erfuhren war: „Das ist hier nicht!“Ein Pärchen hatte sich ebenfalls eingefunden und wir stellten alle fest, dass die Kritiker auf der mydays-Seite mehr als Recht hatten. Mehrfach ist dort zu lesen, dass man den Hafen und die Ablegestelle schwer findet.
Schnell wurde das Handy gezückt und bei der für Notfälle angegebenen Nummer nachgefragt. „Mecklenburger Straße“ wäre richtig gewesen…
Dort endlich und auch noch pünktlich angekommen (schließlich waren wir ja in Sachen Suchen vorgewarnt…), mussten wir feststellen, dass ausreichend, kostenlose Parkplätze nicht vorhanden waren. Zwar fanden wir einen Stellplatz, der nicht als Privatgrundstück oder Parkverbot-Bereich gekennzeichnet war. Außerdem stand ein weiteres Fahrzeug dort und wir behinderten keinen.
Um das Ende vorweg zu nehmen: Wir mussten hinterher „Strafe“ zahlen, wobei ich das noch immer für ungerechtfertigt halte! Aber da wir ja für den Segel-Ausflug nichts bezahlt haben, hatten wir keine Lust auf Diskussion. Wir wollten nur noch heim…
Segeln und Brunchen
Um 11 Uhr wurden wir kurz per Megaphon darauf hingewiesen, dass der rechte Bereich in Fahrtrichtung beim Ablegen und wieder Anlegen für die Besatzung freigehalten werden soll, das war’s. Eine Einführung ins Segeln sollte es geben… vielleicht später!
Die überdachten Plätze im oberen Bereich waren schon völlig besetzt, als wir an Bord kamen, aber wir fanden noch einen Tisch, den wir uns mit einem älteren Ehepaar teilen konnten. Tische waren nicht selbstverständlich, was ich beim Brunchen schon für ungewöhnlich hielt.
Eine Info wann und wo das Brunch-Buffet eröffnet wird, musste man erstmal erfragen. Das Service-Personal war zwar freundlich, aber recht ungeschult. Zwar gab es wie in den Unterlagen angekündigt einen Begrüßungssekt, aber um weitere Getränke zu bekommen, musste man schon auf der Hut sein, jemanden vom Personal zu entdecken und zu erwischen. Kaffee, Tee und Säfte sollten im Preis inklusive sein. Tee und Kaffee haben wir uns bestellt, Säfte erwartete ich beim Buffet, was aber auch ein Irrtum war.
Gegen 12 Uhr gingen wir dann zum Buffet, weil der kleine Hunger kam. Das Buffet war in einem kleinen, dunklen Raum aufgebaut. Ich schätze mehr als 35 Quadratmeter waren es auf keinen Fall. Nun waren aber geschätzte 80 Passagiere an Bord. Das sollte ein Chaos werden…, denn die Tische waren rundherum aufgebaut und es gab 2 Türen. Das große Durcheinander blieb aus und auch die Befürchtung, dass die Letzten ohne Essen blieben auch, denn es wurde immer nachgelegt.
Das Buffet war nett angerichtet und es gab eine Auswahl an Wurst, Käse, Fisch, Obst, Antipasti und Müsli. Dazu gab es Würstchen, kleine Frikadellen und Kartoffelsuppe. Die Auswahl der warmen Gerichte fand ich schon recht dürftig, da bis auf die Suppe vieles schon auf Frühstückbuffets zu finden ist. Es war aber alles sehr frisch und lecker. Vor allem vom Obstsalat konnte ich kaum genug bekommen, weil die Früchte so schön reif und süß waren.
Leider konnte man hier wieder die wenigen Tische bemängeln, denn viele hatten nicht das Glück wie wir und mussten den Teller auf den Schoß nehmen. Als wir mit dem Essen fertig waren, machten wir Platz für andere und versuchten uns ein windstilleres Plätzchen zu suchen. Ein leeres Sektglas war schon vom Wind umgestoßen worden und in tausend Stücke zersprungen. Da lob ich mir mal wieder die AIDA, denn dort gibt es auf Deck nur Plastikgläser, um so was zu vermeiden.
Mit dem Wetter hatten wir sehr viel Glück. Auf der Hinfahrt hatte es noch sehr geregnet, aber an Bord hatten wir zwar viele Wolken, ab und an mal Sonne und ne steife Brise, die zum Segeln ja wichtig ist.
Um 13 Uhr cirka wurden die Segel gehisst, aber auch hier war keine Einbindung der Passagiere gewünscht – im Gegenteil. Die Crew war nur am Rumschreien, was wohl eine Show sein sollte. Man stand nur noch im Wege, selbst wenn man von der Steuerbordseite fern blieb. Interessant war es aber schon, als die großen Segel entfaltet wurden…
Die Aussicht was schon toll. Kiel zur großen Segelregatta, die Aufbauten der Kieler Woche, Laboe vom Wasser aus… Zum Glück wurde ich mal vor Jahren schon von einem guten Freund in die Gegend eingewiesen und hab auch Laboe angeschaut, sodass ich wusste, was vom Schiff aus zu sehen war. Das Wetter wurde immer mehr sonnig. Dass es mir teilweise zu kalt war, geht ja auf meine Kappe. Ich hätte doch noch einen Pullover drüber ziehen sollen… Nunja,… segel-erfahren bin ich ja nicht…!
Sunthorice
Über das Schiff habe ich mich dann im Nachhinein im Internet informiert…
Die Sunthorice wurde 1902 in der Papenburger Meyer Werft in Auftrag gegeben und 1903 als dreimastiges, eisernes Feuerschiff als Außenjade eingesetzt.
1931/32 wurde das Schiff modernisiert, um 5,5 Meter verlängert und erhielt eine Antriebsmaschine. Am 27.10.1936 kam man in einen Orkan, sodass das Schiff und seine Besatzung nur knapp aus der misslichen Lage befreit werden konnte. Im Krieg wurde das Schiff durch eine Bombe versenkt und nach dem Krieg gehoben und durch die Beckmann Werft repariert.
Am 13.03.1978 wurde das Schiff für den obligatorischen Wert von 1 DEM an einen Verein verkauft. Danach lag es mehrere Jahre unter verschiedenen Eignern im Hamburger Hafen und wurde nicht gepflegt.
2000 kaufte der jetzige Eigentümer das Schiff und restaurierte es, was ihm nach der Vorgeschichte recht gut gelungen ist. Ohne die Vorgeschichte zu wissen, fand ich das Schiff recht zerschlissen. Auch hier hätte ein bisschen Information zum Schiff und seiner Geschichte, die Einstellung der Gäste verändern können und das ganze abwechslungsreicher gestaltet.
Die Geschichte der alten Glocke, die wir fotografierten, hätte mich schon sehr interessiert. Schade!
Preisleistungsverhältnis und Erwartungshaltung
Nun fragt Ihr Euch sicher, was dieser Ausflug von knapp 4 Stunden kostet… 85 Euro muss man hierfür hinblättern, wenn man nicht das Glück hat, den Gutschein zu gewinnen. Bei dem Preis hat man schon eine gewisse Erwartungshaltung – vor allem wenn man bei mydays eine Einführung ins Segeln versprochen bekam.
Wer selten am Meer ist und sich mit Booten nicht auskennt, war vielleicht so zufrieden, dass man statt „Steuerbord“ „in Fahrtrichtung rechts“ als Anweisung bekam. Ich fand dies aber recht dürftig – auch wenn ich noch nie gesegelt bin. Gerade für Auswärtige (zumindest eine Altherrentruppe kam aus Kassel) wäre eine Schilderung der Orte, die man vom Schiff aus sehen konnte, sehr von Nutzen gewesen.
Schraubt man die Erwartung ein wenig runter – schließlich haben wir nicht den Preis zahlen müssen – war es gar nicht so schlecht, wie es vielleicht klingt. Ich habe versucht mich in die Gäste reinzuversetzen, die den kompletten Preis zahlen mussten. Da wäre ich schon sauer gewesen. Vor allem beim Brunch, der eher ein erweitertes Frühstück war.
Die Einbeziehung der Gäste ins Segeln hätte man ohnehin nicht pauschal sondern nur auf freiwilliger Basis machen können, denn das Durchschnittsalter lag eher im Rentenalter. Nur wenige Ausnahmen konnten dies nicht ändern. Ich denke, denen hat das Rumschippern sicher eher gefallen.
Für mich war es ein schöner Zeitvertreib. Schließlich waren die Kosten nur für die Fahrt nach Glinde (Dank an Ines) und für das Parken angefallen. Da ist es schon was anderes, als wenn man Vollzahler ist.
Fazit
Wenn man den vollen Preis bezahlen muss, würde ich es ggf. noch mal überdenken. Sollte man aber von Freunden (oder ciao) einen Gutschein bekommen, darf man den eigentlichen Preis sehen. Wenn man sich einfach auf den Segeltörn einlässt, kann es ein netter Zeitvertreib sein. Daher vergebe ich auch für meine Tour 4 Sterne – aber unter den geschilderten Bedingungen (Gutschein).
Vielen Dank an ciao.de, mydays.de und an die nette Stechfrage beim Gewinnspiel. Bei einer Eishockey-Frage konnte ich eigentlich nur gewinne. ;-))
Danke Dir Ines für die Übernachtungsmöglichkeit und den schönen Abend bei Euch!
Ich liebe das Meer, so war es für mich ein schöner Ausflug!
Liebe Grüße von Eurer Carmelita
P.S.: Hatte das Produkt "Segeln und Brunchen mit mydays.de" vorgeschlagen. Dies hatte ciao nicht vollständig übernommen. Aufgrund meines Hinweises hat ciao das Produkt gelöscht und meinen Bericht hierher verschoben. Darüber bin ich nicht sehr glücklich, denn mein Bericht geht ja nicht über die Homepage. Ich hoffe, Ihr seht es mir nach, denn nun hab ich keine Lust eine oder noch weitere Mails an ciao zu schicken, denn eine Info, dass man meinen Bericht nun völlig woanders hingepackt hat, blieb bis dato leider aus... :-(
Positiv ist zu erwähnen, dass ich am 22.07.09 die Sunthorice bei Soko Wismar gesehen hab. ;-))
Hier noch Pro + Kontra, da beides zu lang für die Kästchen war...
Pro:
leichtes Buchen, sehr gut aufgebaute Homepage mydays.de, schöne Aussicht auf Kiel, Laboe und die Regatta, relativ gutes Wetter, ein entspannter Nachmittag, nur Anfahrts- und Parkkosten dank Gutschein
Kontra:
falscher Abfahrtspunkt in den Unterlagen, kaum Parkplätze, keine Ausschilderung, keine Einführung ins Segeln, keine Einbindung, recht schroffe Crew, ungeschultes Service-Personal, schlechte Organisation und Informationspolitik, der hohe Preis, sofern man ohne Gutschein bucht
03.01.2012 10:58
bh
30.12.2011 17:43
dann besser nicht... ***bh*** und einen guten Rutsch
19.12.2011 07:06
Ich setzt auch noch ein BH oben drauf! ^^