Kinder sind die Zukunft und brauchen eine Zukunft

5  17.08.2002

Pro:
Man kann die Entwicklung des Kindes mitverfolgen .

Kontra:
-  -  -

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Navigation / Übersichtlichkeit:

Informationsgehalt

Aktualität der Website:

Wichtigkeit der Themen:

Möglichkeit zum Helfen & Spenden:


kroetenfieber

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Es gibt viele Arten, Menschen zu helfen die in Not sind: Spenden, tatkräftige Hilfe ohne Bezahlung jeglicher Art hier oder in dem Land, in dem jemand unter Hunger, mangelnder Schulbildung und allgemeinen Existenznöten leidet.

Plan International mit Sitz in Hamburg hat es sich zur Aufgabe gemacht, besonders Kindern in der Dritten Welt ein lebenswertes Leben zu bescheren oder zumindest eines, das sie überhaupt führen können. Plan ruft dazu auf, eine Patenschaft für ein Kind zu übernehmen. Damit hilft man nicht nur dem Kind, sondern der ganzen Familie, in der es lebt (Geschwistern, Eltern, evtl. Großeltern usw.) und zum Teil auch einer Gemeinde durch die Bereitstellung von Schulmitteln u.a. Ich habe zweieinhalb Jahre lang auf meine Weise geholfen - als ehrenamtliche Übersetzerin und mehrmals als „Vermittlerin“ eines Patenkindes.


Eine Kinderpatenschaft bei Plan
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Praktisch sieht eine Patenschaft so aus: Man zahlt monatlich 21,47 EUR für ein Kind an Plan International. Um eine Patenschaft für ein Kind aus der Dritten Welt zu übernehmen, kann man sich über die Webseite von Plan, telefonisch oder per Fax an Plan International wenden und seine persönlichen Daten durchgeben. Man kann die Mitarbeiter von Plan International aussuchen lassen, in welchem Land man ein Kind unterstützt oder sich selbst ein bestimmtes Land aussuchen. Plan International ist in vielen Ländern der Dritten Welt und Albanien aktiv, jedoch nicht in allen (siehe Auflistung im nächsten Kapitel). Möchte man beispielsweise lieber ein Mädchen unterstützen, kann man auch diesen Wunsch äußern. Die Wahl „Geschlecht unwichtig“ gibt es natürlich auch. Da die Patenschaft als Spende gilt, ist der Betrag steuerlich absetzbar. Man erhält automatisch eine Spendenquittung.
Mit dem Geld wird das realisiert, was das Kind am nötigsten braucht. Was dies genau ist, entscheidet Plan International. Es kann eine Matratze, die Einrichtung eines WC für die Familie, Schulmaterial oder was auch immer sein. Da mit den Spendengeldern wie gesagt auch Gemeindeprojekte finanziert werden, werden beispielsweise auch Krankenstationen oder Schulen errichtet.
Der Pate oder die Patin erhält direkt Post von dem Kind oder seiner Familie. Kann das Kind (noch) nicht schreiben sind und auch die Eltern Analphabeten, so helfen Projektmitarbeiter vor Ort bei dem Schreiben von Briefen. Oft liegen auch Fotos von dem Kind bei (mit seiner Familie oder nur als Portrait). Neben der persönlichen Post verschickt Plan International regelmäßig Berichte über die Verbesserungen, die mit Hilfe des Geldes erzielt werden konnten. In den Berichten steht auch, wie sich das Kind weiterentwickelt hat, in welche Schulklasse es gerade geht

Bilder von plan-international.de
plan-international.de Bild 3709 tb
neues Design der Webseite von Plan International (Stand: 10.03.04)
und wie es der Familie und der Gemeinde ergeht, in der das Kind lebt.
Als Pate/Patin kann man natürlich auch selbst Kontakt mit dem Kind aufnehmen. Ich finde es gut, wenn auch das Kind und seine Familie etwas über den Spendenden in Deutschland oder wo auch immer erfährt. Man kann zum Beispiel schreiben, wie alt man ist, wie viele Kinder man selbst hat, was man gerade macht usw. Es müssen keine Romane sein. Möchte man sich auf den Weg machen, um das Kind in seinem Land zu besuchen, so ist auch dies möglich.

Jeder Pate hat eine Patennummer und jedes Kind hat seine „Nummer“. Die Adresse des Paten / der Patin wird dem Kind bzw. seiner Familie mit Absicht nicht mitgeteilt, damit es keine „Bettelbriefe“ gibt. Möchte man sein Kind nicht direkt besuchen, erhält man auch nicht automatisch die Adresse des Kindes. Geschenke an das Kind werden bei Wunsch gegen einen festgelegten Kaufpreis verschickt.

Eine Patenschaft kann jederzeit gekündigt werden.


In welchen Ländern können Patenschaften übernommen werden?
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Ägypten, Äthopien, Albanien, Bangladesch, Benin, Bolivien, Brasilien, Burkina Faso, China, Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador, Ghana, Guatemala, Guinea, Guinea-Bissau, Haiti, Honduras, Indien, Indonesien, Kamerun, Kenia, Kolumbien, Malawi, Mali, Nepal, Nicaragua, Niger, Paraguay, Pakistan, Peru, Philippinen, Sambia, Senegal, Sierra Leone, Simbabwe, Sri Lanka, Sudan, Tansania, Thailand, Togo, Uganda, Vietnam.


Übersetzungen von Berichten und Briefen
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Ist der eigene Geldbeutel nicht gerade gut genug gefüllt, um eine regelmäßige monatliche Spende überweisen zu können oder hat man einfach den Wunsch, auf aktive Weise zu helfen, so kann man sich anbieten, das Übersetzen von Projektberichten und Briefen zu übernehmen. Nicht jeder Pate oder jede Patin beherrscht Fremdsprachen, möchte aber die Briefe des anderen verstehen und sich selbst mitteilen.
Ich erhielt alle drei bis vier Wochen oder alle zwei bis drei Monate einen braunen, großen Briefumschlag mit Briefen und/oder Projektberichten, die auf englisch geschrieben sind. Die Zeiträume zwischen den zu übersetzenden Papieren waren recht unterschiedlich. Manchmal waren es drei Berichte, manchmal sechs oder sieben Briefe. Auch hier hängt es davon ab, wieviel gerade geschrieben wurde und wie die Papiere an die Übersetzer verteilt wurden. Insgesamt überarbeitet man sich nicht gerade, wenn man sich bereit erklärt, Übersetzungen ehrenamtlich zu übernehmen.
Plan International verlangte nicht, daß ich die Berichte und Briefe sofort am Tag der Ankunft übersetzte, sondern bat in einem beiliegenden Brief darum, die Übersetzungen in den nächsten 2-3 Wochen vorzunehmen und zurückzuschicken. Hatte ich in den Wochen gar keine Zeit, so konnte ich dies Plan International mitteilen und die nicht übersetzen Berichte/Briefe postwendend zurückschicken, damit sie an andere Übersetzer gegeben wurden. Das Rückporto für die Rücksendung lag stets bei. Einen Umschlag spendierte ich selbst.
Ich hatte anfangs angeboten, englische Briefe ins Deutsche zu übersetzen, und dies habe ich in regelmäßigen Abständen gern getan. Es kamen Briefe aus Indien, Pakistan und vielen anderen Ländern. Projektberichte zu übersetzen, war im Grunde genommen nicht schwierig, doch muß man damit rechnen, daß die Familien und/oder Projekthelfer der englischen Sprache nicht hundertprozentig mächtig sind und die Satzstellung manchmal etwas konfus ist oder es englische Wörter gibt, die es eigentlich nicht gibt. Das kam aber nicht sehr oft vor. Mir wurde eine Liste von „Plan-typischen“ englischen Ausdrücken beigelegt, deren Übersetzung mir selbst auch schwergefallen wäre.
Die Übersetzungs-Aufträge kamen stets per Post. Ich mußte mich nicht nach Hamburg begeben. Zu Weihnachten bekam ich eine nette Karte oder einen netten Brief von Plan als Dankeschön für die Hilfe.
Ob die ehrenamtlichen Übersetzer-Tätigkeiten heute noch genauso ablaufen wie noch vor einigen Jahren, weiß ich nicht. Neuerdings können sich die Übersetzer auch auf der Webseite im Diskussionsforum anbieten.


Die Webseite
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Die Webseite ist von den Farben her sehr schön gestalte, jedenfalls entspricht sie vom Design her meinem Geschmack: Orange-, Gelb- und Rottöne passen gut zusammen, und das Grün des Plan-Logos ist dezent genug, um zu diesen Farben zu passen.
Nach einer vorgeschalteten Seite, auf der zur Zeit das Kind namens Mohamed aus Malawi vorgestellt wird, gelangt man auf die Startseite. Dort gibt es ein Menü auf der linken Seite mit den Menüpunkten „Patenschaften“, „Für Paten“, „Über Plan“, „Aktuelles“, „Länderlexikon“, Diskussionsforum“, „Gästebuch“ und „Kontakt“. Über einen Zusatzlink mit der Aufschrift „International“ gelangt man auf eine englischsprachige Webseite, die in Großbritannien von „FPPI Limited“ erstellt wurde und auch über Plan International informiert. Wer genau dahinter steckt, ist mir nicht bekannt. Auf jeden Fall ist es eine andere Webseite mit einem anderen Design.
Auf der Webseite kann man über ein Formular Pate werden, indem man sich „anmeldet“ (Link „Patenschaften“).
Für diejenigen, die bereits Paten sind, gibt es eine Geschenkliste mit den jeweiligen Preisangaben (Link „Für Paten“). Man kann sich ein Geschenk aussuchen, den Preis dafür von seinem Konto abbuchen lassen und das ausgesuchte Geschenk geht auf die Reise. In dem Zeitraum, in dem man monatlich spendet, kann sich seine Kontonummer oder Postadresse ändern. Die Änderungen kann man Plan International über den Link „Adreß- und Bankwechsel“ mitteilen. Unter „Für Paten“ gibt es auch noch einen Link „Aktive Mithilfe“ - hier kann man sich als Übersetzer oder als Teilnehmer von Plan-Aktionen anbieten. Ich hätte diesen Link nicht unbedingt hier vermutet, denn man muß nicht Pate sein, um ehrenamtlich mitzuwirken. Eine Plan-Banner kann man sich auf seine Webseite „einbauen“. Er ist nett gestaltet (wechselnde Kindergesichter). Der Banner ist nicht aufdringlich.
Über das „Diskussionsforum“ kann man sich darüber informieren, wie man aktiv helfen kann. Übersetzer bieten sich an und es gibt Aktionsgruppen. Teilnehmer solcher Gruppen tauschen sich im Forum der Webseite aus. (Aktionsteilnehmer sammeln Spenden, organisieren Veranstaltungen und suchen neue Paten.)
In dem Länderlexikon kann man sich darüber informieren, in welchen Erdteilen und Ländern Plan International tätig ist.


Mein Eindruck von Plan International
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Aus meiner Sicht ist es durchaus sinnvoll, über Plan International etwas für die Kinder in bedürftigen Ländern zu tun. Der Begriff „Dritte Welt“ mag umstritten sein (manche sagen lieber „Eine Welt“). Fakt ist jedoch, daß Kindern, die in Armut leben, ermöglicht werden muß, zumindest eine Schule besuchen zu können und nicht hungern zu müssen. Man kann versuchen, ihnen ein Leben zu ermöglichen, in dem sie später als Erwachsene für sich selbst sorgen können. Dafür müssen Grundlagen geschaffen werden, solange sie noch Kinder sind. Kinder können sich nicht aktiv selbst und ohne Fremde Hilfe aus schlechten Bedingungen heraushelfen, und ich denke, daß Plan International eine geeignete Organisation ist, der man vertrauen kann. Durch die Berichte, Fotos und die Möglichkeit, als Pate sein Patenkind besuchen zu können, kann man über Jahre verfolgen, wie es dem Kind und seiner Familie geht. Der gegenseitige Kontakt zwischen Geber und Nehmer ist möglich, und das finde ich sehr wichtig.


Zusammenfassung
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Ich möchte mit diesem Bericht nicht unbedingt die Werbetrommel für Plan International rühren. Es ist jedem von uns überlassen, ob man durch direkte Geldspenden, Patenschaften, ehrenamtliche Tätigkeiten oder „Weitersagen“ über Plan International Kindern aus armen Ländern helfen möchte. Ein Blick auf die Webseite lohnt sich auf jeden Fall, denn sie ist nett gestaltet und übersichtlich.


PLAN INTERNATIONAL DEUTSCHLAND e.V.
Pestalozzistr. 14
22305 Hamburg
Tel.: 040 - 61 14 00


© kroetenfieber


UPDATE Frühling 2004:
Plan International scheint die Webseite vollkommen neu gestaltet zu haben. Die kräftigen Farben sind nicht mehr vorhanden, das Logo ist nicht mehr grün (siehe Produktabbildung). Das neue Design ist unter diesem Bericht zu sehen.
Außerdem zahlt ein Pate inzwischen 25 EUR pro Monat für sein Patenkind.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
tuimama

tuimama

02.09.2004 19:00

ein informativer bericht, wobei ich meine, dass man da noch viel mehr ins detail gehen könnte. schade, dass du nicht die werbetrommel für Plan rühren willst, denn genau das wäre doch sinn und zweck dieses berichtes gewesen. wozu sonst schreiben? Ich auf jeden fall habe meinen bericht genau deshalb verfasst - um kräftig werbung für Plan zu machen. Nur ist diese Kategorie nicht so bekannt bei den lesern hier...Leider!

chris-hh

chris-hh

05.02.2004 11:45

Ich bin seit Sonntag Pate eines sechsjährgen Jungen in Uganda und sehr gespannt, wie das ablaufen wird. Auf jeden Fall ist dein Bericht sehr informativ. Chris

Trisa

Trisa

05.04.2003 21:51

Von der grössten Organisationen erscheint mir PLAN noch am seriösesten, bei den anderen habe ich das Gefühl, das mehr für Mitarbeiter, Büros und Werbung ausgegeben wird, als bei den Kindern ankommt...

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