Kinderpatenschaft, die vielen hilft...

5  03.09.2004

Pro:
Geld geht an viele, man hat direkten Kontakt

Kontra:
-

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Navigation / Übersichtlichkeit:

Informationsgehalt

Aktualität der Website:

Wichtigkeit der Themen:

Möglichkeit zum Helfen & Spenden:


Lyra1986

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Eigentlich ist www.plan-international.de nur eine Homepage wie jede andere auch, doch wenn man sie informiert, was dahinter steht, nimmt die Sache schon ganz andere Formen an...


*** Plan International - Was ist das? ***

In vielen Ländern haben die Menschen nicht das Glück in solchen Verhältnissen wie wir zu leben. In Deutschland beschweren sich viele, dass wir uns wirtschaftlich in einer schwierigen Situation befinden, in anderen Ländern würde man sich über unsere Situation freuen.
Plan International ist eine Gesellschaft, die Kinderpatenschaften in Asien, Afrika, Südamerika und Albanien vermittelt und so versucht einige Kinder, deren Familien und Freunde wenigesten ein wenig aus dieser Situation herauszuführen.


*** Die Geschichte von Plan International ***

Es ist schwer sich vorzustellen, wie sich ein Mann fühlen muss, der ein Kind auf der Straße findet mit einem kleinen Zettel, auf dem steht: „Dies ist José. Ich bin sein Vater. Wenn Santander er-obert wird, werde ich getötet. Inständig bitte ich denjenigen, der den Jungen findet, für ihn zu sorgen.“
Der englische Journalist John Langson-Davies hat im Jahr 1937 diese Erfahrung gemacht. Er war nach Spanien gereist um dort über den Bürgerkrieg zu berichten. Auf eben dieser Reise fand er José und ließ ihn natürlich nicht allein.
Aufgrund dieser Erfahrung gründete er wenig später die Organisation „Foster Parents Scheme for Children in Spain“, aus der später „Plan“ hervorging.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde „Plan“ auch in Deutschland tätig. An diesem Beispiel kann man sehen, was Langson-Davies’ Mission war – er wollte allen helfen, unabhängig von Volkszugehörigkeit, Konfession oder Politik.

Heute gehört Deutschland zusammen mit 15 anderen Ländern zu den Geber-Ländern der Or-ganisation „Plan“ an. Sie hilft Familien in 44 Länder der Dritten Welt und Albanien. „Plan“ wird dabei sowohl in ländlichen Gebieten, als auch städtischen Elendsvierteln tätig. Weltweit wurden bereits mehr als eine Million Patenkinder über „Plan“ vermittelt. Diese Patenschaften helfen nicht nur dem Kind selbst, sondern auch seiner Familie und seiner ganzen Gemeinde. Denn auch bei „Plan“ gilt der Grundsatz: „Hilfe zur Selbsthilfe!“


*** Wie sieht die Hilfe durch Plan International genau aus? ***

Um als bei „Plan“ als Projektland aufgenommen zu werden, müssen zunächst einige Kriterien erfüllt werden.
Zunächst geht es darum, welche Länder überhaupt förderungsbedürftig sind. Dazu müssen folgende Voraussetzungen gegeben sein:
• Die Säuglingssterblichkeitsrate ist höher als 25 Kinder je 1000 Lebendgeburten.
• Das BIP pro Kopf liegt im Jahr unter 1700 US-$
• Der Index für Lebensqualität (Säuglingssterblichkeit, Lebenserwartung und Alphabetisierungsrate) liegt und 80 Punkten.
Erfüllt ein Land die „Kriterien“ kann es als Projektland aufgenommen werden. Jedoch müssen zwischen der Regierung und den Projektgemeinden Vereinbarungen getroffen werden um eine sichere Arbeit von „Plan“ zu gewährleisten. Zu diesen Vereinbarungen gehören beispielsweise:
• „Plan“ wird die Projekthoheit in den Gemeinden durch einen Vertrag seitens der Regierung zu gesichert.
• Die Mitarbeiter vor Ort sollen hauptsächlich Einheimische sein, die sich mit den Gepflogenheiten vor Ort auskennen.
• Die Familie des Patenkindes muss bedürftig sein und es wird stets nur ein Kind pro Familie als Patenkind aufgenommen.
• Die Familie muss sich bereit erklären an der gemeindegestützten Entwicklung teilzunehmen.

„Plan“ finanziert seine Arbeit hauptsächlich durch Patenschaftsbeiträge. Somit bieten die Kinderpatenschaften in Asien, Afrika, Südamerika und Albanien den Grundstein für die Arbeit von „Plan“ in den Projektländern. Außerdem gibt es noch spezielle Projekte, die lediglich durch Spenden finanziert werden, wie z.B. der Mädchenfond, dessen Geld ausschließlich für Projekte genutzt wird, mit denen Mädchen geholfen werden soll.

Wer eine Patenschaft für ein Kind übernimmt zahlt monatlich mindestens 25 € an „Plan“ und hilft somit seinem Patenkind, seiner Familie und sogar dem ganzen Dorf. Anders als bei einigen anderen Patenschaftsorganisationen geht das Geld nicht direkt an die Familien, sondern wird für örtliche Hilfsprojekte genutzt, die durch „Plan“ umgesetzt werden sollen. Das Motto lautet hier: Hilfe zur Selbsthilfe. Die Bewohner des unterstützten Dorfes müssen sich zu Beginn der Zusammenarbeit mit „Plan“ bereit erklären selbst etwas für ihre und die Zukunft ihrer Kinder zu tun. Sie werden also direkt mit in die Arbeit vor Ort eingebunden. Diese Arbeit besteht dann darin zu versuchen die Bildung, Gesundheit, das Lebensumfeld und das Einkommen der Dorfbewohner zu verbessern und dauerhaft zu stabilisieren. Es werden also keine spektakulären Maßnahmen durchgeführt, sondern die Situation der Menschen vor Ort soll nachhaltig verbessert werden. Und immer hat die Förderung von Frauen und Mädchen einen besonders hohen Stellenwert.
In den einzelnen Bereichen versucht „Plan“ folgendermaßen zu helfen:

• Gesundheit:
Um zu gewährleisten, dass die Gesundheitsprogramme auch nützlich und hilfreich sind, sind diese an die Programme der WHO angelehnt.
Vor allem für das körperliche und soziale Wohlbefinden der Kinder wird gesorgt, da diese die Zukunft des Landes darstellen. So wird für ausreichende und gesunde Ernährung der Kinder gesorgt. Hinzukommen das Vorbeugen und Behandeln von Krankheiten, die für die Kinder oft lebensbedrohlich sind, wie z.B. Durchfallerkrankungen.
Weitere wichtige Punkte im Bereich Gesundheit sind Sexualerziehung, Aufklärung und Familienplanung. Denn dadurch wird nicht nur die jetzige Erwachsenengeneration geschützt, sondern auch die Kinder, da sie das Wissen von den Eltern mitbekommen.

• Bildung:
Das wichtigste Bildungsziel für „Plan“ ist eine schulische Grundausbildung der Kinder, wobei nicht nur Lesen, Schreiben und Rechnen auf dem Stundenplan steht, sondern auch Gesundheitsvorsorge, Ernährung und Hygiene.
Doch auch in der Erwachsenenbildung setzt „Plan“ sich ein. Denn nur mit einer ausreichenden Grundausbildung ist es für die Menschen in den Projektgebieten möglich, die durch „Plan“ gegeben Ziele auch durchzusetzen.
Neben der Ausbildung wird „Plan“ auch beim Bau von Schulen und der Ausstattung mit Lehrmaterial tätig. Außerdem sorgt die Organisation für die Fortbildung von Lehrern und das Erstellen von Lehrmethoden.

• Lebensumfeld:
Um zu gewährleisten, dass die Patenkinder von „Plan“ in einem geschützten und gesunden Lebensumfeld auswachsen, werden in Zusammenarbeit mit der Dorfgemeinschaft stabile Häuser gebaut, die sowohl Schutz vor Witterung, als auch Krankheiten bieten. Des Weiteren wird für den Ausbau der Infrastruktur gesorgt. Dazu gehört: Zugang zu sauberem Trinkwasser, der Bau von Abwassersystem, der Errichtung von Latrinen, sowie Zufahrtstraßen.

• Einkommen:
Nachdem „Plan“ seine Arbeit in einem Projektgebiet beendet hat, soll jede Familie über ein Einkommen verfügt, das ausreicht um die Grundbedürfnisse, Nahrung und Kleidung, zu decken.
Neue Perspektiven werden vor allem durch den Erwerb handwerklicher und kaufmännischer Fähigkeiten, sowie die Vergabe von Kleinkrediten gegeben, die jedoch irgendwann ausnahmslos zurückgezahlt werden müssen. So wird den Menschen vor Ort der Schritt in die Selbständigkeit erleichtert.


*** Eine Patenschaft bei Plan International ***

In Deodurg (einem "Bundesland" in Indien), genauer gesagt im Dorf Bunnatti, lebt die 9-jährige Shilpa mit ihrer Familie. Shilpa hat acht Geschwister, was in dieser Region keine Seltenheit ist. Eine Seltenheit ist jedoch die Arbeit ihres Vaters, denn er arbeitet nicht auf dem Feld, sondern ist Handwerker. Bevor „Plan“ das Dorf Bunnatti unterstützt hat, war aber auch er, wie die meisten anderen Bewohner des Dorfes Feldarbeiter. Durch Plan hat sich die Situation von Shilpas Familie bereits deutlich verbessert. Der Brunnen, der den Ort mit Trinkwasser versorgt, ist nicht einmal 1 Kilometer vom Dorf entfernt. Durch dieses sauberere Wasser war kein Mitglied der Familie in den letzten sechs Monaten ernsthaft krank. Außerdem kann Shilpa durch Plans Hilfe zur Schule gehen. Auch diese liegt weniger als 30 Minuten von ihrem Heimatort entfernt.
Doch für Plan gibt es in dieser Gegend noch viel zu tun. So hat Shilpas Familie beispielsweise keine eigene Latrine und muss ihre Notdurft auf dem Feld verrichten. Das nächstliegende Krankenhaus ist zudem zwei Stunden entfernt, ein Weg, den ein akut Kranker nur unter unzumutbaren Zuständen zurücklegen kann.

Shilpa ist seit Januar diesen Jahres mein Patenkind. Da ich noch Schülerin bin, habe ich lange überlegt, ob ich wirklich bereit bin jeden Monat 25€ zu überweisen. Doch da ich nebenbei Werbung verteile geht das ganz gut.
Ich schreibe Shilpa ab und zu Briefe und schicke kleine, wirklich kleine Geschenke, wie z.B. Stifte, Hefte oder eine Puppe. Einmal habe ich bereits Antwort von ihr erhalten - es war ein Bild von einer Blume. Natürlich hatte ich etwas mehr erwartet, aber ich war keineswegs enttäuscht. Schließlich wird man bereits zu Beginn der Patenschaft darauf hingewiesen, dass Kinder in dieser Region oft nicht daran gewöhnt sind ihr Gefühle etc. aufzuschreiben.
Irgendwann werde ich sie auch einmal besuchen, um zu sehen wie die Projektarbeit vorangeht und natürlich um Shilpa und ihre Familie kennenzulernen.

Wer Pate/Patin bei Plan International ist, bekommt zusätzlich 4x im Jahr eine Zeitschrift, in dem aktuellen Berichte und Erfolge nachzulesen sind und einige Patenkinder näher vorgestellt werden.


*** Plan-International.de ***

Schließlich sollte ich noch etwas zur Seite selbst sagen.
Auf der Seite gibt es viele Informationen rund um Plan. Die wichtigesten Fragen zum Thema Patenschaft und Co. werden beantwortet. Auch über den Verbleib der Gelder wird man ausführlich informiert.

Man kann sich Informationen zu Kindern zuschicken lassen, die dringend einen Paten/eine Patin brauchen oder direkt online eine Patenschaft annehmen. Auf einer Seite werden nämlich aus jedem Projektland zwei Kinder vorgestellt, für die man eine Patenschaft übernehmen kann - so habe ich es auch gemacht.

Zusätzlich sind auf der Seite immer Erfahrungsberichte von Paten, die ihre Kinder besucht haben, vorzufinden. Es gibt zusätzlich ein Forum, in dem man sich mit anderen Paten über eine Patenschaft und alles was damit zusammenhängt, austauschen kann.


*** Also... ***

Ich denke jeder, der genügend Geld hat, sollte einmal darüber nachdenken eine Patenschaft, eventuell eine bei Plan, zu übernehmen. Denn ich glaube, dass man auch den Kindern die in unglücklicheren Umständen als wir aufwachsen müssen, haben eine Chance auf eine sichere Zukunft verdient. Ich jedenfalls habe es bis jetzt nicht bereut die Patenschaft für Shilpa übernommen zu haben und werde später vielleicht eine andere Patenschaft übernehmen.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
meike07

meike07

06.06.2006 11:47

Ein sehr schöner Bericht! Ich bin auch Patin bei Plan und habe eben eine 2. Patenschaft abgeschlossen. Ennu kommt aus Äthiopien und sie ist 10 Jahre alt, Raphael kommt aus Urganda und er ist 6 Jahre alt. GLG Meike

tuimama

tuimama

26.11.2004 11:02

da ich selbst Patin bei Plan bin (und auch einen Bericht dazu geschrieben habe) gehört dir natürlich meine volle Unterstützung und das ist hier bei Ciao wohl das bh! Würde mich freuen, von Dir zu hören! Mariam, mein Patenkind, lebt in Burkina Faso und der Region Namentenga. LG Silke

bolmsoe

bolmsoe

08.10.2004 17:33

Ich bin auch Patin bei Plan, außerdem noch ehrenamtliche Übersetzerin und kenne dadurch den Verwaltungsbereich der Organisation auch recht gut. Sie hat mich wirklich überzeugt, da sie durch und durch seriös ist. Ich habe auch einen Bericht darüber geschrieben.

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