Einmal ge-poppt, nie mehr gestoppt?
06.11.2003
Pro:
nettes Design, tolle Bilder, ein paar gute Tracks
Kontra:
unübersichtlices Design, beschränkte Auswahl, viel Hip - Hop / RnB Kram
Empfehlenswert:
Ja
 t_durden
Über sich:
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Erfahrungsberichte:408
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 32 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
You better popfile? Popfile.de war der erste kostenpflichtige Musikdownload Service in Deutschland (und ist es auch noch…?). Auf einer peppigen Seite von Universal gibt es einen netten Querschnitt an Titeln des Gesamtangebots Universals zum Download, aber lohnt es sich?
Inhalt Was ist popfile.de? Die Seite popfile.de Das Angebot Die Technik Die Kosten / Bezahlung Meine Meinung :: Was ist popfile.de? ::
Der Slogan „you better popfile“ kann man ja auf viele verschiedene Weisen auslegen. Es soll aber wohl so viel heißen wie „du solltest besser popfile nutzen als irgendwelche illegalen Downloads“ und dem kann man nur zustimmen. Popfile.de ist also ein online shop für Musik, die nach dem Bezahlen sofort auf den heimischen Rechner geladen wird und zum Hören bereit steht. Bezahlt werden kann dabei auf ganz unterschiedliche Weisen, alles gesponsert von der Deutschen Telekom, dazu aber mehr später. :: Die Seite popfile.de ::
Popfile.de ist bunt, verspielt und den ersten Blick durch die vielen Flash-Spielereien etwas unübersichtlich. Man gewöhnt sich aber schnell an die „poppige“ Optik und dann klappt’s auch mit dem Surfen. Am Kopf der Seite findet sich ein einfaches Flashmenü mit dem man theoretisch alle Bereiche der Seite ansteuern kann. Hinter „music“ (man bemerkte die moderne englische Sprache ;-) verbirgt sich, wie sollte es auch anders sein, alles was mit Musik zu tun hat. So kann man hierüber nach Artist oder Titel sucht oder aber sich die Downloadcharts anschauen und neu Neuzugänge. „info“ bringt den geneigten User zu seinem Account und allgemeinen Information zu popfile.de. Zum Beispiel erfährt man hier wie der Musikdownload funktioniert und kann hilfreiche FAQs durchlesen. Schließlich rundet der Menüpunkt „network“ das Bild ab. Dahinter verbergen sich Links zu Telekom, anderen Aktionen von Universal und kostenlosen Tracks (ja die gibt es auch). Darunter befindet sich der eigentliche Hauptteil der Seite mit unzähligen Songs und ganz vielen Piktogrammen und Bildern. Wie gesagt es ist modern und ähnlich unübersichtlich. Egal wo man sich befindet, das linke Drittel enthält Links und Bilder zu Top-Artists und ein „Quick-Jump Menü“ über das man schnell in andere Bereiche der Seite springen kann. Die restlichen 2 Drittel enthalten nun die eigentlichen Musiktracks, sowie erneute Links zu „Top-Artists“ und ein Menü zum Einloggen in die Seite. Der Hintergrund der Seite selbst ist in einem geschmackvollen grün gehalten (nein es ist wirklich ok) und darauf wie üblich schwarze Schrift. Einzig Links zu Titeln werden fett und rot dargestellt. Normalerweise würde ich sagen, dass rot und grün nun wirklich nicht gerade augenfreundlich sind, aber durch den leichten Pastellfarbton und die dunklen Farben wirkt beides sehr gut und passt zusammen.
Wählt man nun einen Artisten an, bekommt man einen kurzen Einleitungstext präsentiert, der sie sich genauso gut auch hätten sparen können, denn Infos gibt er keine her. Darunter befinden sich dann je nach Künstler ein paar bis zu sehr vielen Titeln (Cher hat über 40 zum Beispiel), während diverse Rapper nur mit 5-10 vertreten sind. Das soll aber nicht den Eindruck erwecken das popfile.de nur alte Titel hat, genau das Gegenteil ist eher der Fall, dazu aber mehr weiter unten. Neben jedem Track finden sich kleine Piktogramme um den Track als Link zu verschicken, ihm auf den Merkzettel zu packen, eine Probe zu hören oder aber in direkt zu kaufen. Klickt man den eigentlichen Track an, gibt’s noch einmal eine paar kurze Infos wie Dateigröße und Länge plus die schon bekannten Piktorgramme.
Nicht zu vergessen sei am unteren Bildrand der Seite einen Art live MP3-Player über den man in eine ganz guten Qualität auch einige Titel voll am Stück hören kann. Die Ladezeiten sind überigen recht schnell. Allerdings wird auch T-DSL (wieder mal der Sponsor) empfohlen um nicht ewig auf seine files warten zu müssen.
:: Das Angebot :: Popfile.de hat rund um 20.000+ Titel derzeit im Angebot. Die Interpreten (allesamt von Universal) geben einen ganz guten Schnitt durch das Universalangebot. Es sind viele große Namen und ein paar kleinere dabei. Der Schwerpunkt liegt dabei modernen Titeln und so machen Rapper, Hip-Hopper und diverse Kumpanen den größten Teil des Angebots aus. Nichtsdestotrotz gibt es einige kleine Perlen versteckt im Angebot. Sei es nun Mark Knopfler, Ryan Adams, U2 oder Cher um hier nur ein paar zu nennen. Ansonsten orientiert sich das Angebot aber ganz klar an einer jungen Zielgruppe, die Universal wohl für die Hauptnutzer des Internets und als Musikkäuferschaft ansieht. Ich bin da zwar anderer Meinung, aber was soll’s.
:: Die Technik :: Popfile.de möchte natürlich seine Musiktitel auch nicht verschenken und sicher sein, dass wenn man sie sich auf den Rechner geladen hat, diese da auch bleiben und so hat man diverse Vorkehrungen getroffen, die den User zu allererst einmal etwas nerven könnten. Denn bevor man überhaupt einen Titel Probe hören darf, muss man sich eine Software namens „My-Playlist“ runterladen. Diese belegt etwas 6 MB und lässt sich spielend leicht installieren. Nach der Installation testet My-Playlist die Internetverbindung und dann kann der Spaß losgehen. Über den Button „anhören“ hinter einem Track lädt nun die Software einen ca. 40sekündigen Preview. Dieser beinhaltet auf jeden Fall den Refrain und lässt so einen guten Eindruck vom Titel zu. Entscheidet man sich schließlich einen Titel auf die Festplatte zu laden, übernimmt dies My-Playlist auch wieder für den User. Ein Klick auf der popfile Seite genügt um den Bezahlvorgang einzuleiten und damit den Download zu starten. Die Musiktitel werden dabei in einer Qualität von 128kBit/s runter geladen, was der Standardqualität der meisten MP3s entspricht und wer nicht gerade ein perfektes Gehör hat, wird auch keine Qualitätseinbußen hören.
Diese Musikfiles werden dann von der My-Playlist in seinem Ordner „Eigene-Dateien“ auf dem Rechner abgelegt und zwar in einem *.l3p Format, dass erst einmal nur über die Software von Universal abgespielt werden kann. Das alleine ist aber kein Problem, denn Universal hat diese Software als Verkappten MP3-Player getarnt und empfiehlt sogar das Importieren der eigenen MP3s in die Software, damit man bequem Playlists erstellen kann. Wem das zu aufwendig ist (und wem ist das nicht zu aufwendig), der kann die MP3s auch als *.wma Dateien, also dem Format des Windows Media Players exportieren. Diese bekommen dann allerdings ein Wasserzeichen und eine einmalige Lizenz, nur für den Rechner auf dem sie geladen worden sind, spendiert. Das heißt im Klartext, dass man die Musikdateien nur auf seinem eigenen Rechner abspielen kann. Universal ist aber trotzdem so freundlich auch das einmalige Brennen auf eine CD zu erlauben und das Übertragen der Files auf einen MP3 Player. Zumindest soweit sind sie schon mal fairer als die meisten ausländischen Musikplattformen. :: Die Kosten / Die Bezahlung ::
Jeder Musiktitel kostet erst einmal 0,99 Eurocent, es gibt aber diverse Promotions mit kostenlosen und vergünstigten Tracks auf der Seite. Weitere kosten kommen nicht hinzu, außer man entscheidet sich für das Bezahlen über eine Hotline. Die Bezahloptionen sind dabei sehr vielfältig und eigentlich fast alle von der Deutschen Telekom gesponsert, die damit ihr Bezahlverfahren T-Pay etwas pushen wollen. Aber was gibt es denn nu für Optinen? Da wäre zum einen über T-Pay die Option bequem per Telefonrechnung zu bezahlen, dass heißt das der Betrag mit der nächsten Rechnung eingezogen wird, weiterhin erlaubt T-Pay auch Lastschriftverfahren und Kreditkartenzahlung (beides muss erst über die T-Com Homepage aktiviert werden). Ich persönlich finde, dass sich die Telefonrechnung am besten eignet, da diese ersten sowieso schon aktiviert ist, wenn man sich bei T-Pay anmeldet und zweitens kann man ganz bequem ein Limit einrichten hat somit immer eine Kostenkontrolle.
Wenn man darauf verzichtet, bzw. nicht der Telekomrechnung vertraut, dann kann man auch über eine Hotline ein Guthaben freischalten lassen (was aber auch wieder über die Telefonrechnung sinnigerweise abgebucht wird) oder aber man kauft sich eine prepaid Karte im Handel. Beides empfinde ich aber als viel zu unbequem und würde T-Pay vorziehen. Wenn man ein Guthaben eingegeben hat (Prepaid oder Hotline) oder aber popfile für T-Pay aktiviert hat, dann bezahlt man mit einem Klick. Aber keine Angst, man kann nichts aus Versehen downloaden, da immer noch einmal eine Bestätigung angezeigt wird und erst danach wird der Download aktiviert und die Bezahlung erfolgt. Wenn man sich bei T-Pay in Limit gesetzt hat, dann wird übrigens auf der popfile Seite das Limit angezeigt und mit jedem Kauf verringert sich dieses, bis es erschöpft ist und man bis zum nächsten Abrechnungszeitraum (eine Woche) nichts mehr kaufen kann.
:: Meine Meinung :: Das endlich einmal die Labels ihre Titel selbst im Netz vermarkten wurde langsam Zeit und Universal geht mit popfile einen Schritt in die richtige Richtung. Im Grunde sind 99 Cent noch nicht einmal zu viel, wenn man sich nur ab und zu seinen Lieblingstitel auf die Platte lädt (und jedes Album hat davon nur eine Handvoll). Was ich wesentlich problematischer finde ist das eingeschränkte Angebot. Neben einigen Klassikern (z.B. The Beatles) finden sich auf popfile fast ausschließlich modernen Titel, was zwar noch nichts schlechtes sein muss, wenn dann aber auch noch die Genre auf Hip-Hop, RnB und Co. eingeschränkt werden, dann stört mich dass, denn ich möchte vielleicht mehr guten Pop oder Rock downloaden. Oder wie wäre es mit Klassik, Soundtracks und Jazz? Oh Jazz ist ein schlechtes Beispiel Til Brönner ist auf popfile vertreten…
Im Grunde kann ich aber trotz der mäßigen Auswahl und der Zwangssoftware popfile.de empfehlen, denn für den durchschnittlichen User sind die Funktionen ausreichen und Spaß macht es allemal im Internet seine Musik zu kaufen und sofort hören zu können. Wenn allerdings andere Plattformen starten (hoffentlich bald iTunes), dann wird popfile.de sehr schnell an Attraktivität verlieren.
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08.11.2003 09:07
Tja, popfile ist 'ne gute Idee - leider miserabel umgesetzt. Mir scheint die Zielgruppenansprache etwas abenteuerlich. Grüße plumtree
07.11.2003 01:13
Gnadenlos gut - sehr hilfreich