sbroker.de (bis 08/2001 pulsiv.com) (Online-Brokerage)

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Spitzenmäßiger Broker
Erfahrungsbericht von meister999 über sbroker.de (bis 08/2001 pulsiv.com) (Online-Brokerage)
27.01.2002


Produktbewertung des Autors:   


Pro: sehr günstige Konditionen, hohe Sicherheit
Kontra: keine Realtimekurse, unübersichtliche Homepage

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht



Der S-Broker ist zum 1. September 2001 offiziel gestartet. Einen langweiligeren Namen hätte sich die deutsche Sparkassenorganisation zwar gar nicht einfallen lassen können, doch entscheidend ist ja der Inhalt. Dabei ist der S-Broker auch nicht neu, sondern entspricht dem ehemaligen Broker Pulsiv.com, den einige deutsche Sparkassen gekauft haben. Der Name wurde geändert, ebenso wie die Gebühren angepaßt worden. Viel mehr, insbesondere die Technik, hat sich aber nicht verändert.

Zuvor war ich Kunde bei der pulsiv.com und habe den Wechsel zum S-Broker live miterlebt. Die Erfahrungen waren bisher recht positiv, denn die Aufträge wurde schnell ausgeführt und auch alles andere klappte tadellos - bis auf eine Kleinigkeit. Doch dazu im Detail mehr:

Aufmerksam geworden bin ich auf pulsiv.com durch meinen Versicherer, ja klar, der HUK-Coburg Versicherungsgruppe. Mit einem zum 31.12.2000 ausgelaufenen Sonderangebot für HUK-Versicherte wurde ich geködert: Investmentfonds von pulsiv für 100 DM, ein DM-Kurzabo und ein Jahr kostenlose Depotführung versprach der Prospekt, wobei die Fonds erst nach einem Jahr verkauft werden können.

Zunächst bestellte ich mir über das Internet (www.pulsiv.com) Infos und die Eröffnungsunterlagen. Alternativ kann man dies auch telefonisch unter 0800/2080900 oder per eMail an service@pulsiv.com erledigen. Die Unterlagen kamen dann auch prompt, sehen edel aus, sind übersichtlich gestaltet.

Auch hier hat sich nicht viel geändert. Die Internet-Adresse lautet halt nun www.sbroker.de. Allerdings hat die Homepage durch das neue Design deutlich an Profil verloren und ist unübersichtlich. Die Realtimekurse sind ersatzlos weggefallen. Als Alternative kann ich hier www.neuer-markt.com empfehlen, wo man als registriertes Mitglied kostenlos realtime-Kurse erhält. Die o.g. Telefonnummer ist unverändert geblieben.

Die Konditionen sind nun feste Transaktionsentgelte (=Provisionen) je Umsatzstaffel, an deutschen Börsen:

Ordervolumen Online

unter 2.500 Euro - 10 Euro
unter 5.000 Euro - 15 Euro
unter 10.000 Euro - 20 Euro
unter 15.000 Euro - 25 Euro
darüber - 30 Euro

Telefonische Aufträge sind jeweils um 3 Euro teurer.

Damit liegt der S-Broker inzwischen gut im Markt, denn comdirect und die DAB haben ihre Preismodelle entsprechend teurer gestaltet. Beachten muß man bei den Festpreisen je Staffel, daß man nicht immer unter dem Grenzwert im Ordervolumen liegt. Speziell bei größeren Volumina wird der S-Broker sehr günstig. Intraday-Handel ist möglich. Für Order an internationalen Börsenplätzen liegt das Entgelt mit dem doppelten der o.g. Staffel recht hoch. Als Börsen - außerhalb Deutschlands - kann man zwischen London, New York, Tokio und Hongkong wählen.

Im außerbörslichen Handel steht mit der Lang & Schwarz Wertpapierhandels AG börsentäglich von 8 bis 23 Uhr sowie samstags von 10 bis 16 Uhr ein Handelspartner für alle Aktien von DAX, MDAX und dem Neuen Markt sowie über 3000 Optionsscheine zur Verfügung. Auch können alle Werte des Dow Jones Industrial, des NASDAQ 100, des S&P 100 und des NICE-Index außerbörslich gehandelt werden.

Wer meine Meinung über die DirektAnlageBank gelesen hat, wird wissen, daß ich hier insbesondere auf die "versteckte Gebühr" für den Xetra-Handel hingewiesen habe. Der S-Broker berechnet eine solche Gebühr nicht! Aufgrund der Kommentare zu meiner DAB-Meinung erlaube ich mir den Hinweis, daß eine solche Gebühr auch nicht gerechtfertigt ist. Dies ist mit folgender Tatsache zu begründen, daß im Gegensatz zum Parketthandel beim Xetra-Handel kein Makler mitwirkt, so daß keine Makler-Courtage anfällt. Ich lehne solche Preis aus Prinzip ab.

Da wir schon mal bei Hinweisen zum Xetra-Handel sind, noch ein Hinweis: wer streng limitiert, muß speziell in Xetra mit Teilausführungen rechnen, d.h. eine Order wird in mehrer Teilorders aufgeteilt. Für jede Teilorder gilt jeweils die obige Staffel und das Mindestentgelt oder anders ausgedrückt: jede Teilorder wird als eigenständige Order abgerechnet, so daß entsprechend höhere Transaktionsentgelte anfallen können.

Stichwort Limit: Die Vormerkung eines Limits, die Streichung einer Order und die Vormerkung eines Zeichnungsauftrages kosten beim S-Broker keinen Pfennig. Eine Limitänderung ist nicht möglich, d.h. man muß umständlich die Order streichen und neu eingeben. Ebenfalls kostenlos sind die Einlösung fälliger Wertpapiere, die Anforderung einer neuen Geheimzahl, das Anfordern einer Stimmrechtskarte für die Hauptversammlung, die Kontoführung des Verrechnungs- und evtl. Währungskonten. Überweisungen sind nur zu Gunsten des Referenzkontos möglich, was einen Sicherungsaspekt darstellt. Aus dem Inland eingehende und ausgehende Überweisungen kosten auch nichts. Dagegen fallen für die Depotverwahrung und -verwaltung pauschal 1 Euro zzgl. Umsatzsteuer an. Das waren die wesentlichen Gebühren.

Fazit: Die Transaktionsentgelte liegen etwas unter dem Durchschnitt - speziell bei höheren Volumina, die Depotgebühren sind gering, was natürlich auch nichts besonderes mehr ist. Positiv sind jedoch die fehlenden Limitgebühren, die ganz schön schnell sich summieren können. Gesonderte Gebühren für Porto oder Xetra-Handel fallen nicht an. Kostenlose Realtime-Kurse bekommt man leider nicht. Gesamturteil hier: gut.

Der S-Broker ist dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken und der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken angeschlossen. Hierdurch sind die Guthaben auf dem Verrechnungskonto abgesichert, wobei je Kunde maximal 30 % des Eigenkapitals der S-Broker abgesichert sind, so daß mehrere Millionen immer vor Verlust hierüber geschützt sind, nur mehrfache Millionäre sollten aufpassen.

Nach diesem Studium der Unterlagen entschied ich mich für das Testen. Ich suchte also in den Unterlagen nach dem Eröffnungsantrag - Fehlanzeige. So wird pulsiv.com also keine Kunden bekommen, dachte ich mir bereits hier, ging ins Internet um mir online einen Antrag auszudrucken, was aber trotz mehrer Versuche scheiterte. Also schrieb ich eine eMail, die sofort beantwortet wurde, natürlich wollte man mir den Antrag umgehend schicken. Mein Briefkasten blieb aber leer. Kurzum: erst nach der zweiten Aufforderung nach dem Motto: Wollen Sie mich nicht als Kunden, kam der Antrag.

Viel besser scheint dies immer noch nicht zu klappen. Für ein bestehendes Depot beim S-Broker wollte ich eine Vollmacht mir einräumen lassen. Die Unterlagen kamen auch prompt, aber das Antwortkuvert fehlte.

Ich füllte diesen leicht verständlichen Antrag aus und ging zur Post zwecks Legitimation über das Postidentifizierungsverfahren, was wiederum problemlos klappte. Dann kam unverzüglich - welch Wunder, dachte ich mir - die TAN-Liste mit der Ankündigung, daß PIN (Persönliche IdentifikationsNummer = Geheimwort) und Identifier mit gesonderter Post in den nächsten Tagen kämen. Da kam sie wieder, die Skepsis ob denn nun bzw. wann denn nun auch diese geheimen Sachen kommen. Doch alle Skepsis umsonst, auch die restlichen Unterlagen mit Tipps zur Einführung kamen, ebenso wie die Risikoaufklärung mittels dicker Broschüre des Bankverlags.

Auch hier hat sich nichts geändert, da wie bereits erwähnt die Technik unverändert blieb. Die letzte TAN auf der TAN-Liste benötigt man übrigens zum Freischalten der neuen TAN-Liste, also entsprechend kennzeichnen!

Fazit hier: ausreichend bis befriedigend

Dann ging es los. Die Homepage ist übersichtlich, für Neueinsteiger gibt es gesonderte Erklärungen, über den Button Trading-Center gelangt man direkt zur Anmeldung. Beim S-Broker erhält man nicht nur PIN und TAN (TransAktionsNummern) sondern PIN, Identifier und TAN. Mit der PIN und dem Identifier und der Angabe der Kundennummer loggt man sich ein, mit den TANs schaltet man die Order frei. Nachdem ich mich mit der zugesandten PIN bzw. Identifier eingeloggt hatte, mußte ich diese wie üblich zunächst ändern. Es konnte jetzt losgehen. Fazit / Beurteilung Sicherheit: sehr gut, zumal Auszahlungen nur auf das Referenzkonto, das bei Kontoeröffnung anzugeben ist, möglich sind.

Nachdem ich mich bei www.finanztreff.de über einen Link für die Realtimekurse angemeldet hatte - die es ja nicht mehr gibt -, startete ich mit der ersten Order und wahr enttäuscht, denn die gleiche komplizierte Ordermaske wie bei der DirektAnlageBank kam auf mich zu. Im Gegensatz zur DAB konnte ich aber bisher keine Abstürze verzeichnen, so daß es keine Probleme hinsichtlich der Verfügbarkeit des Systems gibt. Aber warum bezeichne ich die Eingabe einer Order als kompliziert: nun die Auswahl zwischen Kauf und Verkauf kriegt man noch einfach hin, die Eingabe der Wertpapierkennummer ebenso, doch dann sucht die Anwendung gleich nach dem Wertpapier, was wieder zusätzlich Zeit kostet. Danach muß man die Börse auswählen, dazu muß man auf ein Fragezeichen drücken, ein Fenster öffnet sich und eine unübersichtliche Tabelle mit EDE und Co. öffnet sich. Nur für Experten EDE = Xetra. Also man muß schon genau hinsehen, um die Börsen in vernünftiger Form (ausgeschrieben) entdeckt. Nachdem ich die Order auch mit Limit, was nicht besonders toll zu hinterlegen ist, drückt man auf den Button "Berechnen", die vorläufige Ordersumme mit Gebühren wird berechnet, so daß das Konto nicht überzogen werden kann. Danach muß man die Order freigeben, ein Fenster öffnet sich, zeigt die Daten der Order an und fordert zur TAN-Eingabe auf. Gesagt, getan, die Annahme der Order im Ordermanager kontrolliert und überrascht: die Order im Xetra-Handel war schon als ausgeführt gekennzeichnet. Prima diese Geschwindigkeit.

Hier ist ebenso alles unverändert von pulsiv übernommen wurden, lediglich das Layout wurde geringfügig angepaßt und die kostenlosen Realtimekurse bei Finanztreff sind weggefallen.

Fazit Orderabwicklung: Diese Form der Orderaufgabe ist nicht praktisch und für Anfänger kompliziert, die Stabilität ist in Ordnung, die Ausführungsgeschwindigkeit einsame Spitze. Beurteilung hier: befriedigend, für Anfänger ausreichend.

Die Abrechnungen der Order kommen auf dem Postweg prompt, sich schlicht gestaltet, enthalten aber sehr viele Informationen wie Uhrzeit, Steuerart, Verwahrungs- und Stückart, wobei die Kürzel auf der Rückseite erklärt wird. Doch die wenigsten Kunden werden diese Details interessieren, dennoch die Beurteilung mit sehr gut. Allerdings kommen per Post nur Abrechnungen und keine Bestätigungen für die Orderannahme oder Streichung von Aufträgen. Dafür bekommt man auch keine Portokosten wie bei comdirect oder der DAB aufgebrummt.

Stichwort Investmentfonds: diese sind für mich zwar uninteressant, doch zur Vervollständigung der Meinung folgende Hinweise. Das Angebot an Investmentfonds ist ausreichend und weiterhin im Aufbau. Ausländische Fonds sind aber bereits im Angebot. Die jeweilige Auswahlliste ist unter www.s-broker.de aktuell abrufbar, wobei auch die aktuellen Reduzierungen bzw. Ausgabeaufschläge angegeben sind ebenso wie Informationen zu den einzelnen Fonds. Fondssparpläne gibt es ab 50 Euro.

Auf der Homepage des S-Brokers gibt es weitere Infos über die üblichen Themen, erwähnenswert ist die Möglichkeit der kostenlosen Bestellung einer CD-ROM, die spielerisch das Börsengeschehen erklärt.

Abschließend noch der Hinweis auf die Verzinsung des Guthabens auf dem Verrechnungskonto. Diese beträgt zur Zeit für Euroguthaben 3 %, so daß Umschichtungen in Geldmarktfonds bei dieser überdurchschnittlichen Höhe (ab der ersten DM!) sich nicht unbedingt lohnen.

Service:

Sowohl die Mitarbeiter der Infoline sind sehr freundlich, als auch die bisherigen Mailkontakte wurden super gelöst - schnell und kompetent.

Gesamturteil:

S-Broker überzeugt durch eine zuverlässige Anwendung, die einen sehr sicheren Eindruck macht. Die Konditionen sind bei kleineren Anlagebeträgen durchschnittlich, doch durch die fehlenden Limitgebühren und die gute Verzinsung des Verrechnungsguthabens okay. Für größere Ordervolumina sind die Provisionen sehr günstig. Die Abwicklung der Orderaufgabe muß verbessert werden in Richtung einfachere Handhabung. Daher ist der S-Broker für "Anfänger" nur bedingt empfehlenswert, es sei denn, man kennt sich im Internet gut aus. Für geübte Kunden lautet das Gesamturteil aber sehr gut, die schnelle Antwort per eMail überzeugte. Die fehlenden Realtime-Kurse kann man verschmerzen.

Aktuell verzichtet der S-Broker sogar bei ausgewählten Kunden sogar auf die Depotgebühren, ein prima Service. Dafür hat er aktuell Probleme bei der Aufgabe von Kaufaufträgen für einige festverzinsliche Wertpapiere, hier muß man auf das Telefon ausweichen. Es gibt schlimmeres!

Aufgrund der hohen Bedeutung der Konditionen und der Sicherheit vergebe ich ein "sehr gut" für den S-Broker, das allerdings mit einem Minus zu versehen ist für die o.g. Verbesserungspotentiale.



   
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