Erfahrungsbericht über

Das schwarze Loch (DVD)

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20.000 Meilen über dem Meer (A Guilty Pleasure *)

3  26.04.2011

Pro:
Die "Cygnus" ist für mich das schönste Raumschiff der Filmgeschichte

Kontra:
unterirdische Dialoge, hölzerne Darsteller, billige Kulissen, uninspiriertes Drehbuch

Empfehlenswert: Ja 

Spassprediger

Über sich: “We're all mad here. I'm mad. You're mad.” “How do you know I'm mad?” said Alice. “You must be,” sai...

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Bis 1979 waren schwarze Löcher allenfalls Astronomen oder Kalkutta-Reisenden ein Begriff. Dann traten die Disney-Studios an, einem staunenden Kinopublikum Nachhilfe zu erteilen, und seitdem wissen wir, dass ein schwarzes Loch so eine Art intergalaktischer Gully ist. Ein kosmischer Staubsauger mit einer solch ungeheuren Anziehungskraft, dass in ihm sogar das Licht verschwindet. Gescheite Menschen halten sich von so was fern.

Handlung

Wie das Drehbuch es will, stößt die fünfköpfige Crew des kleinen Forschungsraumschiffes „Palomino“ ausgerechnet am Rande eines solchen schwarzen Lochs auf ein zweites Raumschiff: die 20 Jahre zuvor verschollene „Cygnus“ hängt am Rande des schwarzen Lochs und scheint sich dessen Sog erfolgreich zu widersetzen. Die Crew der „Palomino“ beschließt, sich das gigantische, verlassen wirkende Schiff näher anzusehen – schon allein, weil Wissenschaftlerin Kate McCrae (Yvette Mimieux) unter der Besatzung der „Cygnus“ auch ihren Vater weiß. Gesagt, getan: die „Palomino“ dreht eine Runde ums größere Schiff wie der Putzerfisch um den Wal, und die Crew stellt zu ihrer Verwunderung fest, dass die „Cygnus“ ein eigenes Kraftfeld zu generieren scheint, das die ungeheure Anziehungskraft des schwarzen Lochs aufhebt.

Als die „Palomino“ dieses Kraftfeld wieder verlässt, kommt es um ein Haar zur Katastrophe: das Raumschiff gerät in den Sog des schwarzen Lochs und droht, auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden. Zum Glück gelingt Roboter Vincent aber in letzter Sekunde die Reparatur einer funktionsuntüchtigen Antriebsdüse, Captain Dan Holland (Robert Forster) kann wieder ordentlich Schubrakete geben und die Crew kommt noch einmal mit dem Schrecken davon.

Noch bevor die Besatzung ihr Glück so richtig fassen kann, dreht irgendwer auf der „Cygnus“ die Innenbeleuchtung an: „Wie ein Weihnachtsbaum am Heiligabend“, haucht Wissenschaftsoffizier Alex Durant (Anthony Perkins) andächtig einen von vielen sehr bescheuerten Sätzen in den Raum. Ist auf der „Cygnus“ also doch noch jemand am Leben? In Umrissen, die an den Fenstern des Schiffs zu sehen sind, will Kate die Silhouetten von Menschen erkennen können. Die „Palomino“ dockt an der „Cygnus“ an, und Crew und Roboter gehen an Deck des Geisterschiffs. An Bord zurück bleibt lediglich der Erste Offizier Charles Pizer (Joseph Bottoms), um gegebenenfalls die Triebwerke vorzuglühen, falls seine Kollegen aus irgendeinem Grund zum sofortigen Aufbruch blasen müssen.

Die Crew hat die „Cygnus“ kaum betreten, da zischen plötzlich aus allen Ecken Laserstrahlen aus einer Selbstschussanlage. Verletzt

Bilder von Das schwarze Loch (DVD)
Das schwarze Loch (DVD) Das schwarze Loch - Das schwarze Loch (DVD)
"Feel bad"-Film auf einer sehr unspektakulären DVD: Disneys Ausflug in den Weltraum "Das schwarze Loch".
wird zwar niemand, aber die eigenen Schießeisen, die die Crew vorsorglich mit sich führt, sind jetzt nur noch Schrott. Unsere vier Helden haben zwar ein mulmiges Gefühl, lassen sich aber natürlich trotzdem nicht beirren und landen schließlich auf der Brücke des Schiffs. Hier sitzen stumme Gestalten in schwarzen, knöchellangen Wallegewändern und mit spiegelnden Masken vor Monitoren und Bedienelementen.

Das Kommando scheint ein riesiger, roter Roboter zu führen. Der spricht zwar ebenfalls kein Wort, streckt aber zur Begrüßung anstelle einer Hand erst mal ein Paar schnell rotierender Schneidwerkzeuge aus: sehr bedrohlich, das alles. Da ertönt aber auch schon eine Stimme aus dem Hintergrund, und jemand pfeift den feindselig wirkenden Roboter zurück. Der Jemand ist Dr. Hans Reinhardt (Maximilian Schell); ein Herr, dem der Ruf vorauseilt, ein wissenschaftliches Genie zu sein. Reinhardt begrüßt die Forscherkollegen von der „Palomino“ als seine Gäste, muss Kate, die sich natürlich sofort nach ihrem Vater erkundigt, aber enttäuschen: der sei nicht mehr am Leben, und der Rest der Crew habe schon vor langer Zeit abgeheuert und sich im Beiboot auf den Weg zurück zur Erde gemacht.
Er, Reinhardt, habe für Ersatz in Form diverser, selbst konstruierter Roboter gesorgt, die nun das Schiff steuern.

Wenige Augenblicke später erscheint auch Pizer auf der Brücke – eskortiert von vier ebenfalls stummen Robotern, die entschieden martialisch wirken. Man möge das, bitte, nicht falsch verstehen, aber auf der „Cygnus“ herrschten nun einmal strenge Sicherheitsvorkehrungen und das Robotpersonal befolge nur Anweisungen, die dem Schutze aller dienten, erklärt Reinhardt.

Die Crew bleibt misstrauisch, nimmt aber die Einladung zum gemeinsamen Abendessen und zu einer Führung durchs Schiff an. Insbesondere Dr. Durant zeigt sich fasziniert von Reinhardt, dem es offenbar gelungen ist, den Antrieb des Schiffs zu revolutionieren: die Energiequelle, die das Schiff vorantreibt, könne theoretisch nicht nur die „Cygnus“, sondern die ganze Erde mit Strom versorgen. Reporter Harry Booth (Ernest Borgnine) allerdings bleibt misstrauisch. Derweil Reinhardt den anderen Crewmitgliedern den Antrieb des Schiffs demonstriert, seilt sich der neugierige Journalist ab und stellt auf eigene Faust Erkundigungen an. Als ihm ein schwarzgewandeter Roboter über den Weg läuft, der ein Bein nachzieht, wird Booth erst recht stutzig: ein hinkender Roboter? Sowas gibt’s doch gar nicht!

Auch Roboter Vincent hat inzwischen eine neue Bekanntschaft gemacht: Old Bob, das Vorläufermodell der Vincent-Baureihe, wirkt zwar schon reichlich angeschlagen, ist aber ein ziemlich patenter Kerl. Von ihm erfährt Vincent, was es wirklich mit all den Robotern, vermeintlichen und echten, auf sich hat: in Wirklichkeit ist die Crew nie von Bord gegangen, sondern von Dr. Reinhardt in teuflischen Versuchen zu willenlosen, stummen Befehlsempfängern umfunktioniert worden: die Schwarzgewandeten sind keine Roboter, sondern eine Art Zombie-Crew! Als Reinhardt seine Pläne auf den Tisch gelegt habe, die „Cygnus“ nicht wie geplant zur Erde zurückzusteuern, sondern die Mission auf unbestimmte Zeit zu verlängern, sei es zur offenen Meuterei gekommen. Reinhardt jedoch habe seine Roboter auf die Mannschaft gehetzt. Offensichtlich hat Reinhardt die Grenze zwischen Genie und Wahnsinn längst überschritten, und jetzt schickt er sich an, eine weitere Grenze zu überschreiten: Als krönenden Abschluss seiner Forschungen am Rande des schwarzen Lochs will Reinhardt nun das Schiff samt Besatzung in dem Mahlstrom steuern.

Kritik

Als ich „Das schwarze Loch“ vor rund einem Vierteljahrhundert zum ersten Mal gesehen habe, fand ich den Film dermaßen toll, dass ich ihn auch gleich ein zweites Mal auf großer Leinwand sehen musste.

In der jüngeren Vergangenheit habe ich mehrere Anläufe unternommen, mir „Das schwarze Loch“ erneut anzusehen – immerhin steht die DVD schon seit 2002 bei mir im Regal. Gestern ist es mir dann gelungen, mir den Film von Anfang bis Ende anzusehen. Ich habe durchgehalten. Was nicht einfach war, denn zwischen Film, den ich gestern gesehen habe und dem, an den ich mich aus meiner Kindheit erinnerte, liegen wirklich Welten. Im Klappentext meiner DVD ist die Rede von einem „Science Fiction-Blockbuster, der von der ersten bis zur letzten Minute fesselt!“ Da muss die Frage erlaubt sein: Was soll denn da fesseln – und wen?
Die Handlung – ein Aufguss von Jules Vernes „20 000 Meilen unter dem Meer“. Die Schauspieler – farblos. Und die Spezialeffekte? Naja. So lala. Die sehenswertesten Effekte sind hier eindeutig die, die man nicht als Effekte erkennt: die Illusionsmalerei von Peter Ellenshaw ist wirklich gelungen. Wo immer es sich bei den Kulissen nicht um Malerei handelt, sondern um echte Dekors, sehen die Kulissen meist exakt nach dem aus, was sie sind: billige Attrappe. Die Dialoge? Lächerlich. Die Wachroboter? Sehen wie eine Rummelplatz-Ausgabe von „Star Wars“-Bösewicht Darth Vader aus.

Selbst die dramatisch auf- und abschwellende Musik von John Barry wirkt auf Dauer arg nervig. Das Ende des Films schließlich ist für mich eines der unbefriedigendsten Enden der Filmgeschichte: Irgendwie scheint dem Autor des Drehbuchs nichts Gescheites eingefallen zu sein, und so hat man ziemlich unverhohlen bei Kubricks „2001 – Odyssee im Weltraum“ abgekupfert. Zum Glück nehmen sich Disneys zwar nicht ganz so lange Zeit wie Kubrick, aber auch so nervt die Sinnhuberei in den letzten Minuten des Films schon ganz gehörig.

Und warum sehe ich mir den Mumpitz demnächst wahrscheinlich trotzdem wieder an? Weil die „Cygnus“ schlicht das schönste Raumschiff der Filmgeschichte ist: Wenn Gustave Eiffel ein Raumschiff entworfen hätte, es sähe wahrscheinlich ähnlich aus wie die „Cygnus“. Außerdem mag ich den Vorspann: Bei dem grünen Maschendrahtzaun, der da eine halbe bis Dreiviertelminute über die Leinwand wirbelt und aus dem schließlich ein trichterförmiges Gebilde wird, handelt es sich immerhin um den ersten computeranimierten Vorspann der Filmgeschichte. Und drittens gibt’s da ja auch noch die tolle Szene mit dem glühenden Asteroiden, der majestätisch durch die Deckaufbauten walzt, als die „Cygnus“ zu ihrer letzten Reise antritt – die sieht zum Glück auch wirklich noch so aus, wie ich sie in Erinnerung habe.

R e s ü m e e

Im Grunde ist „Das schwarze Loch“ ein regelrechter „Feel bad“-Film. Das Set Design ist eines, das auf dem Papier sicher allemal besser aussieht als im fertigen Film, die Darsteller blicken die Hälfte der Zeit über ziemlich kuhäugig drein und sprechen einander Texte ins Gesicht, die vor hohlem Pathos nur so triefen. Die lustigen Roboter als „comic relief“-Element zu verwenden ist ein Einfall, der geradewegs aus „Star Wars“ geklaut ist; und die bösen Roboter sehen aus wie verunglückte Darth Vader-Klone. Ein Happy End hat der Film nur, wenn man ihn sich rückwärts ansieht, und trotzdem mag ich „Das schwarze Loch“ irgendwie. Allerdings ist der Film, den ich damals im Kino gesehen habe, natürlich um Klassen besser als der, den ich gestern gesehen habe.
Die DVD

Die DVD, auf der das Ganze stattfindet, ist übrigens sehr, sehr unspektakulär: den Ton gibt’s wahlweise auf Deutsch, Englisch oder Italienisch (alle im Format Dolby 5.1); zusätzlich zu Untertiteln in den drei genannten Sprachen werden noch spanische und französische Untertitel angeboten. Das Bild ist streckenweise recht grobkörnig, hie und da tauchen Blitzer auf. Die Schärfe lässt zu wünschen übrig, die Farben sind aber kräftig.

* Der Titelzusatz soll besagen, dass es sich bei "Das schwarze Loch" um einen Film handelt, der mir zwar Spaß macht, aber auch ein schlechtes Gewissen bereitet. Denn eigentlich könnte ich mir statt eines B- oder C-Films natürlich auch gleich einen Film der A-Klasse ansehen. Oder ein gutes Buch lesen. Älteren Leuten über die Straße helfen. Ach, was weiß ich. Eine griffige deutsche Entsprechung für "a guilty pleasure" könnte ich natürlich auch suchen.


(Erstmals veröffentlicht am 11.04.2005)


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
CiaoFonzie

CiaoFonzie

30.04.2011 09:45

ein sehr schönes Werk (auch Dein Bericht)! LG Matthias

mp3undlos

mp3undlos

28.04.2011 11:48

wieder etwas gelernt und einiges notiert (Rummelplatz-Darth)*g*;-)

MissVega

MissVega

27.04.2011 16:13

Nee, kannste behalten. ;-)

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