Kaufberatung: Fernseher
Übersicht
Fragen vor dem Kauf

Einleitung

Ist der alte Fernseher kaputt, oder möchten Sie auf eine neue Technologie wechseln? Vor dem Kauf sollten Sie ein paar Fragen für sich selbst beantworten, um die große Auswahl an Fernsehgeräten einzuschränken. Antworten auf die nachfolgenden Fragen finden Sie in den Kategorien Bild & Ton, LCD oder Plasma, Anschlüsse, 3D-Kompatibilität und Stromverbrauch. Unter sonstige Hinweise gibt es ein paar Tipps die Ihnen beim Einkauf des neuen Fernsehers unangenehme Überraschungen ersparen sollen.

Diese Fragen sollten Sie sich vor dem Kauf stellen

  1. Wieviel möchte ich ausgeben? Das Budget spielt beim Fernsehkauf die wichtigste Rolle und sollte unbedingt vor dem Kauf festgelegt werden, um nicht die Kosten aus den Augen zu verlieren. Bei manchen Fernsehgeräten entstehen durch zusätzlich benötigtes Zubehör Folgekosten, die geplant werden sollten.

  2. Wie groß soll der Fernseher sein, wie weit sitze ich vom Fernseher entfernt? Die Größe eines neuen Fernsehers hängt nicht nur vom Budget sondern auch von den räumlichen Gegebenheiten bei Ihnen zu Hause ab. Sitzen Sie sehr nahe am Fernsehgerät, wird ein 50 Zoll Gerät mit einer Diagonale von 127 Zentimetern nicht die erste Wahl sein.

  3. Wie sind meine Fernsehgewohnheiten? In dieser Frage klären Sie, wie lange Sie täglich den Fernseher laufen lassen und welche Medien sie konsumieren. Spielen Sie sehr viel oder konsumieren Sie DVDs und Blu-rays? Die Dauer, wie lange der Fernseher täglich läuft, ist eng mit der Frage des Stromverbrauches verknüpft.

  4. Welche Anschlüsse benötige ich an meinem Fernseher? Abhängig von Ihren Konsumgewohnheiten kann es notwendig sein, dass das neue Gerät spezielle Anschlüsse benötigt. Sollten Sie exotische Geräte besitzen, klären Sie zuvor genau ab, ob das gewünschte Gerät die passenden Verbindungsmöglichkeiten ausweist.

  5. Gibt es eine Möglichkeit, den neuen Fernseher zunächst vor Ort auszuprobieren? Testen Sie das Gerät daher vor dem Kauf in einem Elektrofachmarkt, ehe Sie sich festlegen.
Bild & Ton

Bildschirmgröße

Die Größe des Fernsehers hängt nicht nur vom Budget ab, sondern von den räumlichen Gegebenheiten. Achten Sie darauf, dass Sie nicht zu nah am Fernseher sitzen, da Ihre Augen ansonsten schneller ermüden (vergleichbar mit einem Kino in der 1. Reihe). Die letzte Reihe - also ein großer Abstand - ist das andere Extrem, das Sie vermeiden sollten. Die beste Lösung ist der Mittelweg. Dieser ist so definiert, dass Sie nicht mehr die einzelnen Pixel am Fernseher erkennen. Sehen Sie Pixel, sitzen Sie zu nah. Können Sie beispielsweise die Qualität einer DVD und der höher aufgelösten Blu-ray nicht mehr unterscheiden, sitzen Sie zu weit entfernt.

Es gibt verschiedene Faustregeln, um den optimalen Sitzabstand zu ermitteln. Diese hängen von der Auflösung des Fernsehers ab.

Der optimale Mindest-Sitzabstand zu einem Fernseher, der HD-ready ist (Auflösung 1280 x 720 oder 1366 x 768), ist Bildschirmdiagonale in Zentimeter x 2,6. Ein Fernseher mit 50 Zoll (127 Zentimeter) sollte daher mit einem Abstand von mindestens 3,3 Metern betrachtet werden. Bei einem FullHD-Fernseher (Auflösung 1920 x 1080) ist der optimale Sitzabstand geringer und errechnet sich mit dem Faktor 1,7. Der Mindest-Sitzabstand wäre dann bei einem 50-Zoll-Gerät 2,2 Meter.

Folgende gängige Bildschirmgrößen (Diagonale) gibt es:

Bildschirmauflösung

Ein wichtiger Aspekt ist die Auflösung des neuen Fernsehers. Hier gibt es zum Teil erhebliche Unterschiede. Bei Röhrenfernsehern betrug die Auflösung 720 x 576 Pixel. Das ist nicht viel, wenn man bedenkt, dass viele Smartphone-Displays eine höhere Auflösung haben. Die Folgen sind verschwommene Bilder und wenige Details. Aus diesem Grund wurde eine höher auflösende Möglichkeit entwickelt, die HD-Fernsehen heißt. HD-Fernsehen umfasst zwei Auflösungsvarianten: HD-ready (1280 x 720) und FullHD (1920 x 1080). Da die TV-Sender HD-Material nur in HD-ready ausstrahlen, wäre dafür ein Fernseher, der HD-ready ist, ausreichend. Wer allerdings auch Blu-rays sein Eigen nennt, sollte unbedingt auf den Begriff FullHD achten. Nur damit kann der eigene Fernseher die volle Qualität einer Blu-ray abbilden.

Die Vorteile von HD liegen einerseits im klaren Bild, andererseits in der Detailfülle. Die Nachteile sind die höheren Kosten, da viele HD-Sender kostenpflichtig sind. Außerdem benötigen HD-Fernsehsender spezielle Receiver mit entsprechenden Anschlüssen. Alternativ unterstützt der Tuner Ihres Fernsehers das Signal, dann entfällt der Kauf eines Receivers.

Noch in den Startlöchern steht die nächste Generation von hochauflösendem Fernsehen. Geht es nach den Herstellern soll die 4k-Technologie möglichst bald Einzug in den heimischen Wohnzimmern halten. 4k entspricht der vierfachen Auflösung von FullHD und ist mit dem Sprung von normalem Röhrenfernsehen zu FullHD vergleichbar.

Seitenverhältnis

Beim Kauf eines Fernsehers sollten Sie auch darauf achten, welches Seitenverhältnis das gewünschte Gerät hat. Unter dem Seitenverhältnis versteht man das Verhältnis zwischen der Breite und Länge des Fernsehbildes. Derzeit ist das Verhältnis 16:9 Standard. In diesem Verhältnis strahlen TV-Sender ihre Sendungen aus. Sieht man sich Kinofilme auf DVD oder Blu-ray an, so fällt auf, dass manche Filme oben und unten einen schwarzen Streifen haben. Diese Filme sind in einem Seitenverhältnis von 2,35:1 aufgenommen. Wer ausschließlich Filme in diesem Seitenverhältnis ansehen möchte, sollte zu Fernsehgeräten greifen, die eine breites Seitenverhältnis haben.

Reaktionszeit & Bildwiederholfrequenz

Viele Hersteller werben mit einer kurzen Reaktionszeit und hohen Bildfrequenz für ihre Geräte. Unter der Reaktionszeit versteht man, wie lange der Fernseher benötigt, um ein helles Pixel in ein dunkles Pixel zu ändern. Ist die Reaktionszeit eines Fernsehers zu lang, kommt es zu Nachzieheffekten. Neben einer kurzen Reaktionszeit kann auch eine hohe Bildwiederholfrequenz die Gefahr des Nachzieheffekts minimieren. Die Reaktionszeit sollte unter 20 ms (Millisekunden liegen).

Eine Sekunde Fernsehen besteht aus 25 Bildern. Bei einer hohen Bildwiederholfrequenz werden zwischen diese 25 Bilder zusätzliche Bilder eingefügt. Das Bild erscheint flüssiger. Allerdings ist eine hohe Bildwiederholfrequenz kein Garant für ein gutes Fernsehbild. Testen Sie daher nach Möglichkeit das gewünschte Gerät in einem Elektrofachmarkt und entscheiden Sie, welches Bild Ihnen am meisten zusagt. Eine hohe Bildwiederholfrequenz kann das Fernsehbild auch unrealistisch flüssig erscheinen lassen.

Bildkontrast

Möchten Sie ein möglichst lebendiges und kräftiges Bild haben, dann sollte Ihr Fernseher über einen hohen Kontrast verfügen. Denn je höher der Kontrast, desto besser werden reine weiße und schwarze Flächen wiedergegeben. Gute Kontrastverhältnisse beginnen bei 1.000.000:1, bei Plasma-Geräten, die konstruktionsbedingt besonders hohe Kontraste haben, kann der Wert 5.000.000:1 betragen.

Ton

Fernseher verfügen in der Regel über eingebaute Lautsprecher, die allerdings nicht mit einer Heimkinoanlage mithalten können. Verbaut werden Stereo-Lautsprecher, die zwischen einem linken und rechten Kanal unterscheiden können. Wer Kinofilme in 5.1-Qualität (5 Lautsprecher, 1 Subwoofer) genießen möchte, wird um den Kauf eines Soundsystems nicht umher kommen. Achten Sie beim Kauf des Fernsehers vor allem darauf, dass die Klangqualität für Sie ausreichend ist. Konstruktionsbedingt können manche Fernseher einen eher hohlen Klang haben, andere sind zu basslastig. Wenn Sie die Möglichkeit eines Fachhändlers haben, nützen Sie die Chance und testen Sie die Audio-Qualität vor Ort. Falls Sie ohnehin den Fernseher mit einem Soundsystem betreiben wollen, achten Sie drauf, dass der Fernseher entsprechende Anschlüsse aufweist.

LCD oder Plasma

Nach den Zeiten der Röhrenfernseher haben sich im Flachbildbereich zwei Technologien durchgesetzt: LCD-TV und Plasma. Beide Technologien haben ihre Stärken und Schwächen, wobei der Trend derzeit zu LCD-TVs geht.

LCD-Technologie

L(iquid)C(rystal)D(isplay) sind von außen nicht von Plasma-Geräten zu unterscheiden. LCD-Displays bestehen aus vielen Flüssigkristallen, die unter Spannung gesetzt werden. Die Kristalle selbst leuchten allerdings nicht, sondern sorgen für die Helligkeit des Pixels. Beleuchtet werden LCD-Fernseher von hinten oder seitlich. Das Licht durchläuft dabei zwei Polarisationsfilter. Durch die Spannung kann der Flüssigkristall so ausgerichtet werden, dass eine Sperrung des Lichtes auftritt (schwarzes Pixel). Ist keine Sperrung vorhanden, leuchtet das Pixel weiß.

In beiden Fällen ist allerdings eine Beleuchtung notwendig, das heißt es wird unabhängig davon, ob das Bild viele helle oder dunkle Bildpunkte enthält, gleich viel Strom verbraucht (das ist ein großer Unterschied zum Plasma-Fernseher).

Da herkömmliche LCD-Technik durch die eingesetzte Beleuchtung keine gleichmäßige Helligkeitsverteilung garantiert, wurde die LED-Backlight-Technik entwickelt.

Dabei werden viele kleine Beleuchtungselemente (sogenannte LED = lighting emitting diode) über die gesamte Fläche verteilt. Es lassen sich so wesentlich präzisere Schwarzwerte erreichen und auch bei auf kleinen Flächen verteilte Helligkeitsunterschiede werden sauberer darstellt. Ein weiterer Vorteil ist die längere Lebensdauer und der geringere Stromverbrauch.

Im Zusammenhang mit LED gibt es zwei weitere Begriffe: edge-lit und direct-lit. Bei edge-lit werden die LED-Elemente an den Kanten (= edge) des Fernsehers platziert. Der Fernseher kann flacher konstruiert werden, allerdings ist die Ausleuchtung nicht so gleichmäßig wie bei der teureren direct-lit-Technik. Hier sitzen die LEDs direkt hinter der Bildfläche. Hier spielt die LED-Technik dann ihre volle Stärke aus. Local-Dimming ist eine andere Bezeichnung für direct-lit und bezeichnet die Möglichkeit an bestimmten Arealen der Bildschirmfläche die Helligkeit zu regeln bzw. gänzlich abzuschalten. Neben dem verbesserten Schwarzwert lassen sich auch bessere Kontrastwerte erzielen.

Möchten Sie sich einen High-End-Bildschirm kaufen, dann beachten Sie den Begriff RGB-LED-Backlight. In der Regel sind die eingesetzten LEDs weiß, bei RGB-LED-Geräten gibt es ein rotes, blaues und grünes LED-Element. Sie werden erstaunt sein, wie lebendig auf einmal die Farben dargestellt werden. Da diese Technik allerdings selten und sehr teuer ist, ist das beste, was Sie derzeit am LCD-Fernseh-Markt bekommen können, ein LED-Fernseher mit direct-lit-Technologie.

Vorteile LCD-Technologie:

  • Geringerer Stromverbrauch
  • Kleinere und leichtere Bauweise
  • Günstige Neuanschaffung bei kleinen bis mittleren Bildschirmgrößen

Nachteile LCD-Technologie:

  • Bei großen Bildschirmflächen teurer als Plasma
  • Bildqualität von Plasma-Geräten wird nur mit teurer direct-lit-Technik erreicht

Plasma-Technologie

Älter als LCD-Fernseher sind Plasma-Geräte. Beleuchtet wird diese Technik durch das Plasma (ionisiertes Gas). Das Plasma ist auf viele kleine Kammern - den Pixeln - aufgeteilt. Bevor das Gas allerdings zum Plasma wird, muss es gezündet werden um zu leuchten. Hier liegt auch der Unterschied zum herkömmlichen LCD-Fernseher. Beim Plasma leuchten nur jene Pixel, die benötigt werden. Ein dunkles Bild verbraucht weniger Strom als ein helles.

Ein weiterer Vorteil von Plasma ist sein Schwarz-Wert. Wenn ein Bildpunkt dunkel sein soll, dann wird das Gas nicht gezündet. Das Ergebnis ist ein echtes Schwarz.

Die Funktionsweise des Plasma-Fernsehers hat aber einen großen Nachteil: das Einbrennen bzw. Nachleuchten. Ähnlich wie es früher bei Computerbildschirmen war, brennt sich ein Bild ein, wenn es sich länger nicht ändert (zum Beispiel ein Standbild). Dies passiert vor allem dann, wenn der Plasma-Fernseher noch nicht lange in Betrieb war. Das Einbrennen kann allerdings auch nach längerem Betrieb passieren. Man muss also aufpassen, dass Standbilder vermieden werden.

Die Plasma-Technik war lange Zeit das Nonplusultra für Film-Enthusiasten, da die Kontraste und Schwarzwerte jenen der LCD-Fernseher überlegen waren. Durch die Einführung der LED-Technik (in Verbindung mit direct-lit) liefern sich beide Techniken hinsichtlich der Bildqualität einen Paarlauf.

Der entscheidende Nachteil contra Plasma ist allerdings sein Stromverbrauch. Auch wenn bei dunklen Bildstellen weniger Strom verbraucht wird als bei hellen, die LED-Technik in LCD-Fernsehern hat diesbezüglich den Plasma-Geräten längst den Rang abgelaufen. Die Plasma-Hersteller reagieren mit günstigeren Preisen.

Wer also mit dem erhöhten Stromverbrauch leben kann und das Einbrennen im Griff hat, der kann ruhigen Gewissens zu Plasma greifen. Man erhält für weniger Geld größere Geräte mit ausgezeichneter Bildqualität.

Vorteile Plasma-Technologie:

  • Bildqualität bei vergleichsweise günstigem Preis
  • Bei großen Bildschirmflächen wesentlich günstiger in der Anschaffung

Nachteile Plasma-Technologie:

  • Stromverbrauch
  • Einbrennen / Nachleuchten
  • Geräte sind etwas dicker und schwerer

Anschlüsse

Eine der wichtigsten Eigenschaften beim Kauf eines Fernsehers ist seine Ausstattung bei den Anschlüssen. Ohne Anschlüsse - egal ob kabelgebunden oder kabellos - würde ein Fernseher nichts anzeigen. Bei den Anschlüssen wird in die Kategorien kabelgebunden und kabellos unterschieden.

Kabelgebundene Video-Anschlüsse:

  • Scart: dieser Anschluss sollte dann vorhanden sein, wenn Sie alte Geräte wie VHS-Recorder oder ältere Spielekonsolen anschließen möchten.

  • VGA: ältere Laptops und PCs verfügen nur über einen VGA-Anschluss. Möchten Sie ihren Fernseher für die Präsentation von Urlaubsbildern oder Powerpoint-Folien verwenden, sollte dieser Anschluss vorhanden sein.

  • S-Video: eine seltenere Form der Videozuspielung ist S-Video. Dieses Signal wurde früher vor allem bei Video-Kameras verwendet.

  • Composite Video: viele Spielekonsolen verwenden diese Schnittstelle. Sie ist leicht erkennbar an jeweils einem gelben, weißen und roten Kabel.

  • DVI: das “Digital Video Interface” ist die erste digitale Schnittstelle und ist vor allem auf Grafikkarten von PCs zu finden. Auch einige Laptops verfügen über diese Schnittstelle.

  • HDMI: der derzeitige Standard der Signalübertragung ist HDMI. Das “High Definition Multimedia Interface” kann gleichzeitig Video- und Audiosignale übertragen. Achten Sie darauf, dass ihr Fernsehgerät einen HDMI-Anschluss in einer möglichst hohen Version hat. Ältere HDMI-Standards können beispielsweise keine 3D-Bilder übertragen. Optimal ist HDMI ab der Version 1.4.

  • Komponenten: das Komponenten-Signal wurde früher vor allem im High-End-Videobereich verwendet und trennt das Videosignal im Gegensatz zu S-Video auf drei Kanäle auf.

  • Antennen-Anschluss: dieser runde Anschluss ermöglicht es Ihnen zum Beispiel DVB-T-Antennen an den Fernseher anzuschließen. Ältere Fernseh-Receiver werden via Antennen-Anschluss mit dem Fernseher verbunden.

Kabelgebundene Audio-Anschlüsse:

  • Kopfhöreranschluss: bevorzugen Sie das Fernsehen mit Kopfhörern, sollte der Fernseher zumindest einen 3,5 mm-Kopfhöreranschluss (= Klinkenstecker) haben.

  • Stereo-Audio: dieser Anschluss ist am roten und weißen Cinch-Stecker erkennbar. Bei älteren Geräten wird dieser Stereo-Anschluss benötigt, um das Audio-Signal zu übertragen.

  • Koaxial: die Übertragung koaxialer Signale ist im Gegensatz zu Stereo-Audio digital und somit in einer besseren Qualität. Dieser Anschluss wird vor allem bei DVD- und Blu-ray-Playern verwendet. Bevorzugt wird allerdings HDMI, da mit einem Kabel das Video- und Audiosignal übertragen wird.

  • Optisch digital (S-PDIF): bietet den gleichen Funktionsumfang wie koaxial, ist allerdings störungssicherer. Optisch digitale Kabel sind daran erkennbar, dass sie in der Mitte einen durchsichtigen Punkt haben. Die optisch digitale Signalübertragung ist neben HDMI das am häufigsten verwendete Audio-Übertragungsmethode.

Kabelgebundene Daten-Anschlüsse:

  • CI/CI+ Slot: diese flache Schnittstelle wird dann benötigt, wenn Sie Entschlüsselungskarten einsetzen wollen. Beachten Sie dabei den Unterschied zwischen CI und CI+. Klären Sie zuvor ab, welche Karte Sie betreiben wollen.

  • USB: mit USB können Sie einerseits einen externen Datenträger wie eine Festplatte anschließen oder beispielsweise eine Tastatur. Je nach Fernsehhersteller können unterschiedlichste Geräte unterstützt werden.

  • LAN: möchten Sie den Fernseher mit dem eigenen Datennetz verbinden, achten Sie auf das Vorhandensein des LAN-Anschlusses. Damit können Sie den Fernseher zum Beispiel mit einem Router verbinden. So ist das Abspielen von Inhalten aus dem Netzwerk möglich.

  • Speicherkarten-Slot: sollten Sie besonders gerne Ihre selbstgemachten Bilder oder Videos direkt am Fernseher betrachten, sollte Ihr neuer Fernseher entweder einen USB-Anschluss oder einen passenden Speicherkarten-Slot besitzen. Sie können dann die Speicherkarte aus der Kamera nehmen und in den Fernseher stecken.

Kabellose Anschlüsse:

  • Bluetooth: über Bluetooth lassen sich Tastaturen und Mäuse mit dem Fernseher verbinden, aber auch schnell Dateien vom Handy verschicken. Sollte Ihr Fernseher einen integrierten Browser haben, sollten Sie verstärkt auf die Bluetooth-Kompatibilität achten, da hier eine Tastatur und Maus als Eingabemedien notwendig sein können.

  • WLAN: neben dem kabelgebundenen LAN gibt es auch WLAN (wireless LAN). Sollten Sie zu Hause ein kabelloses WLAN-Netzwerk eingerichtet haben, achten Sie darauf, dass der neue Fernseher WLAN integriert hat und Ihre WLAN-Verschlüsselungsmethoden unterstützt. Manche Hersteller bieten WLAN zwar optional an, allerdings muss zuerst kostenpflichtig ein WLAN-Dongle (USB-Stick mit WLAN-Funktion) gekauft werden. WLAN ist im Gegensatz zu LAN langsamer und bei großen Distanzen zwischen Fernseher und WLAN-Router störungsanfälliger.

DLNA und Tuner:

Zwei wichtige Funktionen, die Ihr neuer Fernseher beherrschen sollte, sind DLNA und die breite Auswahl an Tuner-Varianten.

DLNA (Digital Living Network Alliance) ist eine Vereinigung zahlreicher Hersteller, dessen Ziel der geräte- und markenübergreifende Austausch von Informationen ist. Ausgangspunkt ist ein DLNA-Gerät (meist Server), der die Inhalte bereitstellt. Andere DLNA-kompatible Geräte können die Inhalte empfangen und darstellen. Ein Einsatzgebiet von DLNA könnte ihr Smartphone sein. Geben Sie darauf Ihre Videos und Fotos im WLAN-Netzwerk frei. Beherrscht Ihr Fernseher DLNA und hat eine WLAN- oder LAN-Schnittstelle, kann er nach Auswahl des Smartphones die Videos und Fotos darstellen.

Eine zweite wichtige Eigenschaft ist der Tuner. Dieser stellt technisch gesehen die Schnittstelle zu einer Signalquelle von Fernseh-Bildern dar. Unterschieden werden drei Techniken:

  • DVB-T/T2: ist terrestrisches Fernsehen und wird meist über eine Antenne empfangen. Diese Technik löste die analoge Antenne ab.

  • DVB-C/C2: wird das Fernsehsignal aus dem Kabelnetzwerk bezogen, spricht man von DVB-C.

  • DVB-S/S2: möchte man das Fernsehsignal über einen Satelliten empfangen, wird eine DVB-S-Kompatiblität vorausgesetzt.

Alle drei Techniken werden vom Fernseher allerdings nur dann benötigt, wenn Sie die Antenne direkt anschließen und nicht einen zusätzlichen Receiver haben, der die Dekodierung des Fernseh-Signals für Ihren Fernseher übernimmt. Von allen drei Tuner-Eigenschaften gibt es bereits verbesserte Versionen, diese sind an der Zahl 2 (T2/C2/S2) erkennbar.

3D-Kompatiblität

Um das Fernseherlebnis zu verstärken, wurde 3D entwickelt. 3D möchte im Gegensatz zum herkömmlichen 2D-Fernsehen den Zuschauer miteinbeziehen und ihm ein räumliches Sehen ermöglichen. Beim 3D-Fernsehen wird das räumliche Sehen, das durch die beiden Augen gegeben ist, genützt, um ein räumliches Bild zu vermitteln. Das menschliche Gehirn setzt die Bilder, die die beiden Augen sehen, zu einem dreidimensionalen Bild zusammen. Im Gegensatz zu 2D-Fernsehen sehen die beiden Augen nicht das selbe Bild, sondern ein leicht unterschiedliches. Um diese Technik zu realisieren, gibt es verschiedene Ansätze. Am gängigsten sind aktives und passives 3D.

Aktives 3D:

Beim aktiven 3D-Fernsehen benötigen Sie eine Brille mit Stromquelle. Der Grund liegt darin, dass in der Brille abwechselnd das linke und das rechte Auge abgedunkelt wird. Das Gegenstück ist der Fernseher. Dieser zeigt abwechselnd jeweils ein Bild für das linke und rechte Auge an. Dies geschieht allerdings in einer hohen Geschwindigkeit, sodass das menschliche Auge (normalerweise) nichts davon merkt. Dadurch, dass beide Augen in hoher Frequenz mit unterschiedlichen Bildern konfrontiert werden, entsteht der 3D-Eindruck.

Vorteile:

  • Blickwinkelstabile Technik
  • Höchste Bildqualität, da immer Bilder mit der vollen Auflösung gezeigt werden

Nachteile:

  • Aktive 3D-Brille ist teurer und muss zum Fernseher kompatibel sein (manche Hersteller legen aktive 3D-Brillen bei)
  • Aktive 3D-Brille benötigt Energie
  • Es kann durch das Geflimmer (ein-/ausschalten der Sichtbarkeit der linken und rechten Brillenseite) zu Schwindel oder Übelkeit kommen.

Passives 3D:

Im Gegensatz zum aktiven 3D wird nur eine einfache Brille benötigt, die unterschiedlich polarisierte Gläser eingesetzt hat. Das Gegenstück dazu ist wieder der Fernseher, dessen Bild ebenfalls polarisiert ist. Das linke Auge sieht daher das dazu passende polarisierte Bild am Fernseher, das rechte Auge ein ebenfalls polarisiertes aber anderes Bild. Diese Technik wird auch im Kino eingesetzt.

Vorteile:

  • Günstige 3D-Brille

Nachteile:

  • 3D-Effekt ist bei extremen Blickwinkel reduziert.
  • Die volle Auflösung (zum Beispiel 1920 x 1080) muss geteilt werden, da jeweils eine Hälfte für das linke und rechte Auge bestimmt ist.

Welche Technik für Sie die bessere ist, müssen Sie selbst entscheiden. Wer auf die höchste Qualität wert legt, der sollte zu aktiven 3D-Fernsehern greifen, muss aber mit höheren Folgekosten rechnen. Wer nur gelegentlich 3D sieht, der ist mit der günstigeren passiven Technologie besser bedient.

Neben aktivem und passivem 3D-Fernsehen gibt es auch autostereoskopisches 3D-Fernsehen. Das Ziel dieser Technik ist es, ohne Brille ein räumliches Sehen zu ermöglichen. Dabei wird das Bild in verschiedene Richtungen gelenkt, sodass das linke Auge etwas anderes sieht als das rechte. Diese Technik wurde bereits bei 3D-Handys oder japanischen Spielkonsolen eingesetzt. Diese Technik hat allerdings einen großen Nachteil: sie ist extrem blickwinkel- und abstandsabhängig.

Wichtig: achten Sie darauf, dass Ihr Fernseher auch die passende HDMI-Schnittstelle (ab 1.4) hat, da ansonsten nicht die volle 3D-Qualität abgerufen werden kann.

Bedenken Sie bei der Anschaffung eines 3D-Fernsehers auch, dass 3D-Filme teurer sind als die 2D-Version. Manche Fernseher beherrschen zwar eine Auto-Konvertierung von 2D-Filmen in 3D. Diese Funktion ist allerdings situationsabhängig, sodass ein 3D-Film vorzuziehen ist.

Strom sparen

Neben den Stromkosten für das Licht kann der Fernseher einen erheblichen Anteil der Stromrechnung ausmachen. Je größer Ihr neuer Fernseher sein soll, desto mehr Energie verbraucht er. Damit Sie nach der Anschaffung die Stromkosten nicht aus dem Auge verlieren, wurde die Energieeffizienzkennzeichnung (bekannt von Kühlschrank oder Waschmaschine) auch auf Fernsehgeräte ausgeweitet. Die Energieeffizienz wird derzeit in sieben verpflichtende Klassen eingeteilt (A bis G). Bis 2020 sollen drei weitere Klassen (A+ bis A+++) eingeführt werden. Viele Hersteller setzen bereits auf die zweitbeste Klasse A++.

Die Einstufung erfolgt nach der Leistungsaufnahme des Gerätes und der sichtbaren Fläche. Das heißt es wird einerseits berücksichtigt, wieviel Strom das Gerät aufnimmt, und andererseits, wie groß die Bildschirmdiagonale ist.

Weitere Informationen (inklusive Berechnungsformel) finden Sie unter
http://www.newenergylabel.com/de/labelcontent/televisions

In der Praxis sollte ein Fernseher ein Energieeffizienzlabel enthalten, das folgende Werte zeigt:

  • Name/Marke des Herstellers sowie eine Typenbezeichnung
  • Energieffizienzklasse
  • Ist ein Netzschalter vorhanden?
  • Leistungsaufnahme in Watt
  • Jahresenergieverbrauch in kWh (wird mit 4 Stunden pro Tag und 365 Tage berechnet)
  • Bildschirmdiagonale in Zoll/cm
  • Bezeichnung der Regulierung und Anfangsjahr der Verpflichtung

Achten Sie vor allem auf die Angaben des Netzschalters, der Energieeffizienzklasse und des Jahresenergieverbrauches. Denn der Standby-Betrieb kostet auch Strom. Sie sollten daher die Möglichkeit haben, ohne das Kabel von der Steckdose ziehen zu müssen, den Fernseher vollständig abzuschalten. Sollte ein Netzschalter fehlen, können Funksteckdosen diese Aufgabe lösen.

Die Energieeffizienzklasse sollte bei einem LCD-Fernseher mindestens A sein, besser ist A+ bzw. A++. Allerdings ist die Auswahl an Fernsehgeräten geringer, je höher die Klasse ist. Die besten Plasma-Fernseher haben die Energieeffizienzklasse B.

Der Jahresenergieverbrauch sollte bei einem sparsamen Fernseher unter 150 kWh liegen. Diesen Wert werden Sie mit großen Plasma-Geräten nicht erreichen, mittelgroße LCD-Fernseher können diesen Wert zum Teil deutlich unterschreiten. Wenn ein kleiner Fernseher mit 42 Zoll (107 Zentimeter) für Sie ausreichend ist, sollten Sie unter 100 kWh-Jahresverbrauch liegen.

Beim Thema Strom sparen gehen manche Hersteller eigene Wege und verbauen Wärmesensoren, die feststellen, ob vor dem Fernseher überhaupt jemand sitzt. Auch Bewegungssensoren werden genützt, die in Kombination mit dem Wärmesensor gekoppelt werden, um nicht irrtümlich das Bild abzuschalten bzw. zu dimmen.

Sonstige Hinweise

Mit dem Erwerb des neuen Fernsehers können Folgekosten verbunden sein. Klären Sie daher folgende Faktoren zuvor ab:

  • Benötige ich 3D-Brillen? Sind sie im Lieferumfang, bzw. was kosten sie?
  • Welche Kabel benötige ich für den Fernseher? Diese können teuer sein.
  • Hat mein Fernseher WLAN eingebaut oder muss ein kostenpflichtiger WLAN-Dongle dazugekauft werden?

Rundfunkgebühr

Sollten Sie es nicht schon ohnehin tun, vergessen Sie nicht, die Rundfunkgebühr zu entrichten. Je nach Land können die Bestimmungen unterschiedlich streng ausgelegt sein.

Fernseher oder Beamer?

Überlegen Sie sich, ob statt einem Fernseher ein Beamer praktischer für Ihre Fernsehvorlieben ist. Nicht immer ist ein Fernseher die erste Wahl. In bestimmten Situationen (vor allem wenn Sie mobil sein möchten) kann der Beamer entscheidende Vorteile haben.

Preisvergleich

Nützen Sie Preisvergleichsplattformen wie ciao.de. Der Energiefachmarkt um die Ecke ist zwar eine gute Gelegenheit, um den gewünschten Fernseher auszuprobieren, allerdings können die Preise im Vergleich zu Online-Plattformen deutlich variieren. Im Gegensatz zu anderen Produktkategorien macht es keinen Unterschied, ob sie vor Ort oder online kaufen. Oft ist der Online-Erwerb praktischer, da der Fernseher vor die Haustür geliefert wird und Sie sich nicht um den Transport kümmern müssen.

Erfahrungsberichte

Wer regelmäßig in Ciao unterwegs ist, der weiß den Service der Erfahrungsberichte sehr zu schätzen. Diese sind ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung für ein Produkt. Vergessen Sie allerdings nicht, dass Erfahrungsberichte auf subjektiven Eindrücken basieren. Lesen Sie daher nicht nur einen Erfahrungsbericht sondern mehrere, um einen Trend zu erkennen. Investieren Sie lieber ein paar Minuten mehr, um nicht hinterher eine negative Überraschung zu erleben.

Autor

Ciao-Name: Whitesnake83
Mitglied seit: 5. Mai 2011

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