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Tredition Ich, Rex Guido I.
Vor ein paar Monaten zeigte "arte" den Film "Fidel Castro hautnah". Ich dachte damals, armer Fidel, jetzt, da du alt, krank und müde bist und...... mehr
Vor ein paar Monaten zeigte "arte" den Film "Fidel Castro hautnah". Ich dachte damals, armer Fidel, jetzt, da du alt, krank und müde bist und dich nicht mehr wortgewaltig wehren kannst, versetzen sie dir mit peinlichen Enthüllungen und sonstigen Gemeinheiten den Todesstoß, die Feiglinge...Aber der aus Dokumentationen und Nachrichten unterschiedlicher Herkunft zusammengesetzte Streifen entpuppte sich als ein nicht etwa lausiger, sondern launiger Lebensüberblick in Ich-Erzählhaltung, als wäre dieser Held einer, der über sich selber lachen kann. Obwohl er dabei nicht gut wegkam, blieb er einem doch irgendwie sympathisch. Ein charmantes Ungeheuer, dachte ich, das dich amüsiert, bevor es dich frisst."So was müsste man über George Bush II. machen", schoss es mir durch den Kopf, und ich wusste auch gleich den Titel: "Auf den Bush geklopft". Zugegeben, ein allzu wohlfeiler Kalauer, und außerdem ist Bush allenfalls unfreiwillig witzig. Andererseits versprach die Materialsammlung solch große Ergiebigkeit, dass ich auf ein tolldreistes Werk über einen tollwütigen, manchmal auch tollpatschigen Politiker hoffen konnte.Während ich Bush dann als Thema wieder verwarf, schob sich Guido in den Mittelpunkt des Interesses. In nur hundert Tagen seit seinem Amtsantritt als Außenminister machte er mehr Minuspunkte als George W. Bush in seinen beiden Amtsperioden als Präsident der Vereinigten Staaten. Um es mit den Worten des Kabarettisten Helmut Schleich zu sagen: Wäre er ein Auto, hätte es schon längst eine Rückrufaktion gegeben. Er steht mir erstens näher als Bush, dachte ich, und verdient daher meine Bemühungen um seine aus dem Rahmen fallende Person. Zweitens wird er bald 50 Jahre alt, und da wartet die Welt auf eine Bilanz. Denn der 50. Geburtstag ist derjenige, bei dem sich "Happy" und "Birthday" trennen. Man könnte Guido Westerwelle als eine Art politischen Luftballon bezeichnen: Beide sind aufgeblasen, haben eine glatte, durchsichtige Oberfläche, und wenn was rauskommt, ist es häufig warme Luft. So viel zu den Gemeinsamkeiten. ... weniger
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Sesamstrasse - Quietsche-Entchen - Sesamstrasse
Bei "Quietsche-Entchen, du bist mein..." oder auch "Mah na mah na" werden gleich Kindsheitserinnerungen wach. Und nicht nur bei mir, nein, auch...... mehr
Bei "Quietsche-Entchen, du bist mein..." oder auch "Mah na mah na" werden gleich Kindsheitserinnerungen wach. Und nicht nur bei mir, nein, auch meine Mama wusste sofort in die Lieder einzustimmen. Die schönsten 15 Lieder seit 1969 sind hier zu einer CD zusammengefasst. So erleben Sie nicht nur Kult-, sondern auch Goldstatus: Lieder, die zu echten Hits geworden sind. Gesungen wird natürlich von vielen Sesamstrassen-Stars wie Ernie, Bert oder auch Grobi. Da die Sesamstrasse bekanntlich nicht nur humorvoll unterhalten will, sondern auch zur Bildung ihrer Zielgruppe, den Vorschulkindern, beiträgt, ist klar, dass die Lieder diesen Zweck ebenso verfolgen. "Unser Alphabet ist das" zeigt, wie viel Spaß das Buchstabieren machen kann, Ernies Bad hingegen, dass Sauberkeit nicht nur eine lästige Pflicht sein muss. Auch Zwischenmenschliches wird angesprochen. Im Lied "Alle mögen Eis gern" werden von den Beteiligten unterschiedliche Berufswünsche und Lieblingstiere geäußert, doch eines haben sie gemein: die Eiscremeleidenschaft. Lehrreiches bietet die Betrachtung der Nase, denn mit ihr kann man sowohl Niesen als auch Riechen, zudem sitzt sie doch glatt unterhalb der Augen. Die Lieder werden durch kurze Dialoge oder Erzählungen ergänzt. Und die Musik....ja, sie fühlen sich wie bei der Sesamstrasse zu Hause. Quietsche-Entchen ist ein Klassiker, der keinem Fan fehlen sollte. Und wer hiermit nicht genug hat, für den gleich noch der Tipp: Es gibt einen zweiten Teil der schönsten Lieder: Hätt' ich dich heut' erwartet. --Simone Gefeller ... weniger
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Zoo Cube (PlayStation2)
Der verrückte und gemeine Doktor Ooze hat die Tiere der Erde gefangen genommen und sie in bizarre Formen verwandelt! Nur du kannst die Pläne des...... mehr
Der verrückte und gemeine Doktor Ooze hat die Tiere der Erde gefangen genommen und sie in bizarre Formen verwandelt! Nur du kannst die Pläne des bösen Doktors durchkreuzen und mit deinem geheimnisvollen Zoocube die Tiere aus der Gefangenschaft befreien, um ihnen ihre alte Form wiederzugeben. Bist du geschickt und schlau genug, um Doktor Ooze zu besiegen und die Tiere zu retten?FEATURES:- Führe Paare zusammen und rette ganze Horden von Tieren, die aus sechs verschiedenen Richtungen auf die zufliegen.- Vier Einzelspieler-Modi, in denen es zahlreiche Level und Geheimnisse zu entdecken gibt.- Das fesselnde Gameplay mit tollen, farbenfrohen Grafiken garantiert stundenlangen Spielspaß für die ganze Familie.- Mehrspieler-Modi für 2 bis 4 Spieler in denen man gegeneinander antreten oder im Team spielen kann. Freigegeben ohne Altersbeschränkung gemäß § 14 JuSchG. ... weniger
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Die Wahrheit über meine Ehe: Frauen erzählen - Martina Rellin
Was im Herbst 2007 als BRIGITTE-Dossier begann, entwickelte sich in der Folge zur reinsten Springflut. Gestern eine Geschichte in "Bild" gelesen, heute in der...... mehr
Was im Herbst 2007 als BRIGITTE-Dossier begann, entwickelte sich in der Folge zur reinsten Springflut. Gestern eine Geschichte in "Bild" gelesen, heute in der Buchhandlung zugegriffen, schreibt eine erregte Amazon-Kritikerin. BRIGITTE und Bild überbieten einander derzeit im medialen Großeinsatz zu einem Thema, dessen Brisanz man irgendwie längst ahnte. Nun ist sie also hochgegangen, die Bombe vom Bild der intakten Ehe, die nur der Tod scheiden kann, diesem traulichen Mit- und Füreinander in guten wie inBlah! Verursacht hat diesen Aufruhr die Journalistin Martina Rellin, die mit Frauenporträts wie Ich habe einen Liebhaber früher schon für einigen Zündstoff sorgte. 16 Frauen, vorzugsweise aus dem gehobenen Mittelstand, kommen bei ihr zu Wort. 16 Fallbeispiele über einen alltäglichen Horror, wie ihn sich ein Ingmar Bergman perfider nicht hätte ausmalen können! So bei Charlotte, 39, PR-Organisatorin und Hausfrau, 15 Jahre verheiratet, 2 Kinder -, deren Ehe zur reinsten Kältezone geraten ist, temperaturgeregelt von einem Gefrierschrank von Ehemann, dem der Begriff Emotion längst zum Fremdwort geworden ist. In der Außenwelt ein erfolgreicher Arzt, zuhause ein gemeiner Erbsenzähler, den die kleinste Unregelmäßigkeit in mentalen Aufruhr versetzt. Erst ein gewaltiger Lebenseinschnitt erlaubte es Charlotte, die frostige Villa hinter sich zu lassen. Die Spielarten der hier geschilderten Ehedramen sind mannigfaltig. Männer, die zum nicht geringen Erstaunen ihrer Frauen Männer lieben; Frauen wie die 28-jährige Nadja, die ihren Gatten als liebevolle Altersversorgung ansieht, während sie ihre erotischen Neigungen mit Internet-Bekanntschaften auslebt. Schließlich die Goldschmiedin Gudrun und ihr Finalsatz "Ich gehe jetzt eine Runde um den Block und wenn ich zurück bin, bist du weg! Nicht ohne den edlen Bordeaux zur Bekräftigung in den schönen weißen Kalkputz zu feuern. Mit zunehmender Lektüre erschließt sich eine fremde, beunruhigende - und doch so vertraute Welt. Eine Welt der ahnungslosen Trottel, emotionalen Krüppel und regelrechten Sadisten, die sich in mal dümmlicher, mal bräsiger Sicherheit wiegen. Und eine Welt, in der, was einst groß und glühend begann, im Dürregebiet der materiellen Absicherung vertrocknet ist. Selbstüberprüfung und Kommunikation sind Pflicht, lautet eine der Botschaften dieses Buches! Was beim (männlichen) Rezensenten auf gelinden Widerwillen stößt, ist der Wahrheitsanspruch, den die 16 Frauenbilder schon im Titel einklagen. Die Schuldfrage scheint schon vorab geklärt; Männer kommen im Zuge der Wahrheitsfindung im Buch leider nicht zu Wort, finden sich indes häufig als gefühlskalte Kotzbrocken und alleinige Täterfiguren wieder. Dennoch. Was bislang hinter dicken Eigenheimmauern stattfand und höchstens zu Spekulationen im Bekanntenkreis Anlass gab -, hier wird es deutlich ausgesprochen. Die Zeit des Duldens und Schweigens hat ein Ende! Ravi Unger ... weniger
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Die Wahrheit über meine Ehe: Frauen erzählen - Martina Rellin
Was im Herbst 2007 als BRIGITTE-Dossier begann, entwickelte sich in der Folge zur reinsten Springflut. Gestern eine Geschichte in "Bild" gelesen, heute in der...... mehr
Was im Herbst 2007 als BRIGITTE-Dossier begann, entwickelte sich in der Folge zur reinsten Springflut. Gestern eine Geschichte in "Bild" gelesen, heute in der Buchhandlung zugegriffen, schreibt eine erregte Amazon-Kritikerin. BRIGITTE und Bild überbieten einander derzeit im medialen Großeinsatz zu einem Thema, dessen Brisanz man irgendwie längst ahnte. Nun ist sie also hochgegangen, die Bombe vom Bild der intakten Ehe, die nur der Tod scheiden kann, diesem traulichen Mit- und Füreinander in guten wie inBlah! Verursacht hat diesen Aufruhr die Journalistin Martina Rellin, die mit Frauenporträts wie Ich habe einen Liebhaber früher schon für einigen Zündstoff sorgte. 16 Frauen, vorzugsweise aus dem gehobenen Mittelstand, kommen bei ihr zu Wort. 16 Fallbeispiele über einen alltäglichen Horror, wie ihn sich ein Ingmar Bergman perfider nicht hätte ausmalen können! So bei Charlotte, 39, PR-Organisatorin und Hausfrau, 15 Jahre verheiratet, 2 Kinder -, deren Ehe zur reinsten Kältezone geraten ist, temperaturgeregelt von einem Gefrierschrank von Ehemann, dem der Begriff Emotion längst zum Fremdwort geworden ist. In der Außenwelt ein erfolgreicher Arzt, zuhause ein gemeiner Erbsenzähler, den die kleinste Unregelmäßigkeit in mentalen Aufruhr versetzt. Erst ein gewaltiger Lebenseinschnitt erlaubte es Charlotte, die frostige Villa hinter sich zu lassen. Die Spielarten der hier geschilderten Ehedramen sind mannigfaltig. Männer, die zum nicht geringen Erstaunen ihrer Frauen Männer lieben; Frauen wie die 28-jährige Nadja, die ihren Gatten als liebevolle Altersversorgung ansieht, während sie ihre erotischen Neigungen mit Internet-Bekanntschaften auslebt. Schließlich die Goldschmiedin Gudrun und ihr Finalsatz "Ich gehe jetzt eine Runde um den Block und wenn ich zurück bin, bist du weg! Nicht ohne den edlen Bordeaux zur Bekräftigung in den schönen weißen Kalkputz zu feuern. Mit zunehmender Lektüre erschließt sich eine fremde, beunruhigende - und doch so vertraute Welt. Eine Welt der ahnungslosen Trottel, emotionalen Krüppel und regelrechten Sadisten, die sich in mal dümmlicher, mal bräsiger Sicherheit wiegen. Und eine Welt, in der, was einst groß und glühend begann, im Dürregebiet der materiellen Absicherung vertrocknet ist. Selbstüberprüfung und Kommunikation sind Pflicht, lautet eine der Botschaften dieses Buches! Was beim (männlichen) Rezensenten auf gelinden Widerwillen stößt, ist der Wahrheitsanspruch, den die 16 Frauenbilder schon im Titel einklagen. Die Schuldfrage scheint schon vorab geklärt; Männer kommen im Zuge der Wahrheitsfindung im Buch leider nicht zu Wort, finden sich indes häufig als gefühlskalte Kotzbrocken und alleinige Täterfiguren wieder. Dennoch. Was bislang hinter dicken Eigenheimmauern stattfand und höchstens zu Spekulationen im Bekanntenkreis Anlass gab -, hier wird es deutlich ausgesprochen. Die Zeit des Duldens und Schweigens hat ein Ende! Ravi Unger ... weniger
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Die Elenden: Roman - Victor Hugo
"O Frühling, du bist ein Brief, den ich ihr schreibe... Wie groß ist es, geliebt zu werden! Und um wieviel größer, zu lieben! Das Herz wird...... mehr
"O Frühling, du bist ein Brief, den ich ihr schreibe... Wie groß ist es, geliebt zu werden! Und um wieviel größer, zu lieben! Das Herz wird heldisch durch seine Liebe. Es ist einzig aus Reinheit zusammengesetzt, nichts ist in ihm als Ewiges und Erhabenes. Ein unwürdiger Gedanke vermag in ihm sowenig zu keimen wie eine Brennessel auf Gletschereis. Die hohe und lautere Seele, unzugänglich den niederen Leidenschaften und Erregungen, wohnt im Himmelsblau. Beherrschend die Wolken und die Schatten dieser Welt, den Wahnsinn, die Lüge, den Haß, die Eitelkeit, die Not, empfindet sie nur noch die tiefen, unterirdischen Erschütterungen des Schicksals, wie die Gipfel der Berge das Beben der Erde empfinden... Wäre niemand mehr, der liebte, die Sonne würde erlöschen." Wer kann die Liebe ergreifender schildern als Victor Hugo? Wer vermag es, all ihre Erhabenheiten und Abgründe perfekt in Worte zu kleiden? Wenn das überhaupt möglich ist, hat Victor Hugo es vollbracht. Sein Werk wird von den größten Gefühlen, zu denen ein menschliches Wesen fähig ist, getragen, ob sie sich nun in Helligkeit entfalten bis aufs Äußerste oder die weitesten Dimensionen annehmen in ihrer Düsternis. Schonungslos und mit erschreckender Plastizität führt er uns das Dasein der Ärmsten unter den Armen im Frankreich des 19. Jahrhunderts vor Augen. Er beschreibt ihren erbitterten Kampf, den tiefsten Sümpfen des Jammertals zu entrinnen und eine gerechtere Welt zu schaffen. Und doch wird dort nicht nur gekämpft und geweint. Hugo entblättert unsere Existenz in seiner ganzen Bandbreite, ob wir von unserer Bestimmung her begnadigt sind oder nicht. Jedes Leben durchzieht ein kleines Glück, auch wenn es einem erbarmungswürdigen Schicksal folgt und an unwürdigen Klippen zerschellt. Hugo befreit die Erniedrigten von ihrem Schmutz und stellt sie zurück in das Licht ihrer Würde, die jedem Menschen, egal wie sehr er beleidigt wurde, innewohnt. Ich halte Hugos Werk hoch über meine kleine Bibliothek, weil es lebensspendenden Idealen folgt, weil es sich einer Moral verpflichtet, die mächtiger ist als die gesellschaftliche Moral, weil es den Blick auf die Welt komplett umdreht und die Sicht darauf freimacht, wie schön sie aussehen könnte, und letztlich, weil das Edle über das Gemeine im Menschen siegt. Und ich liebe es wegen seines hohen Gehaltes an Wahrheit, der gelungenen Mischung aus Realismus und Absurdität. Viel Gutes muß der Grausamkeit des Lebens zum Opfer fallen, ehe das wirklich Erhabene seinen glänzenden Sieg davontragen kann. Hugo beschönigt nichts. Trotzdem ist sein Weltbild nicht pessimistisch. Er beschreibt die Kluft zwischen Arm und Reich. Er zeigt, daß Armut böse machen kann und Reichtum blind. Dennoch siegt am Ende die Weisheit über die Dummheit und die Liebe über den Haß. Abgestumpft von vielen Jahren auf der Galeere und als gefährlicher Mensch von der Gesellschaft geächtet, nimmt der Bischof von Digne Jean Valjean, den ehemaligen Galeerensträfling, auf und bewirkt bei ihm durch einen peinlichen Vorfall und durch seine beispiellose Güte, eine wundersame Verwandlung. Jean Valjean, durch 19 Jahre Gefangenschaft vom Bösen zersetzt und verdorben, erkennt sein ganzes Elend in einem Schlüsselerlebnis und entwickelt sich daraus zu einem Beschützer der Schwachen und Bedürftigen. Doch unerbittlich bleibt ihm seine Vergangenheit auf den Fersen. Sie verfolgt ihn in der Gestalt des Polizeiinspektors Javert, der als Reinkarnation von seelenloser Spießbürgerlichkeit und menschenverachtender Gesetzestreue bis an sein Lebensende versucht, ihn wieder hinter Schloß und Riegel zu bringen. Rein stilistisch ist Victor Hugos dreibändiger Roman eine Schöpfung erster Güte. Wie eine Pyramide baut sich die Geschichte um Jean Valjean auf. Scheinbar völlig unabhängig voneinander beginnen hier und dort Steinwälle aus dem Boden zu wachsen, um sich irgendwann ganz unerwartet aneinanderzufügen und in einer einzigen Spitze zusammenzulaufen. Genauso entspinnt sich in Hugos Roman hier und da eine von der bisherigen Handlung unabhängige Geschichte, die sich irgendwann ganz plötzlich und zur Überraschung des Lesers nahtlos in das Gesamtbild einfügt. Am Anfang finden wir lauter einzelne geheimnisvolle Fragmente, am Ende ein klares, in sich perfekt geschlossenes Kunstwerk. Keinem Film wird es jemals gelingen, die tausend Ebenen und haarfeinen Verästelungen dieses Romans darzustellen, ohne Wesentliches auszulassen. Keinem Theater. Und keiner Oper. Zu viele Geschichten in einer Geschichte. Zu viele wichtige Botschaften. Zu viele große Gedanken. Zu viele Feinsinnigkeiten. Zu viele grandiose Beschreibungen. Zu viele komplizierte Zusammenhänge. Sicher, man kann sich auf die leidenschaftliche Liebe zwischen Mario und Cosette konzentrieren oder auf die Geschehnisse während der Julirevolution oder auf das haarsträubende Katz- und Mausspiel zwischen Valjean und Javert. Doch man wird immer nur einen Ausschnitt erfahren, der die wahre Größe des Gesamtwerkes nicht zu erfassen weiß. Der stürmische Kampf zwischen Gut und Böse, in dem das Gute trotz aller Tragik triumphiert, die unvergleichliche Komplexität des Werkes und die Art, wie es geschrieben ist, nämlich nicht nur mit der Vernunft des Kopfes und der Allwissenheit des Geistes, sondern auch mit inniger Anteilnahme der Seele und dem Blut des Herzens, machen dieses Werk zu meinem Lieblingsbuch seit ich sechzehn bin, und und kein anderes Buch konnte ihm in den folgenden zwölf Jahren den Rang ablaufen, obwohl ich in der Zwischenzeit bestimmt tausend andere Bücher gelesen habe. --Daphne Großmann ... weniger
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Les Misérables / Die Elenden: Roman Filmbuch - Victor Hugo
"O Frühling, du bist ein Brief, den ich ihr schreibe... Wie groß ist es, geliebt zu werden! Und um wieviel größer, zu lieben! Das Herz wird...... mehr
"O Frühling, du bist ein Brief, den ich ihr schreibe... Wie groß ist es, geliebt zu werden! Und um wieviel größer, zu lieben! Das Herz wird heldisch durch seine Liebe. Es ist einzig aus Reinheit zusammengesetzt, nichts ist in ihm als Ewiges und Erhabenes. Ein unwürdiger Gedanke vermag in ihm sowenig zu keimen wie eine Brennessel auf Gletschereis. Die hohe und lautere Seele, unzugänglich den niederen Leidenschaften und Erregungen, wohnt im Himmelsblau. Beherrschend die Wolken und die Schatten dieser Welt, den Wahnsinn, die Lüge, den Haß, die Eitelkeit, die Not, empfindet sie nur noch die tiefen, unterirdischen Erschütterungen des Schicksals, wie die Gipfel der Berge das Beben der Erde empfinden... Wäre niemand mehr, der liebte, die Sonne würde erlöschen." Wer kann die Liebe ergreifender schildern als Victor Hugo? Wer vermag es, all ihre Erhabenheiten und Abgründe perfekt in Worte zu kleiden? Wenn das überhaupt möglich ist, hat Victor Hugo es vollbracht. Sein Werk wird von den größten Gefühlen, zu denen ein menschliches Wesen fähig ist, getragen, ob sie sich nun in Helligkeit entfalten bis aufs Äußerste oder die weitesten Dimensionen annehmen in ihrer Düsternis. Schonungslos und mit erschreckender Plastizität führt er uns das Dasein der Ärmsten unter den Armen im Frankreich des 19. Jahrhunderts vor Augen. Er beschreibt ihren erbitterten Kampf, den tiefsten Sümpfen des Jammertals zu entrinnen und eine gerechtere Welt zu schaffen. Und doch wird dort nicht nur gekämpft und geweint. Hugo entblättert unsere Existenz in seiner ganzen Bandbreite, ob wir von unserer Bestimmung her begnadigt sind oder nicht. Jedes Leben durchzieht ein kleines Glück, auch wenn es einem erbarmungswürdigen Schicksal folgt und an unwürdigen Klippen zerschellt. Hugo befreit die Erniedrigten von ihrem Schmutz und stellt sie zurück in das Licht ihrer Würde, die jedem Menschen, egal wie sehr er beleidigt wurde, innewohnt. Ich halte Hugos Werk hoch über meine kleine Bibliothek, weil es lebensspendenden Idealen folgt, weil es sich einer Moral verpflichtet, die mächtiger ist als die gesellschaftliche Moral, weil es den Blick auf die Welt komplett umdreht und die Sicht darauf freimacht, wie schön sie aussehen könnte, und letztlich, weil das Edle über das Gemeine im Menschen siegt. Und ich liebe es wegen seines hohen Gehaltes an Wahrheit, der gelungenen Mischung aus Realismus und Absurdität. Viel Gutes muß der Grausamkeit des Lebens zum Opfer fallen, ehe das wirklich Erhabene seinen glänzenden Sieg davontragen kann. Hugo beschönigt nichts. Trotzdem ist sein Weltbild nicht pessimistisch. Er beschreibt die Kluft zwischen Arm und Reich. Er zeigt, daß Armut böse machen kann und Reichtum blind. Dennoch siegt am Ende die Weisheit über die Dummheit und die Liebe über den Haß. Abgestumpft von vielen Jahren auf der Galeere und als gefährlicher Mensch von der Gesellschaft geächtet, nimmt der Bischof von Digne Jean Valjean, den ehemaligen Galeerensträfling, auf und bewirkt bei ihm durch einen peinlichen Vorfall und durch seine beispiellose Güte, eine wundersame Verwandlung. Jean Valjean, durch 19 Jahre Gefangenschaft vom Bösen zersetzt und verdorben, erkennt sein ganzes Elend in einem Schlüsselerlebnis und entwickelt sich daraus zu einem Beschützer der Schwachen und Bedürftigen. Doch unerbittlich bleibt ihm seine Vergangenheit auf den Fersen. Sie verfolgt ihn in der Gestalt des Polizeiinspektors Javert, der als Reinkarnation von seelenloser Spießbürgerlichkeit und menschenverachtender Gesetzestreue bis an sein Lebensende versucht, ihn wieder hinter Schloß und Riegel zu bringen. Rein stilistisch ist Victor Hugos dreibändiger Roman eine Schöpfung erster Güte. Wie eine Pyramide baut sich die Geschichte um Jean Valjean auf. Scheinbar völlig unabhängig voneinander beginnen hier und dort Steinwälle aus dem Boden zu wachsen, um sich irgendwann ganz unerwartet aneinanderzufügen und in einer einzigen Spitze zusammenzulaufen. Genauso entspinnt sich in Hugos Roman hier und da eine von der bisherigen Handlung unabhängige Geschichte, die sich irgendwann ganz plötzlich und zur Überraschung des Lesers nahtlos in das Gesamtbild einfügt. Am Anfang finden wir lauter einzelne geheimnisvolle Fragmente, am Ende ein klares, in sich perfekt geschlossenes Kunstwerk. Keinem Film wird es jemals gelingen, die tausend Ebenen und haarfeinen Verästelungen dieses Romans darzustellen, ohne Wesentliches auszulassen. Keinem Theater. Und keiner Oper. Zu viele Geschichten in einer Geschichte. Zu viele wichtige Botschaften. Zu viele große Gedanken. Zu viele Feinsinnigkeiten. Zu viele grandiose Beschreibungen. Zu viele komplizierte Zusammenhänge. Sicher, man kann sich auf die leidenschaftliche Liebe zwischen Mario und Cosette konzentrieren oder auf die Geschehnisse während der Julirevolution oder auf das haarsträubende Katz- und Mausspiel zwischen Valjean und Javert. Doch man wird immer nur einen Ausschnitt erfahren, der die wahre Größe des Gesamtwerkes nicht zu erfassen weiß. Der stürmische Kampf zwischen Gut und Böse, in dem das Gute trotz aller Tragik triumphiert, die unvergleichliche Komplexität des Werkes und die Art, wie es geschrieben ist, nämlich nicht nur mit der Vernunft des Kopfes und der Allwissenheit des Geistes, sondern auch mit inniger Anteilnahme der Seele und dem Blut des Herzens, machen dieses Werk zu meinem Lieblingsbuch seit ich sechzehn bin, und und kein anderes Buch konnte ihm in den folgenden zwölf Jahren den Rang ablaufen, obwohl ich in der Zwischenzeit bestimmt tausend andere Bücher gelesen habe. --Daphne Großmann ... weniger
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Die Wahrheit über meine Ehe: Frauen erzählen - Martina Rellin
Was im Herbst 2007 als BRIGITTE-Dossier begann, entwickelte sich in der Folge zur reinsten Springflut. Gestern eine Geschichte in "Bild" gelesen, heute in der...... mehr
Was im Herbst 2007 als BRIGITTE-Dossier begann, entwickelte sich in der Folge zur reinsten Springflut. Gestern eine Geschichte in "Bild" gelesen, heute in der Buchhandlung zugegriffen, schreibt eine erregte Amazon-Kritikerin. BRIGITTE und Bild überbieten einander derzeit im medialen Großeinsatz zu einem Thema, dessen Brisanz man irgendwie längst ahnte. Nun ist sie also hochgegangen, die Bombe vom Bild der intakten Ehe, die nur der Tod scheiden kann, diesem traulichen Mit- und Füreinander in guten wie inBlah! Verursacht hat diesen Aufruhr die Journalistin Martina Rellin, die mit Frauenporträts wie Ich habe einen Liebhaber früher schon für einigen Zündstoff sorgte. 16 Frauen, vorzugsweise aus dem gehobenen Mittelstand, kommen bei ihr zu Wort. 16 Fallbeispiele über einen alltäglichen Horror, wie ihn sich ein Ingmar Bergman perfider nicht hätte ausmalen können! So bei Charlotte, 39, PR-Organisatorin und Hausfrau, 15 Jahre verheiratet, 2 Kinder -, deren Ehe zur reinsten Kältezone geraten ist, temperaturgeregelt von einem Gefrierschrank von Ehemann, dem der Begriff Emotion längst zum Fremdwort geworden ist. In der Außenwelt ein erfolgreicher Arzt, zuhause ein gemeiner Erbsenzähler, den die kleinste Unregelmäßigkeit in mentalen Aufruhr versetzt. Erst ein gewaltiger Lebenseinschnitt erlaubte es Charlotte, die frostige Villa hinter sich zu lassen. Die Spielarten der hier geschilderten Ehedramen sind mannigfaltig. Männer, die zum nicht geringen Erstaunen ihrer Frauen Männer lieben; Frauen wie die 28-jährige Nadja, die ihren Gatten als liebevolle Altersversorgung ansieht, während sie ihre erotischen Neigungen mit Internet-Bekanntschaften auslebt. Schließlich die Goldschmiedin Gudrun und ihr Finalsatz "Ich gehe jetzt eine Runde um den Block und wenn ich zurück bin, bist du weg! Nicht ohne den edlen Bordeaux zur Bekräftigung in den schönen weißen Kalkputz zu feuern. Mit zunehmender Lektüre erschließt sich eine fremde, beunruhigende - und doch so vertraute Welt. Eine Welt der ahnungslosen Trottel, emotionalen Krüppel und regelrechten Sadisten, die sich in mal dümmlicher, mal bräsiger Sicherheit wiegen. Und eine Welt, in der, was einst groß und glühend begann, im Dürregebiet der materiellen Absicherung vertrocknet ist. Selbstüberprüfung und Kommunikation sind Pflicht, lautet eine der Botschaften dieses Buches! Was beim (männlichen) Rezensenten auf gelinden Widerwillen stößt, ist der Wahrheitsanspruch, den die 16 Frauenbilder schon im Titel einklagen. Die Schuldfrage scheint schon vorab geklärt; Männer kommen im Zuge der Wahrheitsfindung im Buch leider nicht zu Wort, finden sich indes häufig als gefühlskalte Kotzbrocken und alleinige Täterfiguren wieder. Dennoch. Was bislang hinter dicken Eigenheimmauern stattfand und höchstens zu Spekulationen im Bekanntenkreis Anlass gab -, hier wird es deutlich ausgesprochen. Die Zeit des Duldens und Schweigens hat ein Ende! Ravi Unger ... weniger
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Die Wahrheit über meine Ehe: Frauen erzählen - Martina Rellin
Was im Herbst 2007 als BRIGITTE-Dossier begann, entwickelte sich in der Folge zur reinsten Springflut. Gestern eine Geschichte in "Bild" gelesen, heute in der...... mehr
Was im Herbst 2007 als BRIGITTE-Dossier begann, entwickelte sich in der Folge zur reinsten Springflut. Gestern eine Geschichte in "Bild" gelesen, heute in der Buchhandlung zugegriffen, schreibt eine erregte Amazon-Kritikerin. BRIGITTE und Bild überbieten einander derzeit im medialen Großeinsatz zu einem Thema, dessen Brisanz man irgendwie längst ahnte. Nun ist sie also hochgegangen, die Bombe vom Bild der intakten Ehe, die nur der Tod scheiden kann, diesem traulichen Mit- und Füreinander in guten wie inBlah! Verursacht hat diesen Aufruhr die Journalistin Martina Rellin, die mit Frauenporträts wie Ich habe einen Liebhaber früher schon für einigen Zündstoff sorgte. 16 Frauen, vorzugsweise aus dem gehobenen Mittelstand, kommen bei ihr zu Wort. 16 Fallbeispiele über einen alltäglichen Horror, wie ihn sich ein Ingmar Bergman perfider nicht hätte ausmalen können! So bei Charlotte, 39, PR-Organisatorin und Hausfrau, 15 Jahre verheiratet, 2 Kinder -, deren Ehe zur reinsten Kältezone geraten ist, temperaturgeregelt von einem Gefrierschrank von Ehemann, dem der Begriff Emotion längst zum Fremdwort geworden ist. In der Außenwelt ein erfolgreicher Arzt, zuhause ein gemeiner Erbsenzähler, den die kleinste Unregelmäßigkeit in mentalen Aufruhr versetzt. Erst ein gewaltiger Lebenseinschnitt erlaubte es Charlotte, die frostige Villa hinter sich zu lassen. Die Spielarten der hier geschilderten Ehedramen sind mannigfaltig. Männer, die zum nicht geringen Erstaunen ihrer Frauen Männer lieben; Frauen wie die 28-jährige Nadja, die ihren Gatten als liebevolle Altersversorgung ansieht, während sie ihre erotischen Neigungen mit Internet-Bekanntschaften auslebt. Schließlich die Goldschmiedin Gudrun und ihr Finalsatz "Ich gehe jetzt eine Runde um den Block und wenn ich zurück bin, bist du weg! Nicht ohne den edlen Bordeaux zur Bekräftigung in den schönen weißen Kalkputz zu feuern. Mit zunehmender Lektüre erschließt sich eine fremde, beunruhigende - und doch so vertraute Welt. Eine Welt der ahnungslosen Trottel, emotionalen Krüppel und regelrechten Sadisten, die sich in mal dümmlicher, mal bräsiger Sicherheit wiegen. Und eine Welt, in der, was einst groß und glühend begann, im Dürregebiet der materiellen Absicherung vertrocknet ist. Selbstüberprüfung und Kommunikation sind Pflicht, lautet eine der Botschaften dieses Buches! Was beim (männlichen) Rezensenten auf gelinden Widerwillen stößt, ist der Wahrheitsanspruch, den die 16 Frauenbilder schon im Titel einklagen. Die Schuldfrage scheint schon vorab geklärt; Männer kommen im Zuge der Wahrheitsfindung im Buch leider nicht zu Wort, finden sich indes häufig als gefühlskalte Kotzbrocken und alleinige Täterfiguren wieder. Dennoch. Was bislang hinter dicken Eigenheimmauern stattfand und höchstens zu Spekulationen im Bekanntenkreis Anlass gab -, hier wird es deutlich ausgesprochen. Die Zeit des Duldens und Schweigens hat ein Ende! Ravi Unger ... weniger
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Die Elenden: Roman - Victor Hugo
"O Frühling, du bist ein Brief, den ich ihr schreibe... Wie groß ist es, geliebt zu werden! Und um wieviel größer, zu lieben! Das Herz wird...... mehr
"O Frühling, du bist ein Brief, den ich ihr schreibe... Wie groß ist es, geliebt zu werden! Und um wieviel größer, zu lieben! Das Herz wird heldisch durch seine Liebe. Es ist einzig aus Reinheit zusammengesetzt, nichts ist in ihm als Ewiges und Erhabenes. Ein unwürdiger Gedanke vermag in ihm sowenig zu keimen wie eine Brennessel auf Gletschereis. Die hohe und lautere Seele, unzugänglich den niederen Leidenschaften und Erregungen, wohnt im Himmelsblau. Beherrschend die Wolken und die Schatten dieser Welt, den Wahnsinn, die Lüge, den Haß, die Eitelkeit, die Not, empfindet sie nur noch die tiefen, unterirdischen Erschütterungen des Schicksals, wie die Gipfel der Berge das Beben der Erde empfinden... Wäre niemand mehr, der liebte, die Sonne würde erlöschen." Wer kann die Liebe ergreifender schildern als Victor Hugo? Wer vermag es, all ihre Erhabenheiten und Abgründe perfekt in Worte zu kleiden? Wenn das überhaupt möglich ist, hat Victor Hugo es vollbracht. Sein Werk wird von den größten Gefühlen, zu denen ein menschliches Wesen fähig ist, getragen, ob sie sich nun in Helligkeit entfalten bis aufs Äußerste oder die weitesten Dimensionen annehmen in ihrer Düsternis. Schonungslos und mit erschreckender Plastizität führt er uns das Dasein der Ärmsten unter den Armen im Frankreich des 19. Jahrhunderts vor Augen. Er beschreibt ihren erbitterten Kampf, den tiefsten Sümpfen des Jammertals zu entrinnen und eine gerechtere Welt zu schaffen. Und doch wird dort nicht nur gekämpft und geweint. Hugo entblättert unsere Existenz in seiner ganzen Bandbreite, ob wir von unserer Bestimmung her begnadigt sind oder nicht. Jedes Leben durchzieht ein kleines Glück, auch wenn es einem erbarmungswürdigen Schicksal folgt und an unwürdigen Klippen zerschellt. Hugo befreit die Erniedrigten von ihrem Schmutz und stellt sie zurück in das Licht ihrer Würde, die jedem Menschen, egal wie sehr er beleidigt wurde, innewohnt. Ich halte Hugos Werk hoch über meine kleine Bibliothek, weil es lebensspendenden Idealen folgt, weil es sich einer Moral verpflichtet, die mächtiger ist als die gesellschaftliche Moral, weil es den Blick auf die Welt komplett umdreht und die Sicht darauf freimacht, wie schön sie aussehen könnte, und letztlich, weil das Edle über das Gemeine im Menschen siegt. Und ich liebe es wegen seines hohen Gehaltes an Wahrheit, der gelungenen Mischung aus Realismus und Absurdität. Viel Gutes muß der Grausamkeit des Lebens zum Opfer fallen, ehe das wirklich Erhabene seinen glänzenden Sieg davontragen kann. Hugo beschönigt nichts. Trotzdem ist sein Weltbild nicht pessimistisch. Er beschreibt die Kluft zwischen Arm und Reich. Er zeigt, daß Armut böse machen kann und Reichtum blind. Dennoch siegt am Ende die Weisheit über die Dummheit und die Liebe über den Haß. Abgestumpft von vielen Jahren auf der Galeere und als gefährlicher Mensch von der Gesellschaft geächtet, nimmt der Bischof von Digne Jean Valjean, den ehemaligen Galeerensträfling, auf und bewirkt bei ihm durch einen peinlichen Vorfall und durch seine beispiellose Güte, eine wundersame Verwandlung. Jean Valjean, durch 19 Jahre Gefangenschaft vom Bösen zersetzt und verdorben, erkennt sein ganzes Elend in einem Schlüsselerlebnis und entwickelt sich daraus zu einem Beschützer der Schwachen und Bedürftigen. Doch unerbittlich bleibt ihm seine Vergangenheit auf den Fersen. Sie verfolgt ihn in der Gestalt des Polizeiinspektors Javert, der als Reinkarnation von seelenloser Spießbürgerlichkeit und menschenverachtender Gesetzestreue bis an sein Lebensende versucht, ihn wieder hinter Schloß und Riegel zu bringen. Rein stilistisch ist Victor Hugos dreibändiger Roman eine Schöpfung erster Güte. Wie eine Pyramide baut sich die Geschichte um Jean Valjean auf. Scheinbar völlig unabhängig voneinander beginnen hier und dort Steinwälle aus dem Boden zu wachsen, um sich irgendwann ganz unerwartet aneinanderzufügen und in einer einzigen Spitze zusammenzulaufen. Genauso entspinnt sich in Hugos Roman hier und da eine von der bisherigen Handlung unabhängige Geschichte, die sich irgendwann ganz plötzlich und zur Überraschung des Lesers nahtlos in das Gesamtbild einfügt. Am Anfang finden wir lauter einzelne geheimnisvolle Fragmente, am Ende ein klares, in sich perfekt geschlossenes Kunstwerk. Keinem Film wird es jemals gelingen, die tausend Ebenen und haarfeinen Verästelungen dieses Romans darzustellen, ohne Wesentliches auszulassen. Keinem Theater. Und keiner Oper. Zu viele Geschichten in einer Geschichte. Zu viele wichtige Botschaften. Zu viele große Gedanken. Zu viele Feinsinnigkeiten. Zu viele grandiose Beschreibungen. Zu viele komplizierte Zusammenhänge. Sicher, man kann sich auf die leidenschaftliche Liebe zwischen Mario und Cosette konzentrieren oder auf die Geschehnisse während der Julirevolution oder auf das haarsträubende Katz- und Mausspiel zwischen Valjean und Javert. Doch man wird immer nur einen Ausschnitt erfahren, der die wahre Größe des Gesamtwerkes nicht zu erfassen weiß. Der stürmische Kampf zwischen Gut und Böse, in dem das Gute trotz aller Tragik triumphiert, die unvergleichliche Komplexität des Werkes und die Art, wie es geschrieben ist, nämlich nicht nur mit der Vernunft des Kopfes und der Allwissenheit des Geistes, sondern auch mit inniger Anteilnahme der Seele und dem Blut des Herzens, machen dieses Werk zu meinem Lieblingsbuch seit ich sechzehn bin, und und kein anderes Buch konnte ihm in den folgenden zwölf Jahren den Rang ablaufen, obwohl ich in der Zwischenzeit bestimmt tausend andere Bücher gelesen habe. --Daphne Großmann ... weniger
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Les Misérables / Die Elenden: Roman Filmbuch - Victor Hugo
"O Frühling, du bist ein Brief, den ich ihr schreibe... Wie groß ist es, geliebt zu werden! Und um wieviel größer, zu lieben! Das Herz wird...... mehr
"O Frühling, du bist ein Brief, den ich ihr schreibe... Wie groß ist es, geliebt zu werden! Und um wieviel größer, zu lieben! Das Herz wird heldisch durch seine Liebe. Es ist einzig aus Reinheit zusammengesetzt, nichts ist in ihm als Ewiges und Erhabenes. Ein unwürdiger Gedanke vermag in ihm sowenig zu keimen wie eine Brennessel auf Gletschereis. Die hohe und lautere Seele, unzugänglich den niederen Leidenschaften und Erregungen, wohnt im Himmelsblau. Beherrschend die Wolken und die Schatten dieser Welt, den Wahnsinn, die Lüge, den Haß, die Eitelkeit, die Not, empfindet sie nur noch die tiefen, unterirdischen Erschütterungen des Schicksals, wie die Gipfel der Berge das Beben der Erde empfinden... Wäre niemand mehr, der liebte, die Sonne würde erlöschen." Wer kann die Liebe ergreifender schildern als Victor Hugo? Wer vermag es, all ihre Erhabenheiten und Abgründe perfekt in Worte zu kleiden? Wenn das überhaupt möglich ist, hat Victor Hugo es vollbracht. Sein Werk wird von den größten Gefühlen, zu denen ein menschliches Wesen fähig ist, getragen, ob sie sich nun in Helligkeit entfalten bis aufs Äußerste oder die weitesten Dimensionen annehmen in ihrer Düsternis. Schonungslos und mit erschreckender Plastizität führt er uns das Dasein der Ärmsten unter den Armen im Frankreich des 19. Jahrhunderts vor Augen. Er beschreibt ihren erbitterten Kampf, den tiefsten Sümpfen des Jammertals zu entrinnen und eine gerechtere Welt zu schaffen. Und doch wird dort nicht nur gekämpft und geweint. Hugo entblättert unsere Existenz in seiner ganzen Bandbreite, ob wir von unserer Bestimmung her begnadigt sind oder nicht. Jedes Leben durchzieht ein kleines Glück, auch wenn es einem erbarmungswürdigen Schicksal folgt und an unwürdigen Klippen zerschellt. Hugo befreit die Erniedrigten von ihrem Schmutz und stellt sie zurück in das Licht ihrer Würde, die jedem Menschen, egal wie sehr er beleidigt wurde, innewohnt. Ich halte Hugos Werk hoch über meine kleine Bibliothek, weil es lebensspendenden Idealen folgt, weil es sich einer Moral verpflichtet, die mächtiger ist als die gesellschaftliche Moral, weil es den Blick auf die Welt komplett umdreht und die Sicht darauf freimacht, wie schön sie aussehen könnte, und letztlich, weil das Edle über das Gemeine im Menschen siegt. Und ich liebe es wegen seines hohen Gehaltes an Wahrheit, der gelungenen Mischung aus Realismus und Absurdität. Viel Gutes muß der Grausamkeit des Lebens zum Opfer fallen, ehe das wirklich Erhabene seinen glänzenden Sieg davontragen kann. Hugo beschönigt nichts. Trotzdem ist sein Weltbild nicht pessimistisch. Er beschreibt die Kluft zwischen Arm und Reich. Er zeigt, daß Armut böse machen kann und Reichtum blind. Dennoch siegt am Ende die Weisheit über die Dummheit und die Liebe über den Haß. Abgestumpft von vielen Jahren auf der Galeere und als gefährlicher Mensch von der Gesellschaft geächtet, nimmt der Bischof von Digne Jean Valjean, den ehemaligen Galeerensträfling, auf und bewirkt bei ihm durch einen peinlichen Vorfall und durch seine beispiellose Güte, eine wundersame Verwandlung. Jean Valjean, durch 19 Jahre Gefangenschaft vom Bösen zersetzt und verdorben, erkennt sein ganzes Elend in einem Schlüsselerlebnis und entwickelt sich daraus zu einem Beschützer der Schwachen und Bedürftigen. Doch unerbittlich bleibt ihm seine Vergangenheit auf den Fersen. Sie verfolgt ihn in der Gestalt des Polizeiinspektors Javert, der als Reinkarnation von seelenloser Spießbürgerlichkeit und menschenverachtender Gesetzestreue bis an sein Lebensende versucht, ihn wieder hinter Schloß und Riegel zu bringen. Rein stilistisch ist Victor Hugos dreibändiger Roman eine Schöpfung erster Güte. Wie eine Pyramide baut sich die Geschichte um Jean Valjean auf. Scheinbar völlig unabhängig voneinander beginnen hier und dort Steinwälle aus dem Boden zu wachsen, um sich irgendwann ganz unerwartet aneinanderzufügen und in einer einzigen Spitze zusammenzulaufen. Genauso entspinnt sich in Hugos Roman hier und da eine von der bisherigen Handlung unabhängige Geschichte, die sich irgendwann ganz plötzlich und zur Überraschung des Lesers nahtlos in das Gesamtbild einfügt. Am Anfang finden wir lauter einzelne geheimnisvolle Fragmente, am Ende ein klares, in sich perfekt geschlossenes Kunstwerk. Keinem Film wird es jemals gelingen, die tausend Ebenen und haarfeinen Verästelungen dieses Romans darzustellen, ohne Wesentliches auszulassen. Keinem Theater. Und keiner Oper. Zu viele Geschichten in einer Geschichte. Zu viele wichtige Botschaften. Zu viele große Gedanken. Zu viele Feinsinnigkeiten. Zu viele grandiose Beschreibungen. Zu viele komplizierte Zusammenhänge. Sicher, man kann sich auf die leidenschaftliche Liebe zwischen Mario und Cosette konzentrieren oder auf die Geschehnisse während der Julirevolution oder auf das haarsträubende Katz- und Mausspiel zwischen Valjean und Javert. Doch man wird immer nur einen Ausschnitt erfahren, der die wahre Größe des Gesamtwerkes nicht zu erfassen weiß. Der stürmische Kampf zwischen Gut und Böse, in dem das Gute trotz aller Tragik triumphiert, die unvergleichliche Komplexität des Werkes und die Art, wie es geschrieben ist, nämlich nicht nur mit der Vernunft des Kopfes und der Allwissenheit des Geistes, sondern auch mit inniger Anteilnahme der Seele und dem Blut des Herzens, machen dieses Werk zu meinem Lieblingsbuch seit ich sechzehn bin, und und kein anderes Buch konnte ihm in den folgenden zwölf Jahren den Rang ablaufen, obwohl ich in der Zwischenzeit bestimmt tausend andere Bücher gelesen habe. --Daphne Großmann ... weniger
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Du bist du !
Pro: süßer Inhalt, putzige Hauptfigur, superschöne Bilder
Kontra: Qualität des Spiegels
...sich für eine Kompromisslösung entscheiden: man kann das Buch vorlesen und zum Schluss v.a. auf den Spiegel eingehen, die Kindern selbst in den Spiegel schauen lassen o.ä. Aber wie gesagt, zum Lesenüben selbst ist das Buch in meinen Augen (leider) nicht wirklich geeignet.
FAZIT
Insgesamt zählt "Du bist du" für mich schon zu den besseren Bilderbüchern, weshalb ich hier auch 4 von 5...
jinmil2006
01.04.2010 10:11 ·
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Bewertung für Du bist Du / John A. Rowe
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Bist Du Anders?
Pro: Fragen
Kontra: Antworten?
...Antwort. In den Ländern wo Krieg ist kann man davon ausgehen das es Armut gibt. Siehe Afrika die Bürgerkriege. Da wird Krieg wegen Wasser und Essen geführt. Nur Waffen und Munition gibt es doch auch Genug.
6.Frage: Was würdest du tun für eine "Bessere" Welt?
Die Erfindung Waffen vernichten. Den Menschen dazu bringen das man friedlich miteinander lebt. Aber was ist eine Bessere Welt? Es ist...
Hendo84
29.10.2007 11:15 (29.10.2007 20:31) ·
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich
Bewertung für Bist du anders?
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Du bist klasse, mein Sohn
Pro: liebevolles Buch
Kontra: -
...Hallo meine lieben Leser, Freunde und Bewerter,
heute beteilige ich mich auch mal an den Bü-Frü und berichte euch über ein Buch, das ich hier vorgeschlagen und freischalten lassen habe:
Du bist klasse, Mama
... weil du einfach für mich da bist
Ein tierisches "Dankeschön" für die beste Mutter der Welt! [Gebundene Ausgabe]
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Produktinformationen:
Es gibt so viele Gründe, sich bei...
esposa1969
11.04.2011 13:42 (12.04.2011 16:25) ·
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Bewertung für Du bist klasse, Mama / Dorothée Bleker
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