Von den Leiden und Freuden - Tagebuch eines Vorfalls
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Es ist nicht so, dass ich den Service multinationaler Konzerne grundlegend anzweifele. Jeder einzelne tut sicher sein Bestes. Und doch ist das Beste hin und wieder nicht gut genug. Aber so geht es allen, die jedem gerecht werden wollen. Die Bemühungen sind durchaus vorhanden, aber nicht immer bringen sie das erwartete Ergebnis. So in diesem Fall, der nicht generell den Anspruch erhebt, dass alles schief läuft. Er ist eher die Ausnahme. Und ich telefoniere nur, wenn es sich um Ausnahmen handelt. Ich bin ein Ausnahmetelefonierer und Rechtsohrler.
Die Übertragung einer Email Adresse von einem Anschluss auf den anderen
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Der grau verhangene Himmel versprach nichts Gutes, als ich an diesem Morgen erwachte. Trotzdem musste der Tag erlebt werden. Es gab einiges zu tun. Unter anderem stand die Übertragung der Emailadresse meiner Vermieterin von einem Anschluss auf den anderen an und so schickte ich die entsprechende Email an die entsprechende Stelle beim entsprechenden Provider. Die Datenblätter neben mir, tippte ich sauber Zahl für Zahl zwischen den Text, damit auch alles seine Ordnung hatte. Dann erst begab ich mich an meine weiteren Aufgaben, mit freundlichem Gruß. Um den neuen Anschluss überprüfen zu können, legte ich ihn in meinem Mailer - also auf meinem Computer - an und harrte der Dinge, die da kommen würden. Was kam war eine Email des Providers kurze Zeit später, die dieses neue Konto erreichte. Sie hatte folgenden Wortlaut:
Sehr geehrte Frau S.,
vielen Dank für Ihre Nachricht. Ihrem Wunsch entsprechend haben wir Ihre eMail-Adresse "MeineEmail@MyServer.de" von der alten Anschlusskennung auf die neue Kennungsnummer XXXXXXXXXXX-0001 übertragen.
Haben Sie weitere Fragen zu unseren Angeboten? Ausführliche Informationen über unsere Produkte finden Sie im Internet.
Mit freundlichen Grüßen
Kundenservice
Tag 2
Leicht bewölkter Himmel mit vereinzelten Sonnenstrahlen
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Tags darauf kommen auf dem alten Anschluss keine Emails mehr an, ein kleiner Erfolg, der den grauen Wolken am Himmel zu trotzen scheint. Noch ist nicht alles verloren. Also hole ich auf dem neuen Konto ständig Emails ab, die ich aus einem zweiten Konto verschicke. Aber außer der Bestätigung des Providers kommt keine weitere Email an. Habe ich etwas falsch gemacht? Vorsichtig suche ich nach der kostenpflichtigen Telefonnummer des Providers. "Hallo?" "Da ist etwas schief gelaufen. Die Emails wurden auf einen anderen Anschluss als dem angegebenen übertragen" erklärt die freundliche Stimme am andren Ende der Leitung. "Aber wir kümmern uns drum." Der Name dieses anderen Anschlusse fällt und auch der Ort, an dem dieser Teilnehmer lebt. Herford, eine kleine Stadt in entgegengesetzter Richtung vom Ursprungsanschluss, der nach Salzkotten übertragen werden sollte. Ich atme Sonnenstrahlen und lege mich nach einem anstrengenden Tag zur Ruhe.
Tag 3
Wieder wolkenverhangener Himmel und mein rechtes Ohr ist leicht errötet
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Ich startet da Emailprogramm und harre auf die Übertragungen. Nichts. Kurz zur Sicherheit noch eine Email aus dem anderen Postkasten an die entsprechende Adresse - nichts. Das Telefon habe ich in der Nacht in der Ladestation aufbewahrt, es ist ein Funktelefon mit Akku. "Hallo?" Diesmal werde ich mit der Technik des Providers verbunden, nachdem ich den entsprechenden Fragen Rede und Antwort gestanden habe. "Da kann ich nichts ändern" antwortet eine freundliche Stimme. "Aber ich verbinde Sie mit Herrn L." Einige Klänge später meldet sich Herr L. und zuckt gleichfalls mit den Schultern. Zumindest kann ich das deutlich seiner Aussage "Wenden Sie sich bitte an den Postmaster. Nur der kann da was ändern" entnehmen. Etwas genervt von der leichten Entzündung an meinem rechten Ohr frage ich noch, ob der Postmaster mir denn antworten würde? "Sicher wird er das", entgegnet Herr L., der ebenfalls leicht genervt erscheint. "Hätten Sie den ganzen Anschluss übertragen lassen, wäre das alles nicht passiert." Jetzt bin ich das erste Mal etwas pikiert. "Hallo? Es zieht doch nur eine Person. Muss man dann den ganzen Haushalt gleich auflösen?" Mein Gegenüber antwortet gereizt: "Wir wollen doch nicht polemisch werden." Ich widerspreche ihm: "Doch." Und mit diesen freundschaftlichen Gesten verabschieden wir uns voneinander. Ich hole mir schnell noch ein kaltes Tuch und lege mich unzufrieden zu Bett. Mit dem linken Ohr lausche ich dem Fernseher, der mich in den Schlaf spricht.
Tag 4
Sturmwarnung über Salzkotten
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Heute gönne ich meinem Ohr etwas Erholung. Hin und wieder sende ich eine Email an den neuen Anschluss und versuche sie abzuholen. Nichts. Zudem ist Samstag und da passiert nicht all zuviel bezüglich irgendwelcher Umstellungen. Vielleicht sollte ich es morgen wieder versuchen? Mein Ohr beginnt sich zu erholen und ich kann schon wieder auf der linken Seite einschlafen, während mir der Fernseher von rechts ein gute Nachtruhe wünscht.
Tag 5
Ein paar Dachziegel werden vom Dach gestürmt
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Trotz noch vorhandener Rötung meines rechten Ohres versuche ich es erneut bei der Technik des Providers. Denn die ersten Versuche, Emails abzuholen, zeitigen auch heute keinen Erfolg. "Hallo?" Nachdem ich wieder durch das Sprachportal des Providers eingetreten bin, meldet sich der freundliche Techniker. "In welchem Vorwahlbereich wohnt denn die Anschlussbesitzerin?" Ich antworte wahrheitsgemäß. "Ja, gerade dort haben wir im Moment einige Einwahlprobleme." Ich bin erstaunt. Einwahlprobleme? Hmm. "Aber ich kann mich doch einwählen und ich wohne im gleichen Haus." Einen Moment Schweigen durchbricht den wolkenverhangenen Himmel über Salzkotten. "Trotzdem liegt das sicherlich an den Einwahlproblemen" durchbricht die Stimme des Technikers das Grau des Himmel. Ich gebe mich zufrieden mit der Antwort, weil mein Ohr wieder zu schmerzen beginnt und meine Geduld langsam am Ende ist. Für heute ist genug telefoniert. Morgen werde ich dann an den Postmaster schreiben.
Der 6. Tag
Email an den Postmaster
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Sehr geehrter Postmaster,
Am 15.01.07 beantragte ich die Übertragung meiner Emailadresse 'MeineEmail@MyServer.de von der alten Anschlusskennung XXXXXXXXXXXX auf die Anschlusskennung YYYYYYYYYYYY. Diese Übertragung wurde am gleichen Tag per Email von Ihnen bestätigt. Zitat:
"Sehr geehrte Frau S.,
vielen Dank für Ihre Nachricht.
Ihrem Wunsch entsprechend haben wir Ihre eMail-Adresse "MeineEmail@MyServer.de" von der alten T-Online Nummer auf die neue Nummer XXXXXXXXXXXX-0001 übertragen."
Einen Tag später waren weder auf der ursprünglichen Kennung noch auf der neuen Kennung Emails zu empfangen. Telefonate mit ihrer Technik ergaben, dass der Anschluß falsch übertragen worden sei und die Emails nun zu einer anderen Person gelangen.
Ich bitte Sie, diesen Vorfall zu überprüfen. Die Übertragung wurde von mir an Ihre alias Stelle übersandt. In der Hoffnung, dass Sie diese Email erreicht, verbleibe ich mit freundlichem Gruß
i.A. MJG
Zudem rufe ich wieder die Technik an, die mir bestätigt, dass da eine Fehlübertragung stattfand. Aber nun sei alles in Ordnung. Ich schreibe wieder eine Email auf den entsprechenden Anschluss und versuche sie abzuholen - nichts. Was ich am zweiten Tag wusste, ist auch heute noch gültig. Aber ich kann ja noch einmal anrufen. Die freundliche Dame hinter dem Voiceportal erklärt mir, dass man einen Anschluss nur übertragen kann, wenn man eine Email oder ein Fax sendet. Jetzt höre ich es leicht draußen Donnern. Sollte wirklich die Endzeit gekommen sein und der Verstand langsam aus den Hirnen der Erdbewohner weichen? Jedenfalls mein Verstand begann jetzt leicht am Leben zu zweifeln. Dreimal wiederhole ich, dass eine entsprechende Email vor 6 Tagen abgeschickt und bestätigt worden sei. Ungerührt wiederholt die Dame ihre Aufforderung, dass derlei Vorgänge nur per Email möglich sind. "Aber das ist doch geschehen" flüstere ich ihr ins Ohr. Meine Stimme wird immer so laut, wenn ich mich aufrege. "Dann bitte ich Sie noch um ein paar Tage Geduld." Wir verabschieden uns freundlich und ich nehme mir vor, keine weiteren Telefonate zu führen. Morgen werde ich wieder schreiben. An den Postmaster, an den Alias und an den Papst.
Tag 7
Sonnenschein über Salzkotten
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Ich versuche es erneut per email. Sowohl an den Postmaster als auch an Alias. Wenn ich die Anschluss Nummern lese, habe ich schon leichte Kreise in den Augen.
"Sehr geehrte Damen und Herren,
seit sechs Tagen versuchen wir folgenden Vorgang zu klären:
von der Anschluss Nummer: XXXXXXXXXXXX sollte die Emailadresse 'meineemail' auf die Anschluss Nummer: XXXXXXXXXXXX übertragen werden. Dieses Begehren wurde Ihnen am 15.01.07 per email mitgeteilt. Alles, was passiert ist, ist:
Die emails können auch auf der ursprünglichen Anschluss Nummer nicht mehr abgeholt werden. Dafür informierte uns aber Ihre Technik, dass selbige Emails nun auf einem ganz anderen Anschluss landen. 7 Telefonate mit der Technik konnten an diesem Zustand nichts ändern.
Könnten Sie uns bitte auf dem Absender dieser Emailadresse informieren, was zu tun ist?
Mit freundlichem Gruß, MJG im Auftrag des Kunden."
Ich telefoniere wieder und lerne neue Menschen kennen. Inzwischen sind wir bei der postalischen Zustellung meines Begehrens. Die Adresse ist:
Deutsche Telekom AG
T-Com Abteilung Kundenservice
in Darmstadt
Schließlich nehme ich die Gelegenheit wahr, meinen Charme und den Nachbarn Georg Radenzurcher ins Spiel zu bringen. Leider hilft auch das nicht recht weiter, weil es in der Technik keinen Haupttechniker gibt. Da gibt es ganz viele - so die Aussage der netten Dame aus Leipzig, die keine braunen Augen hat und ganz verlegen lächelt. So trennen wir uns um gegenseitigen Einvernehmen und ich begebe mich zur wohlverdienten Mittagsruhe.
Zurück am PC bin ich ganz erstaunt - Trudi ist wieder zuhause. Woher ich das weiß? Ja, sie hat eine Email geschrieben und die liegt im Postfach des neuen Anschlusses. Auch die üblichen Spam Mails sind wieder da. Ich kann es kaum glauben. Trotzdem scheinen die Dinge am 7. Tag des Leidensweges in Ordnung gekommen zu sein. Mensch, wo stand das noch, das am 7. Tag alles vollkommen wurde? Ich rufe noch kurz kostenpflichtig in der Technik des Providers an, um mich dort zu bedanken. Aber diesmal antwortet eine männliche Stimme: "Es ist ein Fehler aufgetreten. Das Telefonat wird jetzt beendet." Was ich in den nächsten Tagen machen werde, weiß ich noch nicht. Irgendwie fehlt jetzt etwas. Ich suche nach einer neuen Aufgabe. "Hallo?"
01.04.2013 16:57
SH
13.03.2012 10:39
Gut beschreiben, ich verstehe aber nicht, wieso Dein Bericht einem völlig veralteten "Revolverbericht" gegenübergestellt wird.
13.07.2009 11:54
ich verstehe nur Bahnhof. Ich brauche doch nicht meinen Provider, um Emailadressen einzutragen auf egal welchem Email-Account. Für mich ist der Bericht total unverständlich, weil es doch gar nicht so sein kann!! - Bekomme ich einen neuen Anschluss bei einem Provider, kann ich doch einige Adressen für mich einrichten, und sogar das Adressbuch von einem anderen Konto übertragen. Worum geht es jetzt: Zuerst schreibst du es geht darum, die Adresse deiner Vermieterin zu ändern. - Die ist aber doch in einem Adressbuch. - Also ziemlich wirr für mich ;-)))) - ich bewerte das mal nicht heute. - LG Gisela