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im Großen und Ganzen zufrieden - aber aufpassen!

4  25.08.2011

Pro:
recht günstig, wenn man Geld anlegen will

Kontra:
"Beratung" ist Verkauf des besten Produkts für die Bank .  Finanzieren kann teuer werden .

teetrinker123

Über sich:

Mitglied seit:24.08.2011

Erfahrungsberichte:2

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 17 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Um es vorweg zu nehmen: ich bin durch die Bank nicht ruiniert worden - passe aber höllisch auf.

Zu meiner Geschichte: ich bin seit längerer Zeit Kunde der Bank im Bereich Girokonto und Geldanlage, schon seit der Zeit, in der sie noch als Citibank firmierte. Erfahrungen mit Krediten habe ich nicht gemacht, kann also zu diesem Thema nichts beisteuern.
Girokonto

Ab 2500 Euro Geldanlage (auch auf dem Sparbuch oder Tagesgeldkonto) wird das Konto kostenlos geführt. Man bekommt für ein Jahr eine Kreditkarte kostenlos. Sie bleibt kostenlos, wenn man einen bestimmten Mindestumsatz erreicht. Großer Pluspunkt ist für mich das kostenlose Geldabheben an jedem Geldautomaten innerhalb der Eurozone. Das ist mir bei einer anderen Bank bisher nicht untergekommen. Für mich ist dies ein gutes Gesamtpaket. Teuer wird es aber, wenn man 2500 Euro Geldanlage unterschreitet, Dispo in Anspruch nimmt oder gar über die Kreditkarte finanzieren will. Zum Dispo wird einem auch schon mal gern eine "Kreditlebenversicherung" im Kleingedruckten mitverkauft, die die Kosten weiter in die Höhe treibt. Ob dies nach dem Eigentümerwechsel und Umbenennung in Targobank noch der Fall ist, kann ich nicht sagen.

Positiv finde ich, dass man fast alle Bankgeschäfte am Automaten abwickeln kann, ohne in Verkaufsgespräche verwickelt zu werden. Es ist sogar möglich, an Automaten Geld einzuzahlen. Sehr problematisch finde ich, dass die Targobank neuerdings für die Ausdrucke der Kontoauszüge Thermopapier verwendet. Der Aufdruck verblasst nach kurzer Zeit und ist nicht mehr lesbar. Bei Kontoauszügen handelt es sich - im Gegensatz zum Ausdruck aus dem Onlinebanking oder den regelmäßigen Finanzübersichten - um rechtsverbindliche verbindliche Dokumente. Daher halte ich dies für Sparsamkeit an der falschen Stelle. Auf den Kontoauszügen wird der Kunde darauf aufmerksam gemacht, dass er sich zur Archivierungszwecken von den Auszügen eine Fotokopie anfertigen könne. Ich finde es nicht in Ordnung, diese Aufgabe auf die Kunden abzuwälzen.

Kreditkarte und Onlinebanking

Ein Mal pro Monat erhält man eine Übersicht über die getätigten Buchungen auf der Kreditkarte. Der Rechnungsbetrag wird monatlich vom Girokonto abgebucht, Bargeldabhebungen sofort. Die Kreditkartenabrechnung ist leider recht unübersichtlich, man hat aber vor ein paar Monaten nachgebessert. Nicht sehr professionell finde ich, dass mir regelmäßig "Finanzierungsgebühren" in Rechnung gestellt werden, obwohl ich keine Finanzierung in Anspruch genommen habe. Nach einigen Nachfragen erklärte man mir, dass dies eine Softwarepanne sei, die mit dem kostenlosen Geldabheben mit der Kreditkarte zusammenhänge. Mir wurden immerhin diese Beträge zügig erstattet.

Das Onlinebanking ist zur Zeit in Überarbeitung. Bisher setzte die Bank auf das unsichere PIN-TAN-Verfahren. Vor ein paar Tagen wurde ich auf das deutlich sicherere iTAN-Verfahren umgestellt. In Zukunft soll auch angeboten werden, dass der Kunde die TAN per SMS bekommt. Wenn dies umgesetzt ist, ist ein mit anderen großen Instituten vergleichbarer Sicherheitsstandard gegeben. Positiv finde ich im Onlinebanking, dass man per e-mail Aufträge erteilen kann. Das erspart den gebührenpflichtigen Anruf auf der 0180-Nummer der Bank.
Geldanlagen und Beratung

Die Gespräche mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Citibank/Targobank fanden bisher immer in angenehmer Atmosphäre statt - und dauerten meist deutlich länger als eine Stunde. Die Terminvereinbarung ist unkompliziert und ich habe noch nie lange warten müssen. Schaut man hinter die freundliche Fassade, muss man wissen, dass man einem Bankverkäufer gegenübersitzt und keinem Berater. Die Mitarbeiter der Citi/Targobank müssen in der Regel bestimmte "Punkte" durch den Verkauf von Produkten verdienen, die der Bank Provision einbringen. Zwei meiner "Berater" bestätigten mir dies diskret, eine Beraterin bettelte nach zwei Stunden "Beratung" darum, dass ich "wenigstens ein Zertifikat" kaufe.

Die Empfehlungen in den Gesprächen lauteten die ersten Empfehlungen immer "Rentenversicherung" und "Kapital-Lebensversicherung" (wahrscheinlich weil es besonders provisionsintensive Produkte sind). Die Gespräche wurden immer wieder in diese Richtung gelenkt. Mir wurden ebenfalls sehr häufig Fonds und Zertifikate angeboten und ich wurde häufiger zum Umschichten animiert (an jeder Umschichtung verdient die Bank). Für mich war nicht transparent, ob die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Produkte empfehlen weil sie zu mir passen, oder weil sie mir verkauft werden müssen.

Ich habe mich zum Glück nicht bequatschen lassen und nicht die Lehman-Zertifikate gekauft, die mir auch nachdrücklich angedient worden sind. Inzwischen habe arbeite ich aufgrund der oben geschilterten Problematik des Provisionsdrucks in Geldanlageangelegenheiten nicht mehr mit der Bank zusammen. Ich zahle lieber für eine gute Beratung, wenn sie wirklich in meinem Interesse erfolgt.

Leider waren die Berater bei komplizierten Fragen, die nicht in der Schema-x des gewöhnlichen Verkaufsgesprächs passen, häufig überfordert. Bei dem Reklamieren der Finanzierungsgebühren auf dem Kreditkartenkonto musste man die Servicehotline anrufen (hätte ich auch selbst machen können, immerhin habe ich die Telefongebühren gespart). Die Mitarbeiterin sagte mir im Beratungsgespräch zu, nachdem ich gesagt hatte, dass ich keine Zertifikate und Versicherungen will, mir eine Staatsanleihe herauszusuchen, bei der die gezahlten Zinsen mit der Inflation steigen. Dieses erfolgte leider nicht (trotz mehrfacher Nachfrage). Ob dies an mangelnder Kompetenz, Überarbeitung der Mitarbeiterin oder an schlechten Verdienstmöglichkeiten der Bank gelegen hat, kann ich nicht beurteilen.

Fazit

Günstig, wenn man man mehr als 2500 Euro Reserve auf dem Tagesgeldkonto hat und keinen Dispo oder sonstige Finanzierungen in Anspruch nimmt. Vorsicht beim Abschluss weiterer Produkte.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
teetrinker123

teetrinker123

25.08.2011 18:21

Der Transfer von Dispo in Tagesgeld wird bestimmt möglich gemacht, du brauchst nur einen günstigen Ratenkredit aufnehmen ;-) (Vorsicht, Ironie) Beim Tagesgeld gibt es bei der Targobank keine Mindestanlage. Man muss nur die 2500 angelegt haben, damit das Konto kostenlos ist. Sonst kostet die Kontoführung 4,90 pro Monat.

Oberlisbler

Oberlisbler

25.08.2011 14:12

Ein wirklich sehr guter Bericht über eine Bank. Tagesgeldkonto mit mehr als 2500 Euro? Gibt es Banken die noch weniger annehmen? Ich würde gerne meinen Dispositionskredit in ein Tagesgeldkonto transverieren! War natürlich nur Spass! (oder vielleicht auch nicht, es soll bei den Bankern Leute geben die schaffen auch das)! LG Günter ;-)

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